Neues aus der Hexenküche

"Es raschelt und gluckert,  wie duftet's im Haus, da segnet die Frau den Kräuterstrauß. Sie rebelt und füllt in die Gläser hinein, was heilsam wird sein. Und jedes Elexier dient Mensch und Tier."  M.Rauch

Für meinen Urlaub hatte ich mir vorgenommen, die getrockneten Kräuter zu rebeln und die Mazerate abzufiltern und in Gläser zu füllen. Unsere Sommerküche hängt voller trockener Kräutersträuße, und die Gläser mit den Auszügen stehen im Haus verteilt. Gestern war mein letzter freier Tag und es war höchste Zeit! Außerdem war es draußen so heiß, dass es angenehm kühl war, im Haus zu arbeiten.

Die Pflanzenauszüge, die schon einige Wochen im Glas waren, wurden gefiltert und abgefüllt: Oxymel von Süßkirschen und Rosenblättern – mein Oxymel besteht aus den Pflanzen plus einer Mischung von Essig und Honig im Verhältnis von 2:1. Ölauszüge von Cistus und Organo, Alkoholauszüge/ Tinkturen aus Rotklee, Kirsch-, Pappel-, und Apfelknospen, Cistus, Oregano.
"Käutersalbe,Tee,Tinktur - hilft der Pflanzen Signatur.  Kraut wächst gegen jedes Leid - Herz und Sinn mach' weit. Dienen, helfen, heilen ist in Dir geboren - nichts ist je verloren."   M.Rauch 
Die Kräuter wurden von den Zweigen gestreift oder komplett kleingeschnitten: Johanniskraut, Mädesüß, Herzgespann, Isop, Bohnenkraut, Gartenzistrose und mein Mix-Max-Tee – da kommen alle Reste rein, sowie kleinere Sammelschätze, (diesmal Wiesenlabkraut, Kamille, einige Löwenzahnblüten). Die meisten der getrockneten Kräuter verwende ich als Tee, oder mache bei Bedarf Tinkturen oder Ölauszüge daraus.

Weitere Links über Kräuter und deren Nutzen

Ich bin froh, dass ich diese Arbeit getan habe. In der Sommerküche ist es aufgeräumt und ich habe einen schönen Schatz im Schrank. Die Arbeit mit Kräutern bringt mir tiefen Frieden und Freude. Ich bin mit Hingabe dabei und somit wird das Tun zum Segen für mich.

Selbstbemächtigung = sich der Aufgabe hingeben

Bester Kräuterladen auf Kreta

Das Kräutergeschäft Botano in Kousés auf Kreta ist etwas ganz Besonderes.

Nirgends blühen und duften die Kräuter so intensiv wie bei Kousés auf Kreta. Sagt Yannis Giannoutsos und muss es wissen: Er sammelt Salbei, Thymian, Lorbeer und Co. seit Jahrzehnten.

https://www.merian.de/europa/griechenland/der-beste-kraeuter-haendler-der-insel

Als ich diesen Artikel las, dachte ich mir: Da muss ich hin! Also jagten wir unseren kleinen Nissan 1,5 Stunden gen Süden ins kleine Dorf Kousés zum Kräuterhandel Botano.

Bei der Auswahl ging mein Herz auf, und meine Nase ebenso, denn es duftet dort herrlich! Im Geschäft gibt es Tees, Gewürze, Mischungen, Kräutersalze und -zucker, Tinkturen, ätherische Öle, Olivenöl, Seifen und noch viel mehr. Leider war der Besitzer Yannis nicht zugegen. Er hatte aber einige sehr kompetente Frauen eingestellt, die mich gut beraten konnten, um meine Borreliose im Griff zu bekommen (darüber gibt es einen Extra-Blog). Alle Kräuter wirken recht vielfältig und sie stärken immer das Immunsystem.

Meine Ausbeute: Kretischer Bergtee (mein Lieblingstee), Zistustee, ein Pröbchen mit Immuntee, Beifuß-Tinktur, Oreganoöl, Seife, weiße und schwarze Pfefferkörner, Piment, verschiedene Würzmischungen, Muskatnüsse.

So einen Laden, das ist ein Träumchen. Gerne mache ich (unbezahlte) Werbung für Botano: https://botano.gr/de

Selbstbemächtigung = heilsame Pflanzen entdecken und nutzen

Pflanzenportrait:Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Standort Es hat gerne „nasse Füße“, d.h. dort, wo es feucht ist, lässt es sich finden: Im Uferbereich an Seen, Flüssen, Bächen und Mooren und bei mir im Garten.

Wirkstoffe Mädesüß enthält Salicylsäure und wird als Wiesen-Aspirin bezeichnet. Zudem sind Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbsäure, Kieselsäure,Vanillin, Zitronensäure und Schleimstoffe enthalten. Duft und Geschmack erinnern an Vanille und Honig.

Heilwirkung Es wirkt gegen Entzündungen, kann Schmerzen lindern und Fieber senken. Mädesüß hilft, innerlich und äußerlich angewendet, unterstützend bei Erkältungssympomen und Kopfschmerzen, Rheuma, Gicht, Gelenkschmerzen, Blasenentzündungen. Zudem kann es bei Sonnenbrand,  Mückenstichen, Ekzemen helfen.

Verwendung Blüten, Blätter, Wurzeln können frisch oder getrocknet als Tee, Tinktur, Oxymel, Ölauszug verwendet werden. Und es schmeckt sehr aromatisch in Tees oder Kräuterlimos!

Zu Hause habe ich zwei Mädesüßstauden gesetzt. Obwohl sie es gerne feucht mögen, sind die gut angegangen. Allerdings dauert es noch eine Weile, bis ich etwas mehr ernten kann. In meinem Kurzurlaub in der Rhön bekam ich sie dafür ausreichend „serviert“. Darüber freue ich mich und danke der Natur.

Selbstbemächtigung = Natur heilen lassen

Rosen

„Ein Mensch bemerkt mit bitterm Zorn, dass keine Rose ohne Dorn. Doch muss ihn noch viel erbosen, dass sehr viel Dornen ohne Rosen.” Eugen Roth (1895 – 1976)

Hundsrose (Rosa Canina) – Wildrose

Sie gilt als die Königin der Blumen – die Rose. Ursprünglich kommt die wilde Rose aus China und hat sich im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt ausgebreitet.

Man unterscheidet zwischen Wildrosen und Kulturrosen. Wildrosen sind „unbehandelt“, sie haben keine gefüllten Blüten und bilden Hagebutten. Sie bieten Bienen und Hummeln ausreichend Nahrung. Kulturrosen sind das Ergebnis von Kreuzungen und Veredelungen. Mittlerweile gibt es über 30.000 Sorten und jede hat eine etwas andere Form, Größe und/oder Farbe. Die meisten Rosen haben – botanisch korrekt ausgedrückt – Stacheln, manchmal auch unter den Blättern. Ihre Blüten haben ätherische Öle, denen sie ihren typischen Duft verdanken. Daher findet man Rosenöle in vielen Kosmetikprodukten.

Als Heilpflanze dient sie als Mittel bei Leber-/ Gallenproblemen und psychisch bei Stress, Kummer, Angst und zur Beruhigung. Rosenblüten finden bei Durchfall, zur Wundheilung, bei Herpes und Akne Verwendung. Sie enthalten entzündungshemmende Gerbstoffe und Flavonoide. Früher war die Rose ein Nahrungsmittel.

Ihre Früchte, die Hagebutten, haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und bieten somit einen starken Zellschutz. Sie helfen als Tee von innen und äußerlich wirken sie in Cremes, Ölen, Tinkturen.

Was man aus Hagebutten alles machen kann:

https://monika-rauch.com/2021/12/30/puelverchen

/https://monika-rauch.com/2022/06/04/hagebutten-ringelblumen-creme/

https://monika-rauch.com/2022/02/19/powermittel-gegen-verspannungen-augenringe-und-cellulite/

Heute wird sie vor allem wegen ihrer „Schönheit“ und ihres Duftes verehrt. Rosen werden als Zeichen der Liebe, Freundschaft, Versöhnung, Respekt, Dankbarkeit … verschenkt. Jede Farbe hat eine andere Bedeutung.

In der Kunst- und Kulturszene hat die Rose ihren festen Platz: Lieder, Gedichte und Gemälde drehen sich um die Rose. Oft wird der scheinbare Widerspruch zwischen ihrer Anmut und ihrer Gefährlichkeit aufgezeigt; so schön und doch so verletzend durch ihre Dornen (richtig: Stacheln) kann sie sein. Dabei haben die Stacheln durchaus einen Sinn – sie dienen vor allem als Fraßschutz und als Kletterhilfe beim Ranken.

Diese Dornen, die hätten wir manchmal gerne weggezüchtet und wünschten, dass einmal alles glatt ginge, dass alles „vollkommen“ sei – wie bei einer schönen Rose. Aber eine schöne Rose ist nicht nur perfekt, sie braucht einen Schutz.

Die Rose (Rosa) ist der Namensgeber der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Viele Heilpflanzen und Früchte gehören dazu wie: Erdbeeren, Äpfel, Aprikosen, Kirschen, Pflaumen Mirabellen, Birnen, Brombeeren, Himbeeren.

Ich liebe sie, die Rosen. Wenn ich richtig überlege, ist sie mir die kleine zarte Wildrose mit ihrem dezenten Duft und ihren Stacheln am liebsten. Sie ist perfekt, wie sie ist; wild und frei. Sie dient als Nahrung und trägt Früchte. Viel mehr als die Kulturrose, die so edel gezüchtet wurde, dass sie manchmal ohne Schnitt und Stütze nicht überleben kann.

Selbstbemächtigung = wild, frei und mit Stacheln sein

Hagebutten-Ringelblumen-Creme zur Hautpflege

Das wichtigste bei der Creme ist das Emulgieren, d.h. Öle und Wasser verbinden sich zu einer cremigen Konsistenz. Damit sich Öl und Wasser miteinander verbinden, braucht es einen Emulgator (z.B. Tegomuls), die gleiche Temperatur beider Stoffe und kräftiges Rühren (mit dem Stabmixer geht’s schneller). Da keine Konservierungsmittel in die Creme kommen, kann man mit einigen Tropfen ätherischen Öls sowie mit etwas Alkohol in der Wasserphase die Creme etwas haltbarer machen. Außerdem sollte man die Gerätschaften und Tigel desinfizieren z.B. durch Abkochung.

Rezept für 300 g Creme Fettphase: 90 ml Hagebuttenöl erwärmen, insgesamt 12 g Bienenwachs und Sheabutter darin schmelzen, danach 18 g Emulgator hinzugeben, unter rühren etwas runterkühlen (auf ca. 50°C). Wasserphase: 180 ml starker Ringelblumentee mit einem Schuss Wiesenlabkraut-Tinktur auf ca. 50 C° erwärmen. Emulgieren: Den Tee in die Ölphase einrühren und so lange mit dem Stabmixer mixen, bis sich alles zu einer Creme bindet. Einige Tropfen ätherisches Rosenöl hinzugeben und in saubere Gläser füllen. Ein Küchenkrepp über die Gläser legen bis die Creme abgekühlt ist. Verschließen und im Kühlschrank lagern. Haltbarkeit 2 – 3 Wochen Ich habe einige Gläschen verschenkt und einige eingefroren.

Die Kombination für diese Creme habe ich mir selbst ausgedacht. Ich bin vom Hagebuttenöl begeistert und Ringelblume wirkt bei mir sehr beruhigend. Daher werde ich die Creme jetzt erst testen und später über die Erfahrungen berichten. Das gilt bei allen kosmetischen Produkten: Bitte immer auf die Verträglichkeit überprüfen!

Anstatt Hagebuttenöl kann man jeden anderen Pflanzenölauszug (oder einfach nur ein gutes Träger-Öl z.B. Jojobaöl, Mandelöl) nehmen in Kombination mit einer Tinktur oder destilliertem Wasser. Einigen Tropfen ätherisches Öl sorgen für einen guten Duft. Die Mengen kann man hoch und runter rechnen, je nach Bedarf.

Das Rezept für das Hagebuttenöl findet Ihr hier: https://monika-rauch.com/2022/01/16/hagebuttenoel/

Schalen und Kerne der Hagebutten beinhalten viel Vitamin C und andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Durch ihre besondere Zusammensetzung ist die Hagebutte bei Arthrose und Rheuma und bei Hauterkrankungen wie z.B. bei Neurodermitis und bei Narben wirksam.

Die wichtigsten Inhaltstoffe der Ringelblumenblüten sind Flavonoide. Sie wirken entzündungshemmend und keimabtötend.

Die Cumarine und Flavonoide und die Kieselsäure im Wiesenlabkraut wirken beruhigend und entzündungshemmend.

Die Creme kann als Pflegecreme im Gesicht verwendet werden oder auf raue Stellen, wie Ellenbogen und Knie, einmassiert werden.

Die Haut ist die Grenze zwischen innen und außen. Sie ist das größte menschliche Sinnesorgan, Milliarden von Tast- und Nervenzellen sitzen in/auf ihr. Darüber nimmt sie Einflüsse aus der Umwelt wahr, sondiert und schützt uns. Sie schützt rein physikalisch vor Nässe, Hitze, Kälte Mikroorganismen usw. Und sie sorgt für unsere innere Sicherheit. Wenn sich die Nackenhaare aufstellen, ist Gefahr im Verzug, da sollte man schleunigst das Weite suchen. Angst zeigt sich mit einer „Gänsehaut“ und „Haare aufstellen“ und fordert uns zum Handeln auf – lange bevor unser Hirn das wahrnimmt. Wenn wir innerlich im Ungleichgewicht sind, spiegelt sich das in unreiner Haut, Ekzemen, Pilzerkrankungen usw. Unsere Haut ist aber auch nur begrenzt belastbar. Manchmal kann sie nicht mehr gut schützen, dann können Krankheitserreger, Umweltgifte, Mikroplastik unsere Schranke passieren und unseren Körper schädigen.

Also Leute, tut Euch Gutes und schaut, womit Ihr Euch so einschmiert und betreibt e bisserl Seelenhygiene!

Selbstbemächtigung = nix unter die Haut kommen lassen

Mazerat aus Apfelknospen

Wie in meinem vorherigen Blog über die Gemmotherapie ( https://monika-rauch.com/2022/04/10/gemmo-therapie/) beschrieben, tragen die Knospen bereits das Erbgut der gesamten Pflanze in sich. Das heißt , wir haben die Heilkraft aus ihren Blüten, Früchten, Blättern, Stielen und ihrer Rinde zur Verfügung.

Die Knospen werden im fast geschlossenen Zustand gepflückt und in Alkohol (Wodka, Weingeist) für ca. 4 Wochen ausgezogen. Zwischendurch wird das Glas immer mal geschüttelt. Danach kann man die Knospen absieben und die Tinktur tropfenweise einnehmen oder weiter verarbeiten.

„Ein Apfel am Tag ersetzt den Doktor.“

Unser Volkswissen weiß es längst: Ißt man regelmäßig Äpfel, wirkt sich das positiv auf den Stoffwechsel aus, er hilft eigentlich für gegen alles, z.B. bei Rheuma, Gicht und Arteienerkrankungen.

In der Apfelschale stecken Ballaststoffe wie Pektine und Zellulose. Diese wirken, äußerlich angewendet, bei Hauterkrankungen und innerlich angewendet bei Magen-Darm-Beschwerden. Apfelschalentee kann gegen Nervosität und geistige Erschöpfung helfen.

Ebenso wirken auch Blätter und Rinden – sie sind u.a. adstringierend, entzündungshemmend und antioxidativ.

Ein Spaziergang durch Streuobstwiesen tut der Seele wohl.

Auf der Seelenebene steht der Apfel für Gesundheit und Lebensfreude.

Eine Bitte: nur wenige Knospen ernten! Die Blüten sind Futter für Bienen und andere Insekten. Außerdem möchten wir ja auch noch später Äpfel ernten.

Selbstbemächtigung = regelmäßig einen Apfel essen

Kartoffelsalbe

gegen Schwielen, Risse und trockene Haut

Die Kartoffel ist ein äußerst nährstoffreiches Powerpaket. Sie enthält ungefähr 20% Kohlenhydrate, 2%Eiweiß, 2% Ballaststoffe, 1% Mineralstoffe/ Spurenelemente wie (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen), sowie Vitamine (Vitamine C, A, B) und Wasser. Zudem enthält sie Flavonoide und Anthocyane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Abwehr von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen und als Farb- und Lockstoffe dienen.

Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und Nachtschattengewächse sind giftig! Die Früchte, die sich am Blattwerk ausbilden, sowie das Blattwerk selbst, bilden Glykoalkaloide aus, hauptsächlich das Nervengift Solanin. Wenn Kartoffeln unbedeckt liegen bleiben, werden sie grün. Die grünen Stellen sollten großzügig weggeschnitten werden, denn auch hier hat sich das Solanin gebildet. Auch in den Schalen ist das Gift enthalten, allerdings niedriger dosiert. Glykoalkaloide können zu Erbrechen und Durchfall, zu neurologischen Störungen, ja sogar zum Tod führen. Dafür muss man aber einige Kilo ungeschälter Kartoffeln essen. Das Solanin bleibt auch bei Hitze stabil, d.h. man kann es nicht wegkochen.

By the way: Eßbar ist nur die unterirdisch wachsende Knolle. Die grünen Früchte, die sich aus den Blüten bilden, tragen Samen in sich, aus welchen man theoretisch neue Kattoffelsorten züchten kann. Üblicherweise wird die Kartoffel über Knollen vermehrt.

Die Kartoffel als Heilmittel

Neben den vielen leckeren Gerichten, hat die Kartoffel auch noch eine hohe Heilwirkung. Das liegt zum einen an den Inhaltsstoffen und zum anderen an ihrer langen Wärmespeicherzeit. Kartoffelwickel z.B. werden aus gekochten, zerdrückten Kartoffeln bereitet. Durch ihre Wärme und Wirkstoffe helfen sie gegen Halsweh, Ohrenschmerzen, Husten und Heiserkeit. Frische rohe Kartoffelscheiben können Migräne, Sonnenbrand und Verspannungen lindern. Die Wirkung ist schleimlösend, beruhigend und entzündungshemmend.

Kartoffelsalbe – Rezept

  • Rohe Kartoffelschalen in einem Trägeröl (Olivenöl, Sonnenblumenöl) ca. 2 Stunden warm (bei ca. 70°C) ausziehen lassen.
  • Absieben und filtern.
  • Kartoffelöl erwärmen und 10 – 15% Bienenwachs unterrühren und ca. 10 % Sheabutter. Z.B. benötigt man bei 100 ml Öl ca. 15 g Bienenwachs und 10 g Sheabutter.
  • In Gläser einfüllen.
  • Pro Glas einige Tropfen ätherische Öle hinzufügen. Ich habe mich für Lavendel (zur Beruhigung), Salbei (zum Desinfizieren und gut gegen Schweißbildung) und Zitrone (wegen des belebenden Geruchs) entschieden.
  • Abkühlen lassen, danach verschrauben und etikettieren.
  • Unbedingt auf saubere Utensilien achten, d.h. alle Gerätschaften sind mit kochendem Wasser oder mit Alkohol desinfiziert. Bei sauberer Handhabung hält sich die Salbe ein Jahr und länger. Das liegt am Bienenwachs und an den ätherischen Ölen.
Über die Kartoffelsalbe habe ich im Internet einiges gelesen. Ich fand das sehr interessant, weil ich gerade im Winter und Frühjahr unter sehr trockener Haut an Händen, Ellenbogen, Knien und Füßen leide. Bei der Menge habe ich etwas übertrieben und musste meinen gesamten Töpchen-Vorrat aufbrauchen. Die Salbe duftet hervorragend und lässt sich gut einmassieren.

Für das Erweichen der Haut ist hauptsächlich das Solanin verantwortlich. Solanin wirkt, indem es die Mitochondrien (kleine Teilchen in den Zellen, die u.a. für die Umwandlung von Nahrung zu Energie zuständig sind) durchlässiger macht und dadurch Kalzium ins Cytoplasma (Zelleninhalt) gelangt. Diese hohe Konzentration sorgt für das langsame Absterben von Zellen. Das, so schätze ich als Laie, bewirkt den Weichmacher-Efekt. Gleichzeitig gelangen die anderen Wirkstoffe in tiefere Hautschichten und stabilisieren diese.

Kleingedrucktes Bei diesem Rezept handelt es sich um Volksmedizin. Ich gebe hier keinen wissenschaftlichen Bericht ab. Ich habe die Salbe für meine Bedarfe so kreiert, dass es für mich stimmig ist. Ein Heilversprechen gebe ich nicht ab. Bei stärkeren gesundheitlichen Problemen oder beim Auftreten von allergischen Reaktionen, das Mittel absetzen und Rücksprache mit Arzt oder Heilpraktiker halten. Die Salbe ist nicht zum Verzehr geeignet.

Selbstbemächtigung = Wissen erweitern

Powermittel gegen Verspannungen, Augenringe und Cellulite

Salben und Öle

Ein Freund wünschte sich etwas gegen seine starken Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Also recherchierte ich, was da hilfreich sein könnte und passte es dem an, was ich im Kräuterschrank vorrätig hatte. Zudem fiel als „Nebenprodukt“ ein Öl und eine Salbe gegen müde Augen und Augenringe dabei ab.

Ölauszüge

Ich habe die Form des Warmauszuges gewählt. Dafür verwende ich ein unbelastetes, kaltgepresstes Trägeröl (z.B. Oliven-, Mandel-, Sonnenblumenöl) und Pflanzen meiner Wahl. Die Pflanzen sollten nicht zu feucht sein, damit sich kein Schimmel bilden kann. Die Pflanzen werden für 2 – 3 Stunden in ungefähr 70°C warmem Öl ausgezogen. Danach wird das Öl abgegesiebt und in dunkle Flaschen gefüllt (ich gebe noch einige Tropfen Vitamin E hinzu für die Haltbarkeit). Oder das Öl wird weiter verarbeitet zu Salben oder Cremes.

Die sauberen Gläser werden mit heißem Wasser sterilisiert.

Äußerliche Wirkweisen

Fichtenzapfen Die Fichtenzapfen sammelte ich bei meinem letzten Urlaub in Südtirol. Sie waren verschlossen und teilweise noch grün. Das Harz der Fichte, der sog. „Waldweihrauch“, wird traditionell im Alpenraum seit Jahrhunderten verwendet. Mittlerweile gibt es auch Studien, die die Wirksamkeit bestätigen. Die Hauptinhaltsstoffe des Harzes sind ätherische Öle, Vitamine und Gerbstoffe. Sie wirkten durchblutungsfördernd wärmend und astringierend bei Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, kalten Füßen, Rheuma, Krampfadern und Hautkrankheiten, sogar Frostbeulen, können damit behandelt werden.

Hagebutten enthalten u.a. Alpha-Linolensäure, die bei Entzündungen der Haut wirkt. Außerdem sind die Vitamine A, C, E enthalten, die die Haut und das Bindegewebe stützen.

Mandelöl enthält einige ungesättigte Fettsäuren, die tief in die Haut gelangen und sie weich machen. Dadurch wird sie widerstandsfähiger und vor UV-Strahlen geschützt und mit Feuchtigkeit versorgt.

Olivenöl wird sehr gut von der Haut aufgenommen und wird daher gerne zur Hautpflege verwendet. Das Öl spendet Feuchtigkeit, wirkt gegen Falten, schützt vor hautschädlicher UV-Strahlung. Das liegt an den vielen Vitaminen und Enzymen, besonders dem Zellschutz Vitamin E. Es verhindert, dass freie Radikale die Zellmembrane zerstören. Daher wird der Hautalterung vorgebeugt.

Kaffee Koffein ist ein hochwirksamer Bestandteil des Kaffees. Äußerlich angewendet sorgt es für das Zusammenziehen von Zellen, fördert die Durchblutung, wirkt abschwellend, Gewebe wird entwässert und entschlackt und die Zellregeneration angekurbelt. Antioxidantien wirken gut gegen Faltenbildung und Hautalterung und die Poren verfeinern sich. Kaffee hat zudem eine Menge Vitamine, die auch der Haut zugute kommen. kommen. Kaffeepulver/-satz kann als Peeling direkt angewendet werden oder als Öl bzw. Salbe angewendet werden.

Im Wasserbad ziehen Hagebutten, Zapfen, Rosmarin und Kaffeepulver aus. Die Weidenrinden und -ästchen ziehen in einem Topf etwas heißer, bei ca. 95 °C, aus (rechts oben).

Rosmarin Äußerlich angewendet lindert Rosmarin Rheuma und Geschwüre, es wirkt krampflösend, haut- und kreislaufstimulierend, durchblutungsfördernd und gegen Viren und Mikroorganismen. Die Blätter von Rosmarin enthalten u.a. ätherische Öle, (Campher und Terpineol), Gerbstoffe (Rosmarinsäure) und Flavonoide (Blütenfarbstoffe).

Rotöl hat ungefähr die gleiche Wirkung wie die Schafgarbe, sie wird äußerlich in der Wundheilung eingesetzt, besonders bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Nervenentzündungen und Muskelschmerzen. Hauptsächlich wirken Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide (die roten Farbstoffe). [Die Stoffe Hyperforin und Hypericin hemmen die Aufnahme von Neurotransmittern und binden Enzyme, was bei der inneren Anwendung eine depressive Stimmungslage aufhellen kann.]

Schafgarbe  enthält Gerb- und Bitterstoffe und ätherische Öle. Sie wirkt zündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, blutreinigend und beruhigend und hilft bei Hautentzündungen/problemen, Geschwüren, Wunden, Abschürfungen und Sonnenbrand. Sie wirkt antibakteriell, blutreinigend und beruhigend.

Weiderinden und -ästchen Die Hauptstoffe sind Salicylate, die, ähnlich wie Aspirin, schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Sie können bei Muskel- und Gliederschmerzen, entzündlichen rheumatischen Erkrankungen und Arthrose helfen.

Nach einigen Stunden wird das Öl abgesiebt und fein gefiltert. Zum Auskühlen lege ich ein Küchenkrepp unter die Deckel. So kann das Kondenswasser aufgesaugt werden und gelangt nicht ins Öl.

Wunderbares Hagebuttenöl

Hagebutten sind die (Schein-)Früchte aller Rosenarten. Am gehaltsvollsten sind die Früchte der Wildrose (Hundsrose), die als Hecken Felder und Gärten begrenzen oder an Waldrändern auftreten.

Schalen und Kerne der Hagebutten beinhalten viel Vitamin C sowie andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Durch ihre besondere Zusammensetzung ist die Hagebutte bei Arthrose und Rheuma und bei Hauterkrankungen wie z.B. bei Neurodermitis und bei Narben wirksam. Die Frucht wirkt innerlich und äußerlich angewendet.

Dieses Jahr gab es eine reiche Ernte an Hagebutten. Einen Teil davon trocknete ich für Pulver oder Tee (siehe Blog: https://monika-rauch.com/2021/12/30/puelverchen/). Einen anderen Teil verarbeitete ich frisch zu Öl und Salbe.

Ölherstellung

1. Die gesäuberten Hagebutten im Mixer mit Mandelöl (oder einem anderen hochwertigen Öl) pürieren. Möglichst auch die Kerne zerkleinern. Darauf achten, dass das Öl nicht heißläuft. 2. Die Masse im Topf erwärmen bei ca. 70°C (nicht frittieren!). Für ca. 1 Stunde und ggf. einem Tag abgedeckt ausziehen lassen. 3. Abfiltern Mit einem Metallsieb das Grobe und anschließend nochmals durch ein Baumwolltuch fein abfiltern. Das Baumwolltuch nutzen, um das gesamte Öl auszupressen. 4. Das Öl in dunkle Flaschen füllen, die Haltbarkeit kann mit einigen Tropfen Vitamin E-Öl verlängert werden.

Salbenherstellung

Das Hagebuttenöl erwärmen, Bienenwachs und etwas Sheabutter einrühren. Als Faustformel gilt: etwas ein Zehntel bis ein Fünfzehntel der Flüssigkeit an Bienenwachs plus 1 – 2 Teelöffel Sheabutter. D.h. bei 100ml Öl, sollte man 10 bis 15 g Bienenwachs verwenden.
Dann in Behälter einfüllen und für den Duft einige Tropfen ätherisches Öl einrühren. Ich wählte „Rose“, weil die Hagebutte die Frucht der Rose ist.

Was bei pflanzlichen Ölen unbedingt beachtet werden soll

Die Verschlüsse der Tigel und Fläschchen sollten erst nach vollständiger Abkühlung geschraubt werden. Bis alles kalt ist, lege ich ein Küchenpapier auf die Behälter. Wenn man die Behälter warm zuschraubt, besteht die Gefahr, dass Kondenswasser auf das Öl bzw. die Salbe geht und das könnte dazu führen, dass das Fett schneller verdirbt. Die Salbe ist ziemlich lange haltbar, weil Bienenwachs ein gutes Konservierungsmittel ist. Das Öl kann schneller verderben. Wichtig bei Ölen und Salben ist die Verwendung von sauberen und trockenen Gerätschaften. Zum Schluss werden die Tigel und Behälter beschriftet mit Inhaltsstoffen und Datum.

Meine Erfahrung

Das Öl ist mein Zaubermittel! Ich tupfe es auf meine neurodermitischen Stellen, die werden gut in Schach gehalten und verschwinden, tagelang – bis zum nächsten Schub. Der Juckreitz ist weg! Und das Beste: Ich verteilte die Ölreste regelmäßig auf Hals und Dekolleté. Nach einiger Zeit verblassten meine braunen (Alters-)Flecke am Hals. Meine Hoffnung ist, dass die Flecke eines Tages vollständig verschwinden. Mittlerweile hole ich das Öl bei jedem Hautproblem. Auch Narben werden dadurch weicher.

Selbstbemächtigung = herausfinden, was heilt