Gassi mit Rusty

Wieder in Rodheim

So oft bin ich schon diese Wege gelaufen. Und trotzdem erscheinen die Motive jedesmal in einem anderen Licht. Eine andere Tageszeit, Jahreszeit, das Wetter, ein veränderter Blickwinkel … und schon betrachtet man eine Sache in „einem anderen Licht“.

Rausgehen, sich bewegen, die Farben einwirken lassen, das Licht,Wind, der mich umstreicht … das alles ist Balsam für meine Seele. So bin ich froh, dass ich meinen „Leih-Hund“ habe, der mich zwingt, zu verharren, die Welt zu erschnuppern, zu schauen und langsam zu tun. Letztendlich lehrt er mich, geduldig zu sein.

Kleine Schmuseeinheiten mit Rusty und zwei Stunden in der Natur – was für ein toller Start ins Wochenende!

Selbstbemächtigung = Natur erfahren und lernen

Spontanbesuch

Eigentlich wollte ich zuhause bleiben. Uneigentlich bin ich nach Rodheim gefahren. Dort habe ich mir Rusty geschnappt und bin eine ausgedehnte Runde gelaufen. Das tat uns allen gut: Meine Mutter freute sich, dass der Hund mehr Auslauf bekam und wir beide bewegten uns ordentlich und ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. Anschließend gab es Leckerlis für alle: Kaffee und Kreppel für die Großen und Hundegutzies für Rusty. 😋

Taunus und Wetterau treffen sich hier.
Streuobstwiesen – Misteln wachsen gerne auf Apfelbäumen und können diese sehr schwächen. Die vergangenen Orkane leisteten ganze Arbeit.
Blick nach Rodheim mit dem alten Kirchturm und der neueren ev. Kirche

Selbstbemächtigung = den Augenblick nutzen

Winterwuchs

Ende Januar ist die Kraft der meisten Pflanzen noch im Boden, also in den Wurzeln. Und trotzdem, wenn man genau schaut, wagen sich schon einige Triebe von Kräutern heraus. Salat, Dipp, Pesto oder Kräuterbutter können mit den jungen zarten Blättchen aufgepimpt werden. Dafür sollten wir nur die von innen wachsenden Blättchen verwenden. Die gröberen Kräuter sind vielleicht zu faserig oder bitter, diese kann man eher für Tee verwenden.

Hinweis: Vorsicht vor Doldenblütlern! Diese (und alle anderen Kräuter auch) bitte nur verwenden, wenn man sich 100% sicher ist. Es gibt ein paar sehr giftige Kräutlein darunter. Siehe dazu meinen Bericht über den Schierling: https://monika-rauch.com/2021/04/10/schierling/

Von Löwenzahn, Karde und Distel kann man die Wurzeln ausgraben und verwenden als Kaffee, Tee und Gemüse – sie sind oft oft bitter, was wiederum gut für die Leber und Galle ist.
Außer der Goldnessel und die Samen der Wilden Möhre (geht gut als Gewürz) und ggf. dem Hungerblümchen, bitte nichts(!) davon essen oder trinken. Vergiftungsgefahr!
Diese Pflanzen sind eßbar und liefern bereits in der kalten Jahreszeit Vitamine und Mineralstoffe.
Grünkohl ist ein typisches Wintergemüse. Das Kräutlein in der Mitte ist zu 97 % Kerbel. Das sagen die App und mein Geruchssinn. Trotzdem, ich nehme nix davon, die 3% könnten auch giftige Verwechsler sein.

Als ich wieder unterwegs war, habe ich ein wenig gesammelt für ein Widkräuterpesto und Kräuterbutter. Dazu gibt’s einen Blog: https://monika-rauch.com/2022/01/25/winterkraeuter-pesto-und-butter/

Update/Anfang Februar

Haselstrauch: Haselkätzchen, die männlichen Samenstände der Haselnuss, sind ideal als Reinigungskur in der Vorfrühlingszeit: Als Tee wirken sie schweißtreibend, entschlackend und kreislaufanregend. Das liegt an den Inhaltsstoffen, die reich an Flavonoiden, β-Sitosterin, organischen Säuren, Enzymen, Mineralstoffen, Gerbstoffen und ätherischen Ölen sind. Die Hasel ist ein Birkengewächs.

Der Haselstrauch – ein Birkengewächs

Ein Tee aus den männlichen Haselkätzchen dient der innerlichen Reinigung und passt jetzt wunderbar in die Zeit des Vorfrühlings.

Die Birke ist ein Pioniergewächs. Sie siedelt sich aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihres schnellen Wachstums auf Brachland an und bereitet es für nachfolgende Pflanzen vor. Die Hasel hat ähnliche Eigenschaften und bietet zudem noch Nahrung für Mensch und Tier. Die Birke ist also das erste, was da ist und bereitet das Leben vor. Daher verdankt die Birke wahrscheinlich ihren Namen der keltisch-irischen Muttergöttin Briget – ebenso die Namen Birgit, Brigitte, Burgund, Bregenz …

Die ersten Monate des Jahres dienen der inneren und äußeren Reinigung. Die Frühlingswinde rütteln am Geäst und alter Balast wird weggefegt.

In der Mythologie war Brigid die mächtigste und beliebteste Göttin der irischen Kelten (ähnlich wie unsere Frau Holle/Holda/Hulda/Perchta/Freya/Frigga). Als Muttergöttin war sie Schutzherrin von Vieh und Ernte und hat den Menschen alles beigebracht, was sie zum Leben brauchten.

So können wir davon ausgehen, dass für uns gesorgt ist. Die Natur stellt tatsächlich alles bereit, was wir im Moment brauchen.

Der Löwenzahn setzt schon Blüten an. Die Korallenbeere ist mit dem Schneeball verwandt. Beide sind Geißblattgewächse.
Korallenbeere: Forscher haben herausgefunden, dass diese Pflanze Atemnot bei Asthmatikern verhindern könnte.  Man geht davon aus, dass Wirkstoffe der Blätter Asthma-Anfälle und die Entstehung von Krebs verhindern. Die Forschung ist dabei, Bakterien zu kultivieren, die in der Korallenbeere bestimmte Proteine produzieren. Aber bitte nicht die Beere einfach konsumieren, sie ist giftig: Die Saponine und die in sehr geringen Mengen enthaltenen Solanine können Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen.
Scharbockskraut ist gut gegen Skorbut (siehe unten). Der kriechende Hahnenfuß ist bekannt als gelbes Butterblümchen und ist giftig. Der sumpfblättrige Ampfer ist mit unserem Sauerampfer verwandt und leicht giftig.
Scharbockskraut: Es hilft aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehaltes gegen Skorbut, Scharbock = Skorbut. Die jungen Blätter peppen die Frühjahrsküche auf, z.B. in Kräuterbutter, Pesto, Quark und Salaten. Ältere Scharbockskrautblätter bekommen einen unangenehm stechend-scharfen Geschmack. Das liegt daran, dass sich ab der Blütezeit (ca. Ende März) der schwach giftige Stoff Protoanemonin bildet. Dieser kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Ab Mitte März bilden sich die gelben sternchenförmig angeordneten Blüten. Ab da die Finger weg vom Kraut lassen! Die Blütenfotos sind von Pixabay – herzlichen Dank!

Update/Anfang März

Langsam geht der Spätwinter in den Vorfrühling über. Die Sonne gewinnt an Kraft und viele Zwiebelblumen und Frühblüher wagen sich aus der Erde. Allerdings ist es nachts noch empfindlich kalt.

Da die Bäume noch unbelaubt sind und die Erde noch recht „blank“ ist, kann man Kräuter viel leichter finden. Ich weiß jetzt endlich, wo ich Giersch finde. Den will ich nicht im Garten ansiedeln, aber ab und zu verspeisen.

Selbstbemächtigung = die Schätze der Natur entdecken.

Nebeltag im Januar

Der Januar ist noch ein Monat der Kälte und des Rückzugs. Selten war ich so müde, wie in diesem Jahr. Ob das an der Pandemie liegt? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass dieser Winter energieraubend war/ist. Nicht, dass ich unzufrieden wäre – ich bin mit mir im Reinen. Aber ich bin/war schlapp und energielos.

In den letzten Tagen wirkte vieles irgendwie gedämpft, eingehüllt, leiser, runtergefahren – „draußen“ in der Natur und „drinnen“ in uns. Das ist ein natürlicher Rhythmus, der hilft auszuruhen und zu regenerieren.

Seit einiger Zeit war ich endlich mal für länger in Rodheim bei meiner Mutter und ihrem Hund Rusty. Um sie zu entlasten, ging ich gleich dreimal am Tag Gassi.

Feuchte, kalte Luft einatmen, laufen und dabei den weichen Boden unter den Füßen spüren Meine Energie, die ich seit einiger Zeit verloren glaubte, war wieder da.

Der Winter trägt bereits den Frühling in sich, trotz Kälte und Nebel. Als ich mich überwand, rauszugehen, wurde ich zusehends vitaler. Ich wurde mit Energie beschenkt. Das nennt man Erdung. Diese Energie ist übrigens für jeden da.

Selbstbemächtigung = Energie aus der Natur schöpfen

Große Gassirunde

Vom Rodheimer Kreuzweg durch Felder und Steuobstwiesen

Endlich ein regenfreier Tag! Daher schnappte ich mir Rusty und los ging es:

Die ganze Woche war ich so gut wie gar nicht draußen. Es regnete, ich arbeitete meistens im Büro oder im Kinderdienst innen. Nach der Arbeit war es so dunkel und feucht, ich konnte mich einfach nicht aufraffen, rauszugehen.

Ich war regelrecht ausgehungert nach frischer Luft, nach Bewegung und Natur. Ich lief und lief und schaute und staunte. Ich versuchte, möglichst unbekannte Wege zu gehen. Dabei gehe ich immer langsam, atme bewußt und schaue mir alles genau an. Rusty mag das sehr. Er schnüffelt oder schleppt halb vergammelte Äpfel an, die ich dann werfe. Rusty wälzt sich im Gras und brummt dabei wollüstig. Und echt, ich habe oft das Bedürfnis, mich auf die Erde zu legen um mich mit ihr zu verbinden. Ist mir dann aber doch zu feucht. Und außerdem: Was sollen „die Leute“ denken?

Als sich die Sonne durch das trübe Herbstlicht brach, war ich überwältigt. Die Landschaft erstrahlte in ihrer Schönheit – ein Geschenk der Natur an mich.

Für die nächsten Tage habe ich mir vorgenommen, gleich nach der Arbeit eine Runde zu drehen oder im Garten zu arbeiten. Mal schauen …

Selbstbemächtigung = Kraft aus der Natur schöpfen

Herbstsonne genießen

Kleine Gassirunde bei Rodheim v.d.Höhe Richtung Osten (Alter Berg)

Dieses strahlende Licht! Die beiden unteren Fotos zeigen meine Lieblingspappeln.
Wenn ich meine Mutter besuche, wartet Rusty nur auf das Kommando „Auf, wir gehen Gassi!“ Er liebt es, nach Stöckchen zu rennen und sich im Gras zu welzen. Ich verrate nicht, dass meine Wurfkünste recht bescheiden sind.😊
Diese Farben! Noch tragen die Bäume ihr buntes Kleid.
Gugg Richtung Süden
Der Alte Berg und oben in der Luft verharrt ein Falke (schätze ich).

Diese Woche „verbrate“ ich meinen Resturlaub. Ich habe mir vorgenommen, viel draußen zu sein. Mit Sonnenschein geht das natürlich noch einfacher.☀️

Selbstbemächtigung = rausgehen und sich erden

Meine Sichtweise

Oft sind es die selben Wege, die ich laufe, oft ähneln sich meine Fotomotive, und doch unterscheidet sich die Landschaft von Tag zu Tag.

Ändere ich ein klein wenig den Blickwinkel, eröffnen sich neue Perspektiven.

Lege ich den Fokus auf Kleinigkeiten, sehe ich die Schönheit im Detail.

Schweift mein Blick in die Weite, erkenne ich, dass das große Ganze von all den Kleinigkeiten um uns herum gebildet wird.

Weites Land
Gelbe Kraft
Leuchtpunkte
Magische Orte
Gefieder
Meine Heimat, vertraut und geliebt

Bin ich draußen, nehme ich unweigerlich Kontakt mit dem Ort auf. In meinen Bildern packe ich meine eigenen Gefühle und Gedanken dazu. Wer meine Bilder anschaut, betrachtet sie also ein Stück weit aus meinen Augen.

Selbstbemächtigung = die eigene Sichtweise erkennen.

Fast erntereif

Rosengewächse, Rosaceae: Wusstet Ihr, dass sehr viele Früchte, die jetzt reif werden, Rosengewächse sind? Im Netz kann man viel darüber lesen, zum Beispiel: „Innerhalb dieser befinden sich sehr viele Obstbäume und -sträucher sowie Zierpflanzen von wirtschaftlich hoher Bedeutung. Vor allem die verschiedenen Obstsorten (so zählen nicht nur Erdbeeren und Himbeeren, sondern auch sämtliche Stein- und Kernobstsorten zu dieser großen Pflanzenfamilie) sind ernährungstechnisch für den Menschen immens wichtig.“ aus: gartenjournal.net

Äpfel, Rosengewächse, stehen kurz vor der Reife. Leider sind viele dieses Jahr sehr wurmstichig. In Rodheim gibt es einige alte Apfelsorten. Gut für die Artenvielfalt.
Die Rose, Rosengewächs und Namensgeber, in jeglicher Form und Farbe berührt die Sinne, besonders, wenn sie duftet.
Die Edelkastanie (Maroni), Rotbuchengewächs, „Die Kastanie ist ihrer Natur nach sehr warm, hat eine große Kraft in sich, die der Wärme beigemischt ist, und bezeichnet die Weisheit. Und alles was in ihm ist und auch seine Frucht, ist sehr nützlich für den Menschen.“ (Hildegard von Bingen) Heilwirkung:  Stärkung der Milz,
geistige Schwäche, Konzentrationsstörungen, Stärkung der Nerven, Stärkung des Herzens, Gicht, Venenstärkung; in der Küche.
Die Marone ist nicht mit der Roßkastanie verwandt.
Die wilde Möhre, Doldengewächs, wächst auf Dämmen, an sonnigen Böschungen und auf trockenen, kalkreichen Böden. Die langen dünnen Wurzeln kann man wie die Kulturmöhre verwenden. Erntezeit ist vor der Blüte. Um die Artenvielfalt zu er halten, werde ich die wilde Möhre im Garten zu „kultivieren“.
Die Quitte, Rosengewächs, ist ein altes, fast vergessenes, Kernobst und mit Apfel und Birne eng verwandt. Die meisten Sorten sind allerdings nur gekocht genießbar als Quittenbrot, Gelee, Chutney, Tee. Der Geschmack ist süß-herb. Als Heilpflanze wird sie hauptsächlich bei Durchfall und Husten genutzt. Ihre Heilwirkung ist adstringierend, erweichend
blutbildend, harntreibend,
entzündungshemmend, kühlend, schleimlösend.

Rausgehen und erkunden, was Mutter Erde zu bieten hat, ist einfach schön und gibt Gelegenheit, klar zu werden und dazu zu lernen. Einfach überwinden und tun!

Selbstbemächtigung

Heimatliebe

Regelmäßig pendele ich zwischen Maintal und Rodheim. In Rodheim lebt meine Mutter mit ihrem Hund Rusty. Wenn ich sie besuche, gehe ich so oft wie möglich mit ihm Gassi. Jedes Mal, wenn ich durch die Wetterau fahre, geht mein Herz auf. Ich sauge die Landschaft in mich ein und und wenn ich in unsere Straße biege, steht Rusty bereits am Tor. Was für ein Freudentanz, wenn ich angekommen bin! Er kriecht förmlich in mich rein und lässt mir wenig Gelegenheit, meine Mutter zu begrüßen. Dieses Tier ist eine Seele, er schenkt so viel Liebe! Ich bin froh, dass meine Mutter diesen treuen Gefährten hat.

Mein Lieblingsgartenhäuschen
Die Blätter der Pappeln rascheln im Wind und erzählen mir alte Geschichten. Dieser Ort ist für mich magisch.

Tiefe Vertrautheit und ein Hauch von Glück überflutet mich, wenn ich durch das Land streife. Je älter ich werde, umso intensiver fühle ich das. Vielleicht ist das so, weil ich hier geboren wurde und aufwuchs. Hier sind meine Wurzeln und die meiner Vorfahren väterlicherseits. Die Bande sind stark, auch wenn ich nur manchmal hier wohne.

Rusty sitzt Modell und die Pferdchen kommen zutraulich an. Der Gockel läuft gaggernd auf uns zu, er ist bestimmt irgendwo ausgebüchst. Rusty juckt das nicht weiter. Er kläfft den Hahn an, bis er endlich abhaut.
Stoppelfelder und Wolkenberge
Ob die Feder dem Milan da oben gehört?
Nach einem guten Abendessen bei meiner Schwester geht es zurück durch’s Dorf. Man wohnt hier recht unterschiedlich.

Heimatliebe ist eigentlich ein altmodisches Wort, wo wir doch alle schrecklich wichtig überall auf der Welt unterwegs sind, cosmopolitanlike. Ich glaube jedoch, dass unsere Wurzeln uns zu uns selbst führen. Meine Heimat ist der physische Ort, wo „alles“ begann, er hat sich in meine Seele gegraben. Wenn ich dort bin, kann ich gut runterfahren und habe dadurch einen besseren Zugang zu mir selbst. Der Hund unterstützt mich dabei, weil er absolut im Jetzt lebt.

Heimat bedeutet jedem Menschen etwas anderes – wenn man sie denn gefunden hat.

Selbstbemächtigung