Misteln (Viscum)

sind Halbschmarotzer, die dem Wirt den (Lebens-)Saft entziehen können. Sie wachsen besonders gerne auf Obst-Arten der Rosacea, also auf Apfelbäumen und Co. Weltweit gibt es über 1000 Mistelarten, wovon nur wenige in unseren Gefilden zu finden sind, hauptsächlich sind es die Laubholz-, die Tannen- und die Föhrenmisteln.

Sie breiten sich in die Versorgungskanäle aus und entziehen dem Baum Wasser und Nährstoffe. Sie können selbstständig Photosynthese betreiben und so die Nährsalze weiterverarbeiten. Misteln vermehren sich über Vögel, die die Beeren fressen. Die Vögel scheiden die Samen unverdaut aus. Durch den klebrigen Schleim bleiben die Samen an den Ästen hängen und bohren sich als „Senker“ in die Äste.

Systematik (Wikipedia) Klasse Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung Sandelholzartige (Santalales)
Familie Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Gattung Misteln

Blütezeit und Reifezeit Von Februar bis März/April blüht die Mistel, im Dezember sind die Beeren reif.

Befallene Obstbäume sollten im späten Winter oder im Frühjahr beschnitten werden, um den Obstertrag zu erhalten.

Apfelbaum mit Mistelbefall, in der Regel sind hier die weißen Misteln heimisch.

Ich frage mich, welche Rolle sie im natürlichen Kreislauf spielen. Sind Misteln auch von Vorteil für ihren Wirt?

Namen Hexenbesen, Vogelmistel, Laubholzmistel, Donnerbesen, Hexennest, Wintergrün, Drudenfuß, Heil aller Schäden, Heiligkreuzholz

Heilwirkung

Vorsicht bei der Zubereitung von Misteln – jedes Pflanzenteil ist in rohem Zustand leicht giftig. Empfohlen wird ein kalter Auszug des Mistelkrautes über Nacht, da so die Toxine weniger gelöst werden.

Im Allgemeinen gilt die Mistel als stärkend und anregend für Immunsystem und Selbstheilungskräfte. Sie enthält Eiweissstoffe, die die Produktion von Endorphinen anregen. Diese wirken schmerzlindernd und stimmungsaufhellend.

In der Volksheilkunde werden Misteln gegen Bluthochdruck und Arthrose verwendet. Äußerlich angewendet lindern sie Gelenkentzündungen und helfen bei Krampfadern und Geschwüren.

Der Volksglaube sagt auch, dass die Mistel die „Fallsucht“ (Epilepsie) mildere. Das hat mit der Signatur der Pflanze zu tun, denn die Pflanze berühre niemals den Boden.

In der Krebstherapie wird sie wegen ihrer antitumoralen Wirkung eingesetzt. Die Pflanzenstoffe, besonders das Mistellektin und das Viscotoxin, wirken positiv auf das Immunsystem. Das Immunsystem wird gestärkt und der Tumorwachstum durch den „programmierten Zelltod“ (Apoptose) gehemmt.

Anfang des 20. Jahrhundert stellte der umstrittene Antrosoph Rudolf Steiner (1861-1925) die These auf, dass die Wirkstoffe der Pflanze den Tumor genauso aushungern könnten, wie es die Pflanze mit ihrer Wirtspflanze macht. Die Mistelzweige selbst verdichten sich in eine Kugelform, ebenso wie es der Krebs tue. Seine These leitet er von der gängigen Signaturenlehre in der Kräuterheilkunde ab. [Diese besagt, dass Farbe, Standort, Aussehen, Geruch, Lebensweise etc. der Pflanze als „Zeiger“ dienen, für was die Pflanze gut ist. Ähnliches wird mit ähnlichem bekämpft.]

Brauchtum

Bereits in der Antike galt die Mistel als Heil- und Zauberpflanze. Tatsächlich existieren Aufzeichnungen von Römern, die nach der Eroberung der Kelten und Germanen über deren seltsame Gebaren berichteten. Plinius schrieb über die heiligen Männer (Druiden), die nachts bei Vollmond Misteln von Eichenbäumen ernteten. Dabei wären sie in weiße Gewänder gekleidet und würden mit einer goldenen Sichel arbeiten. Außerdem dürfe die Mistel den Boden nicht berühren, daher wären bei der Ernte weiße Tücher unter den Bäumen ausgelegt. Kennt ihr Miraculix, den Druiden vom Comic „Asterix und Obelix“? Er wird genauso dargestellt! Er sammelt mit seiner goldenen Sichel Zutaten für seinen Zaubertrank. Tatsächlich sollten Zaubertränke aus Misteln Kraft, Mut und Unbesiegbarkeit verleihen und Krankheiten heilen. Amulette mit der Pflanze würden vor Unheil schützen sowie Glück und Liebessegen bringen. Der Brauch, in der Weihnachtszeit einen Mistelzweig über die Eingangstür zu hängen, verheißt Glück und Segen. Wenn man unter einem Mistelzweig steht, darf geküsst werden, so oft und viel, wie Beeren am Zweig hängen.

Da die Früchte bei uns im Winter reif sind, wurden sie bei Riten der Wintersonnenwende verwendet. Sie ist im Winter grün und ihre Früchte sind reif. Sie ist dann weithin sichtbar, aber doch kaum erreichbar. Im Sommer wird sie jedoch von den Blättern der Bäume verdeckt. Sie lebt zwischen Himmel und Erde und symbolisiert so die „Zwischenwelt“ – atypisch zur übrigen Natur, aber doch als Teil von ihr.

Zu meiner Eingangsfrage, ob Misteln einen Vorteil für ihren Wirt brächten, habe ich recherchiert. Generell schaden sie ihrem Wirt nicht, denn sie leben von eben diesem. Misteln können in der Regel so alt wie ihr Wirtsbaum werden. Allerdings stellen sie eine zusätzliche Belastung dar bei bereits beschädigten Bäumen, z.B. bei Trockenheit oder Schädlingsbefall. Über einen erkennbaren Vorteil für den Wirt konnte ich nichts finden. Aber wer weiß? Vielleicht spenden die Mistelkugeln Schutz und Wärme im Winter und Schatten im Sommer? Vielleicht entziehen sie Wasser und Nährstoffe und regen somit gleichzeitig den Stoffwechsel an? Oder … ?

Selbstbemächtigung = hinterfragen

Die Bilder sind von mir und von Pixabay.

Wie Urlaub

Diese Woche durfte ich früher Feierabend machen. Ich war voller Tatendrang und verabredete mich mit meiner Freundin in die Eisdiele. Da ich noch Zeit hatte, fuhr ich nach Hochstadt zur Hartig. Die Hartig ist ein Naturschutzgebiet, das hauptsächlich aus Streuobstwiesen besteht. Da es auf einer Anhöhe liegt, kann man von hier weit ins Umland schauen, z.B. in den Spessart oder nach Frankfurt.

Auf der Hartig

Viele Apfelbäume und dazwischen eine Walnuss

Es war kalt und windig und fing auch noch an zu nieseln. Doch für mich war es einfach nur herrlich, die frische Luft einzusaugen und langsam die Anhöhe hinaufzuspazieren. Weil ich neugierig war auf die Wiesenkräuter, wich ich etwas vom Weg ab und schaute mich um. Hier soll der Wiesensalbei wachsen, den ich leider nicht entdeckte.

Misteln sind Schmarotzer, die dem Wirt den (Lebens-)Saft entziehen. In der Krebstherapie werden sie erfolgreich eingesetzt.
In Reih und Glied oder auch solitär.

Am Weinberg Beim Laufen entdeckte ich eine Hecke und war neugierig, was sich wohl dahinter verbirgt. Das musste untersucht werden! Ah, hier wachsen die Trauben vom Hochstädter Winzerverein:

Weinstöcke und Ausruhmöglichkeiten

Was wächst denn da?Unterwegs sammelte ich Vogelmiere zum Essen und Moose zum Basteln und Dekorieren. Ich entdeckte auch andere Pflanzen:

Storchschnabel, Hahnenfuß, Teufelsabbiss (?),Vogelmiere und Purpurnessel, Baumpilze, Meerrettich

Freundinnenplausch

Nachdem ich noch eine schnelle Runde einkaufen war, wurde es Zeit für meine langjährige Freundin. Und was bietet sich bei dem kalten Winterwetter an? Natürlich ein Eis beim Costa in Dörnigheim! Der Eissalon wurde renoviert, so dass es gemütlich und warm ist und das Eis schmeckt einfach nur lecker! Das Schönste war der Plausch mit meiner Freundin, die ich seit Monaten nicht mehr gesehen habe. Jede von uns hat ihren „Schaff“ und obwohl wir nur wenige hundert Meter von einander entfernt wohnen, sehen wir uns selten. Aber dann gibt es keine Hemmschwelle und wir sprechen da weiter, wo wir vorher aufgehört hatten. Mir sind solche Treffen sehr kostbar. Wir nehmen uns jedes Mal vor, uns schneller wieder zu treffen. Meistens kommt das Leben dazwischen.

Eierlikör- und Krokantbecher – köstlich!

Kräuteriges

Vogelmiere (Stellaria media) Teppichartig breitet sie sich auf stickstoffhaltigen Böden aus und schützt dabei als lebende Mulchschicht vor Bodenerosionen. Selbst bei Minustemperaturen wächst sie weiter, auch unter Schneedecken. Anstatt sie als Unkraut zu bekämpfen, sollte man sie lieber aufessen und als Heilpflanze nutzen. Sie ist vitamin- und mineralstoffreich, enthält Saponine und Flavonoide. Geschmacklich hat sie eine feine nussige Note, ich finde sie äußerst lecker. Als Tee, Salbe oder Breiumschlag wirkt sie positiv bei Haut- und Stoffwechselerkrankungen (Gicht und Rheuma) und Entzündungen. Und sie findet in der Küche eine vielfältige Verwendung in Kräuterbutter, Suppen Quarkspeisen und Salaten.

Frankfurter grüne Soße

Zutaten Sahnequark, Schmand, frische Vogelmiere und Schnittlauch, Tiefkühlkräuter (Dill, Pimpinelle, Borretsch, Petersilie, Kerbel), kleingeschnittene Eier, Salz, Pfeffer, Senf. Dazu gibt es Pellkartoffeln.😋 https://monika-rauch.com/2021/09/16/gruene-sosse/

Pesto

Zutaten Vogelmiere, Knoblauch, Walnüsse, Parmesankäse, etwas Salz werden nacheinander in Olivenöl gemörsert. Das Pesto ist einige Tage haltbar, besonders, wenn’s mit einer Ölschicht bedeckt ist. Es schmeckt lecker zu Nudeln und Kartoffeln.

Irgendwann abends war ich zuhause und musste noch die Einkäufe verstauen. Weil es gerade so gut „flutschte“, bereitete ich schnell noch etwas zum Essen vor. Und natürlich musste ich die Küche aufräumen. Danach sank ich ermattet auf die Couch nieder und verfiel augenblicklich in Tiefschlaf.

Obwohl ich schon sehr früh arbeiten ging und das Programm nicht eben klein war, war dieser Tag ein Erlebnis und sehr erfüllend für mich – eben wie Urlaub.

Selbstbemächtigung = eingebunden sein in Natur und Freundschaft

Neues aus der Resteküche: Bulgur

Bulgur – Weizenschrot mit nussiger Note

„Ein weiteres Grundnahrungsmittel der orientalischen Küche ist Bulgur. Wie Couscous auch wird es in der Regel aus Hartweizen hergestellt. Die Getreidekörner werden zunächst im Dampf gegart, getrocknet und erst dann je nach Bedarf klein geschnitten. Durch dieses Verfahren bleiben mehr Nährstoffe erhalten. Da auch Bulgur bereits vorgegart ist, gelingt seine Zubereitung ähnlich schnell: Einfach den Schrot in heißem Wasser oder Brühe quellen lassen. Der Unterschied liegt im Geschmack: Bulgur schmeckt etwas kräftiger nussig als die kleinen Couscous-Kügelchen.“

https://landeszentrum-bw.de/

Unsere Küchenfrau hat es gut mit mir gemeint und mir eine riesige Tüte mit frisch gebrühtem Bulgur mitgegeben. Zu schade für die Tonne, aber was macht man damit?

Würzig

Bulgursalat Bulgur, türkische Paprikapaste, Olivenöl, Zitronensaft, Granatapfelsirup (-balsamico), Salz, Petersilie, Minze, Rohkost, Zwiebeln nach Gusto, aber sehr klein geschnitten … mischen, abschmecken … 😋😋😋

Oder süß

Süßer Bulgurauflauf ca. 600 g gequollenen Bulgur, 120 g Zucker, 3 Eier, Hafermilch, 150 g gemahlene Mandeln, gemahlene Vanilleschote, 150 g Butter, Zimt, 1 Banane, 1 Beutel TK Himbeeren, Mandelblättchen … mixen schichten, ab in den Ofen bei 160 °C für ca. 45 Minuten.

Das Rezept habe ich mir ausgedacht und der Auflauf war lecker. Beim nächsten Mal würde ich für die Menge Bulgur etwas mehr Zucker und Butter und wesentlich mehr Obst nehmen (z.B eine Zwischenschicht Aprikosen oder Pfirsiche). Als Topping schmeckt Vanillesoße oder Sahne.

Aus Bulgur kann man eine ganze Menge anderer Sachen herstellen, z.B. Bratlinge, Gemüse-, Fleisch-, Fischpfannen und -Aufläufe. Oder man ißt ihn einfach als Beilage, ähnlich wie Reis.

Beim Kochen gehe ich nie 100 % nach Rezept. Ich verändere die Mengen, die Zutaten oder alles. Meistens bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und ändere ggf. beim nächsten Mal ein wenig. Manchmal denke ich mir ein neues Rezept aus, so wie beim Bulgurauflauf. Aber auch dabei habe ich ja meine Erfahrungen mit Altbewährten im Hinterkopf .

Selbstbemächtigung = Neues wagen

Der Garten wartet

Ich wollte raus. Draußen regnete und windete es und manchmal blitzte die Sonne hervor. Und warm war es auch nicht gerade. Ich musste was tun:

Gartencenter besuchen

Im Gartencenter kaufte ich für drinnen zwei Orchideen und für draußen Stiefmütterchen, Primeln, Thymian und Rosmarin. Außerdem gab’s noch ein paar Tütchen Samen.

Balkon aufräumen

Zuhause räumte ich die Loggia auf und setzte dabei die Kräuter. Danach stellte ich sie an einen geschützten Platz.

Vögel versorgen

Die Vogelhäuschen werden regelmäßig mit Sämereien, Haferflocken, Nüssen, Meisenknödel und Mehlwürmern befüllt.

Säen und setzen

Die Frühblüher sind eingepflanzt und die Krokusse kommen bereits raus.
Der Nistkasten ist bereit und im Frühbeetkasten wurden Feldsalat, Portulak und Brokkoli in die Kästen gesät.

Ja ja, ich weiß, es ist Winter. Aber mir kribbelt’s halt immer mal in den Händen. Nach der Arbeit muss ich erstmal auftauen, das geht am besten auf der Couch mit einem schönen Tee. Und Ihr so?

Selbstbemächtigung = Kribbeln spüren

Letztes Jahr habe ich noch mehr im Garten geschafft: https://monika-rauch.com/2021/12/18/gartenarbeiten-im-winter/

Sylt im Winter

Einfach den Wind um die Nase wehen lassen, laufen, reden und zur Ruhe kommen. Das ist unser erklärtes Ziel. Es ist mild mit ca. 6°C, doch das Lüftchen ist recht rauh.

Abends, nach der Ankunft, gab es erst mal ein Matjes-Brötchen auf die Hand, lecker!

Morsum Kliff

Am östlichsten Zipfel von Sylt kann das Morsumer Kliff erwandert werden.
Blick aufs Wattenmeer
Nicht überall waren die Wege so gemütlich, zwischendurch gab es auch mal Matschepampe.
Gefährlich: Das rote Kliff wird stark unterspült, daher bricht bei starker Flut Land ins Meer.
Die Severin Kirche ist die älteste Kirche der Insel. Sie wurde vor über 800 Jahren auf einer Geest in Keitum errichtet. Ihr Mauerwerk beträgt geschätzte 80 cm. Das Beste ist, dass unter den Sitzbänken Heizungsrohre verlaufen – schön warm!

Bei Wenningstedt

„Alltagsmenschen“ der Künstlerinnen Christel & Laura Lechner
Über 240 Vogelarten wurden auf Sylt gezählt. Möwen sind Kulturfolger, d.h. sie leben meist von den Abfällen unserer Zivilisstion.

Bei Tinnum

Dünenlandschaft
Gegenlicht
Strandgut
Mit Licht

Schon wieder am Strand

Bodenfunde
Die Sonne kommt raus
Auf was warten die Möwen?
Ebbe

Deutschlands nördlichster Punkt Lister Ellenbogen

Halbinsel und Naturschutzgebiet sind 1200 Meter lang und hauptsächlich mit Vögeln, Schafen und Robben besiedelt.

Dünenlandschaft

Meerseite Bei gutem Wetter kann man von hier bis zur 4 Kilometer entfernten dänischen Nachbarinsel Rømø herüberschauen.

Links oben: Deutschlands nördlichster Punkt.

Hier ist das Baden gefährlich, da Wattenmeer und das offene Meer aufeinandertreffen und so gefährliche Strömungen entstehen. Allerdings ist das Revier wohl ideal zum Kite-Surfen.

Es sprudelt und strömt.
Fischfang und Tünnef in List

Keitum

Das alte gewachsene Dorf war einst Hauptort der Insel. Besonders im 18. Jahrhundert ließen sich viele ehemalige Kapitäne nieder. Die meisten Kapitäne begannen ihren beruflichen Werdegang auf Walfangflotten oder später in der Handelsschifffahrt. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts spielte der Walfang auf Sylt eine große Rolle. Viele junge Männer verdingten sich als Walfänger und waren vom Frühjahr bis zum Herbst unterwegs. Manche kamen gar nicht mehr zurück, weil die Arbeit gefährlich und mitunter tödlich war. Und viele Sylter arbeiteten sich hoch und wurden Kapitän. Vorher war auf Sylt das Leben eher von Armut und Kargheit geprägt.

Reetgedeckte Friesenhäuser erzählen von Wohlstand durch Walfang und Handelsschiffahrt.

Im Sylt-Museum zeugen Exponate aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit von einer Jahrtausende alten Siedlungsgeschichte. (47 Megalithanlagen sind auf der Insel verteilt und können teilweise besichtigt werden.) Die jüngeren Siedler, die Friesen, sind die direkten Vorfahren der heutigen Sylter.

Sylt brachte einige bedeutende Künstler hervor. Die Bilder oben links und unten rechts stammen von Andreas Dirks (1965 – 1922), der auf Sylt aufwuchs.
Das Friesenhaus aus dem 18. Jahrhundert von Kapitän Hansen ist original eingerichtet.

Friesen auf Sylt „Im 8. Jahrhundert machten sich die Friesen aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet zwischen Nord-Holland und der Weser auf ins heutige Nordfriesland und wurden auch auf Sylt und deren Nachbarinseln sesshaft. Zur gleichen Zeit hatten Wikinger dort Stützpunkte eingerichtet, trieben wie die Friesen, mit hochseetüchtigen Schiffen Handel mit fremden Ländern und Kulturen. Die Wikinger verschwanden ca. 1.100 n. Chr. – die Friesen blieben.“

https://klingler-sylt.de/sylt-brauchtum-und-tradition/#:~:text=Im%208.,Sylt%20und%20deren%20Nachbarinseln%20sesshaft

Am Wattenmeer

Wir folgten einem Wanderweg entlang der Küste in Richtung Archsum.
Unterwegs winkte uns eine Alltagsfrau zu, an den Mauern blühte auch im Januar der Schneeball und vor dem Sylter Heimatmuseum liegen die Knochen eines gestrandeten Finnwals. Nach unserer Tour stärkten wir uns mit leckerer Friesentorte und Kaffee.

Unser Urlaub war nach einer Woche vorbei. Jeden Tag waren wir draußen, auch bei Regen. Geschlafen haben wir wie die Murmeltiere und gegessen haben wir zuviel. Und wir haben einiges über die Insel erfahren. Schön war’s!

Selbstbemächtigung = reif für die Insel sein und erholt zurückkehren

Über den Winter

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn – den Winter.

Kälte und Schnee können Rückzug, Ruhe und Geborgenheit bedeuten – aber auch Frieren, Bedürftigkeit und Einsamkeit.

Er ist da, der Winter, was hilft es, wenn wir uns vom Blues herunterziehen lassen?

Unsere Entscheidung, was wir daraus machen: Betrachten wir uns als Opfer der Gegebenheiten oder können wir uns auf die andere Seite wagen und dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen?

Klirrend kalt
Kahler Wald.
Scharfer Wind
Weinendes Kind.
Strahlende Sonne
Trauer statt Wonne.
Weißer Schnee
Alles tut weh.

Klirrend kalt
Schützender Wald.
Scharfer Wind
Jauchzendes Kind.
Strahlende Sonne
Freude und Wonne.
Weißer Schnee
Nichts tut mehr weh.
Früh am Morgen steh ich auf - 
zum Hundelauf.
Die Sonne gleißt im Schnee -
mir tun die Augen weh.
Es bellt der Hund -
tut Freude kund.
Ich bell zurück - kleines Winterglück.

Selbstbemächtigung = Sichtweisen ändern

Endlich Sonne

Nach einem milden November wurde es im Dezember doch kälter und lange Zeit war der Himmel trüb und verhangen. Das hatte sich auch auf meine Stimmung ausgewirkt. Kaum schien die Sonne, schnappte ich mir Rusty und machte einen langen Spaziergang. Gut, dass ich wasserundurchlässige Schuhe habe, denn die Wiesen sind recht feucht. Rusty war voller Lebensfreude, besonders als ich noch das eine oder andere Äpfelchen warf. Zwischendurch wälzte er sich im Gras und knatterte vor sich hin. Und ehrlich, am liebsten hätte ich es ihm nachgetan. Hab‘ mich aber gerade noch beherrschen können. Auch ohne, dass ich mich auf dem Boden gewälzt habe, tat mir die Natur sehr gut. Ich war rundum zufrieden.

Hab Sonne im Herzen...

Hab Sonne im Herzen,
ob’s stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit.

Hab Sonne im Herzen,
dann komme was mag:
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen
mit fröhlichem Klang,
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang
hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme was mag:
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut lässt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!

Cäsar Flaischlen (1864-1920)

Selbstbemächtigung = die Sonne ins Herz lassen

Rückzug

Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück.

Langsam wird es ruhiger: Pflanzen ziehen sich in ihre Wurzeln zurück, Tiere gehen in den Winterschlaf, Vögel fliegen in den Süden … und wir?

Selbstbemächtigung = Rhythmus der Natur leben

Winterlinge

Fotografiert in Rodheim v.d.Höhe/Wetterau, Februar 2022, unter einem Walnussbaum

Winterlinge (Eranthis hyemalis) sind giftige Hahnenfußgewächse. Sie wachsen aus Knollen, das sind verdickte und fleischige Stängel- oder Wurzelteile (wie die Kartoffel, sie ist auch ein Knollengewächs).

Winterlinge sind Frühblüher und kommen ungefähr zeitgleich mit den Schneeglöckchen aus der Erde. Die Blüte beginnt ab Mitte Februar, je nach Region. Winterlinge sind  Trachtpflanzen für Bienen, die bei mildem Wetter ihre ersten Sammelflüge starten.

Ursprünglich stammen die gelben Blüher aus Südeuropa. Bei uns wurden sie im 16. Jahrhundert kultiviert.

Ihre Lieblingsstandorte sind feuchte Laubwälder, in Gebüschen, in Weinbergen, unter Bäumen.

Ich freue mich einfach nur, wenn ich die gelben Farbtupfer sehe.

Viele Blütengrüße, Eure Monika

Selbstbemächtigung = Farbe ins Herz lassen 💛

Winterkräuter: Pesto und Butter

Einige zarte und junge Blättchen der Wildkräuter kann man bereits im Januar in den Speiseplan mit einbauen. Besonders gut geht das mit der Vogelmiere, sie duftet frisch und schmeckt sehr fein. Die anderen Kräutlein dosiere ich eher sparsam, sie haben eine leicht bittere Note, was ja gut für Leber und Galle ist.

Für das Wildkräuter-Pesto schreddere ich zunächst Mandeln, Haselnüsse mit Olivenöl. Dann kommen Knoblauch, Kräuter, Hartkäse und etwas Salz hinzu – mixen und fertig. Zum Aufbewahren gibt man das Pesto in ein Schraubglas, oben muss eine Schicht Öl schwimmen, das schützt vor Schimmel. Das Pesto schmeckt sehr lecker zu Nudeln und Reis. Es passt auch gut als Marinade für Fisch und Fleisch. 😋
Die Butter wird mit Vogelmiere, Knoblauch, einer kleinen Menge der anderen Kräuter und Salz verknetet. Kräuterbutter passt gut zu frischem (warmem) Brot, Kartoffeln, Grillgemüse, Fisch, Fleisch.

Bitte achtet darauf, beim Sammeln von Wildkräutern nur das zu nehmen, was Ihr zu 100 % kennt. Bitte nicht auf Vermutung sammeln oder verarbeiten. Es gibt viele eßbare Kräuter, oder welche, die man zur Heilunterstützung verwenden kann. Und im Gegensatz dazu gibt es die Giftpflanzen, die man auch kennen sollte. Wie im echten Leben überall, gilt es, verantwortungsvoll mit Pflanzen umzugehen.

Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur annehmen