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Waldbaden (japanisch Shinrin Yoku)

Waldbaden wird mittlerweile als Therapie anerkannt. Dabei wissen wir schon immer um die positive Wirkung eines Waldspaziergangs. Es gibt unzählige Gedichte und Lieder über den Wald.

In der Pädagogik ist der Wald längst als Raum für Waldkindergärten und -schulen erobert worden.

Was passiert da mit uns Menschen? Die Farben, der Geruch, die Geräusche, der langsame Puls – all das führt zur Beruhigung unserer Sinne. Unser Stress wird reduziert, der Hormonhaushalt balanciert sich aus, Atmung, Puls und Herzschlag pendeln sich ein. Niedrigschwingende Gefühle wie Angstzustände, Ärger, Depressionen und Wut verschwinden und machen Platz für Ruhe, Freude und Liebe. Kommt dann noch Bewegung hinzu, sind wir ‚in Takt‘ und die Krankmacher haben weniger Chancen.

Ein tolles friedvolles Gefühl überkommt mich, wenn ich einen Baum umarme – nachdem ich mich vergewissert habe, dass ich unbeobachtet bin.🙄 Und richtig glücklich bin ich, wenn ich ein Tier beobachte. Dann fühle ich mich eins mit der Natur.

Momentan ist, dank Corona, unser Bewegungsradius stark eingeschränkt. In den Wald dürfen wir jederzeit gehen. Mit unseren Kindern können wir dort Zelte bauen, ein Picknick machen, auf Baumstämmen balancieren, Käfer in Becherlupen beobachten, Geschichten ausdenken oder einfach nur lauschen und riechen. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollten wir immer darauf achten, dass wir keine Natur verschmutzen oder zertreten oder Tiere stören. Was Ihr natürlich alle wisst. Viel Spaß allen großen und kleinen Waldschraten!

Wege

Welchen Weg gehst Du gerade?

Du kannst ganz verschiedene Wege  gehen: lange oder kurze, bergauf oder bergab, schwere oder leichte, im Wald, im Gebirge, steinige oder glatte, krumme oder gerade Wege, manchmal bist Du auf dem Holzweg oder einem Irrweg – oft stehst Du an einer Weggabelung und musst Dich entscheiden. Du gehst die Wege alleine oder in Begleitung, manchmal läufst Du auch neben der Spur. Manchmal aber bleibst Du stehen und findest keinen Ausweg. Dann solltest Du mutig einen neuen Weg beschreiten und eine eigene Spur hinterlassen.

Lauf‘! Freu‘ Dich auf neue Abenteuer, Herausforderungen und Spaß, wenn Du alte Pfade verlässt. Denn dann wirst Du, Schritt für Schritt, neues Terrain entdecken und Deine Möglichkeiten kennenlernen. Übrigens: Es gibt keine falschen Wege, höchstens Umwege.

Gerade jetzt hast Du die Gelegenheit, zu überprüfen, welche Wege Du verlassen möchtest und wo Du Neuland für Dich gewinnen kannst.

Geh‘!

Fotos: Monika Rauch

Glück im Augenblick

Gerade bin ich etwas traurig wegen der vielen Einschränkungen in Zeiten von Corona. Freiheit ist ein hohes Gut.

Schöne Augenblicke erlebe ich bei meinen Streifzügen durch Felder und Gärten. Kleine Arrangements erregen meine Aufmerksamkeit: Da passt der Stuhl ganz wunderbar zum Fenster, die Enten schwimmen auf dem See und die Wildbienen übernachten im Hotel. Und der riesige Reisighaufen bietet sicherlich Schutz für viele Kleintiere.

Das ist es auch, was mich gerade rettet, wenn ich schon nicht in die weite Welt reisen darf, oder zumindest die Option dazu habe – das Glück, welches sich in Kleinigkeiten verbirgt. Das Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe kommt dem sehr nahe:

Erinnerung
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.

Fotos: Monika Rauch

Nachtspaziergang

Flusslandschaft in Maintal-Dörnigheim

Im Dunkeln gibt es wenig Ablenkung durch Farben, Sonne und dem üblichen Tageslärm. Es ist ruhiger, ich höre meine Schritte und atme im Takt.

Alles fließt und das, was mich den ganzen Tag über aufgeregt und beunruhigt hat, wird klein und unwichtig. Das, was wichtig ist, bleibt und den Rest lasse ich los.

Im Grunde ist das wie eine Meditation: Ich fokussiere mich auf mich  selbst und finde mein inneres Gleichgewicht.

Fotos: Monika Rauch

Diese besonderen Abendspaziergänge …

lassen mich inne halten, den Tag überdenken und zur Ruhe kommen.

Jahrelang sehnte ich mich nach einer Sendepause – nicht nur ich, das gesamte Kollektiv wünschte sich, dass es endlich still werde.

Diese Hetze: Schneller, besser, weiter.

Diese Gier: Mehr und immer mehr. Egal, auf wessen Kosten.

Unsere innere Stimme weiß es doch längst, dass da etwas gewaltig schief läuft.

Weil unser Leben automatisiert und unmenschlich geworden ist. Wir konzentrieren uns auf Äußerlichkeiten und haben uns oft dabei verloren. Und haben viel Lärm gemacht, um unser Gewissen zu übertönen.

Plötzlich ist es still. Es ist gar nicht schrecklich. Es ist schön! Ich höre, sehe und rieche die Natur. Sie ist auf einmal wieder präsent. Mir wird gewahr: Ich bin ein Teil von ihr.

Jetzt habe ich die Chance, auf mein Herz zu hören und mich neu auszurichten: Was kann ich für die Gemeinschaft tun? Wer bin ich und wo will ich hin?
             
Unseren Kindern können wir zeigen, wie richtiges Leben geht. Innen und im außen.

Jetzt haben wir die Chance, unserem Leben eine neue Richtung zu geben! Dazu gehört es, mit Mut Verantwortung zu übernehmen. Das Preisgeld ist die innere Freiheit. In Liebe.

Welch‘ ein Jammer!

Was nützt es, sich über die Schlechtigkeit der Welt zu beklagen? Jeder von uns könnte einen positiven Beitrag leisten. Man muss sich aber dafür entscheiden.

Zwischen Aschermittwoch und Ostern wird traditionell gefastet. Eigentlich geschah das Fasten aus religiösen Gründen (Passionszeit). Heute fastet man immer noch aus religiöser Überzeugung. Allerdings schränken sich mittlerweile viele Menschen freiwillig ein, um das eigene Konsumverhalten zu überprüfen oder um sich selbst zu regulieren. Manche verzichten auf bestimmte Speisen, Süßigkeiten, Zigaretten oder Alkohol. Manche verzichten auf ihre Smartphones. 

Jammerfasten ist eine relativ neue Alternative – gerade im Umgang mit den sozialen Medien.

Stellt Euch mal vor, wie viel Energie frei würde, wenn ihr Euch entschiedet, Jammern und Meckern sein zu lassen.

Statt dessen könntet Ihr Euch auf das, was gut läuft, konzentrieren.

Und nach dem Gesetz der Anziehung, käme Positives in Euer Leben zurück. Mehr noch, Ihr könntet etwas in Eurer Welt bewegen.

Ein Versuch wäre es wert. Was meint Ihr?

75 Jahre nach der Zerstörung Hanaus

Als Antwort auf den umjubelten am 18.2.1943 von Goebbels ausgerufenen totalen Krieg und den verheerenden Konsequenzen, beendeten die Alliierten Hitlers Wahnsinn mit der Zerschlagung Deutschlands …

Am 19. März 1945 um 4:20 legten englische Alliierte die Stadt Hanau in nur 20 Minuten des Bombardements in Schutt und Asche. Um die 2500 Menschen starben. Umgerechnet wurden an diesem Tag ca. 1300000 Kilo Sprengstoff über Hanau abgeworfen. Es gab keinen Fliegeralarm, da vorher ein Scheinangriff auf Kassel gestartet wurde. Zeitzeugen berichteten von einem Himmel, der wie ein Christbaum leuchtete und von der Erde, die von den Einschlägen erzitterte, sie erzählten von glühendem Asphalt, herumirrenden Menschen und von der Zerstörung ihrer Heimat.

Ab September 1944 gab es regelmäßig Luftangriffe der Alliierten auf die Stadt Hanau. Tausende Bomben wurden über der Stadt abgelassen. Ziele waren hauptsächlich die Industrieanlagen. Getroffen wurden auch andere Teile der Stadt. Mit dem Luftangriff am 19. März in seiner Heftigkeit rechnete niemand. Der Krieg fand sein gewaltsames Ende. Bereits 9 Tage später, am 28. März, wurde Hanau von den Amerikanern besetzt.

Die Alliierten setzten alles daran, Schluß zu machen mit dem Krieg – unerbittlich. Viele deutsche Städte und Kulturgüter wurden zerschlagen. Dazu gibt es Parallelen in der Geschichte: Im Mittelalter wurden Städte und Anlagen geschleift und die Bevölkerung litt.

Hanauer Altstadt heute

Gibt es eine andere Möglichkeit, einen Krieg zu beenden, als mit Gewalt auf Gewalt zu reagieren? Und wer ist der wirkliche Gewinner? Die Rüstungsindustrie ganz sicher.

Um was geht es eigentlich? Um Verbreitung einer Ideologie (der deutsche Herrenmensch) oder Weltanschauung oder Religion? Ich denke, es geht ums Rechthaben – und natürlich um Macht und Geld. Oft wird die Ideologie als Vorwand genutzt, einen Krieg anzuzetteln.

Wir Menschen sind so bedürftig, wir wollen gesehen werden. Dabei verwechseln wir manchmal unsere Sicht der Dinge mit der „Wahrheit“. Wir reden mit, sehr gerne im Internet, wo mit Polemik manipuliert wird. Wir sind verführbar und manchmal verführen wir. Bereits Kinder können es schwer ertragen, wenn jemand anderer Meinung ist. Weil sie sich damit abgewertet fühlen. Einzig Menschen, die mit sich einig sind, können gut andere Anschauungen neben der ihren stehen lassen. Wir brauchen keine Gewalt, weder mit Worten noch mit Taten.

Wir brauchen einen friedvollen und toleranten Umgang miteinander. Es fängt damit an, Verantwortung für unser Verhalten und unsere Taten zu übernehmen indem wir

  • unser Handeln hinterfragen
  • Fehler korrigieren
  • Unrecht benennen
  • verzeihen und um Verzeihung bitten
  • für uns sorgen, uns selbst lieben und akzeptieren
  • Kindern die Welt erklären
  • Kindern Frieden vorleben
  • unser Leben so leben, wie es sich stimmig anfühlt
  • Angst loslassen und darauf vertrauen, dass alles gut wird

Was würde passieren, wenn alle Mächtigen dieser Welt plötzlich anfingen, ihr Leben nach diesen Punkten auszurichten – oder wir für uns?

75 Jahre nach Kriegsende hat sich leider nicht viel verändert. Der Rechtsruck in der westlichen Welt ist sichtbar; USA, Türkei, Russland … haben schon ihre „starke Führung“ gefunden, bei uns finden die populistischen Gruppen zunehmend Gehör und der Ruf nach einer starken Hand wird lauter. Sicherlich kennen wir das Gefühl der Ohnmacht, wenn man sich die Ungerechtigkeiten der Welt anschaut. Trotzdem: Jeder von uns trägt Verantwortung! Bringen wir unser eigenes Leben auf die Kette, hat das Auswirkungen. Es fängt immer im Kleinen an.

Die Hanauer Kantorei führt am 21. März das Friedenskonzert „The armed man“ von Karl Jenkins auf. Das Stück wird gemeinsam mit befreundeten Chören aus Exeter/England und Rennes/Frankreich performt. Die Musik an sich ist ein Zeichen gegen die Grausamkeit der Kriege – die gemeinsame Aufführung mit den früheren „Feinden“ hat einen starken Symbolcharakter.

A mass of peace: https://www.youtube.com/watch?v=Oc8bc-bA1JM&list=PL292A2AE7B9FD983A&index=1).

Quellenangabe: https://www.hanau.de/stadtentwicklung/geschichte/hanau_1933_-_1945/19-maerz-1945-zerstoerung-der-Stadt/index.html, https://www.op-online.de/region/hanau/eingebrannt-gedaechtnis-684823.html, https://www.wasglaubstdudenn.de/spuren/145912/was-bedeutet-allahu-akbar

Bilder: Pixabay, Monika Rauch