Nebeltag

Es kostet schon etwas Überwindung, rauszugehen in den wabernden, kalten Nebel. Aber Hundi will raus und ich eigentlich auch.

Boden und Luft sind gesättigt. Jeder Schritt geht tief, feuchte Luft durchdringt meine Kleidung und erfrischt meine Lunge.

Wenn ich dann unterwegs bin, beruhigt mich die Natur. Sie hüllt mich ein und führt mich auf mich zurück. Der Hund schnüffelt und ich atme tief und beobachte die vielen Einzelheiten, die sich mir offenbaren. Es ist kalt, keine Sonne in Sicht. Und trotzdem, es ist gut, wie es ist. Ich lasse die Bilder auf mich wirken, die verblassenden Farben, das Verwelken und letztendlich das Sterben. Es fühlt sich richtig an, denn ich weiß ja, dass das Sterben auf zukünftiges Leben weist.

Im trüben Licht, an kahlen Zweigen, offenbaren sich bisher unentdeckte Schönheiten.

Ich lasse sogar die Kräuter stehen, denn die haben sich in sich zurückgezogen. Die meiste Kraft steckt jetzt in den Wurzeln. Wenn man das als Metapher nimmt, steckt da auch ganz viel Wahrheit für uns Menschen drin: Wenn wir als natürliche Wesen den Rückzug (und sogar das Sterben) akzeptieren, dann können wir im Frühjahr mit Kraft, die aus unseren Wurzeln kommt, neu starten.

Gedimmte Farben: gelb – grün – rot – braun

Ja, im Winter, ab November, sterben die mehr Menschen als zu anderen Jahreszeiten. In dieser Zeit schließt sich der Jahreskreis und wahrscheinlich kann man da am besten loslassen, wenn es denn Zeit ist, zu gehen.

Liegengeblieben unter den Bäumen. Nein, keine Verschwendung, sondern Nahrung für viele Tiere, Vögel und Insekten. Auch ein Kreislauf.

Im November wird in den christlichen Kirchen der Verstorbenen gedacht im Hinblick auf die Auferstehung. Hier, in unserem Kulturkreis, begeht man die Feste Allerseelen und Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Bald darauf folgen die Advents- und die Weihnachtstage. Die Lichter erhellen die Dunkelheit.

Ein Nebeltag im November zeigt uns tatsächlich das Leben im Sterben. Licht dringt immer in die Dunkelheit – eine schöne Verheißung! Eine Tatsache, die wir religiös, spirituell oder naturwissenschaftlich betrachten können. Wir können uns dem hingeben und müssen nicht dagegen ankämpfen. Wie tröstlich!

Selbstbemächtigung = den Nebel als Freund annehmen.

Herbstpflänzchen

Ich hab noch ein paar Pflänzchen „erwischt“ und freue mich darüber, dass sie da sind. Schaut mal:

Gelb: Winterastern, Goldmarie/Zweizahn, Goldrute, Dahlie
Rot/orange: Zinie, Chrysantheme, Rosen, Dahlie
Sie leuchten in der Sonne: Rose, Sonnenhut, Rose, Borretsch, Gockenblume
Haben noch etwas Heil-und Würzkraft: Bohnenkraut, Pimpinelle, Thymian, Beifuß, Gundermann

Selbstbemächtigung = Rausgehen und Leuchtpunkte suchen (und finden)

Moin aus Ostfriesland: Die Weltmeister im Teetrinken

Angeblich trinkt jeder Ostfriese rund 300 Liter Tee im Jahr, das ist das Elffache des deutschen Durchschnittsverbrauchs. Damit haben die Ostfriesen den weltweit größten Teeverbrauch pro Kopf. Ostfriesentee ist meist eine Mischung aus Assam-Sorten, die einen sehr dunklen, kräftigen Tee ergeben. Nur Teesorten, die in Ostfriesland abgepackt und gemischt werden, dürfen als Ostfriesentee bezeichnet werden.

Der erste Tee kam um 1610 mit holländischen Handelsschiffen nach Europa und somit auch nach Ostfriesland. Zunächst wurde er als Medizin eingesetzt, setzte sich aber rasch durch als günstige Alternative zum Bier. In früheren Zeiten war Bier der nationale Durstlöscher, da das Wasser hier eine schlechte Qualität hatte. Mit dem Tee wurde das Wasser abgekocht und der brackige Geschmack überdeckt (siehe mein Blog über die Moore). Der Tee wurde immer beliebter und steigerte die Einfuhr hauptsächlich aus China, allerdings mit erheblichen Zolllasten. Daher versuchte der Staat so einiges, den ostfriesischen Teekonsum zu dämpfen, zumal der Absatz (und somit die Steuern) beim Bier drastisch einbrach. Aber, so wie die Ostfriesen nun mal sind, ließen sie sich nicht beirren und blieben ihrer liebgewonnenen Gewohnheit treu.

Im Teemuseum von Norden kann man eine Menge über das ostfriesische Nationalgetränk erfahren.

Mittlerweile ist die ostfriesische Teekultur als „Immaterielles Kulturerbe“ in Deutschland anerkannt.

Teesiebe und Zuckerzangen

Es gibt bestimmte Teezeiten und feste Rituale beim Servieren.

Feines Porzellan

Am liebsten wird der Tee, ähnlich wie in China, in feinem Porzellangeschirr serviert. Zunächst werden einige Stücke Kluntje (weißer Kandiszucker) in die Tasse gelegt. Dann gießt man den heißen Tee auf, der den Zucker zum Knistern bringt. (Ab hier spätestens stellt sich ein meditatives Ruhegefühl ein.) Danach gibt man einen Klecks Sahne mit einem speziellen Löffel in den Tee. Achtung! Der Tee wird nicht gerührt! Den Tee genießt man in drei Schichten: Zunächst den milden sahnigen Teil, dann den herben frischen Tee und der krönende Abschluß ist schön süß. Mindestens drei Tässchen Tee werden so genossen. Der Löffel, in eine bestimmte Stellung gelegt, bedeutet der friesischen Hausfrau, dass jetzt genug ist. Sonst wird so lange nachgeschenkt, bis ein Toilettengang unumgänglich ist.😃

Oben links das Bild zeigt ein asiatisches Teegeschäft. Oben rechts auf der Karte werden die Länder aufgezeigt, mit denen Ostfriesland besondere „Tee-Verbindungen“ hat. Unten auf dem Bild sieht man eine friesische gute Stube.

Die Ostfriesen haben ihren eigenen Weg gefunden, mit Land und Gegebenheiten klar zu kommen. Sie entwickelten eine Tradition, die eine Art Meditation darstellt. Beim Teezeremoniell findet man Zeit, runterzufahren und zu genießen. Danach kann der Alltag weitergehen.

Selbstbemächtigung

Morgens um 7.00 Uhr

Wetterau-Impressionen

Wenn ich es schaffe, vor dem Aufstehen hochzukommen und mich schnell fertigzumachen, hab ich einen wunderbaren Start in den Tag. Alles ist noch unberührt. Es summt und zwitschert, der Morgennebel wabert und die Sonne wärmt schon leicht das Gesicht.

Was flitzt denn da?
Rusty wartet auf meine Ansage.
Es ist noch ein wenig frisch.
Blühwunder

Sich aufraffen, alles (Un-)Wichtige liegen lassen und in die Natur gehen. Selbstbemächtigung. 😍

Im Flow sein

Sonntags habe ich oft Zeit für mich. Dieses Mal buk ich Sauerteigbrötchen „frei Schnauze“. Als die Brötchen im Ofen waren, setzte ich mich hin und arrangierte Blumen, mein neues Geschirr und Kerzen und ließ die Szenerie auf mich wirken – dabei genoss ich meinen Espresso.

Ist es Dir zuhause langweilig? Fühlst Du Dich gefangen? Du kommst nicht raus oder nicht hoch?

Schau Dich um! Inspiziere Deine Lebensmittel. Koche/backe, was dir einfällt oder suche Dir ein Rezept heraus. Arrangiere Blumen, zünde Kerzen an, hol‘ das neue Geschirr hervor, koche Dir einen Kaffee, male ein Bild, singe ein Lied oder höre Dir schöne Musik an. Das Wichtigste: Fang an! Raff Dich auf!

Du wirst sehen: Wenn Du startest und in Ruhe eins nach dem anderen tust, sortieren sich Deine Gefühle und das Gedankenkarussell hält an. Du kommst in den „Flow“ (= fließen) und das verschafft innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

Du bemächtigst Dich selbst. Niemand anderes kann das für Dich tun. Du hast es in der Hand. ❤

Morgenmeditation

Laufe langsam. Atme tief. Achte auf die Schönheit. Nimm wahr, wie die Sonne in Dein Gesicht scheint und der Wind Deinen Körper umstreichelt. Höre das Gezwitscher der Vögel und das Raunen der Natur. Lass‘ Deine Gedanken kommen und   gehen. Gehe neue Wege. Schau‘ Dich um. Achte auf Details. Höre zu, schaue und fühle, was Dir die Natur sagt. Atme Inspiration ein. Atme aus, was Du nicht mehr brauchst. Freue Dich, über das, was Du wahrnimmst. Sag danke.❤

Video: Auf das Bild drücken

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