Holunder Sirup

Jetzt ist Erntezeit für die schwarzen Holunderbeeren. Man kann sie trocknen, zu Saft, Gelee, Likör oder zu Sirop verarbeiten. Ihre Anthocyane, die wasserlöslichen Farbstoffe, sind für die intensive Färbung der Beeren verantwortlich – und darüber hinaus sehr gesund. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, welche vor alterungs- und krankheitsbedingten Zellschäden schützen.

Inhaltsstoffe Vitamine (C, B) Mineralien (Magnesium, Kalium, Eisen), Schleim- und Gerbstoffe, Kaffeesäurederivate ätherische Öle. Anwendung Erkältungen, Entzündungen, Eisenmangel, Nieren-/Blasenproblemen, Stress, Hautinfektionen, Insektenstichen, Geschwüren.

Eigentlich hätte ich auch einen Direktsaft herstellen können, also die Beeren entsaften. Das war mir aber dann doch zu viel Arbeit und der Direktsaft ist nicht so lange haltbar.

Für die kommende dunklere Jahreszeit bin ich aber gut gerüstet.

Fast erntereif

Rosengewächse, Rosaceae: Wusstet Ihr, dass sehr viele Früchte, die jetzt reif werden, Rosengewächse sind? Im Netz kann man viel darüber lesen, zum Beispiel: „Innerhalb dieser befinden sich sehr viele Obstbäume und -sträucher sowie Zierpflanzen von wirtschaftlich hoher Bedeutung. Vor allem die verschiedenen Obstsorten (so zählen nicht nur Erdbeeren und Himbeeren, sondern auch sämtliche Stein- und Kernobstsorten zu dieser großen Pflanzenfamilie) sind ernährungstechnisch für den Menschen immens wichtig.“ aus: gartenjournal.net

Äpfel, Rosengewächse, stehen kurz vor der Reife. Leider sind viele dieses Jahr sehr wurmstichig. In Rodheim gibt es einige alte Apfelsorten. Gut für die Artenvielfalt.
Die Rose, Rosengewächs und Namensgeber, in jeglicher Form und Farbe berührt die Sinne, besonders, wenn sie duftet.
Die Edelkastanie (Maroni), Rotbuchengewächs, „Die Kastanie ist ihrer Natur nach sehr warm, hat eine große Kraft in sich, die der Wärme beigemischt ist, und bezeichnet die Weisheit. Und alles was in ihm ist und auch seine Frucht, ist sehr nützlich für den Menschen.“ (Hildegard von Bingen) Heilwirkung:  Stärkung der Milz,
geistige Schwäche, Konzentrationsstörungen, Stärkung der Nerven, Stärkung des Herzens, Gicht, Venenstärkung; in der Küche.
Die Marone ist nicht mit der Roßkastanie verwandt.
Die wilde Möhre, Doldengewächs, wächst auf Dämmen, an sonnigen Böschungen und auf trockenen, kalkreichen Böden. Die langen dünnen Wurzeln kann man wie die Kulturmöhre verwenden. Erntezeit ist vor der Blüte. Um die Artenvielfalt zu er halten, werde ich die wilde Möhre im Garten zu „kultivieren“.
Die Quitte, Rosengewächs, ist ein altes, fast vergessenes, Kernobst und mit Apfel und Birne eng verwandt. Die meisten Sorten sind allerdings nur gekocht genießbar als Quittenbrot, Gelee, Chutney, Tee. Der Geschmack ist süß-herb. Als Heilpflanze wird sie hauptsächlich bei Durchfall und Husten genutzt. Ihre Heilwirkung ist adstringierend, erweichend
blutbildend, harntreibend,
entzündungshemmend, kühlend, schleimlösend.

Rausgehen und erkunden, was Mutter Erde zu bieten hat, ist einfach schön und gibt Gelegenheit, klar zu werden und dazu zu lernen. Einfach überwinden und tun!

Selbstbemächtigung

Kräuterküche

Die letzten Wochen habe ich eine Menge Pflanzen geerntet. Überall lagen (und liegen/hängen immer noch) Kräuter zum Trocknen aus. Bevor ich den Überblick verliere, kurbelte ich die Schnelltrocknung mittels Ofen an: Die Kräuter wurden bei 40°C mit leicht geöffneter Tür getrocknet. Da wird aus einer großen Pflanzenmenge schnell nur noch ein kleines Häuflein Pflanzendroge.

Und im Haus duftet es ganz wunderbar.

Borretsch, Malven, Verbenenkraut, Salbei
Vom Ofen ins Glas: Brennnesselsamen, Hopfen, Salbei, Johanniskraut. Im Kräuterschrank muss ich bald anbauen.

Kräuter sammeln und verwerten bedeutet einem hohen Zeit- und Arbeitsaufwand. Das macht mir gar nix – im Gegenteil! Ich bin glücklich, wenn ich: spazieren gehe, Pflanzen finde (ein Geschenk), sie fotografiere, bestimme und sammele. Wenn ich die Kräuter bündele, trockne, rebele, Tinkturen, Öle, Salze, Zucker herstelle. Wenn ich die Bilder beschreibe und poste.

Die ganze Arbeit erfüllt mich und ich erweitere meinen Erfahrungsschatz. Und ich bin bei dieser Arbeit ganz bei mir.

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Stockrosenträume

Familie: Malvengewächse

Im August ist ihre Hsuptblütezeit. Sie blühen in Bauern- und Klostergärten, aber auch am Wegesrand. Oder sie quetschen sich durch Risse im Asphalt.

Stockrosen bilden Samen und sterben ab, weil ihre Kraft in die Produktion der Samen geht. Die Pflanze trägt erst im 2. Jahr Blüten. Ein Absterben der Pflanze kann man verhindern,  indem man sie vor der Samenbildung zurückschneidet.

Setzt die Pflanze „Rost“ (eine Pilzerkrankung) an, ist es am besten, die befallenen Triebe abzuknipsen. Und noch ein Trick: Die Pflanze in den Wind stellen, dass die Blätter gut abtrocknen können.

Die Pflanzen brauchen viel Licht und einen durchlässigen Boden. Die Erde sollte trocken  sein oder leicht feucht.

Als Heilpflanze kann man sie auch nutzen: Blätter, Blüten, Samen, Wurzeln kann man für Tees oder Auszüge trocknen. Die Heilkräfte sind wie bei Eibisch, Hibuskus und Malve, da sie mit diesen Pflanzen verwandt ist. Die Droge enthält hauptsächlich Schleimstoffe. Sie wirkt schleimlösend bei Entzündungen der Schleimhäute, bei Husten und Asthma, zur Heilung chronischer Magen- und Darmentzündungen und bei Verstopfungen.

Und ich freue mich einfach nur, wenn ich sie in ihrer vollen Größe sehe.

Fotos: M. und C. Rauch

Wildheit

Wilde Früchte und Kräuter sind klein, manchmal dornig, giftig, oft sauer oder bitter und manchmal wohlschmeckend und betörend. Sie haben viel zu bieten: Vitalstoffe und Ursprünglichkeit. Die wilde Natur schenkt uns und unserer Umgebung Gesundheit.

Schneeball, Hollunder, Feuerdorn, Hagebutte

Wilde Pflanzen haben so einiges, was wir unseren Kulturpflanzen weggezüchtet haben: Bitterstoffe fördern eine gesunde Darmtätigkeit. Sie machen das Essen verträglicher, fördern den Speichelfluss und die Sekretion von Verdauungssäften. Pflanzenfarbstoffe, z.B. das Chlorophyll bei grünen Pflanzen, sind für die Photosynthese, also für die Sauerstoffproduktion verantwortlich. Die Wirkung ist reinigend, entgiftend, antioxidantisch und die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff. Alkaloide/Gifte schützen Pflanzen vor Fraßfeinden und Schädlingen. Gifte sind nicht immer tödlich, z.B. wirkt das Digitalis vom Fingerhut in einer geringen Konzentration bei Herzproblemen. Die Dosis macht das Gift. Dornen und Stacheln schützen Pflanzen vor Fraßfeinden und bieten gleichzeitig anderen Tieren und Pflanzen Schutz. Daher werden Dornenhecken gerne für die Umweidung genutzt. Schleimstoffe kühlen, lindern und schützen bei Entzündungsprozessen z.B. im Mund und Darm.

Es gibt noch viele andere Stoffe, z.B. Gerb-, Duftstoffe und Pflanzenhormone, reinigende Pflanzen, die Boden, Luft und Wasser von Schadstoffen befreien.

Pflanzen wirken im Ganzen, ihre Stoffe spielen ausgeklügelt zusammen. Pflanzen haben Ihre „Schwerpunkte“, daher wachsen sie genau dort, wo sie gebraucht werden.

Leinkraut (Löwenmäulchen, Johanniskraut, Mirabellen, Jakob-Greiskraut) Gelbfarbenen Pflanzenfarbstoffe/Carotinoide sind für die Orange- und Gelbfärbung verantwortlich. Sie stimulieren Immunsystem, Verdauung und Stoffwechsel und sind krebsvorbeugend.

Wann lassen wir unsere Wildheit heraus? Wenn wir die komplexe Natur betrachten, dann stellen sich irgendwann zwangsläufig Fragen.

Wann verlassen wir die Äußerlichkeiten und Konventionen, die uns  verhindern? Haben wir alles weggezüchtet, was uns nicht „schmeckt“?Wann sind wir wohlschmeckend, wann bitter, dornig, schleimig oder giftig? Stehen wir auf unserem „richtigen“ Platz und wirken?

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Es blüht und reift

Bei meinen Wanderungen, aber auch im Garten, schaue ich mir die Pflanzen genau an und recherchiere ihre Besonderheiten. Je mehr ich in die Pflanzenwelt eintauche, umso faszierter bin ich von der Vielfalt.

Echter Roseneibisch

Hibiskus/Eibisch – Wusstet Ihr, dass er (wie die Stockrose) ein Malvengewächs ist? Als Tee- und Heilpflanze wird aber ausschließlich „Hibiscus sabdariffa“ verwendet. Den hab ich leider nicht im Garten. Totzdem sind meine beiden Hibiski eine echte Augen- und Bienenweide.😍

Echter Roseneibisch
Die roten und gelben Mirabellen wachsen im/am Riedgraben in Rodheim und werden von mir demnächst geerntet und zu Marmelade verarbeitet (wenn sie dann noch da sind). Die Brombeeren sind schon weich, aber ziemlich sauer. Da brauchts noch etwas Sonne.
Auf der Wiese und am Feldrand: Rechts unten seht Ihr die Wegwarte. Sie ist ein echter Allrounder, alles von der Pflanze ist verwertbar. Die Zichorienwurzeln geröstet ergeben einen leckeren Kaffeeersatz – „Caro-Kaffee“ lässt grüßen.
Kreuzblättrige Wolfsmilch „Der Milchsaft reizt die Haut und darf nicht eingenommen werden. … Deshalb gilt: Wolfsmilch darf nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder ganz gezielt äußerlich angewandt werden. Aber: Das Auftragen des Milchsafts kann durch seine ätzende Wirkung gegen Warzen oder Hühneraugen wirken, auch zur Enthaarung an unerwünschten Stellen soll die Flüssigkeit geeignet sein. Die Homöopathie setzt Wolfsmilch zum Beispiel in Mitteln gegen Heuschnupfen ein.“ Quelle: t-online.de
Starke Leistung – der Vogelknöterich ist eine Pflanze, die fast auf der ganzen Welt zu finden ist. Ursprünglich stammt er aus China und ist in der TCM eine wichtige Heilpflanze.
Blutweiderich/Ähren-/ Rosen-Weiderich) Eigenschaften: antibakteriell,
adstringierend, blutstillend,
Blutzucker senkend. Wächst in Feuchtgebieten und sieht klasse aus.
Brennesselsamen sind ein „Superfood“ weil sie reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sind. Zudem beeinhalten Sie die Heilstoffe der gesamten Pflanze. Die Samen bilden sich im Juli/August. Ab da kann man sie sammeln und trocknen. Dabei haben die weiblichen Samensträge weit mehr Inhaltsstoffe. Man kann sie ins Müsli geben, aber auch über Salat und Gemüse streuen. Weibliche Samen sind grün, kantig und hängen wie in Trauben herab. Später verfärben sie sich braun. Männliche Samen sind rund und weiß und stehen seitlich weg.

Vielfältig, prachtvoll, duftend, betörend, giftig … für/gegen alles ist ein Kraut gewachsen.

Es ist spannend, das alte Wissen unserer Vorfahren wieder zum Leben zu erwecken. Zugleich verbinden wir uns mit Natur – weil wir uns mit ihr befassen und weil wir die Pflanzen anwenden – und heilen unsere Wunden.

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Zeit für Kräuterkram

Längst sind die Pflanzen ausgezogen in Öl, Essig oder Wodka. Heute hatte ich Zeit, die Mazerate abzusieben.

Und da ich gerade dabei war, rührte ich mal eben eine „Jucksalbe“ aus hauptsächlich Spitzwegerichöl, Bienenwachs (1/10 der Ölmenge) und einigen Tropfen ätherisches Öl (für Kinder Lavendel und für die Großen Pefferminze).

Leider stellte ich während meiner Arbeit fest, dass der Kräuterschrank dringend aufgeräumt und sortiert werden müsste.

Also kochte ich mir erstmal einen Tee aus einer Alantblüte, Minze und Salbei. Brrr … zu bitter, wie gut, dass ich noch etwas Holunderblütensirup zur Hand hatte. In Ruhe dachte ich darüber nach, dass das Aufräumen auch gerne verschoben werden darf. Jetzt muss ich nur schauen, wie ich meine neuen „Schätze“ sinnvoll reinstopfe …

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Blütenzucker

Nachdem ich kürzlich mit Blütensalz experimentierte, versuchte ich es dieses Mal mit Blütenzucker. Leider blühen im Garten gerade nur wenige Pflanzen. Aber für ein Experiment reichen Rose, Alant, Malve und Borretsch.

Mit meiner Kaffee- und Müslimühle vermahlte ich zunächst weißen Kandiszucker mit Alant. Je mehr Blüten, desto intensiver die Farben. Später bin ich auf Haushaltszucker umgestiegen. Das macht weniger Krach.
Von den Rosenblättern hatte ich genügend übrig, so vermahlte ich nicht alle. Einen kleinen Rest zerkleinerte ich nur grob und mischte ihn unter den Rosenzucker.

Später mischte ich noch ein paar gelbe Alantblüten unter den Malvenzucker, damit er nicht so arg blass aussieht. Die Borretschblüten waren auch etwas wenig, daher mixte ich noch eine ordentliche Portion Zitronenmelisse unter. Ich muss sagen, der grüne Melissenzucker ist mein Favorit. Er schmeckt und duftet schön zitronig!

Nachdem die Zucker hergestellt waren, trocknete ich diese bei 50°C im Ofen. Dabei ließ ich die Tür einen Spalt breit auf, damit der Wasserdampf entweichen konnte.

Es ist wichtig, dass Zucker und Blüten trocken sind, sonst „versuppt“ alles und aus dem Zucker wird Sirup.

Als es soweit war, (das dauerter ca. 2 Stunden), zerkleinerte ich den Zucker mittels eines Siebes, was etwas mühselig war.

Fazit: Blütenzucker ist sehr dekorativ und kann bei Süßspeisen, Tees oder Cocktails gut verwendet werden. Und der Duft ist zum Reinknieen.

Der Zeitaufwand ist recht hoch, daher werde ich beim nächsten Mal eine größere Menge produzieren. Der Zucker ist übrigens eine schöne Geschenkidee.

Trotz des Zeitaufwandes war ich mit Ruhe und Spaß bei der Sache. Die Arbeit mit Kräutern, der feine Duft und der Geschmack sprechen meine Sinne an und lassen mich runterfahren.

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