Novemberschönheiten

Dieses Jahr ist es so wunderbar mild im November und wenn man die Augen offen hält, kann man noch so einiges entdecken.

Kratzdistel Insektenfreundin, Samen und Wurzeln sind eßbar. Rosette der zweijährigen Nachtkerze, Blüten und Samen enthalten wertvolle Öle, die entzündungshemmend und blutdrucksenkend wirken. Feuerdorn, immergrün, schwach giftig, Beeren dienen als Vogelnahrung. „Knallerbse“/Schneebeere, leicht giftig, Vogelnahrung, Tee aus Rinde wurde bei TB und Geschlechtskrankheiten eingesetzt, Bodenreinigerpflanze. Rainfarn hochgiftig, gut gegen Insekten und Gewürm. Berufkraut schützt vor den bösen Blick und Verwünschungen. Neugeborene wurden früher in einem Sud daraus gebadet um sie zu schützen.
Amaranth Samen liefern Vitamine und Nährstoffe, gut im Müsli. Mariendistel hochwirksames Lebermittel. Natternkopf harntreibend, fiebersenkend, hustenlindernd, gegen Kopfschmerzen, äußerlich bei Verstauchungen, Quetschungen, Zerrungen, Kamille beruhigend, entzündungshemmend. Königskerze bei Erkältungen. Storchschnabel entzündungshemmend, lindernd.
Rosenblüten und Ringelblumen sind entzündungshemmend und wundheilend. Cosmea sind insektenfreundlich und eßbar.
Es ist noch soviel da und ich ernte gerne etwas für einen frischen Tee.
Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück. 
Z.B. Tee aus Weißnessel, Brennnessel, etwas hartem Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe, Nelkenwurz, Storchschnabel, Hagebutte. Die Vogelmiere kommt ins Pesto.

Jeder einzelne Sonnenstrahl, jede Blüte und jedes Kraut nehme ich dankbar an. Ich freue mich, dass der Rückzug in den Winter langsamer als sonst vonstatten geht. Die Ruhe in der der Natur ist mir willkommen, denn sie lässt mich das alte Jahr verarbeiten und Kraft sammeln für eine neue Zeit.

Selbstbemächtigung = langsamer Rückzug

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Die Blüte- und Erntezeit des Schöllkrautes liegt zwischen Mai und Oktober. Die Pflanze kann bis zu 70 cm hoch werden. (Foto:Pixabay)

Seit längerer Zeit wartet das Schöllkraut auf seinen Einsatz. Ich hatte Blätter, Stengel und Blüten im August 2021 angesetzt und ganz hinten in den Schrank gestellt, damit man es nicht versehentlich innerlich konsumiert. Beim Aufräumen ist es mir in die Hände gefallen, und da es einwandfrei riecht und aussieht, werde ich es nutzen. Die Farbe ist gelb-grün. Da es leicht giftig und ätzend ist, ist es nur für die äußere (!) Anwendung gedacht.

Gefiltert, in dunkle Flaschen gefüllt und etikettiert. Schaut mal, wie schön kräftig die Farbe ist.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Warnhinweis Extrakte des Schöllkrautes wurden einige Zeit in pharmazeutischen Magenmitteln (Iberogast) eingesetzt, aber vom Markt genommen, da sie in Verdacht stehen, Leberschäden hervorzurufen. Daher die Pflanze bitte nur äußerlich oder als homöopathisches Mittel nutzen!

Bitterstoffe, Alkaloide und Flavonoide erhöhen die Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes und des Unterleibes, sie wirken krampflösend, beruhigend und galletreibend. Äußerlich soll es, mehrmals täglich aufgetupft, gegen Warzen, Hühneraugen, Ekzeme, Schwielen und Schuppenflechte helfen. Hier helfen die antiviral wirkenden Alkaloide. Man kann den Milchsaft, der aus den Stengeln und Blättern tritt, direkt auftragen oder man nutzt eine Tinktur, die etwas schwächer wirkt. Da der Saft leicht ätzend ist, sollen die kranken Stellen nur punktuell betupft werden. Falls allergische Reaktionen, Jucken oder Brennen auftreten, sollte das Mittel abgesetzt werden.

Das Schöllkraut hat viele Eigenschaften. So empfehle ich auszusortieten: Was hilft, kann genutzt werden. Was vergiftet und verätzt, sollte man eben bleiben lassen. Wie im wahren Leben.

Selbstbemächtigung = was gut tut, nutzen und was vergiftet und ätzt, meiden.

Quitten-Kram

Tanacetum parthenium

Die Quitte kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird seit Jahrhunderten bei uns angebaut. Sie war ein wenig in Vergessenheit geraten und erlebt derzeit eine Renaissance.

Ich wurde mit Quitten reich beschenkt. Einige verschenkte ich weiter und den Rest verwertete ich selbst.

Quitten sind sehr gesund, sie enthalten Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Sie können Magen- Darmbeschwerden und äußerlich rissige Haut und Sonnenbrand lindern.

Die Quitten werden geviertelt und das Gehäuse, sowie schlechte Stellen, entfernt – da die Quitten ziemlich fest sind, ist das ein morzmäßiger Akt!

Zunächst muss man den „Pelz“ abwaschen. Dieser feine Pelz hat durchaus einen Sinn, denn er schützt die Frucht im Sommer vor der Sonne.

Entsaften, Gelee und Likörchen

Gelee Der abgekühlte Saft wird mit Gelierzucker (1:3) verrührt und dann einige Minuten lang geköchelt bis die Gelierung einsetzt.

Likör Eigentlich setzt man einen Likör mit den rohen Früchten an. Uneigentlich probiere ich zunächst die Herstellung mit den gegarten Früchten. Für den Likör nehme ich Obst, Rum und Zucker. Das Gesöff muss ca. 5 Wochen ausziehen und kann Weihnachten getestet werden.

Nachtrag Von den beiden letzten rohen Quitten habe ich mit Rum und Zucker noch mal einen Likör angesetzt. Welcher Likör (aus rohen oder gekochten Früchten) besser schmeckt, werde ich Weihnachten testen.
Fruchtleder

Fruchtleder Der Trester wird püriert und mit Agavendicksaft oder Zucker gesüßt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen. Dort muss er stundenlang mit leicht geöffneter Backofentür bei ca. 60°C trocknen.

Das fertige Fruchtleder wird mit der Schere geschnitten und in Gläser geschichtet.

Abends, nach der Arbeit, wollte ich nur mal eben die Quitten entsaften und vielleicht den Gelee kochen. Als ich anfing, konnte ich einfach nicht aufhören. Denn wo sollte ich den Saft oder den Trester verwahren? Die Fruchtfliegen haben schon gelauert. Also machte ich immer weiter, eines führte zum anderen. Es wurde Mitternacht, bis ich so einigermaßen fertig war. Und dann musste auch noch gespült und aufgeräumt werden!

Nachtrag II Die Quitte enthält (besonders unter und auf den Schalen) Gerbstoffe, Schleimstoffe, ätherische Öle und Wachse. Sie bewahren unsere Haut vor dem Austrocknen und wirken positiv auf trockene, schuppende oder juckende Hautstellen. Daher habe ich einen Warmauszug aus den Schalen und Mandelöl gemacht. Dazu wird die Schale in einem Trägeröl auf ca. 60 °C für 2 Stunden erwärmt und dann abgesiebt. Das Öl nehme ich als Grundlage für Salben und Cremes.


Selbstbemächtigung = Angebote aus der Natur nutzen

Hopfen

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s. Bierbrausegen

Hopfen (Humulus lupulus) gehört zur Familie der Hanfgewächse. Er ist zweihäusig, d.h. nur die weiblichen Hopfenzapfen werden wegen ihrer Heilkraft verarbeitet. Die Bitterstoffe Humulon und Lupulon werden in den Drüsenschuppen der Hopfenzapfen produziert und haben schlaffördernde und beruhigende Eigenschaften. Weitere Inhaltsstoffe der Hopfenzapfen sind Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), Gerbstoffe, ätherisches Öl. Zudem haben sie einen östrogenhaltigen Wirkstoff, der bei Frauenleiden, z.B. Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden helfen kann.

Weibliche Hopfenzapfen

Und … Hopfen ist ein wichtiger Bestandteil im Bier. Warum? Weil die Mönche, die das Bierbrauen betrieben, damit ihren Sexualtrieb zu unterdrücken versuchten. Ob’s geholfen hat?  Bauch und Brüste gediehen/gedeihen auf alle Fälle prächtig. Vielleicht lag/liegt es an den Phytohormonen?

„Hopfen und Malz sind verloren.“ Bierbrauspruch, wenn beim Brauen eine Plörre entstanden ist und das Bier nicht mehr zu retten war.

Hopfenlikör

Hopfentropfen: Wodka, Hopfen, Zucker
Alles gemörsert wird’s schön grün – das liegt am Chlorophyll.
Das Mazarat muss jetzt ca. 5 Wochen ausziehen. Dabei wird es immer mal leicht geschwenkt, so dass sich die Inhaltsstoffe besser lösen.
Piment, Koriandersamen, Vanilleschote, Zitronenabrieb, Zimt und wenig Wacholder werden gemörsert und zum Auszug gegeben. Zudem kommen noch Zitronensaft und Limettenscheiben hinzu.

Hopfen ist bitter. Daher hat Bier sein herbes Aroma.

Bitterkeit ist ein Geschmack, der heutzutage in Nahrungsmitteln kaum noch vorkommt. Er wurde aus den meisten Salaten und Gemüsen weggezüchtet. Bitterkeit macht aber ernährungstechnisch durchaus Sinn. Bitterstoffe wirken positiv auf unsere Organe: Sie regen Gallenfluss, Lebertätigkeit, Magensekretion an und beeinflussen die Bauchspeicheldrüsen-Funktion und die Blutbildung.

Zugleich haben die Bitterstoffe eine konservierende Wirkung.

Inhaltsstoffe des Hopfens vertreiben Mücken.

Hopfen vermehren

Stecklinge

Hopfen ist eine sehr schnell wachsende dekorative Kletterpflanze.  Sie kann bis zu 30 cm/Tag wachsen. Sie beschädigt aber nicht das Mauerwerk bzw. den Untergrund. Daher versuche ich es mal mit Stecklingen, um meinen Garten zu verschönern.

Eine alte Hütte in der Rhön. Hier habe ich meinen Hopfen geräubert.

Hopfen trocknen

Hopfen trocknen für Tee … Bei mir in der Küche sieht das sehr dekorativ aus.

Ich bin wild entschlossen, Hopfen im Garten zu ziehen. Wenn es mit den Stecklingen nicht klappt, werde ich im Frühjahr Pflänzchen beim Händler meines Vertrauens bestellen. Aus den jungen Sprossen kann man übrigens ein spargelähnliches Gemüse zubereiten.

Selbstbemächtigung = sich von Bitterkeit anregen lassen, ohne zu verbittern

Griechische Blütengrüße

Während unseres letzten Kretaurlaubes hab‘ ich einige die Blühpflanzen unter die Lupe genommen:

Woher hat das das Wandelröschen (Lantana camara) seinen Namen? Ganz einfach – es verändert seine Farben. Verschiedenen Rot- und Purpurtöne, Orange, Gelb, Weiß; mit zunehmender Blühdauer werden sie dunkler und verfärben sich, sodass die Blütenstände oft eine bunte Mischung von verschiedenen Farbtönen beinhalten. Volksheilkundlich wurde die Pflanze äußerlich gegen Lepra, Windpocken, Masern, Geschwüren verwendet. Die Frucht ähnelt der Brombeere, ist aber giftig. Ursprünglich kommt das Röschen aus Amerika und ist in vielen Ziergärten anzutreffen.
Oleander (Nerium oleander) ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Hibiskus (Lubera) wirkt durstlöschend, abführend, harntreibend, gallentreibend, antibakteriell und krampflösend. Bleiwurz (Plumbago) stammt aus Südafrika und wird wegen ihrer blauen Farbe gerne als Zierstrauch gesetzt. Heilkundlich wird die Pflanze nicht verwendet.
Der Zierstrauch stammt aus den Tropen Amerikas. Die Samen der Wunderblume sind giftig. „Die Wunderblume (Mirabilis) verdankt ihrem Namen höchstwahrscheinlich der wundersamen Eigenschaft, verschiedenfarbige Blüten an jeder einzelnen Pflanze zu tragen. Dies geht auf eine Besonderheit im Erbgut der Samen zurück.“
(mein-schoener-garten.de)
Über den Tabak habe ich einen extra Blog geschrieben: https://monika-rauch.com/2022/07/24/tabak/

Im Sommer ist es auf Kreta ziemlich trocken. Lichtblicke in den Küstenregionen sind oft die blühenden Sträucher. Zum Beispiel säumen kilometerweit Oleandersträucher die Überlandstraßen, was sehr hübsch aussieht.

Selbstbemächtigung = nach Lichtblicken Ausschau halten

Spätsommerfarben

In den Gärten sieht es nach der langen Trockenperiode ziemlich trostlos aus. Selbst die Früchte sind nicht ganz so saftig wie sonst. Beim genauen Betrachten konnte ich aber ein paar Farbtupfer einfangen. Bei den unbekannteren Gewächsen habe ich noch etwas über deren Heilwirkung geschrieben:

Lila oder pinky? Egal, hauptsache es blüht! Die Fette Henne (Hylotelephium telephium) ist ein Dickblattgewächs und hat ähnliche Heilwirkung wie die Aloe Vera. Ihr Gel kann bei Hautleiden und -Entzündungen und bei der Heilung von Brüchen helfen.
Das sind dieses Jahr schon frühreife Früchtchen! Die Mispel (Mespilus germanica) ist ein Strauch, der hierzulande eine Renaissance erlebt. Die Frucht eignet sich zur Herstellung von Marmeladen, Kompotten, Weinen und Obstbränden. Frost oder Überreife machen das Fruchtfleisch teigig und genießbar, weil die herbe Fruchtsäure so abgebaut werden kann.
Die gemeine Haselnuss (Corylus avellana) – unser Busch hat uns das erste Mal reich beschenkt. Jetzt überlege ich noch, was ich damit Schönes machen kann. Haselnüsse enthalten eine hohe Konzentration an Vitamin E, B-Vitaminen und wertvollen Ölen. Vitamin E wirkt antioxidativ, d.h. zellschützend, entzündungshemmend und Immunsystem stärkend. Die B-Vitamine wirken besonders günstig auf unser Nervensystem. Um die Haselnuss ranken sich einige Legenden, so soll sie Blitze ableiten und vor Schlangen schützen. Ihre Zweige werden als Wünschelruten verwendet, die Wasser, Metalle und sogar Verbrecher aufspüren sollen.
Kapuzinerkresse – Blüten und Blätter haben ein angenehme Schärfe, sie schmecken würzig als Beigabe in Salaten, Suppen und Kräuterbutter. Deren Senfölglykoside wirken antibakteriell. Die kanadische Goldrute ist ein Neophyt, der wesentlich häufiger als unsere heimische Goldrute vorkommt. Die Wirkung beider Goldrutenarten ist wundheilend und hilft u.a. bei Nieren- und Blasenproblemen. Die Königskerze hat wertvolle Schleimstoffe, die den Rachenraum schützen und bei Erkältungen helfen. Das Bohnenkraut ist mit dem Thymian verwandt und kann ähnlich eingesetzt werden, z.B. bei Husten und Problemen im Magen- und Darmtrakt. Die Indianernessel hilft bei Kopfschmerzen, Übelkeit, Erkältung, Fieber oder Nervosität. Die Eberesche (Vogelbeere) kann bei Verdauungsbeschwerden, Husten, Problemen im Magen-Darm-Trakt, bei Rheuma, Gicht und Hämorrhoiden helfen.
Die Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia) ist ein artgewordener Hybrid (ohne Zutun des Menschen) durch eine Kreuzung zwischen der Eberesche (Sorbus aucuparia), der Mehlbeere (Sorbus aria) und der Elsbeere (Sorbus torminalis). Die Beeren helfen bei Verdauungsproblemen (z.B. Durchfall, Darmträgheit), und bei Atemwegsbeschwerden. (Diesen Baum habe ich in Memmingen/Allgäu entdeckt.)

Ich bin froh, dass die größte Hitze für dieses Jahr vorbei ist. Es hat die letzte Tage geregnet und langsam zieht der Herbst ein. Für mich die schönste Jahreszeit. Jetzt beginnt die Zeit der Ernte (und des Pflaumenkuchens😋).

Selbstbemächtigung = Farbtupfer im Leben erkennen

Brennnesselsamen ernten

Erntezeit – die weibliche Brennnessel eignet sich hervorragend zur Samenernte. Die Brennnessel wird getrocknet und in Blätter für Tee und Samen für Toppings getrennt. Die Samen sind ein richtiges Powerfood mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie bereichern Müsli, Salate, Suppen und Smoothies. Mann kann sie braun oder grün ernten.

. Mit der Papierschere hab' ich die Pflanzen vorsichtig geerntet und zum Trocknen ausgelegt.

Die allgemeine Wirkung der Brennnessel ist ausleitend, harntreibend, entgiftend, schmerzstillend und entzündungshemmend. Anwendung findet sie bei Arthrose, Arthritis, Rheuma, Prostatabeschwerden, Haarausfall, Blasen- und, Darmentzündungen.

Selbstbemächtigung = die Kraft der Natur nutzen

Auszüge aus Zistrose und Oregano

Kräuter und Olivenöl aus Kreta, Weizenkorn aus Deutschland und saubere Gläser.

Kürzlich berichtete ich über meine Erfahrung mit Borrelien – siehe: https://monika-rauch.com/2022/07/31/meine-borreliose/. Dabei bin ich auf die starke Heilwirkung der Zistrose und des Oreganos gestoßen. Die Kräuter habe ich mir von Kreta mitgebracht, eigentlich als Tee und Gewürz und uneigentlich mache ich jetzt davon Auszüge. Mazerate kann man mit frischen oder getrockneten Pflanzen machen. Ein Tee ist ebenso ein Auszug/Mazerat auf Wasserbasis.

Ölauszug

2 bis 3 Stunden müssen die Kräuter bei ca. 70°C in Olivenöl ausziehen. Danach werde ich sie noch für 1 bis 2 Tage im Glas lassen und anschließend fein absieben. Das Oreganoöl werde ich hauptsächlich zum Würzen nutzen. Vom Öl der Zistrose möchte ich später eine Heilsalbe/Gesichtscreme rühren. Nur mal zur Info: Ein kleines Döschen Zistrosencreme kostet um die 25 Euro.

Alkoholische Auszug/Tinktur

Alkoholische Auszüge nennt man auch Tinkturen. Die Kräuter werden in hochprozentigem Alkohol ausgezogen. Fünf bis sechs Wochen bleiben sie im Glas an einem warmen Platz. Zwischendurch wird das Glas immer mal geschüttelt, sodass die Wirkstoffe besser gelöst werden können. Die Tinkturen werden tropfenweise über den Tag verteilt als Medizin genutzt, bei Bedarf. Man kann sie natürlich auch äußerlich, z.B. verdünnt als Auflage auf die Haut.

Wirkweisen

Oregano wirkt antibakteriell, antiviral und fungizid. Es fördert die Durchblutung, ist entzündungshemmend und schmerzstillend. [Ätherisches Oreganoöl wird auch als Pflanzenantibiotikum bezeichnet.] Oregano ist als Würzkraut in der Mittelmeerküche nicht wegzudenken. (Foto:Pixabay)
Kretischer Zistustee/Cistrose hat eine besonders gute Qualität: Seine rauen Blätter haben u.a. sehr viele Gerbstoffe, Polyphenole, Farbstoffe und Tannine. Seine Eigenschaften sind antibakteriell, antiviral, fiebersenkend, fungizid, krampflösend, verdauungsfördernd. So kann die Zistrose bei Grippe (Corona?), Borreliose, Magen-Darm-Beschwerden, Hautbeschwerden wie Aphten, Candida, Neurodermitis, bei Atemwegserkrankungen,
Rheuma, Arthrose usw. wirken. Zudem wirkt sie anregend für den Stoffwechsel und unterstützt bei der Ausleitung von Giftstoffen. (Foto: Pixabay)

Selbstbemächtigung = altes Wissen erhalten und weitergeben

Disclaimer Ich schreibe über traditionelle Verfahren, die Kraft der Kräuter zu nutzen. Und ich lege meine persönliche Sichtweise als Kräuterfrau dar. Bei gesundheitlichen Problemen ist die erste Adresse zur Hilfe immer eine Ärztin oder ein Arzt.

Pflanzenportrait und Geschichte: Tabak

In meinem Urlaub auf Kreta fallen mir einige Pflanzen auf, die ich bisher noch gar nicht kannte. So auch diese Tabakpflanze, die auf einem ausgetrockneten Feld ein kleiner Lichtblick ist.

Blaugrüner Strauchtabak (Nicotiana Glauca)

Tabak ist „gefährlich“, es enthält das Nervengift Nikotin. Allerdings macht die Dosis das Gift. Das Nachtschattengewächs wurde lange vor Kolumbus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent angebaut.

Bei den indigenen Völkern wurde Tabak geraucht, geschnupft oder sogar als Saft getrunken. Es wurde oral, anal und vaginal angewendet. Allerdings galt Tabak als Heilpflanze und als Mittel für rituelle Handlungen, welches keinesfalls nur zum Spaß konsumiert werden durfte.

Tabak hilft seit Jahrtausenden den Schamanen in die Geisterwelt einzudringen – die Wirkung geht von bewusstseinserweiternd über einen Trancezustand bis hin zum Tod. Auch bei Friedensritualen wurde die Pflanze eingesetzt. Wer kennt sie nicht, die Friedenspfeife?

Nikotin, auch Nicotin, benannt nach Jean Nicot, ist ein Alkaloid, das vorwiegend in der Tabakpflanze und in geringerer Konzentration auch in anderen Nachtschattengewächsen vorkommt.

https://www.chemie.de/lexikon/Nikotin.html

Als Heilpflanze (am besten homöopathisch oder äußerlich) hilft Tabak gegen entzündliche Beschwerden, Autoimmunerkrankungen und gegen Parasiten.

Der französische Gesandte am portugiesischen Hof, Jean Nicot (1530 – 1600), war fest davon überzeugt, dass der Tabak sinnvoller verwendet werden kann, als es in der Mitte des 16. Jahrhunderts der Fall war.

https://www.museum-wiesental.de/heimatmuseum/arbeiten-im-ort/zigarrenindustrie/

Tatsächlich kam die Pflanze im 16. Jahrhundert zunächst als Heil- und Zierpflanze nach Europa. Die leicht zu kultivierende Pflanze konnte mit Laub gestreckt werden und stand somit auch den einfachen Bevölkerungsschichten zur Verfügung. Zur damaligen Zeit wurde das Rauchen jedem empfohlen, damit der Rauch Krankheiten und Beschwerden vertriebe. Allerdings wurde ein maßvoller Umgang empfohlen, weil die Wirkung sonst ins Gegenteil umschlagen würde. In den Kriegen rauchten viele Soldaten, weil Tabak den Hunger dämpfte und angeblich die Aufmerksamkeit erhöhte.

Der Konsum von Tabak verbreitete sich europa- und weltweit sehr rasch. Allerdings wurde das angebliche Wundermittel von Kirchen, manchen moslimischen Religionsführern und auch im dritten Reich nicht gutgehießen. Wer rauchte, wurde exkommuniziert oder gleich geköpft. Im Nazi-Deutschland sollten junge Frauen aufs Rauchen verzichten, damit sie gesunde, stramme Staatsbürger produzieren können.

In Deutschland hat der Anbau von Tabak eine 400jährige Tradition, die langsam zu Ende geht, da unser Klima nicht die beste Voraussetzung für einen heute profitablen Anbau schafft.

Heute wird der Tabakkonsum stark reglementiert, indem die Steuer auf Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak usw. sehr hoch ist. Außerdem kleben auf jeder Zigarettenpackung abschreckende Bilder von Menschen mit Mundkrebs und Raucherbeinen.

Rauchen ist trotz verschiedener Wirkweisen gesundheitsschädigend und kann tödlich sein: „Nikotin ist suchterregend, potenziell krebsfördernd und giftig“ erklären drei Pneumologen-Verbände auf ihrer Seite „Lungenärzte im Netz“. Laut Bundesgesundheitsministerium sterben in Deutschland über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Ich hatte glücklicherweise nie richtig geraucht. Mich interessiert die Pflanze einzig aus der phytotherapeutischen Sicht.

Selbstbemächtigung = maßhalten

Pflanzen im Frühsommer

Gerne ziehe ich durch die Lande: morgens, wenn die Luft noch frisch und klar ist oder abends, wenn es ruhiger wird und kühler. Ich bin dankbar für den reich gedeckten Tisch, den die Natur bereit hält. Kräuter, Gemüse und Früchte wirken sich auf unsere Gesundheit positiv aus und helfen uns, im seelischen Gleichgewicht zu bleiben.

Goldfelberich/Gilbweiderich wirkt blutstillend. Fingerhut ist stark giftig,Finger weg! (Dessen Extrakt wirkt in geringen Dosen bei Herzschwäche.) Giersch schmeckt gut als Gemüse und hilft bei Entzündungen und Erkältungskrankheiten. Pastinake unterstützt bei Magen-Darm-Beschwerden, Nierenleiden, Unruhezuständen.

Einige wenige klinische Untersuchungen bestätigen die Wirkungen der Heilpflanzen (siehe unten: ESCOP, HMPC, Kommission E). Allerdings werden oft nur einzelne Inhaltsstoffe untersucht, nicht aber die Kombination/das Zusammenspiel derselben. Klinische Forschungen über Heilpflanzen gibt es häufiger im Baltikum, in Russland und im Balkan. Wir in Deutschland tun uns schwerer, unser Heilpflanzenwissen mit Forschungen zu vertiefen. Ich vermute, dass bei uns Traditionen im Allgemeinen keinen großen Stellenwert haben. Wir versuchen alles wissenschaftlich zu belegen (was seine Berechtigung hat) und lassen das Leben und dessen Mysterium nicht zu uns durchdringen. Das hat manchmal zur Folge, dass wir unseren Ursprung und unsere Wurzeln, das Wissen unserer Ahnen und somit unsere Entwicklung nicht anerkennen und leben. Manchmal sind wir von unserer Natur/von unserem Inneren abgetrennt und es fehlt was ganz Entscheidendes. Vielleicht schreibe ich darüber einen Extra-Blog.

Rosen – große Liebe https://monika-rauch.com/2022/07/01/rosen/
Rotklee, enthält einen höheren Anteil an Phytohormonen als Soja, hilft bei Beschwerden der Menstruation, der Prostata, der Wechseljahre. Apfel hilft bei Durchfall, zur Zahnreinigung gegen Entzündungen und Demenz. „An apple a day keeps the doctor away.“ Weißklee hilft bei Erkältungen, Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen, Vergiftungen. Kamille beruhigt bei Entzündungen der Haut und der Verdauungsorgane. Süßkirschen können bei Bluthochdruck, Gicht und Demenz hilfreich sein. Der Hundsrose und ihrer Frucht, der Hagebutte, ist sogar ein altes Kinderlied gewidmet:  “Ein Männlein steht im Walde”. Sie helfen bei Hauterkrankungen, Erkältungen, Rheuma, Gicht.
Lavendel beruhigt, die Ziererbse blüht schön pink, die Wurzel des Alantes wirkt bei Appetitlosigkeit, Bronchitis, Darmentzündung, Gallenbeschwerden, Reizhusten, bei Ekzemen, schlecht heilenden Wunden, gegen Würmer. Hornklee findet Anwendung bei Schlafstörungen, Unruhezuständen, starker Nervosität, Angst, Herzschwäche, Hautentzündungen, Krämpfen. Die Kugeldistel sieht schön aus und ist eine Bienenweide. Sie kann bei Nieren- und Leberleiden helfen. Das rote Mädesüß ist mit unserem Mädesüß verwandt und kommt aus Amerika. Es wächst bei mir als Zierstaude im Garten.
Obstsorten: Brombeere Die Frucht ist gut bei Verdauungsbeschwerden, Hämorrhoiden, Zahnfleischentzündungen; die Blätter wirken bei Durchfall. Himbeeren haben einen hohen Gehalt an Vitamin C und helfen bei Durchfall und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes und einem geschwächten Immunsystem. Holunder im Garten ersetzt den Apotheker, er hilft bei Erkältungen, Entzündungen, Eisenmangel, Nieren-/Blasenproblemen, Stress,Hautinfektionen, Insektenstichen, Geschwüren Pflaume (übrigens: Mirabellen, Renekloden, Zwetschgen sind Kreuzungen der Pflaume) unterstützt den Körper bei Erkältungen, Entzündungen, Eisenmangel, Nieren-/Blasenproblemen, Stress, Hautinfektionen, Insektenstichen, Geschwüren. Traube hilft bei Gicht-, Rheuma- und Arthroseschmerzen, sie unterstützt die Gewichtsreduktion und schmeckt lecker.
„Nasse Füße“ Diese Pflanzen wachsen gern in der Nähe zu Gewässern. Mädesüß hat eine starke Heilwirkung. Man nennt es auch Wiesen-Aspirin. https://monika-rauch.com/2022/07/03/maedesuess/
Fast nur heilsame Pflanzen: Fingerkraut wirkt bei Durchfall,  Regelschmerzen, Entzündungen. Die kleine Braunelle ist stark antiviral, daher gut bei Herpes.  Sumpfschachtelhalm ist für Tiere giftig und sollte nicht mit dem heilsamen Ackerschachtelhalm verwechselt werden. Johanniskraut ist ein starkes Mittel bei depressiven Verstimmungen und wirkt hautberuhigend bei Sonnenbrand und Mückenstichen. Die wilde Karde soll bei Hautkrankheiten,
Magen-Darm-Beschwerden, Borreliose helfen. Letzteres ist umstritten. Odermennig ist gut bei Durchfall und Hautkrankheiten.

Was ist die ESCOP, HMPC und die Kommission E? Um hier eine Hilfestellung zu geben, verfassen verschiedene Institutionen Monographien. In den Monographien der ESCOP, HMPC und der Kommission E werden alle Informationen zu Studien, Tagesdosierung sowie Nebenwirkungen zusammengefasst.

https://krautundwurzel.com/was-ist-die-escop-hmpc-und-die-kommission-e/

Disclaimer Die beschriebenen Heilwirkungen beruhen auf Überlieferungen, sowie eigenen Erfahrungen und werden seit Jahrhunderten so angewendet. Bei schweren Symptomen/Krankheitsverläufen bitte einen Arzt konsultieren! Hilfreich ist oft eine Kombination aus einer schulmedizinischen Behandlung und einer phytotherapeutischen.

Selbstbemächtigung = Heilung durch die Natur erfahren