Grüne Tomaten

Kennt Ihr noch den Film „Grüne Tomaten“ mit Julia Roberts in einer Hauptrolle? Der Film spielt in Alabama im Whistle Stop Cafe. Dort treffen sich die Menschen und die Handlung entspinnt sich. Das landestypische Gericht frittierte grüne Tomaten wird wird neben den Dramen des Lebens gebacken und serviert.

Rezept aus Alabama Die noch unreifen grünen Tomaten werden in Scheiben geschnitten, gewürzt, paniert und in Fett ausgebacken. Sie werden oft mit einem Käsedipp serviert oder pur genossen.

Der Sommer ist vorbei und ich hab‘ mir Gedanken gemacht, wohin mit den vielen noch unreifen grünen Tomaten.

Nachreifen lassen

Tomaten reifen am liebsten im Dunkeln nach. Am besten geht das in Kombination mit Äpfeln und/oder Bananen. Diese geben Ethylen-Gas ab und signalisieren den Tomaten zu erröten. Manchmal klappt es – manchmal nicht.

Von einer älteren Freundin habe ich gerade den Hinweis erhalten, dass ihre Eltern die grünen Tomaten in einen Korb mit Torf gelegt hätten – diese wären gänzlich bedeckt worden. Der Korb stand im warmen Raum und es dauerte etwa eine Woche, bis die Tomaten rot wurden.

Solanin – die Dosis macht das Gift.

Tomaten sind (wie Kartoffeln, Auberginen und Paprika) Nachtschattengewächse. Diese Pflanzen enthalten das Alkaloid Solanin. Das Solanin baut sich beim Rotwerden der Tomaten ab. Es ist dann noch im Strunk enthalten, darum sollte man diesen nicht mit essen. Beim Verzehr von kleinen Mengen grüner Tomaten ist es unbedenklich, bei größeren Mengen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden, Kratzen im Hals oder Kopfschmerzen kommen. Pflanzen nutzen Solanin als eingebauten Schutzmechanismus, um sich vor Schädlingen, Pilzen und Fressfeinden zu verteidigen. Das Alkaloid ist hitzebeständig, so dass Kochen wenig nutzt. Allerdings ist es wasserlöslich und geht in den Sud über. Daher ist blanchieren vor der Weiterverarbeitung eine gute Option – das Wasser sollte natürlich weggegossen werden. Schwangeren und Kindern würde ich weniger solaninhaltiges Essen geben. Aber wo fangen wir da an? Bei Kartoffel, grünen Paprika, Auberginen? Das sollte jeder für sich entscheiden und austesten.

Isoliertes Solanin – ein Heilmittel

Forschungen mit dem isolierten Toxin legen nahe, dass es bei bestimmten Krebsarten zum Zelltod führt. Außerdem besitzt es anti-inflammatorische, antibiotische, antivirale und antifungale Eigenschaften. Aber bitte nicht diese Nahrungsmittel tonnenweise zu sich nehmen!

Grüne Tomaten einlegen

Grüne Tomaten im Sud aus Wasser, Essig, Salz, Zucker Die Tomaten werden mit Kräutern, Senfkörnern, Koriander, Chillies, Piment, Knoblauch, Zwiebeln, Lorbeerblättern unterschiedlich geschichtet und mit dem warmen Sud übergossen und anschließend eingekocht (29 bis 30 Minuten). Ich hab jedes Glas etwas anders bestückt, frische Kräuter waren Estragon, Petersilie und Basilikum. Den Sud habe ich erhitzt. Wasser und Essig sind im Verhältnis 1:1 gemischt, gesalzen hab ich nach Geschmack. Das ungeöffnete Glas dürfte einige Monate haltbar sein, wenn alles richtig gemacht wurde.
Grüne Tomaten mit warmer Vinaigrette aus Essig, Öl, Senf, Honig, Salz und Pfeffer. Die Tomaten werden mit Glasgewichten beschwert, so dass sie vollständig mit der Brühe bedeckt sind – das beugt einer Schimmelbildung vor. Gelagert werden die Tomaten im Kühlschrank. Sie sind einige Monate haltbar, wenn sie mit sauberen Löffeln entnommen werden und mit dem Sud bedeckt bleiben.

Andere Rezepte für grüne Tomaten findet Ihr reichlich im Internet, z.B. von Chutneys, Relishes, Fermentationen.

By the way Ich habe hier über die unreifen Tomaten berichtet. Diese sind nicht zu verwechseln mit den Sorten grüner reifer Tomaten, deren Solaningehalt im Normalbereich liegt.

Spirituelles

Foto m: Pixabay – herzlichen Dank!

Die rote pralle Tomate steht für Lebenskraft, Erdung, Herz und leidenschaftliche Energie.

Die grüne Tomate ist noch im Prozess, sie schützt sich vor Fraßfeinden und Krankheiten. Sie ist noch „grün hinter den Ohren“ und braucht Zeit, ihr Potenzial zu entfalten.  Psychosomatisch steht die unreife Tomate für Abgrenzung, Giftigkeit oder den „Schatten“. (Nachtschattengewächs). Dies weist darauf hin, dass man sich noch schützen muss bei bestimmten Lebensthemen.

Dass die Tomaten nicht mehr von alleine rot werden, zeigt das Ende eines natürlichen Zyklus im Außen (die Herbstsonne fehlt). Daher trägt es eine tiefe spirituelle Symbolik in sich, das, was nicht mehr zu ändern ist, anzunehmen und zu transformieren.

Indem man die grünen Früchte verarbeitet, hört man auf, einer idealisierten, perfekten Reife hinterherzujagen. Das, was im im Hier und Jetzt da ist – auch wenn es unfertig oder unvollkommen wirkt, wird angenommen. Es ist ein Akt der radikalen Akzeptanz eigener Lebensprozesse.

Durch das Kochen und Verarbeiten (das Element Feuer in der Küche) betreibt man „spirituelle Alchemie“. Die unbändige, manchmal bittere oder abwehrende Energie des Unreifen wird gewandelt in etwas Nährendes – durch Zuwendung, Gewürze und Wärme. So wird Energie quasi vom „Überlebensmodus“ (Wurzel) in die „Liebe und Heilung“ (Herz) geführt.

Selbstbemächtigung – Nährendes schaffen.

Eine Bitte an Euch

Forscht doch mal bei Euren Eltern/Großeltern/Nachbarn, Freunden, wie man die grünen Tomaten am Saisonende verarbeit bzw. verarbeitet hat. Ein Kommentar würde mich freuen.

Eure Monika

Soweit unsere Füße tragen

(Fotos von Pixabay, Collage von mir)

Beim Kartoffelschälen ist mir eingefallen, dass meine Fußsalbe aufgebraucht ist. Also trocknete ich die Schalen über Nacht auf der Heizung und rührte abends mein Sälbchen. Mehr Infos: https://monika-rauch.com/2022/04/04/kartoffelsalbe/

Mit einem Rest Quittenöl,  Bienenwachs und ätherischem Salbeiöl stellte ich die Salbe her. Das in den Kartoffeln enthaltene Solanin sorgt für weiche Füße und  Salbei wirkt desodorierend. Die Salbe ist ungefähr ein Jahr haltbar.

Einen Artikel über meine Fußsalbe hatte ich ja bereits geschrieben (s.o.). Dabei ist mir „aufgegangen“, welche Bedeutung unsere Füße haben. Nur werden sie häufig gar nicht beachtet oder missachtet. Also habe ich recherchiert:

Wieso sollte ich meine Füße pflegen?

Unsere Füße verbinden uns mit der Erde. Wenn man mit „beiden Beinen auf dem Boden steht“ bedeutet es, dass man weiß, wo es lang geht im Leben. Mit den Füßen ist man „geerdet“.

Füße weisen in die Richtung, in die man geht. So geht man z.B. mit großen oder kleinen Schritten voran.

Fußprobleme im übertragenen Sinn

Autsch! Füße können weh tun. Neben körperlichen Ursachen weisen Fußprobleme auf „Verbindungsstörungen“ zum Boden hin und auf Blockaden im Vorankommen (z.B. durch Zukunftsängste). Wenn wir Fußbeschwerden haben, könnte es auf eine bestimmte „Thematik“ hinweisen. Daraus leiten sich Fragen ab:

  • Hautprobleme – Welche Gefühle gehen mir unter die Haut? (Schweißfüße, Stinkefüße = Aggression, Ärger, Wut werden nicht ausgelebt, Abgrenzung durch Gestank, trockene Füße = ausgetrocknete Verbindung zur Erde, übermäßige Hornhautbildung = starke Barriere)
  • Fußbruch – Habe ich den Boden unter den Füßen verloren?
  • Fehlstellungen (Plattfuß) – Ist mein Sicherheitsbedürfnis zu stark? Fehlt es mir an Leichtigkeit?
  • Verformungen/Entzündungen (Hallux, Fersensporn) – Strebe ich nach Perfektionismus um anerkannt und geliebt zu werden?
  • Gelenkprobleme – Bin ich erstarrt/verkantet? Fehlt es mir an Dynamik?
  • Gekrümmte Füße – Drehe ich mich im Kreis?
  • Heiße Füße – Sollte ich mich von alten Schuhen befreien?
  • Kalte Füße – Welche Entscheidungen schiebe ich auf?
  • Taube Füße – Spüre ich keinen Halt?
  • Kribbelfüße/Restless Legs – Was stresst mich, was überreizt meine Nerven?
  • Fuß(nagel)pilz – Welche starre, verkrustete Sichtweise gehört aufgeweicht?
  • Fußekel (nur mit Widerwillen werden die Füße angefasst) – Verachte ich meine Wurzeln/Herkunft?

Bei langanhaltenden körperlichen Problemen rate ich, diese unbedingt ärztlich abklären zu lassen. Unterstützend dazu würde ich mir Gedanken machen, welche seelischen Ursachen betrachtet werden wollen.

Redewendungen und Sprichwörter

Es gibt so viele Aussagen über Füße! Das zeigt, welche grundlegende Bedeutungen sie haben. Einige Beispiele:

  • „Leichtfüßig sein“ – sorglos, unbedacht, unbekümmert durchs Leben gehen
  • „Kalte Füße bekommen“ – Wunsch nach Befreiung aus einer unangenehmen Situation
  • „Jemanden auf dem falschen Fuß erwischen“ – Überraschung in einem unpassenden Moment
  • „Auf großem Fuße leben“ – leben wie die Reichen
  • „Die Sache hat einen Pferdefuß“ – Hinweis auf einen versteckten, unschönen Nebeneffekt
  • „Mit dem falschen Fuß aufstehen“ – der Tag beginnt schlecht, übellaunig
  • „Mit beiden Füßen fest auf der Erde stehen“ – Sicherheit und Orientiertsein im Leben

Es den Füßen leicht machen

Die Füße tragen uns durchs Leben. So verdienen sie unsere (Hoch-)Achtung, Anerkennung und Pflege:

  • Luftdurchlässige und bequeme Schuhe tragen
  • Baumwollstrümpfe anziehen
  • waschen
  • cremen und desodorieren
  • Nägel schneiden
  • Hornhaut entfernen
  • Belastungen reduzieren (Seelenhygiene)
  • Füße hochlegen
  • Barfuß gehen
  • Fußgymnastik

Spätestens wenn wir Schmerzen bekommen, wird es Zeit, uns noch stärker mit ihnen zu befassen. Goethe hat nicht Unrecht, wenn er uns letztendlich auffordert, zu erforschen, was uns antreibt und weiterbringt:

"Wer sich nicht nach der Decke streckt, dem bleiben die Füße unbedeckt." (Johann Wolfgang von Goethe)

Vielleicht helfen auch uralte Segens- und Zaubersprüche?

"Heil, heil und Segen
Drei Tage Regen
Drei Tage Schnee
Fuß tut nicht mehr weh." (Volkslied aus Ostpreußen "Heile, Heile Gänschen")
"Knochen zu Knochen, Blut zu Blut, Glied zu Glied! So seien sie zusammengefügt!" (Merseburger Sprüche - 10. Jahrhundert)

Selbstbemächtigung = den Füßen Bedeutung geben

Kartoffelsalbe

gegen Schwielen, Risse und trockene Haut

Meine zweite „Fuhre“ Salbe dieses Jahr. Ich habe viele Töpfchen aus der ersten Produktion (s.u.) verschenkt und eine durchweg positive Resonanz erhalten: Nach dem Waschen und Pflegen die Salbe auftragen und Socken anziehen. Über Nacht einwirken lassen: Die Haut wird „butterzart“. Warum überhaupt die Füße pflegen? https://monika-rauch.com/2023/03/08/soweit-unsere-fuesse-tragen/

Die Kartoffel ist ein äußerst nährstoffreiches Powerpaket. Sie enthält ungefähr 20% Kohlenhydrate, 2%Eiweiß, 2% Ballaststoffe, 1% Mineralstoffe/ Spurenelemente wie (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen), sowie Vitamine (Vitamine C, A, B) und Wasser. Zudem enthält sie Flavonoide und Anthocyane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Abwehr von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen und als Farb- und Lockstoffe dienen.

Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und Nachtschattengewächse sind giftig! Die Früchte, die sich am Blattwerk ausbilden, sowie das Blattwerk selbst, bilden Glykoalkaloide aus, hauptsächlich das Nervengift Solanin. Wenn Kartoffeln unbedeckt liegen bleiben, werden sie grün. Die grünen Stellen sollten großzügig weggeschnitten werden, denn auch hier hat sich das Solanin gebildet. Auch in den Schalen ist das Gift enthalten, allerdings niedriger dosiert. Glykoalkaloide können zu Erbrechen und Durchfall, zu neurologischen Störungen, ja sogar zum Tod führen. Dafür muss man aber einige Kilo ungeschälter Kartoffeln essen. Das Solanin bleibt auch bei Hitze stabil, d.h. man kann es nicht wegkochen.

By the way: Eßbar ist nur die unterirdisch wachsende Knolle. Die grünen Früchte, die sich aus den Blüten bilden, tragen Samen in sich, aus welchen man theoretisch neue Kattoffelsorten züchten kann. Üblicherweise wird die Kartoffel über Knollen vermehrt.

Die Kartoffel als Heilmittel

Neben den vielen leckeren Gerichten, hat die Kartoffel auch noch eine hohe Heilwirkung. Das liegt zum einen an den Inhaltsstoffen und zum anderen an ihrer langen Wärmespeicherzeit. Kartoffelwickel z.B. werden aus gekochten, zerdrückten Kartoffeln bereitet. Durch ihre Wärme und Wirkstoffe helfen sie gegen Halsweh, Ohrenschmerzen, Husten und Heiserkeit. Frische rohe Kartoffelscheiben können Migräne, Sonnenbrand und Verspannungen lindern. Die Wirkung ist schleimlösend, beruhigend und entzündungshemmend.

Kartoffelsalbe – Rezept

  • Rohe Kartoffelschalen in einem Trägeröl (Olivenöl, Sonnenblumenöl) ca. 2 Stunden warm (bei ca. 70°C) ausziehen lassen.
  • Absieben und filtern.
  • Kartoffelöl erwärmen und 10 – 15% Bienenwachs unterrühren und ca. 10 % Sheabutter. Z.B. benötigt man bei 100 ml Öl ca. 15 g Bienenwachs und 10 g Sheabutter.
  • In Gläser einfüllen.
  • Pro Glas einige Tropfen ätherische Öle hinzufügen. Ich habe mich für Lavendel (zur Beruhigung), Salbei (zum Desinfizieren und gut gegen Schweißbildung) und Zitrone (wegen des belebenden Geruchs) entschieden.
  • Abkühlen lassen, danach verschrauben und etikettieren.
  • Unbedingt auf saubere Utensilien achten, d.h. alle Gerätschaften sind mit kochendem Wasser oder mit Alkohol desinfiziert. Bei sauberer Handhabung hält sich die Salbe ein Jahr und länger. Das liegt am Bienenwachs und an den ätherischen Ölen.
Über die Kartoffelsalbe habe ich im Internet einiges gelesen. Ich fand das sehr interessant, weil ich gerade im Winter und Frühjahr unter sehr trockener Haut an Händen, Ellenbogen, Knien und Füßen leide. Bei der Menge habe ich etwas übertrieben und musste meinen gesamten Töpchen-Vorrat aufbrauchen. Die Salbe duftet hervorragend und lässt sich gut einmassieren.

Für das Erweichen der Haut ist hauptsächlich das Solanin verantwortlich. Solanin wirkt, indem es die Mitochondrien (kleine Teilchen in den Zellen, die u.a. für die Umwandlung von Nahrung zu Energie zuständig sind) durchlässiger macht und dadurch Kalzium ins Cytoplasma (Zelleninhalt) gelangt. Diese hohe Konzentration sorgt für das langsame Absterben von Zellen. Das, so schätze ich als Laie, bewirkt den Weichmacher-Efekt. Gleichzeitig gelangen die anderen Wirkstoffe in tiefere Hautschichten und stabilisieren diese.

Kleingedrucktes Bei diesem Rezept handelt es sich um Volksmedizin. Ich gebe hier keinen wissenschaftlichen Bericht ab. Ich habe die Salbe für meine Bedarfe so kreiert, dass es für mich stimmig ist. Ein Heilversprechen gebe ich nicht ab. Bei stärkeren gesundheitlichen Problemen oder beim Auftreten von allergischen Reaktionen, das Mittel absetzen und Rücksprache mit Arzt oder Heilpraktiker halten. Die Salbe ist nicht zum Verzehr geeignet.

Selbstbemächtigung = Wissen erweitern