Im Abendlicht

Abends war ich mit Rusty für ein Stündchen unterwegs. Es war noch sehr warm und das milde Abendlicht tauchte das Land in zauberhafte Farben.

Wetterauer Idyll
Licht und Schatten

Woher kommt es, dass das Licht am Abend und auch am Morgen so besonders ist? Im Netz (bambolino-magazin.de) fand ich diese Erklärung verständlich:

„Wenn man die Farbe des Himmels beschreiben soll, würden sich wohl die meisten für Blau entscheiden. Doch in Wirklichkeit wechselt der Himmel seine Farbe je nach Tageszeit. Tagsüber erscheint er oft hellblau, nachts dunkelblau bis schwarz und in der Abend- und Morgendämmerung rötlich-orange.

Das Sonnenlicht beeinflusst die Farbe des Himmels. Für die verschiedenen Farben des Himmels sind der Stand der Sonne, das Sonnenlicht und kleine Teilchen in der Atmosphäre der Erde verantwortlich. Die Atmosphäre ist die Hülle um unseren Planeten, in der viele kleine Luft- und Gas-Teilchen schweben. Wenn das Sonnenlicht auf die Erde fällt, muss es zuerst die Atmosphäre durchdringen. Sonnenlicht sieht zwar weiß aus, besteht aber eigentlich aus vielen verschiedenen Farben. Diese einzelnen Farben bewegen sich dabei in unterschiedlich schnellen Wellen durch die Atmosphäre.“

Wusstet Ihr das? Mähdrescher sind „nachtaktiv“. Das Getreide ist reif und muss vor den nächsten Regengüssen eingefahren werden. Dieses Jahr ist viel Getreide für die Mehlverarbeitung unbrauchbar geworden. Der Starkregen hat das Korn auf den Boden gedrückt. Dort kann es anfangen zu faulen und/oder zu keimen. Man kann es dann bestenfalls noch als Viehfutter verwerten. D.h. dass dieses Jahr wahrscheinlich die Getreidepreise steigen werden.

Selbstbemächtigung bedeutet lernen (auch wenn man, wie ich, von Physik nur eine Ahnung hat).

Kräutersuche

Kürzlich hatte ich mein erstes Modul zur Kräuter-Fach-Hexe. Es ist einfach unglaublich, welche Vielfalt die Natur bereit hält. Es gibt so viele Heilpflanzen und Kräutchen, die man essen kann. Doch bitte nur die bekannten Kräuter pflücken und verarbeiten. Es besteht häufig Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen. Beim Sammeln immer nur ein wenig pflücken und einen Rest stehen lassen für den Fortbestand. Nicht an Acker- oder Straßenrändern sammeln (sonst 🤢).

Hier eine kleine Übersicht der Pflanzen, die ich auf Wiesen in der Wetterau fand. (Ich gestalte gerade eine Kräuterseite. Da werden die Pflanzen genauer erklärt.):

Im Kräuterkurs stellen wir u.a. Cremes, Mazerate, Salben und Tinkturen her. Wenn ich unterwegs bin, sammele ich zunächst Fotos und recherchiere mittels einer Bestimmungs-App.

Selbstbemächtigung bedeutet für mich, mit Neugier und Dankbarkeit die Vielfalt der Natur zu erforschen, meinen Nutzen daraus zu ziehen und mit anderen zu teilen.

So vertraut

Für mich beginnt das Wochenende mit einem ausgedehnten Gassigang mit meinem Lieblingshund. Er wartet auf mich während ich fotografiere und Pflanzen sammle. Ich warte auf ihn, wenn er schnüffelt oder einen Stock zerkaut.

Ich streife durch die Felder und da ist dieses umunstößliche Gefühl der Verbundenheit mit genau dieser Natur. Mein Impuls ist es, mich auf den Boden zu legen und die Erde zu umarmen. (Mach ich nicht, das könnte ja jemand sehen.)

Ich überlege, wie es wäre, ganz hier her zu ziehen. Es gibt so viel zu bedenken.

Pappeln
Kleines Naturschutzgebiet
Rusty hat immer was zu tun
Rapsfelder am „Alten Berg“

Das Gefühl ist im Widerstreit mit meinem Kopf. Also lasse ich das Denken und konzentriere mich auf den Augenblick. Das ist es wahrscheinlich.

Ich nehme die Vertrautheit als Geschenk und genieße es einfach und bin dankbar.

Wege zur Selbstbemächtigung

Morgenmeditation

Laufe langsam. Atme tief. Achte auf die Schönheit. Nimm wahr, wie die Sonne in Dein Gesicht scheint und der Wind Deinen Körper umstreichelt. Höre das Gezwitscher der Vögel und das Raunen der Natur. Lass‘ Deine Gedanken kommen und   gehen. Gehe neue Wege. Schau‘ Dich um. Achte auf Details. Höre zu, schaue und fühle, was Dir die Natur sagt. Atme Inspiration ein. Atme aus, was Du nicht mehr brauchst. Freue Dich, über das, was Du wahrnimmst. Sag danke.❤

Video: Auf das Bild drücken

Mehr Foto-Videos auf meinen YouTube-Kanälen: https://youtube.com/channel/UCctkpdc9Pvg_PETABK-nLug


https://youtube.com/channel/UCsA_6JRI9FA5KQw9V26Anw

Lockdown Blues

Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön' ich mir die Welt. Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit. Der Lockdown macht's möglich, dass wir uns nicht seh'n. Wenn ich so an mir runtergugg', find' ich das ganz schön. Und weil Du mir fehlst, stopf' ich es in mich rein. Ich armes Schwein! mora2021 Lockdownblues

Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön‘ ich mir die Welt.

Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit.

Der Lockdown macht’s möglich, dass wir uns nicht seh’n. Wenn ich so an mir runtergugg‘, find‘ ich das ganz schön.

Und weil Du mir fehlst, stopf‘ ich es in mich rein. Ich armes Schwein!

Fotos und Text: Monika Rauch

Blumengrüße

Josef Guggenmos:

Die Tulpe

Dunkel war alles und Nacht.
In der Erde tief
die Zwiebel schlief, die braune.

Was ist das für ein Gemunkel,
was ist das für ein Geraune,
dachte die Zwiebel,
plötzlich erwacht.
Was singen die Vögel da droben
und jauchzen und toben?

Von Neugier gepackt,
hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht
und um sich geblickt
mit einem hübschen Tulpengesicht.

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

Resteverwertung: Herzhafte Muffins

Vom Vortag war noch Kartoffelpüree übrig. Den wollte ich sinnvoll verwerten. Also „googelte/chefköchelte“ ich und mixte alles, was mir gefiel, zusammen: Kartoffelbrei, Creme Fraiche, ein Ei, Parmesan-Käse, zerbröselte Reste von altem Gouda, Frühlingszwiebel, durchwachsener Speck.

Alle Zutaten mit einer Gabel oder einem Mixer verrühren.
Muffinsform einölen,Teig verteilen, bei ca. 180°C Umluft eine halbe Stunde im Ofen backen

Fazit: Der Teig ist fluffig und weich und lässt sich daher schwer aus der Form heben. Besser: Papierförmchen nutzen.

Geschmack: Zergeht auf der Zunge 😋 lecker! Allerdings: Auf den Speck hätte ich verzichten können, das war mir zu salzig. Für meinen Geschmack dürften mehr Frühlingszwiebel in den Teig. Bei der Teigmenge hätte wahrscheinlich ein zweites Ei für mehr „Zusammenhalt“ gesorgt.

Alles in allem: Wird heute mit Salat verspeist. Und beim nächsten Mal kommt mehr Gemüse rein.

Ein kalter Morgen im März

Wenn ich in Rodheim übernachte, gehe ich gerne früh mit meinem Lieblingshund spazieren.

Blick auf den alten Kirchturm von Rodheim
Richtung Nordwesten: Winterstein (518 m ü. NHN) im Hochtaunus
Pflug, Grubber oder Egge?
Der Sonne entgegen: Morgens gegen 8.00 Uhr Richtung
„Alter Berg“
„Ja, ja, ich komme ja schon!“
Das ist mal ’ne richtige Hecke, u.a. mit Schlehdorn, Weißdorn, Hundsrosen.
Gugg Richtung Süden
Rusty
Streuobstwiese, im Vordergrund steht ein Birnbaum.
Es gibt immer was zu schnüffeln.
Versteckter Garten
Neu ausgebauter Weg
nach Petterweil
Bäume am Wassergraben
Alter Berg
Fernmeldeturm auf dem Großen Feldberg – mit 881 m der höchste Berg des Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges.
Freileitungsmasten/Strommasten gehören zum Wetterauer Landschaftsbild.
„Ok, ich stelle mich in Pose. Dann will ich aber nach Hause zum Frauchen!“

Unsere kleine Tour dauerte eine knappe Stunde. Die letzten 100 m entdeckte Rusty jemanden vorm Haus. Da gab es kein Halten mehr … Mit Freudengebell und Propellerrute begrüßte er sein Frauchen, als hätte er sie Ewigkeiten nicht gesehen.

Ich hab‘ mich auch gefreut, weil es danach ein leckeres Frühstück gab.

Im März

Habt Ihr das alte Kinderlied bzw. Volkslied auch im Kopf? In den ersten Strophen heißt es: „Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Er pflanzt und er schneidet die Bäume im Land. Er ackert, er egget. Er pflüget und sät und regt seine Hände
gar früh und noch spät.“

Bei meinen Spaziergängen durch die Felder ging mir das Lied nicht mehr aus dem Sinn. Jetzt ist März, die Luft ist rau, aber die Sonne scheint und manchmal ist es sogar warm. Was wächst da eigentlich jetzt schon auf den Feldern und in den Gärten? Wird nicht erst im März ausgesät, wenn man dem Lied glauben will?

Frisch gepflügtes Land

Im März startet das landwirtschaftliche Leben. Felder werden für die Frühjahresaussaat vorbereitet. Davor wird die Erde mit Egge, Grubber und Pflug bearbeitet. Dies dient dazu, die Erde zu durchmischen, zu zerkleinern und unerwünschte Pflanzen klein zuhalten. Viele Landwirte sind dazu übergegangen, den Boden mit Gründüngung vorzubereiten: Nach der letzten Ernte im Herbst wird Gründünger ausgebracht. Das sind Pflanzen, die die Oberfläche begrünen und deren Wurzeln die Erde auflockern (Kreuzblütler wie Gelbsenf, Ölrettich oder Winterraps, Lupinen, Klee, Erbsen). Gründünger vermodert und dient Kleinstlebewesen als Nahrung. Das wiederum hält Schädlinge fern. Als Nebeneffekt werden Nährstoffe an den Boden abgegeben. Die Durchwurzelung belüftet und lockert die Erde, was das tiefgehende Pflügen ersparen kann. So wird der Boden vor Austrocknung und bewahrt.

Die Wetterau zwischen Rodheim und Petterweil

Wenn die Felder im März schon grün sind, ist das entweder noch der Gründünger oder es ist Winterweizen. Dieser sieht aus wie Gras und wurde im Spätherbst/Winter ausgesät und wird ab Juli geerntet. Auf den Feldern in der Wetterau werden im Frühjahr meist Kartoffeln, Dickwurz, Zuckerrüben, Sommerweizen, Sommergerste, Hafer und Mais ausgebracht. Diese Pflanzen werden im Spätsommer oder Frühherbst geerntet.

Viele Gärten liegen noch brach. Bald wird auch hier der Boden für die Aussaat vorbereitet.
Es sieht noch etwas kahl aus. Schaut man genauer hin,
haben die meisten Bäume bereits Knospen.

Offizieller Frühlingsanfang ist dieses Jahr der 20. März. Die Natur erwacht zum Leben, auch wenn sich der Winter mit Kälteeinbrüchen, Schnee und Regen verabschiedet. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Die Wärme lässt die Pflanzen schneller wachsen. Die meisten Tiere werden im Frühjahr geboren, weil die Jungtiere höhere Überlebenschancen in der warmen Jahreszeit haben: Die Eltern können sich gut ernähren, was eine gute Milch bedeutet, das wachsende Laubwerk bietet Sichtschutz, Vögel profitieren von den Insekten und Würmern.

Die Tiere genießen die Sonne und die Bienen machen erste Erkundungsflüge.
Übrigens: Bienen überwintern, indem sie in ihrem Stock eine Traube bilden, in der sie sich gegenseitig wärmen. 

Im März beginnt der Reigen: Das Leben erwacht, die Natur bricht sich Bahn. Auch wir Menschen verlassen unser „Winterquartier“ und suchen die Nähe zur Natur, die uns inneren Frieden schenkt, indem wir sie „bearbeiten“ oder einfach nur spazieren gehen. Wir sind natürliche Wesen und der März lockt uns heraus zu unserem Ursprung. Hören wir auf den innerlichen Ruf, werden wir mit Licht, Wärme und schönen Düften beschenkt. Biochemisch können wir Vitamin D aufbauen, was uns vor Krankheiten und Depressionen schützt. Die Gerüche stimulieren unser Gehirn und fördern die kognitive Entwicklung und den Tatendrang.

„Im Märzen der Bauer die Rosse einspannt …“ , das bedeutet im übertragenen Sinne: Jetzt ist es an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen. Also … Was hindert uns daran, herauszugehen und aktiv zu werden?

Fotos und Text: Monija Rauch