Rosen und Weihnachten

„Ein Mensch bemerkt mit bitterm Zorn, dass keine Rose ohne Dorn. Doch muss ihn noch viel erbosen, dass sehr viel Dornen ohne Rosen.” Eugen Roth (1895 – 1976)

Sie gilt als die Königin der Blumen – die Rose. Ursprünglich kommt die wilde Rose aus China und hat sich im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt ausgebreitet.

Man unterscheidet zwischen Wildrosen und Kulturrosen. Wildrosen sind „unbehandelt“, sie haben keine gefüllten Blüten und bilden Hagebutten. Sie bieten Bienen und Hummeln ausreichend Nahrung. Kulturrosen sind das Ergebnis von Kreuzungen und Veredelungen. Mittlerweile gibt es über 30.000 Sorten und jede hat eine etwas andere Form, Größe und/oder Farbe. Die meisten Rosen haben – botanisch korrekt ausgedrückt – Stacheln, manchmal auch unter den Blättern.

Ihre Blüten haben ätherische Öle, denen sie ihren typischen Duft verdanken. Daher findet man Rosenöle in vielen Kosmetikprodukten. Auch als Heilpflanze hat die Rose einen guten Ruf, sie dient als Mittel bei Leber- und Gallenproblemen oder bei Stress, Kummer, Angst und zur Beruhigung. Früher diente die Rose auch als Nahrungsmittel.

Heute wird sie vor allem wegen ihrer „Schönheit“ und ihres Duftes verehrt. Rosen werden als Zeichen der Liebe, Freundschaft, Versöhnung, Respekt, Dankbarkeit … verschenkt. Jede Farbe hat eine andere Bedeutung.

Auch in der Kunst- und Kulturszene hat die Rose ihren festen Platz: Unzählige Lieder, Gedichte und Gemälde drehen sich um die Rose.

Oft wird der scheinbare Widerspruch zwischen ihrer Anmut und ihrer Gefährlichkeit aufgezeigt; so schön und doch so verletzend durch ihre Dornen (richtig: Stacheln) kann sie sein. Dabei haben die Stacheln durchaus einen Sinn – sie dienen vor allem als Fraßschutz und als Kletterhilfe beim Ranken.

Die Zeit um den Jahreswechsel sollte ähnlich wie eine Rose sein: Edel, duftend, bunt, harmonisch, ein Symbol der universellen Liebe. Wären da nicht auch noch diese Stacheln! Sie treten in Form von Streit, Konsumterror, Hektik und Erwartungsdruck auf. Auf diese Störungen würden wir gerne verzichten. Aber wir müssen ja schließlich einkaufen, Geschenke besorgen, das Weihnachtsessen vorbereiten, diverse Feiern besuchen. Müssen wir wirklich? Zu Bestzeiten war ich auf unzähligen Weihnachtsfeiern von Schulen und Kitas, Sportvereinen, Treffs mit Kollegen, Freunden und der Familie – oft mehr als 10 Veranstaltungen pro Saison. Und da war ich nicht nur Teilnehmerin, nein da habe ich mein Helfersyndrom schön ausgelebt mit Vorbereitungen, Aufräumen, Verkaufen, Kuchenbacken usw. Nach Weihnachten war ich fix und alle. Wem wollte ich eigentlich was beweisen?

Diese Dornen, die hätten wir manchmal gerne weggezüchtet. Wir wünschten, dass einmal alles glatt ginge, dass alles „vollkommen“ sei – wie bei einer schönen Rose. Aber eine schöne Rose ist nicht nur perfekt, sie braucht einen Schutz.

So ist das auch in der Zeit vor Weihnachten. Brauchen wir nicht auch Schutz vor den vielen Einflüssen, die über uns gegossen werden? Werbung gaukelt uns vor, was wir nicht wirklich brauchen. Wir lassen uns täuschen und vergessen uns dabei manchmal selbst.

Wir sehnen uns oft nach einem friedvollen Dezember. Und Weihnachten ist da ein willkommener Anlass: das Fest des Friedens und der Liebe. Wir wünschen uns Verbundenheit mit anderen Menschen, der Familie und guten Freunden. Und oft genug klappt das nicht, weil die anderen uns nicht geben können oder wollen, was wir erwarten.

Ich sehne mich besonders in der Zeit vor dem Jahreswechsel nach Ruhe. Statt meinem Bedürfnis nachzugehen, hatte ich mich jahrelang „gekümmert“. Ich musste – so dachte ich damals. Heute ist mir klar, dass einiges falsch lief. Ich strampelte in der Tretmühle und sah keinen Ausweg. Meinen Frust entlud ich in Streitereien mit meinem Partner.  Oh du schöne Weihnachtszeit!

Heute entwickle ich mehr und mehr ein Bewusstsein dafür, was mir wirklich wichtig ist:

  • Was brauche ich jetzt?
  • Wie kann ich mich entlasten?
  • Wo kann ich mir Hilfe holen?
  • Wie viele Geschenke brauchen meine Kinder?
  • Wie schütze ich meine Kinder vor den Werbeeinflüssen?
  • Welche Feiern sind mir wichtig, welche nicht?
  • Wo schaffe ich mir Ruhe-Oasen?
  • Essen gehen oder selber kochen?

Um wirklich zur Ruhe zu kommen, werde ich kreativ: Ich singe, male oder schreibe. Ich versuche, alle Arbeiten, wie z.B. das Einpacken der Geschenke, das Plätzchenbacken, das Kochen usw. in einer schönen Atmosphäre zu gestalten – z.B. mit etwas Kerzenlicht und Musik. Ich konzentriere mich auf mich, indem ich meditiere oder energetisch austeste, was jetzt kommen oder gehen möchte. Ich halte einen Jahresrückblick und setze mir Ziele fürs neue Jahr. Das kann man auch gut mit Kindern tun; gemeinsam das Jahr Revue passieren lassen, sich an den guten Dingen erfreuen und sich von den schlechten verabschieden. Oder raus in die Natur gehen, egal bei welchem Wetter. Ich höre immer öfter auf mein Bauchgefühl und lerne dabei zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht.

Ich liebe sie, die Rosen. Alle! Wenn ich richtig überlege, ist sie mir am liebsten, die kleine zarte Wildrose mit ihrem dezenten Duft und ihren Stacheln. Es ist perfekt, wie sie ist; wild und frei. Sie dient als Nahrung und trägt Früchte. Viel mehr als die Kulturrose, die so edel gezüchtet wurde, dass sie manchmal ohne Schnitt und Stütze nicht überleben kann.

Die Rose als Symbol für die Weihnachtszeit: Was zeigen uns die Dornen? Wo tut es weh, wo werden wir verletzt und was können wir dagegen tun? Wie schaffen wir es, gute Nahrung für Leib und Seele zu finden, für uns und unsere Kinder? Und letztendlich: Trägt das, was wir tun, Früchte? Geht es uns damit gut?

Ich wünsche Euch eine gesegnete Weihnachtszeit! Sie wird Segen bringen, wenn wir es schaffen, uns mit uns selbst zu verbinden. Innen- nicht außen.

Eure Monika

Veröffentlicht von

Monika Rauch

Ich begleite Prozesse bei Müttern und ihren Familien. Als Coachin begleite ich Dich in besonderen Lebenssituationen. Mögliche Themen sind: Ängste, Hemmungen, Stress, Mobbing, Streitigkeiten, Trennungen, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Sinnfragen. Gemeinsam erarbeiten wir neue Ziele und Strategien, um Veränderungen zu erreichen. Ich arbeite hauptsächlich mit den Techniken Sea-Balance und Baby-Healing nach ulriqe.de. Mittels kinesiologischer Abfrage werden Problematiken, versteckte Gefühle, Blockaden und verhindernde Glaubenssätze ermittelt und schnell und unkompliziert gelöscht bzw. transformiert. Diese Techniken gebe ich Dir mit auf den Weg, so dass Du selbständig damit weiterarbeiten kannst. Als Fortbildnerin begleite ich Prozesse von PädagogInnen, LehrerInnen, Kitas und Schulen. Ich unterstütze bei der Gestaltung von Elternabenden, gebe Impulsvorträge und Seminare zum Thema Selbstbemächtigung mit dem Schwerpunkt der Portfolio-Arbeit. Außerdem biete ich eine koordinierte Elternberatung in Ihrer Einrichtung an. Als Künstlerin bin ich selbst im Prozess. Ich singe, male, zeichne, schreibe, fotografiere, dichte, töpfere, schauspiele. Dabei tobe ich mich kreativ aus. Mit meiner Kunst drücke ich mich aus, sie schenkt mir Zufriedenheit und zeigt mir den Weg zu mir selbst. Künstlerisches Tun fließt immer in meine Arbeit mit ein. Ich arbeite ganzheitlich, religionsunabhängig und sektenfrei.

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