Blogs

Sommerzeit – Reifezeit

Die Tage soll es an die 40° C heiß werden. Da ist auch beim besten Willen weniger ‚Produktivität‘ drin. Jeder Schritt, jede Arbeit geht langsamer von der Hand.

Langsamkeit, um uns zu schützen: vor Schweißausbrüchen, Überhitzung und Überreitzung.

Sorgt für Euch, entdeckt die Langsamkeit für Euch und Eure Anvertrauten, also für eure Kinder und für schwächere Menschen.

Ich nehme diese Zeit als Einladung an für tiefe Gespräche, Geschichten, Rätsel, Witze, basteln, malen, singen; aber auch zum Plantschen und Schwimmen.

Innehalten und Ruhigsein stehen im Fokus; eine Art Meditation – gemeinsam oder zusammen. Unruhig wird es eh schnell genug. Spätestens wenn’s im Herbst wieder losgeht in der Schule und im Job.

Also ist diese Hitze gut für etwas. Sie holt uns zurück in unser Selbst. Geschäftiges Ablenken verausgabt nur.

Wir haben Zeit zum Nachdenken über das, was ansteht; wir könnten fragen: Was ist mir im Leben wichtig? Was sind meine Träume, Wünsche? Stecke ich fest? Kann ich etwas verändern? Welche (Teil-) Ziele kann ich mir setzen? …

Wenn wir die Möglichkeiten sehen, können wir auch der größten Hitze etwas abgewinnen.

Übrigens: Nach den Sommerferien konnten wir bei unseren Kindern immer einen großen ‚Entwicklungsschub‘ feststellen; sie sind gewachsen; körperlich, geistig und seelisch.

Alles Gute für Euch und nutzt diese besondere Zeit!!!

Kaiserlich und Königlich: Der Attersee in Österreich

Unsere erste Station war ein Hotel am Attersee, dieser ist Österreichs größtes alleiniges Binnengewässer und liegt im Salzkammergut. Funde von Pfahlbauten, Werkzeugen und Einbaum-Booten lassen darauf schließen, dass diese Region bereits in der Jungsteinzeit besiedelt wurde. Verschiedene Stationen mit Informationstafeln und Pfahlbau-Häuser rund um den Attersee erinnern heute an dieses Kulturerbe.

Die Region wurde immer wieder geschichtlich erwähnt: Sie gehörte z.B. lange zum Bistum Bamberg, im Jahr 1379 erwarben die Habsburger den Bamberger Besitz. 1652 wurde es zum Wallfahrtsort, da hier das Gnadenbild „Maria in der Sonne“ die damalige Schlosskirche schmückte (dieses Bild hängt heute übrigens im Wiener Stephans-Dom). 1810 – 1816 gehörte der westliche Teil des Attersees kurz zum Königreich Bayern.

Nun aber zu unserer Tour: Wir hatten das Glück, dass unser Hotel in Besitz eines eigenen Strandes direkt am See ist. So konnten wir uns eine Liege schnappen und gemütlich im Schatten der Bäume ruhen. Natürlich waren wir auch im See schwimmen: Das Wasser schimmerte türkisgrün und war glasklar. Außerdem war es bei Außentemperaturen über 30° C sehr erfrischend. Am 2. Tag kam nachmittags ein Gewitter auf, wir nutzen die Zeit für eine kleine Tour um den See herum. Was wir sahen, war eine leicht hügelige Landschaft, bezaubernde Dörfer und jede Menge Blitz und Donner. Uns fiel auf, dass die Gegend vom Massentourismus verschont ist. Vorort sind genügend Hotels und Restaurants, sowie Badestrände. Im Vergleich zu anderen Regionen Österreichs, geht es hier sehr beschaulich zu und die Menschen sind sehr freundlich und zuvorkommend. Ich hatte das Gefühl, ich bin hier ein geschätzter Gast und sehr willkommen. Auch mein Reisegefährte fühlte sich hier sehr wohl, besonders als der Kellner ihm abends einen doppelten Birnenschnaps servierte. Ich bekam nur einen einfachen, was mir recht war. Aber so kann man Männer eben glücklich machen …

Für den Attersee spreche ich mit gutem Gewissen eine klare Reiseempfehlung aus.

(Fotos: Monika Rauch)

Infoblock: Die Österreichisch-Ungarische Monarchie, informell auch „k. u. k (kaiserliche und königliche) Doppelmonarchie“ genannt, war eine Realunion in der letzten Phase des Habsburgerreiches in Mittel- und Südosteuropa für den Zeitraum zwischen 1867 und 1918 mit den Hauptstädten Wien und Budapest. (Quelle: Wikipedia)

Ostheim vor der Rhön – das zeigen uns die alten Franken

Ich liebe diese sanfte und zugleich etwas schroffe Landschaft und die sauberen fränkischen Städtchen in der bayerischen Rhön.

Diesmal besuchten wir eine Kirchenburg in Ostheim vor der Rhön. Und waren begeistert von der gut restaurierten Anlage.

Um sich vor kriegerischen Anfeindungen zu schützen, errichteten die Ostheimer Bürger und Bauern ab dem 15. Jahrhundert mehrere Wälle und Ringmauern, sowie Wehrtürme um ihre Kirche. Dies geschah ohne jegliche Zuschüsse von Geistlichen oder anderen Herrschaften.

Die Franken (übersetzt: die Mutigen/die Kühnen) waren ursprünglich einer der germanischen Großstämme, die sich im 2. und 3. Jahrhundert formierten. Diese Eigenschaften Ihrer Ahnen und die Armut, die in diesem Landstrich vorherrschte, ließen sie findig diese Kirchenburg errichten, um ihr Leben und die wenigen Errungenschaften vor Angreifern zu schützen.

Dieser Ort übt eine magische Anziehung auf mich aus, er zeugt von einfachen, aber starken und wehrhaften Menschen, die wussten, wo ihr Platz ist; und die ihr Leben der kargen Natur abtrotzen.

Das ist das, was für mich zählt; zufrieden sein und das Beste aus dem machen, was uns zur Verfügung steht. Auf dem ersten Blick war das damals nicht viel, so wie das vielleicht für uns heutzutage auch so aussieht. Was habe ich schon zu bieten? Wenn Sie aber tiefer graben, werden Sie möglicherweise erstaunt sein, welche Möglichkeiten das Leben für Sie bereit hält.

Ich habe mich darauf spezialisiert, Menschen dabei zu unterstützen, ihren Weg zu finden und ihr Potenzial zu entfalten.

Wenn Sie es vielleicht den Franken gleichtun, und aus dem schöpfen wollen, was Sie haben, freue ich mich über regen Austausch.

Schlüchtern

… ist ein netter kleiner Ort in Mittelhessen. Hier gibt es eine ehemalige Benediktinerabtei, die im 8. Jahrhundert erbaut wurde. Heute sind ein Gymnasium und die KmF (kirchenmusikalische Fortbildungsstätte) dort untergebracht. Ich bin oft zweimal im Jahr für ein Wochenende im Kloster. Meistens beim Sologesangskurs. Die Atmosphäre, die Musik, die Gemeinschaft lassen mich innerlich zur Ruhe kommen. Ich versuche, den Fokus auf mich zu halten: wenig Ablenkung durch die Sozialen Medien, viel Natur und noch mehr Musik.

Es ist gar nicht so einfach, nur ich selbst zu sein. Die Musik hilft mir, meine Schwingung zu finden. Und ich komme ins Grübeln:

Wie geht es beruflich weiter? Haben sich irgendwo Türen geöffnet und ich habe es nicht bemerkt? Sollte ich einige meiner Träume abhaken? Oder umschreiben? Oder sollte ich völlig neue Wege gehen?

Dann fällt mir auf: Ich befinde mich schon wieder in der Zukunft! Dabei will ich doch im Hier und Jetzt leben. Ach Menno! Also: Vertrauen und Zuversicht haben, dass alles gut wird. Liebe und Nachsicht für mich und meine Mitmenschen üben. Und es laufen lassen …

Videoclip Impressionen von Schlüchtern:

https://photos.app.goo.gl/qkGb9zbh8o9Hyv926

Meditatives Kochen

Abends lasse ich gerne den Tag ausklingen:

Gemüse schnippeln, etwas sorgfältig vorbereiten und kochen, mit Gewürzen und Kräutern abschmecken und … genießen.

Dabei sammle ich Erfahrungen, die mir auch im Alltag hilfreich sind:

  • Was koche ich?
  • Für wen?
  • Was ist unnötig?
  • Was vom Gemüse solle ich wegschneiden?
  • Wie fein schneide ich?
  • Wie scharf soll es werden?
  • Welche Kräuter unterstützen den Geschmack?
  • Welches Handwerkszeug (Messer, Töpfe, Schüsseln, Kochlöffel …) nutze ich, damit alles leicht von der Hand geht?

Beim Kochen experimentiere ich gerne, greife aber auch auf Altbewährtes zurück. Ich brauche nicht immer das Rad neu zu erfinden.

Es ist wie im wirklichen Leben:

Bleibe ich lieber beim Alten?

Oder gehe ich völlig neue Wege?

Für mich ist es ein Herantasten. Das, was ich bin, bin ich durch meine Erlebnisse und Erfahrungen. Manches lasse ich bewusst hinter mich, wenn es mich belastet und blockiert. Das Meiste behalte ich, denn das bin ich. Ich versuche, in Balance zu leben: Altes Gutes lassen und „hungrig“ nach neuen Erfahrungen suchen, die mein Leben würzen. Ich schaue, dass ich mich nicht „überfresse“, also mich nicht überfordere.

So greift eines ins andere: Ich koche ein Gericht, gehe dabei sorgfältig um und bin „im Fluß“. Ich konzentriere mich auf diese Aufgabe und bin völlig bei mir. Dieses Fließen widerum wirkt sich auf mein Leben aus, denn auch hier versuche ich, im Flow zu sein. Und bin erstaunt, wie viel Kreativität in mir steckt. Es ist spannend.

Ich liebe es.

Welche Erfahrungen machen Sie? Wo finden Sie Ihren Flow, den Sie mit in den neuen Tag nehmen?

Videoclip://photos.app.goo.gl/RJgdh84jo1o3Ev7J6

Ode an die Freude – der Europa-Gedanke

„Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng getheilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt. …“

Text: Friedrich Schiller (publiziert 1786)

Musik: Ludwig van Beethoven (9. Sinfonie)

Das zugrundeliegenden Thema: Die französische Revolution 1789

Die Ode an die Freude avancierte schnell zum Volksgedicht. Der Text wurde in Deutschland früh als Bekenntnis zu den Idealen der Französischen Revolution verstanden.

Beethoven, ein Verfechter der demokratischen Bewegung, komponierte seine Musik eindrucksvoll zu den Versen, die eine gleichberechtigte Gesellschaft, verwoben mit einem Band aus Freundschaft und Freude, beschreibt.

Zum Zeitpunkt der Uraufführung, 1824, war die französische Revolution Geschichte. Man versuchte in Europa die alte Ordnung wieder herzustellen. So war sein Werk ein Paukenschlag, musikalisch und inhaltlich, gegen das neue alte System.

Die Europawahl 2019 könnte uns an diese Zeit erinnern. Die Ideale der französischen Revolution waren Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Leider hat mit der Krönung Napoleons das alte System wieder Fahrt aufgenommen. Und doch … es hat sich etwas verändert. Heute herrscht in weiten Teilen Europas die Demokratie, zumindest auf dem Papier.

Ich gebe es zu: Ich wusste bis dato nicht so recht, ob ich überhaupt wählen wollte. Was/wen soll ich da wählen? Keine Ahnung, kein Interesse, Lethargie. Meine Söhne schickten mir vor einiger Zeit einen Link zu einem Youtube-Video (https://youtu.be/4Y1lZQsyuSQ).

Das solle ich mir unbedingt anschauen. Das tat ich. Ich war und bin immer noch erschüttert. Hier wurden plausibel Dinge aufgedeckt, die ich schon immer irgendwie wusste oder ahnte. Es geht um das schnöde Geld und um die Macht, die sich kaufen lässt. Von wegen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Allerdings sollte man sich das Video mit wachem Verstand ansehen: Ich weiß nicht, welche Statistiken und Belege für die Behauptungen tatsächlich echt oder relevant sind. Die Hauptbotschaft aber trifft ins Schwarze.

Unsere Demokratie schenkt uns die Wahlfreiheit; damit haben wir die Möglichkeit, etwas zu ändern oder es eben doch beim Alten zu belassen.

Parallelen zur französischen Revolution tun sich auf. Wir begehren auf, wenn es ungerecht wird. Hoffentlich. Wir haben es gut, denn wir haben die Freiheit der Wahl. Bei der Revolution ging es etwas blutiger zu.

Nach der Revolution war erstmal anscheinend wieder alles beim Alten. Vielleicht wird das auch so sein nach der Europa-Wahl.

Allerdings ist die Saat gestreut.

Langsam und mit vielen Hindernissen hielt die Demokratie in Europa Einzug. Und mit der Demokratie gab es Bündnisse und Verträge, die in der Entstehung der heutigen EU gipfelten. Dieser Prozess dient der Sicherung des Friedens, unseres Wohlstandes und der Freiheit zwischen den Staaten. Die EU ist im Prozess; es gibt immer wieder Herausforderungen, wie die Flüchtlingswelle oder den Brexit Englands. Und trotzdem, mit Geduld und Spucke, mit Beharrlichkeit und dem Glauben an die Werte, wird sich alles zum Positiven wenden. Dessen bin ich mir sicher.

Ich bin froh, dass ein guter Teil der jungen Menschen politisch gebildet ist. Ich spreche von Greta Thunberg und die vielen Jugendlichen, die für den Klimaschutz auf die Straße gehen oder von Influenzern, wie dieser junge Mann, der das besagte Video erstellte. Ich bin froh, dass unsere Kinder sich nicht alles gefallen lassen, auf die Straße gehen und sich dessen bewusst sind, dass jede Stimme zählt.

Jede/r einzelne von uns ist aufgefordert, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht denken Sie, dass Sie doch alleine nichts bewegen können. Fatal ist, wenn alle EU-Bürger so denken und nicht zur Wahl gehen. Dann gewinnen nämlich die, die wir vielleicht nicht wollen. Die 12 Sterne auf der Europäischen Flagge stehen für die Werte Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den Völkern Europas.

Lassen wir uns vom Götterfunken entzünden und „Freude“ ins System einkehren.

Ich habe gewählt – und Sie?

Was war zuerst da: Das Ei oder der Schmetterling?

Aus dem Ei schlüpft eine kleine Raupe.

Die Raupe frisst und häutet sich so oft, bis sie ihre eigentliche Größe erreicht hat.

Im Kokon wartet sie manchmal Jahre, bis sie so weit ist.

Wenn sich der Schmetterling entfaltet hat, legt er seine Eier ab und stirbt.

Für mich ist das Ei zuerst dagewesen. Der Schmetterling hat sich aus der Raupe entwickelt und diese aus dem Ei.

In der kleinen Raupe ist bereits alles angelegt – jede Zelle hat schon die Informationen, die es braucht, einen Schmetterling entstehen zu lassen.

Auch bei uns Menschen sind wir vollkommen und ganz gemeint. Wir haben die Aufgabe, uns genügend anzufüttern: Wissen, Vertrauen, Spaß, Kunst, Musik, Liebe. Manchmal finden wir nicht das richtige Futter, manchmal fallen wir runter. Das überleben wir und versuchen es im besten Fall erneut. Wir knabbern uns so durch.

Wenn wir uns nicht auf die Futtersuche begeben, werden wir krank oder verkümmern.

Es braucht Zeit zu „reifen“. Irgendwann ist es soweit: Wir fangen an, unser Potenzial zu entfalten, so wie es gemeint ist.

Ich bin noch eindeutig in meiner Fressphase. 😀

Wo sind Sie? Ich wünsche Ihnen Beharrlichkeit und Wissenshunger auf Ihrem persönlichen Weg.