Kennt Ihr noch den Film „Grüne Tomaten“ mit Julia Roberts in einer Hauptrolle? Der Film spielt in Alabama im Whistle Stop Cafe. Dort treffen sich die Menschen und die Handlung entspinnt sich. Das landestypische Gericht frittierte grüne Tomaten wird wird neben den Dramen des Lebens gebacken und serviert.
Rezept aus Alabama Die noch unreifen grünen Tomaten werden in Scheiben geschnitten, gewürzt, paniert und in Fett ausgebacken. Sie werden oft mit einem Käsedipp serviert oder pur genossen.
Der Sommer ist vorbei und ich hab‘ mir Gedanken gemacht, wohin mit den vielen noch unreifen grünen Tomaten.
Nachreifen lassen
Tomaten reifen am liebsten im Dunkeln nach. Am besten geht das in Kombination mit Äpfeln und/oder Bananen. Diese geben Ethylen-Gas ab und signalisieren den Tomaten zu erröten. Manchmal klappt es – manchmal nicht.
Von einer älteren Freundin habe ich gerade den Hinweis erhalten, dass ihre Eltern die grünen Tomaten in einen Korb mit Torf gelegt hätten – diese wären gänzlich bedeckt worden. Der Korb stand im warmen Raum und es dauerte etwa eine Woche, bis die Tomaten rot wurden.
Solanin – die Dosis macht das Gift.
Tomaten sind (wie Kartoffeln, Auberginen und Paprika) Nachtschattengewächse. Diese Pflanzen enthalten das Alkaloid Solanin. Das Solanin baut sich beim Rotwerden der Tomaten ab. Es ist dann noch im Strunk enthalten, darum sollte man diesen nicht mit essen. Beim Verzehr von kleinen Mengen grüner Tomaten ist es unbedenklich, bei größeren Mengen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden, Kratzen im Hals oder Kopfschmerzen kommen. Pflanzen nutzen Solanin als eingebauten Schutzmechanismus, um sich vor Schädlingen, Pilzen und Fressfeinden zu verteidigen. Das Alkaloid ist hitzebeständig, so dass Kochen wenig nutzt. Allerdings ist es wasserlöslich und geht in den Sud über. Daher ist blanchieren vor der Weiterverarbeitung eine gute Option – das Wasser sollte natürlich weggegossen werden. Schwangeren und Kindern würde ich weniger solaninhaltiges Essen geben. Aber wo fangen wir da an? Bei Kartoffel, grünen Paprika, Auberginen? Das sollte jeder für sich entscheiden und austesten.
Isoliertes Solanin – ein Heilmittel
Forschungen mit dem isolierten Toxin legen nahe, dass es bei bestimmten Krebsarten zum Zelltod führt. Außerdem besitzt es anti-inflammatorische, antibiotische, antivirale und antifungale Eigenschaften. Aber bitte nicht diese Nahrungsmittel tonnenweise zu sich nehmen!
Grüne Tomaten einlegen
Grüne Tomaten im Sud aus Wasser, Essig, Salz, Zucker Die Tomaten werden mit Kräutern, Senfkörnern, Koriander, Chillies, Piment, Knoblauch, Zwiebeln, Lorbeerblättern unterschiedlich geschichtet und mit dem warmen Sud übergossen und anschließend eingekocht (29 bis 30 Minuten). Ich hab jedes Glas etwas anders bestückt, frische Kräuter waren Estragon, Petersilie und Basilikum. Den Sud habe ich erhitzt. Wasser und Essig sind im Verhältnis 1:1 gemischt, gesalzen hab ich nach Geschmack. Das ungeöffnete Glas dürfte einige Monate haltbar sein, wenn alles richtig gemacht wurde.Grüne Tomaten mit warmer Vinaigrette aus Essig, Öl, Senf, Honig, Salz und Pfeffer. Die Tomaten werden mit Glasgewichten beschwert, so dass sie vollständig mit der Brühe bedeckt sind – das beugt einer Schimmelbildung vor. Gelagert werden die Tomaten im Kühlschrank. Sie sind einige Monate haltbar, wenn sie mit sauberen Löffeln entnommen werden und mit dem Sud bedeckt bleiben.
Andere Rezepte für grüne Tomaten findet Ihr reichlich im Internet, z.B. von Chutneys, Relishes, Fermentationen.
By the way Ich habe hier über die unreifen Tomaten berichtet. Diese sind nicht zu verwechseln mit den Sorten grüner reifer Tomaten, deren Solaningehalt im Normalbereich liegt.
Spirituelles
Foto m: Pixabay – herzlichen Dank!
Die rote pralle Tomate steht für Lebenskraft, Erdung, Herz und leidenschaftliche Energie.
Die grüne Tomate ist noch im Prozess, sie schützt sich vor Fraßfeinden und Krankheiten. Sie ist noch „grün hinter den Ohren“ und braucht Zeit, ihr Potenzial zu entfalten. Psychosomatisch steht die unreife Tomate für Abgrenzung, Giftigkeit oder den „Schatten“. (Nachtschattengewächs). Dies weist darauf hin, dass man sich noch schützen muss bei bestimmten Lebensthemen.
Dass die Tomaten nicht mehr von alleine rot werden, zeigt das Ende eines natürlichen Zyklus im Außen (die Herbstsonne fehlt). Daher trägt es eine tiefe spirituelle Symbolik in sich, das, was nicht mehr zu ändern ist, anzunehmen und zu transformieren.
Indem man die grünen Früchte verarbeitet, hört man auf, einer idealisierten, perfekten Reife hinterherzujagen. Das, was im im Hier und Jetzt da ist – auch wenn es unfertig oder unvollkommen wirkt, wird angenommen. Es ist ein Akt der radikalen Akzeptanz eigener Lebensprozesse.
Durch das Kochen und Verarbeiten (das Element Feuer in der Küche) betreibt man „spirituelle Alchemie“. Die unbändige, manchmal bittere oder abwehrende Energie des Unreifen wird gewandelt in etwas Nährendes – durch Zuwendung, Gewürze und Wärme. So wird Energie quasi vom „Überlebensmodus“ (Wurzel) in die „Liebe und Heilung“ (Herz) geführt.
Selbstbemächtigung – Nährendes schaffen.
Eine Bitte an Euch
Forscht doch mal bei Euren Eltern/Großeltern/Nachbarn, Freunden, wie man die grünen Tomaten am Saisonende verarbeit bzw. verarbeitet hat. Ein Kommentar würde mich freuen.
Mal ehrlich: Ich liebe Butter!Aber: Fast alle Buttersorten sind mit Mineralölen belastet🤢. Außerdem möchte ich den Konsum von tierischen Produkten reduzieren. Margarine schmeckt mir nicht wirklich und wenn man die Inhaltsstoffe von Margarine betrachtet, finde ich die Mineralöle in der Butter fast schon wieder lecker: Neben vielen Füllstoffen findet man in der Margarine gehärtete Fette (meistens das gesundheitsschädigende Palmfett). Also ist der größte Teil der Margarinesorten keine wirkliche Alternative – mag die Werbung auch etwas Anderes vorgaukeln.
Hab‘ im Internet recherchiert – die Rezepte sind ziemlich ähnlich:
3 Teile Bio-Pflanzenöl (möglichst kaltgepresstes),
1 Teil Bio Kakaofett (kann man als Pastillen kaufen),
optional etwas Salz, Gewürze, Kräuter.
Bei ca. 30°C im Wasserbad schmelzen, würzen und im Kühlschrank aushärten lassen. Danach aufschlagen und in ein Schraubglas füllen.
Morgen wird es getestet. Ich werde es als rutschfeste Unterlage für mein Pausenbrot nutzen, wahrscheinlich mit Rohkost belegt.
Selbstbemächtigung = Grundnahrungsmittel selbst herstellen
Wir bekommen Frühstücksbesuch und haben kein Brot im Haus …
Abends setzte ich einen schnellen hellen Teig an:
ca. 500 g Weißmehl, 1 Teelöffel Trockenhefe + 1 Prise Zucker, 2 Teelöffel frischen Sauerteig (hab ich immer im Kühlschrank), 2 Teelöffel Salz, einen guten Schuss Olivenöl + Wasser
Daraus knetete ich mit der Hand einen Teig, den ich erst warm stellte, faltete und dann kalt stellte.
Am Morgen kam er mir dann doch etwas mickrig vor, so bereitete ich einen schnellen Teig aus Mehl, Hefe, Salz, Quark, Distelöl, Wasser zu.
Beide Teige positionierte ich in einem gewässerten Römertopf.
Damit dieser nicht zerbricht, wird er kalt in den Ofen gestellt. So gibt er Feuchtigkeit ab und der Teig kann aufgehen. Nach ca. 40 Minuten bei 200°C wird der Deckel entfernt und das Brot backt ca. 20 Minuten nach.
Mit dem Ergebnis waren wir sehr zufrieden, beide Brote waren sehr lecker. Ich selbst bevorzuge das „Übernachtbrot“: der Sauerteig hat einen etwas kräftigeren Geschmack und die Struktur des Teiges ist feiner. Außerdem ist ein Brot, welches länger gärt, bekömmlicher – das Gluten im Mehl hat länger Zeit, umgebaut zu werden.
Wurzelgemüse ist etwas in Vergessenheit geraten, dabei stand es jahrhundertelang auf unserem Speiseplan. Besonders im Herbst und Winter wird nach dem nahrhaften Gemüse gegraben, wenn das oberirdische Grün schon abgestorben ist. Bei der allgemeinen Bezeichnung „Wurzeln“ differenziert man zwischen Knolle und Wurzel.
Bei der Knolle wird ein Rhizom ausgebildet. Die Wurzeln wachsen dabei an der Unterseite des Rizoms.
Meine Gartenschätze
Heilung durch Nahrung und Wurzelmedizin
Wurzeln und Knollen sind reich an Vitamin A, B und C, Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium sowie Phosphor. Zudem enthalten sie viele Nahrungsfasern. Diese wiederum regulieren die Verdauung und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.
Die meisten Wurzeln kann man essen und einige dienen nur als Medizin.
Alantwurzeln wirken verdauungsfördernd, appetitanregend, schleimlösend, steigern die Magensäureproduktion und lindern Blähungen. Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Inulin, Bitterstoffe, Schleimstoffe. Eingesetzt wird der Alant bei Husten, Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden. Hildegard von Bingen empfahl die Gabe von Alantwein (oder Tinktur). Außerdem wurden früher kandierte Alantwurzeln als Süßigkeiten gereicht. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf Mitteln mit Alant eher verzichten, da er als hoch allergen eingestuft ist.
Alant
Arznei- Rhabarber wirkt abführend, gegen Durchfall und Verstopfung, da es die Darmperistaltikanregt. Ihre Eigenschaften sind zusammenziehend und entzündungshemmend. Wegen dieser Wirkung, besonders auf den Darm, ist vom Verzehr abzuraten. Hier sollte man auf den Speise-Rhabarber zurückgreifen. Die Wurzel des Arznei-Rhabarbers ist zudem eine Färberpflanze für das Farbspektrum gelb bis braun. Auch könnte man damit seine Haare blondieren. Dazu liegen mir keine Erfahrungswerte vor. Zudem hilft eine Tinktur aus Rhabarberwurzeln gut bei Zahnfleischentzündungen und bei Aphthen im Mund.
Arznei-Rhabarber
Beinwell In der Wurzel stecken Allantoin, Rosmarinsäure, sowie Schleim- und Gerbstoffe. Äußerlich (als Breiumschlag und Salbe) wirkt sie entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert die Wundheilung. Beinwell hilft bei Muskel-, Sehnen- und Faszienverletzungen, Knorpelveränderungen und Knochenbrüchen. Beinwell wirkt wie ein starker Kleber und ist eine machtvolle Heilpflanze. Da die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte man sie beim Essen nur sehr sparsam einsetzen.
Beinwell
Karotten (Wurzeln) wirken Krebs vorbeugend, Cholesterinspiegel senkend, enthalten viel Vitamin A, stärken Milz, Magen, Leber, Lunge, Darm, Niere, Augen, Haut und Herz.
Karotten
Kartoffeln (Knollen) wirken basenüberschüssig, d.h. sie wirken einer Übersäuerung entgegen, sie enthalten viel Vitamin C, sind mineralstoffreich, enthalten viel Kalium und sind daher gut fürs Herz und fürs Immunsystem. Kartoffelschalen enthalten u.a. Solanin – daraus kann man eine reichhaltige Fußcreme machen: https://monika-rauch.com/2022/04/04/kartoffelsalbe/
Kartoffeln
Knollensellerie starker Entzündungshemmer, senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und den Blutdruck, enthält viele Vitamine und Antioxidantien.
Knollensellerie
Löwenzahnwurzeln stärken Nieren, Leber, Milz, Darm, Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken harntreibend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend. Die gesäuberten kleingeschnittenen Wurzeln kann man als Tee aufgießen oder man kann sie als Kaffeeersatz nutzen. Dazu röstet man die Wurzelstückchen trocken in der Pfanne. Wenn diese braun sind, kann man sie zu Pulver vermahlen und wie Kaffee zubereiten.
Löwenzahn
Pastinaken Die essbaren Wurzeln senken den Cholesterinspiegel, fördern Verdauung und Nierentätigkeit, sind fiebersenkend, schmerzlindernd, kühlend, stärkend.
Pastinaken
Schwarzwurzeln sind schmackhaft, kalorienarm und haben viele Vitamine und Mineralstoffe wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Der hohe Anteil von Inulin, einem Ballaststoff, wirkt sehr positiv auf das Verdauungssystem. Heilsam wirken sie auf Leber, bei Augen- und Herzkrankheiten und Epilepsie. Schwarzwurzeln gibt es in weiß (unter der Rinde) oder in lila. Die Rinde ist schwarz oder dunkel und färbt beim Arbeiten ab. Also lieber Handschuhe anziehen!
Schwarzwurzeln
Topinambur Die Wurzeln mit ihren knollenförmigen Verdickungen sind essbar. Sie wirken entzündungshemmend, Krebs vorbeugend, enthalten u. a. B-Vitamine und viel Inulin, (Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel stabil hält) und wirken positiv auf Bauchspeicheldrüse und Leber.
Topinambur
Natürlich gibt es noch andere Knollen und Wurzeln, die in unseren Breitengraden wachsen und die man kaufen kann. Dazu zählen Radieschen, Radi, Meerrettich, Petersilienwurzeln, Rote Beete, Nelkenwurz …
Zubereiten kann man die essbaren Wurzeln und Knollen recht unterschiedlich – gedünstet, gekocht, mit Butter oder Bechamelsoße, paniert, gebraten und am liebsten als Suppe.
Wärmende Wintersuppe
Quer durch Garten und Kühlschrank
Alles, was der Vorrat hergibt, kommt in die Suppe und im Garten werden die Wurzeln ausgegraben. Wie gut, dass ich ungefähr weiß, wo im Sommer der Topinambur stand und die Pastinaken wachsen eh im Hochbeet. Das Gemüse wird geschält, geputzt, geschnippelt und in Wasser geköchelt bis es gar ist. z.B. Brokkoli, Kartoffeln, Zwiebeln, Spitzkohl, Möhren, Knollensellerie, Pastinaken, Topinambur. Als Würze kann man Suppenpulver und Muskatnuss verwenden, etwas Misopaste einrühren – lecker! Für frisches Grün sorgen Pastinakenkraut, ein paar Stengel Liebstöckel oder Petersilie. Et voilá – fertig ist eine leckere warme Mahlzeit.
Lecker Süppchen – bei uns kamen noch ein paar vegetarische Gartenklöschen hinein.
Philosophisches
Winterzeit ist Ruhezeit. Viele Pflanzen ziehen sich zurück und haben ihre Kraft in den Wurzeln. Graben wir nach ihnen, so können wir von ihrer Energie profitieren. Die Natur fordert uns auf, uns ebenso zurückzuziehen und uns ganz auf unseren Wesenskern zu konzentrieren. Im Frühjahr brechen die Triebe aus den Wurzeln hervor, die Pflanzen wachsen und füllen die Erde mit Leben. Genau darum macht die Winterruhe auch bei uns einen Sinn – damit wir erholt und kraftvoll unseren Weg beschreiten können.
Selbstbemächtigung = uns auf (unsere) Wurzeln konzentrieren
Endlich Urlaub, drei Wochen Zeit, die östliche Adria zu erkunden:
Slowenien: Portorož
Der erste Stopp ist gebucht – Hotel Marko in Portorož an der slowenischen Küste.
Das Hotel hat einen schönen Garten mit unbequemen Klappstühlen – es brauchte etwas Zeit, sich herauszuwuchten – dafür gibt es aber die Möglichkeit vom zuvorkommenden Personal ein Getränk serviert zu bekommen. Eine Straße trennt das Hotel von der Strandpromenade. Eigentlich wollten wir uns dort zwei Liegen unterm großen Sonnenschirm mieten – uneigentlich haben wir das gelassen, weil eine Liege 30 Euro kostet. Ich dachte: „Naja, opfern wir mal den Wucherpreis, ist ja nur für einen Tag.“ Erst nach der dritten Wiederholung des Betrages raffte ich, dass die 30 Euro pro Person galten. Also machten wir es uns im Hotelgarten gemütlich. Zum Schwimmen sind wir dann über die Straße gelaufen.
Hotelgarten mit gutem Restaurant und einem hervorragenden Frühstück. Das hat auch den Spatzen zugesagt.
Die Fahrerei Vom Rhein-Main-Gebiet bis zum Hotel in Slowenien brauchten wir mit kleinen Pausen 10 Stunden ohne größere Staus. Die A3 in Deutschland ist gefühlt eine einzige Baustelle, wo wir meist mit Tempo 80, 100 oder 110 fahren konnten. Das Tempolimit hat Deutschland auch ohne Gesetzesänderung längst erreicht – das nur am Rande. Wir sind deshalb gut durchgekommen, weil wir bereits um 2:00 Uhr starteten. Überhaupt: Als wir 2019 das letzte Mal hier unten Urlaub machten, waren die Autobahnen frei und das Fahren war entspannt. Dieses Jahr ist wirklich alles verstopft: die Straßen, Restaurants, Strände, Einkaufspassagen.
Dalmatien: Srima, Vodice, Insel Murter
Von Slowenien fuhren wir via Autobahn ca. 500 Kilometer nach Srima/Vodice in Dalmatien. Dort kamen wir in einem kleinen Mittelklassehotel (Duje) unter. Eigentlich wollten wir uns langsam südlich „schrauben“, doch es war wirklich schwer, spontan ein Hotel zu finden – auch das war die Jahre zuvor kein Problem. Vodice kennen wir noch von vergangenen Urlauben, daher wissen wir, wo man gut ins Wasser kann:
Abendsonne – Insel Murter, Strand SlanicaMurter, Strand Slanica
In Kroatien gibt es einige wenige Sand- oder Kiesstrände – und die sind meist überlaufen und bieten wenig Schatten. Wir ziehen uns dann gerne an die Seiten der Buchten zurück. Dort kann man es gut in den Pinienwäldern aushalten. Allerdings muss man über Felsen zum Wasser klettern. Ich mutiere dann gerne zur geschickten Gemse. Im Wasser sollte man gut darauf achten, nicht in einen Seeigel zu treten. Daher sind Wasserschuhe das Mittel der Wahl.
Die Sessel werden mitgeschleppt, denn wer will schon gerne auf Steinen liegen? Katzi machte es sich unter meinem Stuhl gemütlich.Insel Murter, Strand Podvrške
Wirtschaftliche Situation Die Preise im touristischen Bereich sind stark angestiegen und haben sich dem europäischen Preisniveau angeglichen. Seit Anfang des Jahres gibt es in Kroatien den Euro, einhergehend mit dem Beitritt zum Schengenabkommen – das macht die Einreise nach Kroatien attraktiver als in den Vorjahren. Die Inflationsrate beträgt hier derzeit 7,8% (in Deutschland 6,2%). Was schwerwiegender ist, sind die hohen Mehrwertsteuersätze auf Lebensmittel. Diese betragen je nach Lebensmittel, bis zu 25 %. Das wiederum beeinträchtigt das Geschäft zahlreicher Produzenten der Milch- und Fleischindustrie und gefährdet deren Wettbewerbsfähigkeit auf dem in- und ausländischen Markt erheblich. Da auch die Grundnahrungsmittel seit einigen Jahren mit Mehrwertsteuern belegt sind, sind die Preise der Nahrungsmittel angezogen, was den Menschen hier das Leben erschwert. Im Jahr 2022 hat das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kroatien geschätzt rund 17.486 Euro betragen (im Vergleich Deutschland 46.182 Euro). Kroatien hat hier aber sehr gute Entwicklungsprognosen (im Gegensatz zu Deutschland).
Am Morgen – Blick vom Balkon, Hotel DujeVodice HafenCa. 20 km nördlich von Vodice liegt die kleine Insel Murter, die man über eine Klappbrücke erreichen kann. Hier geht es beschaulich zu und der Hafen der Inselhauptstadt bietet nette Restaurants und schöne Ausblicke.
Wasser
Wasserqualität 94% der Badegewässer in Kroatien haben eine hervorragende Wasserqualität. Viele Strände wurden mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Auch das Trinkwasser hat eine hervorragende Qualität – es unterliegt einer strengen behördlichen Kontrolle und kann fast überall im Land unbedenklich verbraucht werden.
Warum ist Kroatiens Wasser klar, sauber und blau? Eine Kombination verschiedener Faktoren spielt dabei eine Rolle:
eine hohe Salzkonzentration = 38,30 Promille, d.h. in einem Kilogramm Wasser sind 38,30 g Salz aufgelöst
verschiedene Sedimente am Meeresboden = Reliktsand, felsige Böden, sandige Buchten
eine Verbindung zu Afrika: Strömungen und Wind tragen Nährstoffe, wie das Phytoplankton, in die kroatische Adria
Phytoplankton wächst und vermehrt sich, dabei setzt es Sauerstoff frei und absorbiert Kohlendioxid, was die Klarheit des Wassers erhält
die durchschnittliche Wassertemperatur im Sommer beträgt 25 °C und im Winter 13°C – hohe Temperaturen über 26 °C begünstigen die Bildung von schädigenden Algen
Hier hat’s die schönsten Boote und Schiffe – passt ja irgendwie zum Wasser😊
Jadranska Magistrala
(Adriatische Küstenstraße) Sie ist ein Teilabschnitt der Europastraße 65, die in Malmö, Schweden, beginnt und in Chania, Griechenland, endet. Die E65 hat eine Gesamtlänge von 3.800 Kilometern. Die Jadranska Magistrala verläuft 600 km entlang der östlichen Adriaküste von Rijeka nach Dubrovnic. Wir sind davon einen Teilabschnitt in nördlicher Richtung gefahren von Zadar nach Rijeka. Die Straße ist gut ausgebaut und führt durch kleine Dörfer, ist sehr kurvenreich (Tempo 40 mitunter) und bietet reizvolle Aussichten. Wir waren ca. 1,5 Stunden länger unterwegs als wenn wir die A1 gefahren wären, die Fahrerei war dafür sehr entspannt.
Jadranska Magistrala
Istrien: Poreč
Wieder hier! 2019 hatten wir dieses Kleinod entdeckt, ein Landhotel, mit großen stilvoll eingerichteten Zimmern und einem kleinen Wellnessbereich auf der Dachterrasse. Die Besitzerin, Frau Rausch, spricht auch Deutsch. Sie ist eine hervorragende Gastgeberin, man kann sich mit beinahe jeder Frage an sie wenden. Sie empfiehlt gute Strände, Restaurants und Sehenswürdigkeiten, sie wäscht und trocknet unsere Wäsche und bereitet ein individuelles Frühstück zu, dass in einer lauschigen Ecke im Garten eingenommen wird. Die Villa liegt etwas außerhalb von Poreč inmitten schönster Natur. Zum Meer sind es ca. 4 Kilometer.
Villa Castello Rausch
Turbulentes Poreč Abends ist hier ordentlich was los: Kleine Geschäfte, Bars und Restaurants sind über Altstadt und Hafen verteilt. Leider schieben sich Massen von Touristen durch die Gassen und das bei schwülen 30°C (Mitte August).Mir macht das dann wirklich keinen Spaß mehr, daher suchen wir uns lieber kleine Restaurants außerhalb des Gewimmels.
Umgebung und Strände von Poreč
Dorf Veleniki, hier speisen wir öfter in der Konoba Daniela (reservieren!) Strände beim Hotel Delfin und der Plava Laguna
Essen und Trinken
wird meist in Konobas serviert – das sind kleine Restaurants mit landestypischen Gerichten.
In Kroatien gibt es häufig gegrillten Fisch oder Fleisch – Veganer/Vegetarier können durchaus gut mit dem typischen Mangoldgericht, gegrilltem Gemüse, Salaten, Suppen, Kartoffel- und Eierspeisen, klarkommen. In guten Restaurants/Konobas hilft eine freundliche Anfrage und man bekommt etwas Schmackhaftes gezaubert.
Neben den klassischen Gerichten (Ćevapčići, Djuvec-Reis, Ajvar …), die wir schon von unserem „Kroaten“ zuhause kennen, gibt es eine unglaubliche Vielfalt:
Deftiges Schwarzes Risotto (Crni rižot), Oktopussalat, Mangoldkuchen (Soparnik), Trüffel Krautrouladen (Sarma), Bohnensuppe (Grah), Pager Käse (Paski Sir), Fleischeintopf (Cobanac), kroatischer Schinken (Prosciutto), Muscheln in Wein (Buzara), Trüffel (Tartuf): Istrien ist mit seinem dunklen Boden und den Eichenwäldern ein Trüffelparadies und allerorts stehen sie auf der Speisekarte, Spanferkel oder Lamm: sieht man hier entlang der Straße brutzeln, allerdings sind das eher Gerichte, die in Bosnien beheimatet sind.
Süßes Palatschinken, verschiedene Kuchen, gefüllte Kekse (Breskvice), frittierte Teigbällchen (Fritule) - diese bekommt man oft automatisch als Nachspeise gereicht.
Getränke Bier, Rotwein, Weißwein, Marillenschnaps, Birnenschnaps, Sljivovica (Pflaumenschnaps), Cedevita (Brausepulver-Getränk), Pasareta (rotes Erfrischungsgetränk), Oranzada (Erfrischungsgetränk mit Orange), verschiedene Kaffeesorten
Travarica - ein hochprozentiger mit Kräutern angereicherter Schnaps hilft so ziemlich für gegen alles: zur Verdauung, gegen Mückenstiche und Reisekrankheit, gegen oder für Kopf- und Zahnweh, oder als Haushaltsreiniger. Jedes Haus, das etwas auf sich hält, hat eine eigene Rezeptur. Zur Not kauft man sich diesen im Supermarkt. Ich, als Kräuterfrau, finde es sehr reizvoll, ein gutes Rezept zu ergattern. Mal schauen ...
Leckeres Essen in den Konobas und als Digestif hilft ein Travarica
Es gibt noch so viel zu berichten über Kroatien. Über Pflanzen und Kräuter von hier verfasse ich einen eigenen Blog. Vielleicht wird es die nächsten Tage etwas kühler, dann folgen noch Berichte über die Natur und Sehenswürdigkeiten. Fürs erste schließe ich diesen Blog und danke für Euer Interesse.
Selbstbemächtigung =sich für Hintergründe interessieren
Zutaten: Kidneybohnen, Haferflocken, Lupinenschrot, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie (oder andere Kräuter), (Ei), Senf, Salz, Pfeffer, Paprika – verkneten, formen und in Olivenöl ausgebacken. Bei den Zutaten und Mengen kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen. Saftig und lecker!
Ich liebe es, mit Lebensmitteln zu experimentieren. Es kommen zwar weder Spinnenbeine noch Krötengift ins Essen, doch solche gefährlichen Lebensmittel wie Kräuter und Gemüse sind durchaus dabei. Meine Männer beäugen mein Kochen schon etwas misstrauisch, aber meistens schmeckt’s ihnen dann doch. Manchmal gibt’s auch Schelte, naja nicht alles gelingt immer.
Ich gebe es zu: Ich mag gerne Fleisch essen. Ich weiß aber, dass es nicht überlebenswichtig ist und dass Umwelt und Tiere wegen des übertriebenen Konsums in den Industrieländern leiden. Wir sind direkt mit Fleisch gemästet worden und haben uns, wie in anderen Lebensbereichen auch, abhängig gemacht. Glücklicherweise setzt gerade eine Trendwende ein, die zu einem bewussteren Konsum oder Verzicht führt. Ich finde es gar nicht so leicht, auf fleischlos umzusteigen und hoffe, dass ich so nach und nach meine „Sucht“ überwinde. Die Klopse kommen schon mal gut an, auch bei meinen Männern.
Bei meinem letzten Spaziergang habe ich ein paar Kräutlein gefunden, die ich Euch zeigen möchte:
Giersch (Aegopodium podagraria)
„Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei.“ Alte Regel, welche bedeutet, dass man den Giersch aufgrund seines dreieckigen Stängels und den drei mal drei angeordneten Blättern bestimmen kann. Der Giersch ist ein Doldenblütler, den man mit anderen giftigen Vertretern verwechseln kann. Da hilft die Regel enorm.
Gut ernten kann man ihn im Frühjahr und Frühsommer. Man verwendet ihn als Salatbeigabe ähnlich wie Petersilie oder man dünstet ihn wie Spinat, stellt ein Pesto her oder bereitet damit ein Smothie zu. Wer Giersch im Garten hat, freut sich nicht wirklich: Durch seine unterirdischen Wurzelaustriebe kann er schnell wuchern. Da hilft nur eines: aufessen, als Tee trocknen oder eine Jauche für den Garten herstellen und damit andere Schädlinge vertreiben oder als Dünger verwenden.
Inhaltsstoffe: Giersch ist sozusagen ein Superfood – er enthält eine hohe Konzentration an Vitamin C, Kalium und Eisen, sowie anderen Vitaminen und Mineralien. Als sekundäre Pflanzenstoffe enthält er u.a. ätherische Öle und Flavonoide. Anwendung: Giersch regt den Stoffwechsel an, entgiftet, entwässert, und entsäuert. Der Giersch kommt zum Einsatz, wenn „das Zipperlein plagt“, also bei Rheuma, Arthritis und Arthrose. Und er hilft auch bei einer Entwurmung, bei Erkältungen, Zahnweh, Verspannungen.
Taubnesseln (Lamium)
Taubnesseln gibt es in den verschiedenen Sorten (Goldnessel, Bastard-Taubnesseln, weiße und purpurfarbene Taubnesseln). Jede hat ähnliche Wirkungen. Taubnesseln sind nicht mit der Brennnessel verwandt. Sie sind ungiftig.
Inhaltsstoffe: Vitamine B + C, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kalium, Kieselsäure, Zink. Anwendung: Frauenleiden als „Kraut der lächelnden Mutter“ (reguliert Menstruation und Weißfluss), Blutungen, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Husten, Halsweh, Verdauungsstörungen – innerlich + äußerlich. Wirkweise: astringierend, auswurffördernd, schleimlösend, abschwellend, entzündungshemmend, blutreinigend, blutstillend
Brennnessel (Urtica)
Die Brennnessel brennt dank ihrer Brennhaare. Die Signaturenlehre lehrt, dass Eigenschaften und Aussehen einer Pflanze Ähnliches heilen können. Wenn’s brennt (wie z.B. bei einer Blasenentzündung, oder einem Rheumaschub), kann sie Linderung verschaffen.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Kalium, Caffeoyläpfelsäure, ungesättigte Fettsäuren Anwendung: bei Nieren- und Blasenproblemen, Hauterkrankungen, Nesselsucht, Rheuma, Arthrose, Arthritis, Darmbeschwerden, Schuppen, fettiger Kopfhaut. Auf der psychischen Ebene wirkt sie wie ein Antidepressivum, da sie das Durchsetzungsvermögen stärkt (Signaturenlehre: Die Pflanze setzt auch gerne durch). Wirkweise: entzündungshemmend, blutstillend, blutreinigend, stoffwechselanregend, stuhlfördernd, auswurffördernd, schleimlösend.
Bin noch am überlegen, ob ich sie trocknen oder direkt als Salat weiter verarbeiten soll.
Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur sehen, verstehen und annehmen
Während der kalten Jahreszeit bin ich oft in der Küche anzutreffen. Und dafür kaufe ich möglichst regional ein. Ich liebe es, frische Zutaten zu verwenden.
Ausbeute – Seit langer Zeit waren wir mal wieder auf dem Hanauer Wochenmarkt. Alkohol gibt es am Weinstand, dort kann man auch an Stehtischen einen Sekt oder Wein verkosten – sehr fein. Da der Marktplatz mit dem Weihnachtsmarkt besetzt ist, findet der Wochenmarkt rund um den Freiheitsplatz statt. Die Sonne schien, es waren einige Menschen unterwegs, aber nirgends war es überfüllt. Abendessen mitfrisch gebackenem Brot und Kräuterbutter (Schnittlauch, Isop, Bohnenkraut, Knoblauch) mit einem Gläschen Wein dazu … 😋 Unten rechts seht Ihr eine Steckrübe, das ist eine alte Gemüsesorte. Wir nannten es früher „unterirdische Kohlrabi“. Dazu gab es schlabberiges Wellfleisch. Ich hasste es. Aber jetzt werde ich versuchen, es nach meinem Geschmack zu kochen. Mal sehen, welche Ideen der „Chefkoch“ hat …Feldsalat mit Zwiebeln und Balsamicodressing, darüber werden warme gebratene Pilze gegeben. Meinen Feldsalat beziehe ich beim Gärtner Lapp bei uns um die Ecke. Der Salat ist schon gut vorgeputzt und sehr frisch.😋Brötchen für den Sonntag:600g Weizenmehl, 7g Trockenhefe (die Trockenhefe rühre ich mit warmem Wasser, etwas Mehl und 1 Teel. Zucker an und warte ca. eine halbe Stunde bis es blubbert), 1 Teel. Sauerteigansatz, 1 Eßl. Salz, Wasser, 1 Schuss Olivenöl – alles verrühren und mehrere Stunden warm stellen, zwischendurch kneten, über Nacht kalt stellen, Brötchen formen, etwas gehen lassen und insgesamt ca. 25 Minuten backen (5 Minuten ca. 250 °C + 20 Min. 180 – 200 °C in Dampfschwaden). Die Brötchen wurden sehr fest, aber aromatisch und saftig.Schnelles Bananenbrot Meine liebe Arbeitskollegin gab mir das Rezept, nachdem ich von ihr eine Scheibe dieses leckeren, saftigen Brotes abstauben durfte. Hinzu kommen Studentenfutter und Zimt nach gusto. Ich hatte weniger Zucker, aber mehr Eier im Rezept. Sabines Brot war eindeutig saftiger. Beim nächsten Mal halte ich mich genau an die Vorgaben.
Mein Wochenende beginnt immer mit einer Tasse Kaffee. Dann setze ich mich neben die Heizung und döse in den Morgen.
Auch wenn der Küchenkram manchmal recht viel ist, ist mir fast jeder Handgriff ein Vergnügen. Das könnte daran liegen, dass ich gerne Neues ausprobiere und dann gespannt bin, ob es was wird. Es ging schon einiges daneben, das verbuche ich dann als „Lernen“ bzw. als „Erfahrungen sammeln“.😊
Was kann man mit Garten-Äpfeln so alles anfangen? Sie sind schön sauer und etwas mürbe. Und ungespritzt. Fragt mich nicht, wie die Sorte heißt. Es ist eine alte Apfelsorte, vom Geschmack ähnlich wie ein Boskopf.
Also: Die Äpfel werden gewaschen und die faulen Stellen entfernt. Die Schale wird auf der Heizung oder im Dörrautomat getrocknet. Unter der Schale sitzen die meisten Vitamine, daher konserviere ich sie. Später geben sie zudem meinen Kräutertees eine säuerliche Note. Die Äpfel selbst sind im Brotkuchen „gelandet“ (siehe vorherigen Beitrag). Ach ja, da es sich hier um eine alte Apfelsorte handelt, hebe ich die Kerne auf. Vielleicht ziehe ich daraus ein paar Bäumchen. Wer weiß?