Mazerat aus Apfelknospen

Wie in meinem vorherigen Blog über die Gemmotherapie ( https://monika-rauch.com/2022/04/10/gemmo-therapie/) beschrieben, tragen die Knospen bereits das Erbgut der gesamten Pflanze in sich. Das heißt , wir haben die Heilkraft aus ihren Blüten, Früchten, Blättern, Stielen und ihrer Rinde zur Verfügung.

Die Knospen werden im fast geschlossenen Zustand gepflückt und in Alkohol (Wodka, Weingeist) für ca. 4 Wochen ausgezogen. Zwischendurch wird das Glas immer mal geschüttelt. Danach kann man die Knospen absieben und die Tinktur tropfenweise einnehmen oder weiter verarbeiten.

„Ein Apfel am Tag ersetzt den Doktor.“

Unser Volkswissen weiß es längst: Ißt man regelmäßig Äpfel, wirkt sich das positiv auf den Stoffwechsel aus, er hilft eigentlich für gegen alles, z.B. bei Rheuma, Gicht und Arteienerkrankungen.

In der Apfelschale stecken Ballaststoffe wie Pektine und Zellulose. Diese wirken, äußerlich angewendet, bei Hauterkrankungen und innerlich angewendet bei Magen-Darm-Beschwerden. Apfelschalentee kann gegen Nervosität und geistige Erschöpfung helfen.

Ebenso wirken auch Blätter und Rinden – sie sind u.a. adstringierend, entzündungshemmend und antioxidativ.

Ein Spaziergang durch Streuobstwiesen tut der Seele wohl.

Auf der Seelenebene steht der Apfel für Gesundheit und Lebensfreude.

Eine Bitte: nur wenige Knospen ernten! Die Blüten sind Futter für Bienen und andere Insekten. Außerdem möchten wir ja auch noch später Äpfel ernten.

Selbstbemächtigung = regelmäßig einen Apfel essen

Gemmo-Therapie

Gemmo = Knospen In der Gemmotherapie nutzt man die Kraft der Bäume. Man sammelt einige Knospen, die noch nicht ganz aufgebrochen sind und lässt diese ausziehen und verarbeitet sie genauso weiter wie die Auszüge von anderen Heilpflanzen.

Süßkirsche – es ist draußen zwar noch etwas frisch, aber das stört die Bienen nicht. Es summt und brummt im Baum und es duftet wunderbar. Das ist eine Wohltat für meine Seele.
Noch schnell ein paar Knospen pflücken, bevor alle erblüht sind. Eigentlich müssten sie für meine Zwecke noch etwas verschlossener sein. Ich wage es trotzdem.
In den Knospen steckt jegliche Information im embryonalen Zellgewebe. D.h. wenn man die Knospen verwendet, wird die Heilkraft vom gesamten Baum genutzt: von der Rinde, den Blättern und Stielen, der Früchte und Kerne. Für ein Gemmomazerat benötigt man nur eine kleine Menge an Knospen.
Die Wirkung der Kirsche ist entgiftend, entzündungshemmend, schlaffördernd. Sie ist reich an Vitamin C, Kalium und Folsäure. Sie kann bei Schlafstörungen, Rheuma, Erkältungen, Bluthochdrock, Gicht, Demenz helfen. Blätter, Stängel und Rinde wirken stärker als die Früchte.
Schönes Färbchen, nach ca. zwei Stunden.
Meine anderen Gemmo-Präparate: Süßkirsch-Tinktur (Ethanol), Schwarzpappel-Salbe (Sonnenblumenöl + Bienenwachs), Apfel-Tinktur (Wodka), Fichten-/Lärchen-Oxymel (Apfelessig + Honig), Haselnuss- Gemmospray (Wodka + Glycerin), Haarwasser (Douglasie + Holunder + Wodka + Wasser + Mandelöl + äth. Rosmarinöl), Schwarzpappel (Wodka).

Selbstbemächtigung = Kraft aus der Natur schöpfen

Der nackte Dezember

Der Dezember bietet sich an, in Schwarzweiß zu fotografieren.

Die Natur zeigt sich nackt; Blätter und Blüten sind verschwunden. Es wirkt traurig, kahl und trostlos: Kein Blätterrauschen und Vogelgezwitscher, nix Grünes. Das Grundgerüst aber bleibt. Die toten Äste und abgestorbenen Pflanzen werden vom Wind abgeschüttelt und weggeweht. Sie zersetzen sich und dienen als Nährboden für neues Leben. Unter der Erde geben die Wurzeln Halt und die Rhizome warten auf das Signal des Frühlings.

Alles geht zurück in den Kreislauf der Natur.

Für mich ist es überhaupt nicht trostlos, durch den Dezember zu gehen. Ich stehe da in meiner Nacktheit und werde schützend umhüllt. Ich nehme die Ruhe und Dunkelheit dieses Monats als Einladung, meine toten Zweige abzuwerfen. Als Dünger können sie sogar neues Wachstum befeuern.Der Frühling wird kommen und in seinem Licht werde ich neue Möglichkeiten erkennen.

Die Knospen warten auf den Frühling. Und manche erblühen bereits im Winter.

Fotos: Monika Rauch