Morgenmeditation

Laufe langsam. Atme tief. Achte auf die Schönheit. Nimm wahr, wie die Sonne in Dein Gesicht scheint und der Wind Deinen Körper umstreichelt. Höre das Gezwitscher der Vögel und das Raunen der Natur. Lass‘ Deine Gedanken kommen und   gehen. Gehe neue Wege. Schau‘ Dich um. Achte auf Details. Höre zu, schaue und fühle, was Dir die Natur sagt. Atme Inspiration ein. Atme aus, was Du nicht mehr brauchst. Freue Dich, über das, was Du wahrnimmst. Sag danke.❤

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Lockdown Blues

Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön' ich mir die Welt. Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit. Der Lockdown macht's möglich, dass wir uns nicht seh'n. Wenn ich so an mir runtergugg', find' ich das ganz schön. Und weil Du mir fehlst, stopf' ich es in mich rein. Ich armes Schwein! mora2021 Lockdownblues

Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön‘ ich mir die Welt.

Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit.

Der Lockdown macht’s möglich, dass wir uns nicht seh’n. Wenn ich so an mir runtergugg‘, find‘ ich das ganz schön.

Und weil Du mir fehlst, stopf‘ ich es in mich rein. Ich armes Schwein!

Fotos und Text: Monika Rauch

Blumengrüße

Josef Guggenmos:

Die Tulpe

Dunkel war alles und Nacht.
In der Erde tief
die Zwiebel schlief, die braune.

Was ist das für ein Gemunkel,
was ist das für ein Geraune,
dachte die Zwiebel,
plötzlich erwacht.
Was singen die Vögel da droben
und jauchzen und toben?

Von Neugier gepackt,
hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht
und um sich geblickt
mit einem hübschen Tulpengesicht.

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

Resteverwertung: Herzhafte Muffins

Vom Vortag war noch Kartoffelpüree übrig. Den wollte ich sinnvoll verwerten. Also „googelte/chefköchelte“ ich und mixte alles, was mir gefiel, zusammen: Kartoffelbrei, Creme Fraiche, ein Ei, Parmesan-Käse, zerbröselte Reste von altem Gouda, Frühlingszwiebel, durchwachsener Speck.

Alle Zutaten mit einer Gabel oder einem Mixer verrühren.
Muffinsform einölen,Teig verteilen, bei ca. 180°C Umluft eine halbe Stunde im Ofen backen

Fazit: Der Teig ist fluffig und weich und lässt sich daher schwer aus der Form heben. Besser: Papierförmchen nutzen.

Geschmack: Zergeht auf der Zunge 😋 lecker! Allerdings: Auf den Speck hätte ich verzichten können, das war mir zu salzig. Für meinen Geschmack dürften mehr Frühlingszwiebel in den Teig. Bei der Teigmenge hätte wahrscheinlich ein zweites Ei für mehr „Zusammenhalt“ gesorgt.

Alles in allem: Wird heute mit Salat verspeist. Und beim nächsten Mal kommt mehr Gemüse rein.

Ein kalter Morgen im März

Wenn ich in Rodheim übernachte, gehe ich gerne früh mit meinem Lieblingshund spazieren.

Blick auf den alten Kirchturm von Rodheim
Richtung Nordwesten: Winterstein (518 m ü. NHN) im Hochtaunus
Pflug, Grubber oder Egge?
Der Sonne entgegen: Morgens gegen 8.00 Uhr Richtung
„Alter Berg“
„Ja, ja, ich komme ja schon!“
Das ist mal ’ne richtige Hecke, u.a. mit Schlehdorn, Weißdorn, Hundsrosen.
Gugg Richtung Süden
Rusty
Streuobstwiese, im Vordergrund steht ein Birnbaum.
Es gibt immer was zu schnüffeln.
Versteckter Garten
Neu ausgebauter Weg
nach Petterweil
Bäume am Wassergraben
Alter Berg
Fernmeldeturm auf dem Großen Feldberg – mit 881 m der höchste Berg des Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges.
Freileitungsmasten/Strommasten gehören zum Wetterauer Landschaftsbild.
„Ok, ich stelle mich in Pose. Dann will ich aber nach Hause zum Frauchen!“

Unsere kleine Tour dauerte eine knappe Stunde. Die letzten 100 m entdeckte Rusty jemanden vorm Haus. Da gab es kein Halten mehr … Mit Freudengebell und Propellerrute begrüßte er sein Frauchen, als hätte er sie Ewigkeiten nicht gesehen.

Ich hab‘ mich auch gefreut, weil es danach ein leckeres Frühstück gab.

Im März

Habt Ihr das alte Kinderlied bzw. Volkslied auch im Kopf? In den ersten Strophen heißt es: „Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Er pflanzt und er schneidet die Bäume im Land. Er ackert, er egget. Er pflüget und sät und regt seine Hände
gar früh und noch spät.“

Bei meinen Spaziergängen durch die Felder ging mir das Lied nicht mehr aus dem Sinn. Jetzt ist März, die Luft ist rau, aber die Sonne scheint und manchmal ist es sogar warm. Was wächst da eigentlich jetzt schon auf den Feldern und in den Gärten? Wird nicht erst im März ausgesät, wenn man dem Lied glauben will?

Frisch gepflügtes Land

Im März startet das landwirtschaftliche Leben. Felder werden für die Frühjahresaussaat vorbereitet. Davor wird die Erde mit Egge, Grubber und Pflug bearbeitet. Dies dient dazu, die Erde zu durchmischen, zu zerkleinern und unerwünschte Pflanzen klein zuhalten. Viele Landwirte sind dazu übergegangen, den Boden mit Gründüngung vorzubereiten: Nach der letzten Ernte im Herbst wird Gründünger ausgebracht. Das sind Pflanzen, die die Oberfläche begrünen und deren Wurzeln die Erde auflockern (Kreuzblütler wie Gelbsenf, Ölrettich oder Winterraps, Lupinen, Klee, Erbsen). Gründünger vermodert und dient Kleinstlebewesen als Nahrung. Das wiederum hält Schädlinge fern. Als Nebeneffekt werden Nährstoffe an den Boden abgegeben. Die Durchwurzelung belüftet und lockert die Erde, was das tiefgehende Pflügen ersparen kann. So wird der Boden vor Austrocknung und bewahrt.

Die Wetterau zwischen Rodheim und Petterweil

Wenn die Felder im März schon grün sind, ist das entweder noch der Gründünger oder es ist Winterweizen. Dieser sieht aus wie Gras und wurde im Spätherbst/Winter ausgesät und wird ab Juli geerntet. Auf den Feldern in der Wetterau werden im Frühjahr meist Kartoffeln, Dickwurz, Zuckerrüben, Sommerweizen, Sommergerste, Hafer und Mais ausgebracht. Diese Pflanzen werden im Spätsommer oder Frühherbst geerntet.

Viele Gärten liegen noch brach. Bald wird auch hier der Boden für die Aussaat vorbereitet.
Es sieht noch etwas kahl aus. Schaut man genauer hin,
haben die meisten Bäume bereits Knospen.

Offizieller Frühlingsanfang ist dieses Jahr der 20. März. Die Natur erwacht zum Leben, auch wenn sich der Winter mit Kälteeinbrüchen, Schnee und Regen verabschiedet. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Die Wärme lässt die Pflanzen schneller wachsen. Die meisten Tiere werden im Frühjahr geboren, weil die Jungtiere höhere Überlebenschancen in der warmen Jahreszeit haben: Die Eltern können sich gut ernähren, was eine gute Milch bedeutet, das wachsende Laubwerk bietet Sichtschutz, Vögel profitieren von den Insekten und Würmern.

Die Tiere genießen die Sonne und die Bienen machen erste Erkundungsflüge.
Übrigens: Bienen überwintern, indem sie in ihrem Stock eine Traube bilden, in der sie sich gegenseitig wärmen. 

Im März beginnt der Reigen: Das Leben erwacht, die Natur bricht sich Bahn. Auch wir Menschen verlassen unser „Winterquartier“ und suchen die Nähe zur Natur, die uns inneren Frieden schenkt, indem wir sie „bearbeiten“ oder einfach nur spazieren gehen. Wir sind natürliche Wesen und der März lockt uns heraus zu unserem Ursprung. Hören wir auf den innerlichen Ruf, werden wir mit Licht, Wärme und schönen Düften beschenkt. Biochemisch können wir Vitamin D aufbauen, was uns vor Krankheiten und Depressionen schützt. Die Gerüche stimulieren unser Gehirn und fördern die kognitive Entwicklung und den Tatendrang.

„Im Märzen der Bauer die Rosse einspannt …“ , das bedeutet im übertragenen Sinne: Jetzt ist es an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen. Also … Was hindert uns daran, herauszugehen und aktiv zu werden?

Fotos und Text: Monija Rauch

Geschichte(n) aus der Umgebung: Die Hohe Straße bei Kilianstädten

Der ausgebaute Teil der Hohen Straße führt von Frankfurt Bergen-Enkheim nach Büdingen in der Wetterau (siehe mein erster Blog von der Hohen Straße).

Wir sind dieses Mal am Parkplatz zwischen Mittelbuchen und Kilianstädten gestartet. Wunderbar, dass die Sonne schien, so konnten wir den Weitblick in die Wetterau und in den Main-Kinzig-Kreis, teilweise sogar bis zum Vogelsberg, Taunus und Spessart, genießen. Der Weg war gut ausgebaut – allerdings würde ich eher Radfahren empfehlen, weil die Strecke doch recht eintönig ist und man schneller vorankommt.

Windmühlen passen hier ins Bild. Sie sind ein Zeichen unserer Energie-Gesellschaft. Ich finde sie irgendwie schön.

Etwas mulmig war mir schon zumute, denn in Schöneck-Kilianstädten waren die US-Amerikaner bis 1987 in der Nidder-Kaserne stationiert. Hier standen wohl auch unterirdische Abschussrampen bestückt mit Lang- und Mittelstreckenraketen . Die Amerikaner sind abgezogen. Ich frage mich, was mit den Raketen passiert ist. Ein streng bewachtes mit Stacheldraht umzäuntes Firmengrundstück mitten im Feld könnte ein ehemaliger Standort sein; zumal von dort aus eine Panzerstraße zur damaligen Kaserne führt. Immer wieder begegnen uns solche Relikte der Nachkriegszeit, sie sind ein Teil unserer Geschichte. (By the way: Im Eifelort Büschel gibt es immer noch 20 unterirdisch gelagerte US-Raketen mit Atomsprengköpfen. Diese wurden 2020 gewartet. Na besser, als wenn sie vor sich hinmodern.)

Blick Richtung Schöneck

Als ich Kind war, in den 70/80ern, gehörten die stationierten Soldaten zum Straßenbild. Bei uns waren das die „Amis“. Gefühlt täglich donnerten Düsenjäger dicht über unsere Häuser, was schon damals sehr beängstigend war, aber Alltag. Die Stationierungen endeten weitestgehend am 12. September 1990 mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen der Bundesrepublik, der DDR, den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion. Dieses Abkommen beendete die Nachkriegszeit und war Start für die neue Einheit.

Heute gibt es immer noch US-Bases in Deutschland. Als NATO-Mitgliedsstaat haben wir gemeinsam die Verpflichtung, die Versorgungslinien der Bündnispartner zu gewährleisten.

Ein Friedensvertrag besteht zwischen den Ländern immer noch nicht, es sind noch Fragen der Grenzziehung und Reparationen offen.

Blick zum Taunus/Winterstein.

Heute gehen wir auf Straßen, die Geschichte sind und Geschichten schreiben. „Hohe Straßen“ oder „Alte Straßen“ sind Routen, die von unseren Vorfahren bereits vor den Römern genutzt wurden. Heute sind sie oft gut ausgebaut für die Naherholung, als Landstraßen und sogar als Autobahnen. Diese Wege sind „strategisch“ gelegen d.h. sie verlaufen auf Wegscheiden, sind die meiste Zeit über passierbar und bieten einen guten Überblick. Außerdem werden diese „Landmarken“ gerne von Besatzungsmächten zur Befestigung der Grenzen und als Standort genutzt wie man das bei den Römern und den Amis sehen kann.

Was hat Geschichte mit Selbstbemächtigung zu tun? Unsere eigene Geschichte hat immer einen Bezug zu den äußeren Umständen. Ich bin z.B. in einer Zeit groß geworden, wo eine starke „Außenbedrohung“ präsent war. Es herrschte „Kalter Krieg“ und Säbelrasseln in Form von Aufrüstung war normal. Die Amis galten als unsere Beschützer. Heute bin ich mir bewusst, dass Geschichte in mir steckt und wirkt. Ich rassele auch mal gerne mit dem Säbel oder rufe nach einem Beschützer.😉 Ich weiß natürlich, dass nur ich selbst die Verantwortung für mein Tun trage.