Ist’s Cabriotime!

Bei 10°C „offen“ durch Wetterau und Vogelsberg

Die Sonne schien ab und zu und unsere Reiselust war groß. Da haben wir uns eben dick eingemümmelt, die „Kolter“ über die Knie gezogen und ein paar Kleinigkeiten zum Schnabulieren eingepackt. Los ging es Richtung Vogelsberg. Unterwegs hatten wir viele schöne Aussichten, die ich einfach nur in mich eingesogen habe.

Vorbei an hübschen Städtchen z.B. Ortenberg …
… und blühenden Rapsfeldern

Ein Teil der Rückfahrt ging über die Autobahn. Also wurde das Verdeck zugeklappt und die Heizung angemacht. Das war ein schöner Moment, als die Knochen so langsam wieder auftauten.

Spontanbesuch

Was koch‘ ich nur?

Heute Abend gibt’s Besuch. Für mich die passende Gelegenheit, aus meinen Vorräten etwas Nettes zu zaubern.

Damit wir gut in die Gänge kommen, gibt es zunächst einen vitalisierenden Morgentrunk aus Karotten, Clementinen, Gurken,Orangen, Bananen und Zitronensaft.

Gestärkt ans Werk! Frisches Brot geht immer – dann setze ich mal eben den Teig an …

Mist! Der Sauerteig ist gekippt. Dann muss halt die Backmischung herhalten. Die Zutaten sind ok. Ich pepp noch etwas auf mit einen Schuss Olivenöl und ’ner Prise Salz.
Die Beschreibung sieht vor, dass man den Teig nur 45 Minuten gehen lässt und dann backt. Nicht mit mir! Der Teig wird im Abstand von 45 Minuten 3x liebevoll gefaltet und immer wieder warm gestellt. Danach ruht er noch mal 30 Minuten kühl und geht auf wie ein Kreppel – was für ein Oschi! Und das Ergebniss ist super lecker.

„Kall, mach‘ Wasser in die Supp‘! Mir krieje Gäst‘.“

Also, Rindfleischsuppe wollte ich eh machen. Damit es reicht, kommen noch ein paar Kartoffeln mit rein (und e bissi mehr Wasser😇):

Kennt Ihr den Trick mit der Zwiebel? Laut meiner Oma sorgt eine ganze Zwiebel in der Suppe für einen guten Geschmack und für eine schöne Farbe, das läge an der Schale. Ansonsten habe ich folgendes verkocht: Rindergulasch (ist schön praktisch weil es schon geschnitten ist), Markklößchen, Kartoffeln, Sellerie, Bohnen, Karotten, Porree, Suppengewürz, Muskatnuss und Wasser. Hier seht Ihr den Rest der Suppe. Sie kam gut an. Freu!

Ein Nachtisch gehört dazu!

Was hab‘ ich zuhause? Also gibt’s Vanillepudding (Milch, Stärke, Zucker) mit Roter Grütze (Tk-Beeren, Zucker, Stärke).

Der Tag ist vorbei, ich habe geschnippelt gekocht, gebacken und alles wieder aufgeräumt. Der Besuch ist gegangen. Wir hatten einen wunderbaren Abend mit schönen Gesprächen und einer einfachen Mahlzeit. Der Sekt dazu war auch sehr fein. Ich bin groggy, aber komplett zufrieden.

Selbstbemächtigung.

Den Berg hoch ins Zauberreich

Kennt Ihr das kleine Land bei Bergen? Ihr braucht nur etwas Mut und Fantasie, wenn Ihr verzaubert werden möchtet.

Gleich am Anfang begrüßte uns der weise Schrat und erklärte mit strenger Mine die Regeln: „Lauft langsam. Öffnet Eure Augen. Fühlt den Wind. Riecht den Duft. Schaut, aber mischt Euch nicht ein. Lasst die anderen ihr Tagwerk tun. Ihr dürft nur den einen Weg gehen – nämlich Euren. Und ganz wichtig: Vertraut! Dann wird Euch Schönes widerfahren.“
Mit klopfenden Herzen gingen wir durch das Tor der schwarzen Dornen. Es raschelte und klapperte und wir hörten genau zu: „Wir sind wehrhafte Beschützer der Felder und Weiden und allem, was da lebt. Seid achtsam mit der Natur!“ Die Knospen wisperten uns zu: „Schaut, wie perfekt wir sind. Wir tragen bereits alles in uns.“ Als Beweis verströmen sie einen milden Duft.
Frische Böen fegten uns zwischen die Beine und trieben uns den Berg hoch. „Ha, ha, versucht mal auf dem Weg zu bleiben!“ Wir lachten zurück und liefen einfach weiter, denn wir waren stärker als der Wind.
Ungeahntes weites Land zeigte seine raue Schöheit. Wir atmeten tief ein und dabei öffnete sich unser Herz.
Oben auf dem Berger Berg empfing uns die kluge Pferdedame Charlotte: „Ihr dürft mich gerne streicheln, das mag ich wirklich sehr. Aber passt auf mein Pony auf, ich komm‘ gerade vom Friseur!“ Erst zaghaft, dann immer mutiger, ließen wir uns auf die Nähe ein. Es war unglaublich: Jede zärtliche Berührung kam doppelt zu uns zurück. Wir verabschiedeten uns von Charlotte und beobachteten, wie fleißige Wichtelmänner die Strohhalme rollten. Die mächtige Strobe weit hinten rief uns zu: „Geht weiter, lasst sie in Ruh‘ ihr Tagwerk tun!“
Die beiden Sträucher standen ganz nah am Weg: „Was meint Ihr, wer wir sind? Das weiß doch jedes Kind. Im Herbst, wenn wir unsre Früchte tragen, könnt Ihr erneut uns fragen. Aber jetzt geht. Es dämmert schon, wie Ihr seht.“

Als wir beim Auto waren, drehten wir uns noch einmal um. Ein sanfter Schleier umhüllte das Land. Und oben blinkte ein Stern: „Behaltet uns in Euren Herzen. Erinnert Euch. Folgt Eurem Weg nun ohne Schmerzen. Besucht uns wieder. Jederzeit. Dann halten wir für Euch die Früchte bereit!“

Fotos und Texte: Monika Rauch