Spätsommerfarben

In den Gärten sieht es nach der langen Trockenperiode ziemlich trostlos aus. Selbst die Früchte sind nicht ganz so saftig wie sonst. Beim genauen Betrachten konnte ich aber ein paar Farbtupfer einfangen. Bei den unbekannteren Gewächsen habe ich noch etwas über deren Heilwirkung geschrieben:

Lila oder pinky? Egal, hauptsache es blüht! Die Fette Henne (Hylotelephium telephium) ist ein Dickblattgewächs und hat ähnliche Heilwirkung wie die Aloe Vera. Ihr Gel kann bei Hautleiden und -Entzündungen und bei der Heilung von Brüchen helfen.
Das sind dieses Jahr schon frühreife Früchtchen! Die Mispel (Mespilus germanica) ist ein Strauch, der hierzulande eine Renaissance erlebt. Die Frucht eignet sich zur Herstellung von Marmeladen, Kompotten, Weinen und Obstbränden. Frost oder Überreife machen das Fruchtfleisch teigig und genießbar, weil die herbe Fruchtsäure so abgebaut werden kann.
Die gemeine Haselnuss (Corylus avellana) – unser Busch hat uns das erste Mal reich beschenkt. Jetzt überlege ich noch, was ich damit Schönes machen kann. Haselnüsse enthalten eine hohe Konzentration an Vitamin E, B-Vitaminen und wertvollen Ölen. Vitamin E wirkt antioxidativ, d.h. zellschützend, entzündungshemmend und Immunsystem stärkend. Die B-Vitamine wirken besonders günstig auf unser Nervensystem. Um die Haselnuss ranken sich einige Legenden, so soll sie Blitze ableiten und vor Schlangen schützen. Ihre Zweige werden als Wünschelruten verwendet, die Wasser, Metalle und sogar Verbrecher aufspüren sollen.
Kapuzinerkresse – Blüten und Blätter haben ein angenehme Schärfe, sie schmecken würzig als Beigabe in Salaten, Suppen und Kräuterbutter. Deren Senfölglykoside wirken antibakteriell. Die kanadische Goldrute ist ein Neophyt, der wesentlich häufiger als unsere heimische Goldrute vorkommt. Die Wirkung beider Goldrutenarten ist wundheilend und hilft u.a. bei Nieren- und Blasenproblemen. Die Königskerze hat wertvolle Schleimstoffe, die den Rachenraum schützen und bei Erkältungen helfen. Das Bohnenkraut ist mit dem Thymian verwandt und kann ähnlich eingesetzt werden, z.B. bei Husten und Problemen im Magen- und Darmtrakt. Die Indianernessel hilft bei Kopfschmerzen, Übelkeit, Erkältung, Fieber oder Nervosität. Die Eberesche (Vogelbeere) kann bei Verdauungsbeschwerden, Husten, Problemen im Magen-Darm-Trakt, bei Rheuma, Gicht und Hämorrhoiden helfen.
Die Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia) ist ein artgewordener Hybrid (ohne Zutun des Menschen) durch eine Kreuzung zwischen der Eberesche (Sorbus aucuparia), der Mehlbeere (Sorbus aria) und der Elsbeere (Sorbus torminalis). Die Beeren helfen bei Verdauungsproblemen (z.B. Durchfall, Darmträgheit), und bei Atemwegsbeschwerden. (Diesen Baum habe ich in Memmingen/Allgäu entdeckt.)

Ich bin froh, dass die größte Hitze für dieses Jahr vorbei ist. Es hat die letzte Tage geregnet und langsam zieht der Herbst ein. Für mich die schönste Jahreszeit. Jetzt beginnt die Zeit der Ernte (und des Pflaumenkuchens😋).

Selbstbemächtigung = Farbtupfer im Leben erkennen

Beim Spanier in Hanau

Wir gehen gerne zum „Cedo“. Dort gibt es leckeres Essen und man fühlt sich wie im Spanienurlaub.

Rotwein & Tapas, z.B. Aioli, Oliven, gebratene Paprika

1971 wurde in Hanau das „Centro Espanol Demokratico Obrero“, kurz „Cedo“, gegründet – der spanische Arbeiterverein, dessen Vereinslokal als der „Spanier“ schlechthin gilt – bis heute. Das Lokal war und ist Kult. Seit der Gründung wurde am Erscheinungsbild und bei der Speisekarte wenig verändert. Es ist rustikal dort mit einfachem, leckerem Essen, ohne Schnickschnack und mit netten Menschen.

1971 regierte der Diktator Franco. Die spanischen Arbeiter, die hierher als Gastarbeiter kamen, nutzten die demokratischen Freiheiten und organisierten sich in Vereinen, die teilweise politisch orientiert waren.

Heute steht Cedo für die spanische Kultur in Hanau. https://www.cedo-hu.de/asociaci%C3%B3n-verein

Selbstbemächtigung = sich informieren und den Hintergrund (=Geschichte/n) erforschen

Neues aus der Hexenküche

"Es raschelt und gluckert,  wie duftet's im Haus, da segnet die Frau den Kräuterstrauß. Sie rebelt und füllt in die Gläser hinein, was heilsam wird sein. Und jedes Elexier dient Mensch und Tier."  M.Rauch

Für meinen Urlaub hatte ich mir vorgenommen, die getrockneten Kräuter zu rebeln und die Mazerate abzufiltern und in Gläser zu füllen. Unsere Sommerküche hängt voller trockener Kräutersträuße, und die Gläser mit den Auszügen stehen im Haus verteilt. Gestern war mein letzter freier Tag und es war höchste Zeit! Außerdem war es draußen so heiß, dass es angenehm kühl war, im Haus zu arbeiten.

Die Pflanzenauszüge, die schon einige Wochen im Glas waren, wurden gefiltert und abgefüllt: Oxymel von Süßkirschen und Rosenblättern – mein Oxymel besteht aus den Pflanzen plus einer Mischung von Essig und Honig im Verhältnis von 2:1. Ölauszüge von Cistus und Organo, Alkoholauszüge/ Tinkturen aus Rotklee, Kirsch-, Pappel-, und Apfelknospen, Cistus, Oregano.
"Käutersalbe,Tee,Tinktur - hilft der Pflanzen Signatur.  Kraut wächst gegen jedes Leid - Herz und Sinn mach' weit. Dienen, helfen, heilen ist in Dir geboren - nichts ist je verloren."   M.Rauch 
Die Kräuter wurden von den Zweigen gestreift oder komplett kleingeschnitten: Johanniskraut, Mädesüß, Herzgespann, Isop, Bohnenkraut, Gartenzistrose und mein Mix-Max-Tee – da kommen alle Reste rein, sowie kleinere Sammelschätze, (diesmal Wiesenlabkraut, Kamille, einige Löwenzahnblüten). Die meisten der getrockneten Kräuter verwende ich als Tee, oder mache bei Bedarf Tinkturen oder Ölauszüge daraus.

Weitere Links über Kräuter und deren Nutzen

Ich bin froh, dass ich diese Arbeit getan habe. In der Sommerküche ist es aufgeräumt und ich habe einen schönen Schatz im Schrank. Die Arbeit mit Kräutern bringt mir tiefen Frieden und Freude. Ich bin mit Hingabe dabei und somit wird das Tun zum Segen für mich.

Selbstbemächtigung = sich der Aufgabe hingeben

Einzug in die Sommerküche

2020 bauten wir einen Raum des Schuppens in eine kleine Sommerküche um, mit Teilen unserer alten Küche. Wir waren damals gezwungen, unten zu „hausen“, weil es mehrere Wochen dauerte, bis die neue Küche im Haus fertig war.

In der Mitte ist noch die alte Küche im Originalzustand aufgebaut,rechts unten stehen die alten Möbel zur Aufbereitung bereit.
Die alten Möbel wurden gesäubert, geschliffen, geölt und eingepasst.

Das war richtig klasse,  denn unsere Leben spielte sich fast nur noch im Garten ab. Und das Wetter spielte mit. Letztes Jahr war das nicht so dolle mir dem Wetter, doch jetzt …. tataaaa:

Gestern habe ich das Geschirr und Besteck gespült, die Schränke ausgewischt und das erste Mal seit langem  draußen gekocht.

Es gab Bohnen-Eintopf … bei der Hitze etwas ungewöhnlich, ich wollte mich ja nicht gleich überfordern!😄

Schuppen: links die Küche, in der Mitte das Plumpsklo, rechts Schuppen für Gartengeräte, Dünger, Samen etc. Sommerküche: Schränke für unser ausrangiertes Besteck und Geschirr, Spüle, Kühlschrank, Gasherd und darauf steht der Eintopf.
Der Sitzplatz ist schön im Schatten – gleich neben der Küche. Kaffee ist auch schnell gekocht.

Die Pandemie hat manchmal auch etwas Gutes bewirkt, nämlich, dass wir gezwungen waren, uns auf uns selbst zu reduzieren.

Uns, d.h. meinem Mann und mir, war nicht langweilig, wir genossen die Erde und die Sonne und die Gäste, die einzeln oder zu zweit (je nach Lage) bei uns im Garten zu Besuch waren. Ich würde sagen, die Pandemie mit all ihren Einschränkungen hat uns in diesem Sinne beruhigt und geerdet.

Eigentlich wollte ich ja nur kurz berichten, wie sehr ich mich freue, dass die Sommerküche wieder aktiviert wurde … Ok, ist etwas ausführlicher geworden.😇

Selbstbemächtigung = sich im Einklang mit der Natur bringen

Hagebutten-Ringelblumen-Creme zur Hautpflege

Das wichtigste bei der Creme ist das Emulgieren, d.h. Öle und Wasser verbinden sich zu einer cremigen Konsistenz. Damit sich Öl und Wasser miteinander verbinden, braucht es einen Emulgator (z.B. Tegomuls), die gleiche Temperatur beider Stoffe und kräftiges Rühren (mit dem Stabmixer geht’s schneller). Da keine Konservierungsmittel in die Creme kommen, kann man mit einigen Tropfen ätherischen Öls sowie mit etwas Alkohol in der Wasserphase die Creme etwas haltbarer machen. Außerdem sollte man die Gerätschaften und Tigel desinfizieren z.B. durch Abkochung.

Rezept für 300 g Creme Fettphase: 90 ml Hagebuttenöl erwärmen, insgesamt 12 g Bienenwachs und Sheabutter darin schmelzen, danach 18 g Emulgator hinzugeben, unter rühren etwas runterkühlen (auf ca. 50°C). Wasserphase: 180 ml starker Ringelblumentee mit einem Schuss Wiesenlabkraut-Tinktur auf ca. 50 C° erwärmen. Emulgieren: Den Tee in die Ölphase einrühren und so lange mit dem Stabmixer mixen, bis sich alles zu einer Creme bindet. Einige Tropfen ätherisches Rosenöl hinzugeben und in saubere Gläser füllen. Ein Küchenkrepp über die Gläser legen bis die Creme abgekühlt ist. Verschließen und im Kühlschrank lagern. Haltbarkeit 2 – 3 Wochen Ich habe einige Gläschen verschenkt und einige eingefroren.

Die Kombination für diese Creme habe ich mir selbst ausgedacht. Ich bin vom Hagebuttenöl begeistert und Ringelblume wirkt bei mir sehr beruhigend. Daher werde ich die Creme jetzt erst testen und später über die Erfahrungen berichten. Das gilt bei allen kosmetischen Produkten: Bitte immer auf die Verträglichkeit überprüfen!

Anstatt Hagebuttenöl kann man jeden anderen Pflanzenölauszug (oder einfach nur ein gutes Träger-Öl z.B. Jojobaöl, Mandelöl) nehmen in Kombination mit einer Tinktur oder destilliertem Wasser. Einigen Tropfen ätherisches Öl sorgen für einen guten Duft. Die Mengen kann man hoch und runter rechnen, je nach Bedarf.

Das Rezept für das Hagebuttenöl findet Ihr hier: https://monika-rauch.com/2022/01/16/hagebuttenoel/

Schalen und Kerne der Hagebutten beinhalten viel Vitamin C und andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Durch ihre besondere Zusammensetzung ist die Hagebutte bei Arthrose und Rheuma und bei Hauterkrankungen wie z.B. bei Neurodermitis und bei Narben wirksam.

Die wichtigsten Inhaltstoffe der Ringelblumenblüten sind Flavonoide. Sie wirken entzündungshemmend und keimabtötend.

Die Cumarine und Flavonoide und die Kieselsäure im Wiesenlabkraut wirken beruhigend und entzündungshemmend.

Die Creme kann als Pflegecreme im Gesicht verwendet werden oder auf raue Stellen, wie Ellenbogen und Knie, einmassiert werden.

Die Haut ist die Grenze zwischen innen und außen. Sie ist das größte menschliche Sinnesorgan, Milliarden von Tast- und Nervenzellen sitzen in/auf ihr. Darüber nimmt sie Einflüsse aus der Umwelt wahr, sondiert und schützt uns. Sie schützt rein physikalisch vor Nässe, Hitze, Kälte Mikroorganismen usw. Und sie sorgt für unsere innere Sicherheit. Wenn sich die Nackenhaare aufstellen, ist Gefahr im Verzug, da sollte man schleunigst das Weite suchen. Angst zeigt sich mit einer „Gänsehaut“ und „Haare aufstellen“ und fordert uns zum Handeln auf – lange bevor unser Hirn das wahrnimmt. Wenn wir innerlich im Ungleichgewicht sind, spiegelt sich das in unreiner Haut, Ekzemen, Pilzerkrankungen usw. Unsere Haut ist aber auch nur begrenzt belastbar. Manchmal kann sie nicht mehr gut schützen, dann können Krankheitserreger, Umweltgifte, Mikroplastik unsere Schranke passieren und unseren Körper schädigen.

Also Leute, tut Euch Gutes und schaut, womit Ihr Euch so einschmiert und betreibt e bisserl Seelenhygiene!

Selbstbemächtigung = nix unter die Haut kommen lassen

Garten vorbereiten TeilV

Wer es genauer wissen will, liest im Blog nach: https://monika-rauch.com/2022/03/14/saison-vorbereitung-im-garten/ (runterscrollen zu Teil 5)

Koniferen werden zu Koryphäen

Selbstbemächtigung = Schritt für Schritt arbeiten (und plötzlich ist eine ganze Menge getan)

Gemmo-Therapie

Gemmo = Knospen In der Gemmotherapie nutzt man die Kraft der Bäume. Man sammelt einige Knospen, die noch nicht ganz aufgebrochen sind und lässt diese ausziehen und verarbeitet sie genauso weiter wie die Auszüge von anderen Heilpflanzen.

Süßkirsche – es ist draußen zwar noch etwas frisch, aber das stört die Bienen nicht. Es summt und brummt im Baum und es duftet wunderbar. Das ist eine Wohltat für meine Seele.
Noch schnell ein paar Knospen pflücken, bevor alle erblüht sind. Eigentlich müssten sie für meine Zwecke noch etwas verschlossener sein. Ich wage es trotzdem.
In den Knospen steckt jegliche Information im embryonalen Zellgewebe. D.h. wenn man die Knospen verwendet, wird die Heilkraft vom gesamten Baum genutzt: von der Rinde, den Blättern und Stielen, der Früchte und Kerne. Für ein Gemmomazerat benötigt man nur eine kleine Menge an Knospen.
Die Wirkung der Kirsche ist entgiftend, entzündungshemmend, schlaffördernd. Sie ist reich an Vitamin C, Kalium und Folsäure. Sie kann bei Schlafstörungen, Rheuma, Erkältungen, Bluthochdrock, Gicht, Demenz helfen. Blätter, Stängel und Rinde wirken stärker als die Früchte.
Schönes Färbchen, nach ca. zwei Stunden.
Meine anderen Gemmo-Präparate: Süßkirsch-Tinktur (Ethanol), Schwarzpappel-Salbe (Sonnenblumenöl + Bienenwachs), Apfel-Tinktur (Wodka), Fichten-/Lärchen-Oxymel (Apfelessig + Honig), Haselnuss- Gemmospray (Wodka + Glycerin), Haarwasser (Douglasie + Holunder + Wodka + Wasser + Mandelöl + äth. Rosmarinöl), Schwarzpappel (Wodka).

Selbstbemächtigung = Kraft aus der Natur schöpfen

Kartoffelsalbe

gegen Schwielen, Risse und trockene Haut

Die Kartoffel ist ein äußerst nährstoffreiches Powerpaket. Sie enthält ungefähr 20% Kohlenhydrate, 2%Eiweiß, 2% Ballaststoffe, 1% Mineralstoffe/ Spurenelemente wie (Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen), sowie Vitamine (Vitamine C, A, B) und Wasser. Zudem enthält sie Flavonoide und Anthocyane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die der Abwehr von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen und als Farb- und Lockstoffe dienen.

Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und Nachtschattengewächse sind giftig! Die Früchte, die sich am Blattwerk ausbilden, sowie das Blattwerk selbst, bilden Glykoalkaloide aus, hauptsächlich das Nervengift Solanin. Wenn Kartoffeln unbedeckt liegen bleiben, werden sie grün. Die grünen Stellen sollten großzügig weggeschnitten werden, denn auch hier hat sich das Solanin gebildet. Auch in den Schalen ist das Gift enthalten, allerdings niedriger dosiert. Glykoalkaloide können zu Erbrechen und Durchfall, zu neurologischen Störungen, ja sogar zum Tod führen. Dafür muss man aber einige Kilo ungeschälter Kartoffeln essen. Das Solanin bleibt auch bei Hitze stabil, d.h. man kann es nicht wegkochen.

By the way: Eßbar ist nur die unterirdisch wachsende Knolle. Die grünen Früchte, die sich aus den Blüten bilden, tragen Samen in sich, aus welchen man theoretisch neue Kattoffelsorten züchten kann. Üblicherweise wird die Kartoffel über Knollen vermehrt.

Die Kartoffel als Heilmittel

Neben den vielen leckeren Gerichten, hat die Kartoffel auch noch eine hohe Heilwirkung. Das liegt zum einen an den Inhaltsstoffen und zum anderen an ihrer langen Wärmespeicherzeit. Kartoffelwickel z.B. werden aus gekochten, zerdrückten Kartoffeln bereitet. Durch ihre Wärme und Wirkstoffe helfen sie gegen Halsweh, Ohrenschmerzen, Husten und Heiserkeit. Frische rohe Kartoffelscheiben können Migräne, Sonnenbrand und Verspannungen lindern. Die Wirkung ist schleimlösend, beruhigend und entzündungshemmend.

Kartoffelsalbe – Rezept

  • Rohe Kartoffelschalen in einem Trägeröl (Olivenöl, Sonnenblumenöl) ca. 2 Stunden warm (bei ca. 70°C) ausziehen lassen.
  • Absieben und filtern.
  • Kartoffelöl erwärmen und 10 – 15% Bienenwachs unterrühren und ca. 10 % Sheabutter. Z.B. benötigt man bei 100 ml Öl ca. 15 g Bienenwachs und 10 g Sheabutter.
  • In Gläser einfüllen.
  • Pro Glas einige Tropfen ätherische Öle hinzufügen. Ich habe mich für Lavendel (zur Beruhigung), Salbei (zum Desinfizieren und gut gegen Schweißbildung) und Zitrone (wegen des belebenden Geruchs) entschieden.
  • Abkühlen lassen, danach verschrauben und etikettieren.
  • Unbedingt auf saubere Utensilien achten, d.h. alle Gerätschaften sind mit kochendem Wasser oder mit Alkohol desinfiziert. Bei sauberer Handhabung hält sich die Salbe ein Jahr und länger. Das liegt am Bienenwachs und an den ätherischen Ölen.
Über die Kartoffelsalbe habe ich im Internet einiges gelesen. Ich fand das sehr interessant, weil ich gerade im Winter und Frühjahr unter sehr trockener Haut an Händen, Ellenbogen, Knien und Füßen leide. Bei der Menge habe ich etwas übertrieben und musste meinen gesamten Töpchen-Vorrat aufbrauchen. Die Salbe duftet hervorragend und lässt sich gut einmassieren.

Für das Erweichen der Haut ist hauptsächlich das Solanin verantwortlich. Solanin wirkt, indem es die Mitochondrien (kleine Teilchen in den Zellen, die u.a. für die Umwandlung von Nahrung zu Energie zuständig sind) durchlässiger macht und dadurch Kalzium ins Cytoplasma (Zelleninhalt) gelangt. Diese hohe Konzentration sorgt für das langsame Absterben von Zellen. Das, so schätze ich als Laie, bewirkt den Weichmacher-Efekt. Gleichzeitig gelangen die anderen Wirkstoffe in tiefere Hautschichten und stabilisieren diese.

Kleingedrucktes Bei diesem Rezept handelt es sich um Volksmedizin. Ich gebe hier keinen wissenschaftlichen Bericht ab. Ich habe die Salbe für meine Bedarfe so kreiert, dass es für mich stimmig ist. Ein Heilversprechen gebe ich nicht ab. Bei stärkeren gesundheitlichen Problemen oder beim Auftreten von allergischen Reaktionen, das Mittel absetzen und Rücksprache mit Arzt oder Heilpraktiker halten. Die Salbe ist nicht zum Verzehr geeignet.

Selbstbemächtigung = Wissen erweitern

Kraft in Töpfen

In Töpfen Gemüse ziehen, wie geht das? Das habe ich nämlich dieses Jahr vor. Mit Blumen und Kräutern klappt es ja auch, also warum nicht mit Gemüse? Ich lese mich etwas in die Materie ein, sicherlich gibt es spezielle Züchtungen für Blumentöpfe und Hochbeete. Bis dahin säe ich ein und bereite vor.

Es ist erst Ende Februar und es regt sich schon was in meinen Blumentöpfen, schaut selbst:

Kräuter

Früher tauschte ich die Erde aus und setzte neue Pflänzchen. Heute sammele ich die Samen und lasse die Stauden wieder kommen. Im Supermarkt kaufte ich ein paar Biopflänzchen, die werden dorthin gesetzt, wo Platz ist. Vielleicht entwickelt sich später auch noch etwas aus dem Samen, die auf und in der Erde ruhen?

Die Kräuter stehen geschützt auf der Loggia, Ich hoffe, sie kommen gut durch die kältere Zeit.

Samen

Unten kommt die Minze, den Samen für Blutampfer und Basilikum hebe ich auf.

Blumen und Zwiebeln

Die Primeln sind vom letzten Jahr und sie kommen tatsächlich wieder! Die meisten Frühblüher sind Zwiebelpflanzen.

Dieses Jahr möchte ich mich intensiver mit meinem Garten beschäftigen. Bisher gab es nur Blumen, Rasen, Erdbeeren, einige Obstbüsche, ein paar Kräuter, Kartoffen und Tomaten. Jetzt schaue ich, wohin es mich treibt. Mein Hochbeet, alle Töpfe und freie Stellen werden mit Gemüse bepflanzt. Ich habe einen Kompost angelegt und möchte noch ein zweites Hochbeet bauen (lassen). Außerdem hab‘ ich, glaube ich, verstanden, wie wichtig das Mulchen ist. Bin absolut neugierig, lernwillig und habe ein offenes Ohr für Eure Tipps.

Selbstbemächtigung = Möglichkeiten austesten

Ein Abend in der Oper Frankfurt

„Carmen“ von Georges Bizet (1838 – 1875)

Opéra comique in drei Akten, Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée (1845).

Aufführung am 27.11.2021 – Dauer 3,5 Stunden mit einer Pause, in französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln. Aufgrund der Pandemie konnten nur Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem Antigentest (G2+) ins Theater. Auf den Sitzplätzen durfte der Mund-Nasen-Schutz abgesetzt werden, wir hielten uns an die Empfehlung, diesen zu tragen.

Normalerweise sind wir sehr selten in der Oper. Ich singe zwar selbst manchmal in einem Opernchor, aber irgendwie steht Oper nicht vorne auf meiner Prioritätenliste. Das Angebot unseres Chorleiters, günstig an Karten zu kommen, war dann doch zu verführerisch. Selbst mein Partner meinte, dass man ja rausgehen könne, wenn die Oper „nix“ ist.😊

Das Bühnenbild bestand aus einer riesigen Treppe. Dank des Lichtes, der gesprochenen Erklärungen in Französisch und der Überschriften in Deutsch und Englisch, konnte man das Geschehen gut imaginieren.

Die Treppe war Marktplatz, Arena und Gebirge. Hier tummelten sich Volk, Gaukler, Soldaten und natürlich Carmen mit ihren Freunden. Das Stück, die Musik, die Tänze … alles leicht, in atemberaubendem Tempo, witzig und spannend insziniert.

Die Mezzosopranistin Paula Murrihy als freiheitsliebende Zigeunerin „Carmen“ tanzte und sang sich sympathisch, souverän und mit viel Witz in die Herzen der Zuschauer. Tenor AJ Glueckert spielte „Don José„, den glühenden Liebhaber, der Carmen mit Haut und Haar verfallen war. Entzückend sang und spielte Adriana González die „Micaëla“ mit feinem Sopran und dennoch ausdrucksstark. Micaëla wollte Don José aus den Fängen der Carmen retten. Matardor „Escamillo„, glühender Carmen-Verehrer, wurde von Andreas Bauer Kanabas dargestellt. Mit durchgedrücktem Rücken mimte er den stolzen und eitlen Spanier, dessen Aufgabe es sei, dem Stier den Stich ins Herz zu verpassen. Als Lohn erwarte ihn die Liebe (natürlich hoffte er auf Carmen).

Die Choreografie (Leitung Otto Pichler) des Tanzensembles war rasant, teilweise grotesk, dennoch im Gesamtbild passend. Die Tänzer mimten Volk, Zigeuner, Schmuggler – je nachdem, was gerade anstand. Der Opernchor war mit viel Spielfreude präsent, mal aus der Ferne, mal aus der Nähe, teilweise mit Unterstützung einiger älteren Chorkinder.

Immer wieder kam es zu spontanem Zwischenapplaus, die Stimmung der meisten Zuschauer war amüsiert, gespannt, wohlwollend.

Insziniert wurde das Stück von Barrie Kosky, die Musikalische Leitung hatte Simone Di Felice inne.

Für uns war das ganze Stück ein Erlebnis, es war keine Minute langweilig, immer spannend und wir sind bis zum Schluss dageblieben! Die Musik hat uns mitgenommen und berührt.

So macht Oper Spaß! Ein herzliches Dankeschön an das gesamte Opernensemble.