Misteln (Viscum)

sind Halbschmarotzer, die dem Wirt den (Lebens-)Saft entziehen können. Sie wachsen besonders gerne auf Obst-Arten der Rosacea, also auf Apfelbäumen und Co. Weltweit gibt es über 1000 Mistelarten, wovon nur wenige in unseren Gefilden zu finden sind, hauptsächlich sind es die Laubholz-, die Tannen- und die Föhrenmisteln.

Sie breiten sich in die Versorgungskanäle aus und entziehen dem Baum Wasser und Nährstoffe. Sie können selbstständig Photosynthese betreiben und so die Nährsalze weiterverarbeiten. Misteln vermehren sich über Vögel, die die Beeren fressen. Die Vögel scheiden die Samen unverdaut aus. Durch den klebrigen Schleim bleiben die Samen an den Ästen hängen und bohren sich als „Senker“ in die Äste.

Systematik (Wikipedia) Klasse Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung Sandelholzartige (Santalales)
Familie Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Gattung Misteln

Blütezeit und Reifezeit Von Februar bis März/April blüht die Mistel, im Dezember sind die Beeren reif.

Befallene Obstbäume sollten im späten Winter oder im Frühjahr beschnitten werden, um den Obstertrag zu erhalten.

Apfelbaum mit Mistelbefall, in der Regel sind hier die weißen Misteln heimisch.

Ich frage mich, welche Rolle sie im natürlichen Kreislauf spielen. Sind Misteln auch von Vorteil für ihren Wirt?

Namen Hexenbesen, Vogelmistel, Laubholzmistel, Donnerbesen, Hexennest, Wintergrün, Drudenfuß, Heil aller Schäden, Heiligkreuzholz

Heilwirkung

Vorsicht bei der Zubereitung von Misteln – jedes Pflanzenteil ist in rohem Zustand leicht giftig. Empfohlen wird ein kalter Auszug des Mistelkrautes über Nacht, da so die Toxine weniger gelöst werden.

Im Allgemeinen gilt die Mistel als stärkend und anregend für Immunsystem und Selbstheilungskräfte. Sie enthält Eiweissstoffe, die die Produktion von Endorphinen anregen. Diese wirken schmerzlindernd und stimmungsaufhellend.

In der Volksheilkunde werden Misteln gegen Bluthochdruck und Arthrose verwendet. Äußerlich angewendet lindern sie Gelenkentzündungen und helfen bei Krampfadern und Geschwüren.

Der Volksglaube sagt auch, dass die Mistel die „Fallsucht“ (Epilepsie) mildere. Das hat mit der Signatur der Pflanze zu tun, denn die Pflanze berühre niemals den Boden.

In der Krebstherapie wird sie wegen ihrer antitumoralen Wirkung eingesetzt. Die Pflanzenstoffe, besonders das Mistellektin und das Viscotoxin, wirken positiv auf das Immunsystem. Das Immunsystem wird gestärkt und der Tumorwachstum durch den „programmierten Zelltod“ (Apoptose) gehemmt.

Anfang des 20. Jahrhundert stellte der umstrittene Antrosoph Rudolf Steiner (1861-1925) die These auf, dass die Wirkstoffe der Pflanze den Tumor genauso aushungern könnten, wie es die Pflanze mit ihrer Wirtspflanze macht. Die Mistelzweige selbst verdichten sich in eine Kugelform, ebenso wie es der Krebs tue. Seine These leitet er von der gängigen Signaturenlehre in der Kräuterheilkunde ab. [Diese besagt, dass Farbe, Standort, Aussehen, Geruch, Lebensweise etc. der Pflanze als „Zeiger“ dienen, für was die Pflanze gut ist. Ähnliches wird mit ähnlichem bekämpft.]

Brauchtum

Bereits in der Antike galt die Mistel als Heil- und Zauberpflanze. Tatsächlich existieren Aufzeichnungen von Römern, die nach der Eroberung der Kelten und Germanen über deren seltsame Gebaren berichteten. Plinius schrieb über die heiligen Männer (Druiden), die nachts bei Vollmond Misteln von Eichenbäumen ernteten. Dabei wären sie in weiße Gewänder gekleidet und würden mit einer goldenen Sichel arbeiten. Außerdem dürfe die Mistel den Boden nicht berühren, daher wären bei der Ernte weiße Tücher unter den Bäumen ausgelegt. Kennt ihr Miraculix, den Druiden vom Comic „Asterix und Obelix“? Er wird genauso dargestellt! Er sammelt mit seiner goldenen Sichel Zutaten für seinen Zaubertrank. Tatsächlich sollten Zaubertränke aus Misteln Kraft, Mut und Unbesiegbarkeit verleihen und Krankheiten heilen. Amulette mit der Pflanze würden vor Unheil schützen sowie Glück und Liebessegen bringen. Der Brauch, in der Weihnachtszeit einen Mistelzweig über die Eingangstür zu hängen, verheißt Glück und Segen. Wenn man unter einem Mistelzweig steht, darf geküsst werden, so oft und viel, wie Beeren am Zweig hängen.

Da die Früchte bei uns im Winter reif sind, wurden sie bei Riten der Wintersonnenwende verwendet. Sie ist im Winter grün und ihre Früchte sind reif. Sie ist dann weithin sichtbar, aber doch kaum erreichbar. Im Sommer wird sie jedoch von den Blättern der Bäume verdeckt. Sie lebt zwischen Himmel und Erde und symbolisiert so die „Zwischenwelt“ – atypisch zur übrigen Natur, aber doch als Teil von ihr.

Zu meiner Eingangsfrage, ob Misteln einen Vorteil für ihren Wirt brächten, habe ich recherchiert. Generell schaden sie ihrem Wirt nicht, denn sie leben von eben diesem. Misteln können in der Regel so alt wie ihr Wirtsbaum werden. Allerdings stellen sie eine zusätzliche Belastung dar bei bereits beschädigten Bäumen, z.B. bei Trockenheit oder Schädlingsbefall. Über einen erkennbaren Vorteil für den Wirt konnte ich nichts finden. Aber wer weiß? Vielleicht spenden die Mistelkugeln Schutz und Wärme im Winter und Schatten im Sommer? Vielleicht entziehen sie Wasser und Nährstoffe und regen somit gleichzeitig den Stoffwechsel an? Oder … ?

Selbstbemächtigung = hinterfragen

Die Bilder sind von mir und von Pixabay.

Wie Urlaub

Diese Woche durfte ich früher Feierabend machen. Ich war voller Tatendrang und verabredete mich mit meiner Freundin in die Eisdiele. Da ich noch Zeit hatte, fuhr ich nach Hochstadt zur Hartig. Die Hartig ist ein Naturschutzgebiet, das hauptsächlich aus Streuobstwiesen besteht. Da es auf einer Anhöhe liegt, kann man von hier weit ins Umland schauen, z.B. in den Spessart oder nach Frankfurt.

Auf der Hartig

Viele Apfelbäume und dazwischen eine Walnuss

Es war kalt und windig und fing auch noch an zu nieseln. Doch für mich war es einfach nur herrlich, die frische Luft einzusaugen und langsam die Anhöhe hinaufzuspazieren. Weil ich neugierig war auf die Wiesenkräuter, wich ich etwas vom Weg ab und schaute mich um. Hier soll der Wiesensalbei wachsen, den ich leider nicht entdeckte.

Misteln sind Schmarotzer, die dem Wirt den (Lebens-)Saft entziehen. In der Krebstherapie werden sie erfolgreich eingesetzt.
In Reih und Glied oder auch solitär.

Am Weinberg Beim Laufen entdeckte ich eine Hecke und war neugierig, was sich wohl dahinter verbirgt. Das musste untersucht werden! Ah, hier wachsen die Trauben vom Hochstädter Winzerverein:

Weinstöcke und Ausruhmöglichkeiten

Was wächst denn da?Unterwegs sammelte ich Vogelmiere zum Essen und Moose zum Basteln und Dekorieren. Ich entdeckte auch andere Pflanzen:

Storchschnabel, Hahnenfuß, Teufelsabbiss (?),Vogelmiere und Purpurnessel, Baumpilze, Meerrettich

Freundinnenplausch

Nachdem ich noch eine schnelle Runde einkaufen war, wurde es Zeit für meine langjährige Freundin. Und was bietet sich bei dem kalten Winterwetter an? Natürlich ein Eis beim Costa in Dörnigheim! Der Eissalon wurde renoviert, so dass es gemütlich und warm ist und das Eis schmeckt einfach nur lecker! Das Schönste war der Plausch mit meiner Freundin, die ich seit Monaten nicht mehr gesehen habe. Jede von uns hat ihren „Schaff“ und obwohl wir nur wenige hundert Meter von einander entfernt wohnen, sehen wir uns selten. Aber dann gibt es keine Hemmschwelle und wir sprechen da weiter, wo wir vorher aufgehört hatten. Mir sind solche Treffen sehr kostbar. Wir nehmen uns jedes Mal vor, uns schneller wieder zu treffen. Meistens kommt das Leben dazwischen.

Eierlikör- und Krokantbecher – köstlich!

Kräuteriges

Vogelmiere (Stellaria media) Teppichartig breitet sie sich auf stickstoffhaltigen Böden aus und schützt dabei als lebende Mulchschicht vor Bodenerosionen. Selbst bei Minustemperaturen wächst sie weiter, auch unter Schneedecken. Anstatt sie als Unkraut zu bekämpfen, sollte man sie lieber aufessen und als Heilpflanze nutzen. Sie ist vitamin- und mineralstoffreich, enthält Saponine und Flavonoide. Geschmacklich hat sie eine feine nussige Note, ich finde sie äußerst lecker. Als Tee, Salbe oder Breiumschlag wirkt sie positiv bei Haut- und Stoffwechselerkrankungen (Gicht und Rheuma) und Entzündungen. Und sie findet in der Küche eine vielfältige Verwendung in Kräuterbutter, Suppen Quarkspeisen und Salaten.

Frankfurter grüne Soße

Zutaten Sahnequark, Schmand, frische Vogelmiere und Schnittlauch, Tiefkühlkräuter (Dill, Pimpinelle, Borretsch, Petersilie, Kerbel), kleingeschnittene Eier, Salz, Pfeffer, Senf. Dazu gibt es Pellkartoffeln.😋 https://monika-rauch.com/2021/09/16/gruene-sosse/

Pesto

Zutaten Vogelmiere, Knoblauch, Walnüsse, Parmesankäse, etwas Salz werden nacheinander in Olivenöl gemörsert. Das Pesto ist einige Tage haltbar, besonders, wenn’s mit einer Ölschicht bedeckt ist. Es schmeckt lecker zu Nudeln und Kartoffeln.

Irgendwann abends war ich zuhause und musste noch die Einkäufe verstauen. Weil es gerade so gut „flutschte“, bereitete ich schnell noch etwas zum Essen vor. Und natürlich musste ich die Küche aufräumen. Danach sank ich ermattet auf die Couch nieder und verfiel augenblicklich in Tiefschlaf.

Obwohl ich schon sehr früh arbeiten ging und das Programm nicht eben klein war, war dieser Tag ein Erlebnis und sehr erfüllend für mich – eben wie Urlaub.

Selbstbemächtigung = eingebunden sein in Natur und Freundschaft

Neues aus der Resteküche: Bulgur

Bulgur – Weizenschrot mit nussiger Note

„Ein weiteres Grundnahrungsmittel der orientalischen Küche ist Bulgur. Wie Couscous auch wird es in der Regel aus Hartweizen hergestellt. Die Getreidekörner werden zunächst im Dampf gegart, getrocknet und erst dann je nach Bedarf klein geschnitten. Durch dieses Verfahren bleiben mehr Nährstoffe erhalten. Da auch Bulgur bereits vorgegart ist, gelingt seine Zubereitung ähnlich schnell: Einfach den Schrot in heißem Wasser oder Brühe quellen lassen. Der Unterschied liegt im Geschmack: Bulgur schmeckt etwas kräftiger nussig als die kleinen Couscous-Kügelchen.“

https://landeszentrum-bw.de/

Unsere Küchenfrau hat es gut mit mir gemeint und mir eine riesige Tüte mit frisch gebrühtem Bulgur mitgegeben. Zu schade für die Tonne, aber was macht man damit?

Würzig

Bulgursalat Bulgur, türkische Paprikapaste, Olivenöl, Zitronensaft, Granatapfelsirup (-balsamico), Salz, Petersilie, Minze, Rohkost, Zwiebeln nach Gusto, aber sehr klein geschnitten … mischen, abschmecken … 😋😋😋

Oder süß

Süßer Bulgurauflauf ca. 600 g gequollenen Bulgur, 120 g Zucker, 3 Eier, Hafermilch, 150 g gemahlene Mandeln, gemahlene Vanilleschote, 150 g Butter, Zimt, 1 Banane, 1 Beutel TK Himbeeren, Mandelblättchen … mixen schichten, ab in den Ofen bei 160 °C für ca. 45 Minuten.

Das Rezept habe ich mir ausgedacht und der Auflauf war lecker. Beim nächsten Mal würde ich für die Menge Bulgur etwas mehr Zucker und Butter und wesentlich mehr Obst nehmen (z.B eine Zwischenschicht Aprikosen oder Pfirsiche). Als Topping schmeckt Vanillesoße oder Sahne.

Aus Bulgur kann man eine ganze Menge anderer Sachen herstellen, z.B. Bratlinge, Gemüse-, Fleisch-, Fischpfannen und -Aufläufe. Oder man ißt ihn einfach als Beilage, ähnlich wie Reis.

Beim Kochen gehe ich nie 100 % nach Rezept. Ich verändere die Mengen, die Zutaten oder alles. Meistens bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und ändere ggf. beim nächsten Mal ein wenig. Manchmal denke ich mir ein neues Rezept aus, so wie beim Bulgurauflauf. Aber auch dabei habe ich ja meine Erfahrungen mit Altbewährten im Hinterkopf .

Selbstbemächtigung = Neues wagen

Der Garten wartet

Ich wollte raus. Draußen regnete und windete es und manchmal blitzte die Sonne hervor. Und warm war es auch nicht gerade. Ich musste was tun:

Gartencenter besuchen

Im Gartencenter kaufte ich für drinnen zwei Orchideen und für draußen Stiefmütterchen, Primeln, Thymian und Rosmarin. Außerdem gab’s noch ein paar Tütchen Samen.

Balkon aufräumen

Zuhause räumte ich die Loggia auf und setzte dabei die Kräuter. Danach stellte ich sie an einen geschützten Platz.

Vögel versorgen

Die Vogelhäuschen werden regelmäßig mit Sämereien, Haferflocken, Nüssen, Meisenknödel und Mehlwürmern befüllt.

Säen und setzen

Die Frühblüher sind eingepflanzt und die Krokusse kommen bereits raus.
Der Nistkasten ist bereit und im Frühbeetkasten wurden Feldsalat, Portulak und Brokkoli in die Kästen gesät.

Ja ja, ich weiß, es ist Winter. Aber mir kribbelt’s halt immer mal in den Händen. Nach der Arbeit muss ich erstmal auftauen, das geht am besten auf der Couch mit einem schönen Tee. Und Ihr so?

Selbstbemächtigung = Kribbeln spüren

Letztes Jahr habe ich noch mehr im Garten geschafft: https://monika-rauch.com/2021/12/18/gartenarbeiten-im-winter/

Vegetarischer Wrap

Heute musste es fleischlos sein, also bastelte ich mir 2 Eiweißwraps, die mich satt machten und auch noch lecker waren. 😋

So geht’s:

  • 1 Aubergine in Scheiben schneiden und in Olivenöl weich braten, etwas salzen
  • 6 Salatblätter vorbereiten
  • 1 Handvoll Tomaten schneiden
  • 1/2 Zwiebel in Scheiben schneiden
  • 6 Falafelbällchen halbieren, anbraten
  • 1/2 Saure Sahne mit Kräutern und Salz verrühren (ich habe frische Vogelmiere verwendet)
  • 2 Eiweißwraps in der Pfanne erwärmen
  • Kräutercreme und Zutaten verteilen, Wraps rollen und mit Papier umhüllen… reinbeißen und genießen! PS Papier nicht (!) mitessen

Bei den Zutaten kann natürlich variiert werden.

Die Teile sind langanhaltend sättigend und haben nur „gute“ Kohlenhydrate.

Selbstbemächtigung = gesundes Essen genießen

Mainpressionen

Am Main im November

Wenn ich es schaffe, gehe ich raus an die frische Luft. Besonders in der dunklen Jahreszeit hilft ein Spaziergang gegen trübe Gedanken, auch wenn die Sonne nicht scheint.

Die Tage war ich unten am Main und habe ein paar Eindrücke gesammelt:

Fluss des Lebens

Wie schön Du bist, Du Fluss des Lebens. 
Ruhig, tief und wild bist Du im Kern des Wesens.

Hier reißt Dein Strudel herunter, da plätscherst Du fröhlich und munter.

Dein Wasser trüb oder klar - in Dir lauert manchmal Gefahr.

Auch nährst Du Tiere und Pflanzen und Menschen am Ufer tanzen.

So tauch' ich ins Wasser und geb' mich dahin - Du Fluss des Lebens erweist mir Gewinn.



Selbstbemächtigung = Leben fließen lassen

Die Bilder sind in Maintal-Dörnigheim entstanden und die Texte entstammen meiner Feder.

Novemberschönheiten

Dieses Jahr ist es so wunderbar mild im November und wenn man die Augen offen hält, kann man noch so einiges entdecken.

Kratzdistel Insektenfreundin, Samen und Wurzeln sind eßbar. Rosette der zweijährigen Nachtkerze, Blüten und Samen enthalten wertvolle Öle, die entzündungshemmend und blutdrucksenkend wirken. Feuerdorn, immergrün, schwach giftig, Beeren dienen als Vogelnahrung. „Knallerbse“/Schneebeere, leicht giftig, Vogelnahrung, Tee aus Rinde wurde bei TB und Geschlechtskrankheiten eingesetzt, Bodenreinigerpflanze. Rainfarn hochgiftig, gut gegen Insekten und Gewürm. Berufkraut schützt vor den bösen Blick und Verwünschungen. Neugeborene wurden früher in einem Sud daraus gebadet um sie zu schützen.
Amaranth Samen liefern Vitamine und Nährstoffe, gut im Müsli. Mariendistel hochwirksames Lebermittel. Natternkopf harntreibend, fiebersenkend, hustenlindernd, gegen Kopfschmerzen, äußerlich bei Verstauchungen, Quetschungen, Zerrungen, Kamille beruhigend, entzündungshemmend. Königskerze bei Erkältungen. Storchschnabel entzündungshemmend, lindernd.
Rosenblüten und Ringelblumen sind entzündungshemmend und wundheilend. Cosmea sind insektenfreundlich und eßbar.
Es ist noch soviel da und ich ernte gerne etwas für einen frischen Tee.
Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück. 
Z.B. Tee aus Weißnessel, Brennnessel, etwas hartem Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe, Nelkenwurz, Storchschnabel, Hagebutte. Die Vogelmiere kommt ins Pesto.

Jeder einzelne Sonnenstrahl, jede Blüte und jedes Kraut nehme ich dankbar an. Ich freue mich, dass der Rückzug in den Winter langsamer als sonst vonstatten geht. Die Ruhe in der der Natur ist mir willkommen, denn sie lässt mich das alte Jahr verarbeiten und Kraft sammeln für eine neue Zeit.

Selbstbemächtigung = langsamer Rückzug

(Hyper-)Aktivtag

Es war Samstag und ich wollte mich eigentlich ausruhen. Gut, das Brot für die Woche sollte schon vorbereitet werden. Daher rührte ich mal eben den Ansatz an und stellte ihn in Heizungsnähe. Dann plazierte ich mich selbst neben die Heizung (und dem Anstellgut), um ein bisschen zu schreiben. Dabei sinnierte ich übers Frühstück. Da ich noch das Nachthemd anhatte und es draußen trüb war, suchte ich mir ein schnelles Rezept im Netz heraus. So musste ich mich von meinem warmen Plätzchen erheben und loslegen. Geht ja schnell, dachte ich. Aber irgendwie kam eins zum anderen und ich war fast den ganzen Tag auf den Beinen.

Brötchen backen

Das Rezept war so auf Pinterest zu finden. Der Urheber ist „GuteKüche.ch“.

Brot

Das Anstellgut blubberte an der warmen Heizung ziemlich schnell ziemlich stark d.h. der Teig musste bereitet werden.

Den Sauerteig hatte ich mit Dinkel-Vollkornmehl vorbereitet. Die Zutaten für den Teig sind: – Anstellgut – Weizen- und Roggenvollkornmehl, sowie etwas helles Weizenmehl – Wasser – Salz.
Teig (teilweise) mit Koriandersamen und Kümmel würzen und über Nacht im Kühlschrank „kaltgaren“ lassen. Morgens wird das Brot gebacken und verspeist.

Brotkuchen

Beim Wursteln fielen mir getrocknete Brotreste in die Hände. Dank Suchmaschine fand ich ein Grundrezept für einen Brotkuchen.

Rezept: 500 g Brotreste würfeln und in 500 ml Milch ein bis zwei Stunden einweichen, die überschüssige Milch abgießen, 100 g Zucker, Obst nach Wahl (ich habe zwei Äpfel reingeschnippelt), eine Tüte gemahlene Mandeln, zwei Eier, etwas Backpulver, Haferflocken und Vollkornmehl für die Konsistenz und dann … Ab in den Ofen für eine Stunde bei 180 °C! Das Kuchenbrot ist megasaftig und man kann alles verwenden, was man übrig hat: Obst, Saaten, Trockenfrüchte, Nüsse, Schoki usw. Es ist höchstens das Fett der Nüsse drinnen und wenig Zucker. Eine vegane Variante funktioniert ebenso mit Ei-Ersatz oder Apfelmus und Pflanzenmilch.

Mazerate absieben

Demnächst will ich mit den Pflanzenauszügen Salben und Cremes herstellen. Daher wird es Zeit, die Tinkturen und Öle von ihren Kräutern zu trennen.

Zunächst war die Tinktur dran, die am längsten im Schrank steht: Seit 2021 wartet das Schöllkraut auf seinen Einsatz. Die Farbe ist echt gut, gelb-grün. Da es leicht giftig und ätzend ist, ist es nur für die äußere (!) Anwendung gedacht. Äußerlich soll es, mehrmals täglich aufgetupft, gegen Warzen und Hühneraugen helfen. Blog übers Schöllkraut: https://monika-rauch.com/2022/11/06/schoellkraut/
Bei der Mazertion werden Pflanzenteile in Wasser (Tee), hochwertigen Ölen, Essig, Honig, Zucker, Alkohol … (Tinkturen aus: Korn, Wodka, Rum, 98%igem Alkohol) ausgezogen. Die Mazerate aus Öl können warm oder kalt ausgezogen werden. Ich habe hier Öle mit Schafgarbe Johanniskraut, Hagebutten und Tinkturen mit verschiedenen Kräutern abgesiebt, abgefüllt und etikettiert.

Draußen

Den ganzen Tag drinnen und das auch noch im Nachthemd! Was sollen denn die Leute sagen? Omg! Daher: Katzenwäsche, was Altes anziehen und raus in den Garten!

Die Blätter wurden zusammengerecht und dann mit dem Rasenmäher geschreddert. Anschließend habe ich die Beete mit dem Rasen-Laub-Gemisch gemulcht. Der Mulch liefert dem Boden Nährstoffe und schützt ihn. Tiere finden im Laub Schutz (sofern ich sie nicht verschreddett habe).
Nachher brauchte ich eine halbe Stunde, bis ich den Rasenmäher vom Lehm befreit hatte.

Aufräumen

Wenn ich in der Küche werkele, putze ich zwischendurch die Flächen, spüle und räume auf. Trotzdem sieht es leicht nach Schlachtfeld aus.

Eigentlich hatte ich keinen Bock mehr. Aber wat mut, dat mut!

Meinen Aktivtag unterbrach ich am Abend, um mich mit einer Freundin zu treffen. Später tranken wir noch einen Kaffee bei mir und verspeisten dazu ein Stück Brotkuchen. Naja, der Kaffee mobilisierte meine letzten Kräfte für die Restarbeiten. Total erschossen, aber glücklich, fiel ich in einen komatösen Tiefschlaf.

Was ist das, das ich wie eine Bekloppte schaffe und das in meiner Freizeit? Es kommt bei der Arbeit eins zum anderen, ich suche nach Rezepten, überlege mir einen Zeitplan und organisiere, damit alles gut läuft. Ich bin ganz bei der Sache und im Flow. Zudem bin ich hochzufrieden, dass ich alle möglichen „Reste“ gut verwerten konnte. Für mich ist das Selbstbemächtigung = Selbstversorgung + Selbstfürsorge.

Da ich immer mal solche „Anfälle“ habe, hier noch ein ähnlicher Artikel von mir: https://monika-rauch.com/2022/10/02/flash-cooking/

Quitten-Kram

Tanacetum parthenium

Die Quitte kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird seit Jahrhunderten bei uns angebaut. Sie war ein wenig in Vergessenheit geraten und erlebt derzeit eine Renaissance.

Ich wurde mit Quitten reich beschenkt. Einige verschenkte ich weiter und den Rest verwertete ich selbst.

Quitten sind sehr gesund, sie enthalten Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Sie können Magen- Darmbeschwerden und äußerlich rissige Haut und Sonnenbrand lindern.

Die Quitten werden geviertelt und das Gehäuse, sowie schlechte Stellen, entfernt – da die Quitten ziemlich fest sind, ist das ein morzmäßiger Akt!

Zunächst muss man den „Pelz“ abwaschen. Dieser feine Pelz hat durchaus einen Sinn, denn er schützt die Frucht im Sommer vor der Sonne.

Entsaften, Gelee und Likörchen

Gelee Der abgekühlte Saft wird mit Gelierzucker (1:3) verrührt und dann einige Minuten lang geköchelt bis die Gelierung einsetzt.

Likör Eigentlich setzt man einen Likör mit den rohen Früchten an. Uneigentlich probiere ich zunächst die Herstellung mit den gegarten Früchten. Für den Likör nehme ich Obst, Rum und Zucker. Das Gesöff muss ca. 5 Wochen ausziehen und kann Weihnachten getestet werden.

Nachtrag Von den beiden letzten rohen Quitten habe ich mit Rum und Zucker noch mal einen Likör angesetzt. Welcher Likör (aus rohen oder gekochten Früchten) besser schmeckt, werde ich Weihnachten testen.
Fruchtleder

Fruchtleder Der Trester wird püriert und mit Agavendicksaft oder Zucker gesüßt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen. Dort muss er stundenlang mit leicht geöffneter Backofentür bei ca. 60°C trocknen.

Das fertige Fruchtleder wird mit der Schere geschnitten und in Gläser geschichtet.

Abends, nach der Arbeit, wollte ich nur mal eben die Quitten entsaften und vielleicht den Gelee kochen. Als ich anfing, konnte ich einfach nicht aufhören. Denn wo sollte ich den Saft oder den Trester verwahren? Die Fruchtfliegen haben schon gelauert. Also machte ich immer weiter, eines führte zum anderen. Es wurde Mitternacht, bis ich so einigermaßen fertig war. Und dann musste auch noch gespült und aufgeräumt werden!

Nachtrag II Die Quitte enthält (besonders unter und auf den Schalen) Gerbstoffe, Schleimstoffe, ätherische Öle und Wachse. Sie bewahren unsere Haut vor dem Austrocknen und wirken positiv auf trockene, schuppende oder juckende Hautstellen. Daher habe ich einen Warmauszug aus den Schalen und Mandelöl gemacht. Dazu wird die Schale in einem Trägeröl auf ca. 60 °C für 2 Stunden erwärmt und dann abgesiebt. Das Öl nehme ich als Grundlage für Salben und Cremes.


Selbstbemächtigung = Angebote aus der Natur nutzen