Kleine Auszeit im Spessart

Hallo Leute,

ich grüße herzlich aus dem idyllischen Heimbuchenthal. Unser typischer Tag sieht so aus:

Aus dem Bett erheben, frisch machen (und so), ausgiebig frühstücken, einen schönen Platz im Garten suchen, vor Erschöpfung hinlegen und ggf. einschlafen, … Dann wird es aktiver: Von der Liege mühselig erheben, duschen und ca. 15 Minuten saunieren, wieder duschen, schwimmen, im Whirlpool weichblubbern lassen, wieder duschen, noch mal saunieren, duschen und im eiskalten Bach wassertreten. Danach: Sendepause … Aber ich merke: Ein kleines Hüngerchen überfällt mich, also ein paar Häppchen und ein Bierchen an die Liege bringen lassen.

Voll anstrengend so ein Tag. Demnächst berichte ich über meine Abnehmversuche.😂

Und Ihr so?

"Es klappert die Mühle am rauschenden Bach ..."

Moin aus Ostfriesland – Aurich

Film

Auf der Rückreise schauten wir uns die historische Drogerie Maaß in der Innenstadt an. Der Laden ist seit Generationen in Familienbesitz und man bekommt hier Nützliches zum moderaten Preis. Wir erstanden Tassen, Friesentee, ein echtes Fensterleder, einen Emaille-Seifenhalter und verschiedene Seifen. Die Besitzerin freute sich und erlaubte mir, einige Fotos zu machen. Nervig seien die Menschen, die nur zum Fotografieren kämen und die Stammkunden belästigen würden. Verständlich. Also, wenn Ihr da mal hinmöchtet, fragt und kauft vielleicht eine Kleinigkeit!😊


Anschließend waren wir in der fünfstöckigen Windmühle, die mittlerweile von der Stadt Aurich unterhalten wird. Bevor wir die Mühle besichtigten, plauderten wir mit einem netten Herrn, der auch im Mühlenverein engagiert ist. Er konnte uns eine Menge erklären – den Rest haben wir dann oben erfahren.

Mühlen wurden nicht nur für das Mahlen von Getreide genutzt. Man nutzt/e sie zum Entwässern, Bohren, als Sägeantrieb, als Pump-, Mahl, Schöpf- und als Ölmühle. Heute nutzt man die Windkraft hauptsächlich für die Stromerzeugung.

Miniatur-Ausstellung

Mit der Industralisierung und der Erfindung von Dampfmaschine und Elektromotor wurden die Mühlen unrentabel und werden heute meist nur noch museal genutzt.

Nach der kleinen Aurich-Tour setzten wir uns ins Auto und quälten uns die A45 runter nach Hessen.

Auf dem Weg zur Autobahn haben wir diesen schönen Ort entdeckt.

Moin aus Ostfriesland: Greetsiel

NABU und Fischer tun sich zusammen, den Müll aus den Meeren zu befördern.

Greetsiel blickt auf eine über 650-jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1388 wird Greetsiel das erste Mal urkundlich erwähnt. Greetsiel liegt an der Leybucht, im westlichen Ostfriesland als Teil der Gemeinde Krummhörn. Während der Fangzeiten sind die Greestsieler Kutter bis an die Grenzen von Dänemark unterwegs.

Sie fangen Seezungen, Butt, Schollen, Scharben und – und Granat (Krabben). Für die Krabbenfischerei ist Greetsiel bekannt. Allerdings haben sie mit weiten Wegen und hohen Umweltauflagen zu kämpfen. Damit verbunden sind lange Fahrzeiten, höhere Kosten und eine niedrige Fangquote. Daher stellen immer mehr Fischer ihre Krabbenfischerei ein.

Im Hafen
Diese Mühle kann besichtigt werden, unten werden Mehle, Brot und Tünnef verkauft. Im Nebengebäude ist ein Café untergebracht.
In der Mühle
Gugg von der einen
zur anderen Mühle. Unten links ist ein Sieltor zu sehen.

Greetsiel ist das größte Fischerdorf in der Umgebung und hat einiges zu bieten: Hotels, Ferienwohnungen, nette Einkaufsstaßen, Cafés und Restaurants, verschiedene Boot- und Kutterausflüge und die beiden Windmühlen, wovon eine besichtigt werden kann.

Im „Strandgut“ gibt es schöne Deko-Artikel. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stimmig.
Klare Empfehlung
Hier geht’s beschaulich zu.
Kleine Ladengeschäfte

Greetsiel ist für mich der attraktivste Ort in Ostfriesland. Beim nächsten Urlaub in der Gegend werde ich mir hier ein Zimmer suchen.

Selbstbemächtigung bedeutet zu reisen und sich dabei weiterzubilden.

Moin aus Ostfriesland: Carolinensiel

Eigentlich wollten wir uns das Sielmuseum anschauen. Leider hat es wegen Renovierung geschlossen. Wir erwischten eine sehr freundliche Mitarbeiterin des Museums bei einer Zigarettenpause. Sie machte uns auf die Wattenmeerausstellung im gleichen Haus aufmerksam. Außerdem zeigte sie uns den Schaufelraddampfer, mit dem man im Kanal bis nach Harlesiel, dem eigentlichen Hafen, schippern kann.

Die alten Schiffe liegen direkt im Kanal von Carolinensiel. Oben rechts sieht man den Schaufelraddampfer, mit dem wir natürlich unterwegs waren.
Jacht- und Fähr-Hafen befinden sich hinterm Sieltor in Harlesiel. Einen Strand hats dort auch. Leider war Niedrigwasser.

Wir besuchten die Ausstellung, fuhren mit dem Dampfer und legten uns gemütlich in den Sand. Nach einem kurzen Schläfchen ging’s zurück zum Hotel, wo die Sauna auf uns wartete.

Moin aus Ostfriesland: Die Weltmeister im Teetrinken

Angeblich trinkt jeder Ostfriese rund 300 Liter Tee im Jahr, das ist das Elffache des deutschen Durchschnittsverbrauchs. Damit haben die Ostfriesen den weltweit größten Teeverbrauch pro Kopf. Ostfriesentee ist meist eine Mischung aus Assam-Sorten, die einen sehr dunklen, kräftigen Tee ergeben. Nur Teesorten, die in Ostfriesland abgepackt und gemischt werden, dürfen als Ostfriesentee bezeichnet werden.

Der erste Tee kam um 1610 mit holländischen Handelsschiffen nach Europa und somit auch nach Ostfriesland. Zunächst wurde er als Medizin eingesetzt, setzte sich aber rasch durch als günstige Alternative zum Bier. In früheren Zeiten war Bier der nationale Durstlöscher, da das Wasser hier eine schlechte Qualität hatte. Mit dem Tee wurde das Wasser abgekocht und der brackige Geschmack überdeckt (siehe mein Blog über die Moore). Der Tee wurde immer beliebter und steigerte die Einfuhr hauptsächlich aus China, allerdings mit erheblichen Zolllasten. Daher versuchte der Staat so einiges, den ostfriesischen Teekonsum zu dämpfen, zumal der Absatz (und somit die Steuern) beim Bier drastisch einbrach. Aber, so wie die Ostfriesen nun mal sind, ließen sie sich nicht beirren und blieben ihrer liebgewonnenen Gewohnheit treu.

Im Teemuseum von Norden kann man eine Menge über das ostfriesische Nationalgetränk erfahren.

Mittlerweile ist die ostfriesische Teekultur als „Immaterielles Kulturerbe“ in Deutschland anerkannt.

Teesiebe und Zuckerzangen

Es gibt bestimmte Teezeiten und feste Rituale beim Servieren.

Feines Porzellan

Am liebsten wird der Tee, ähnlich wie in China, in feinem Porzellangeschirr serviert. Zunächst werden einige Stücke Kluntje (weißer Kandiszucker) in die Tasse gelegt. Dann gießt man den heißen Tee auf, der den Zucker zum Knistern bringt. (Ab hier spätestens stellt sich ein meditatives Ruhegefühl ein.) Danach gibt man einen Klecks Sahne mit einem speziellen Löffel in den Tee. Achtung! Der Tee wird nicht gerührt! Den Tee genießt man in drei Schichten: Zunächst den milden sahnigen Teil, dann den herben frischen Tee und der krönende Abschluß ist schön süß. Mindestens drei Tässchen Tee werden so genossen. Der Löffel, in eine bestimmte Stellung gelegt, bedeutet der friesischen Hausfrau, dass jetzt genug ist. Sonst wird so lange nachgeschenkt, bis ein Toilettengang unumgänglich ist.😃

Oben links das Bild zeigt ein asiatisches Teegeschäft. Oben rechts auf der Karte werden die Länder aufgezeigt, mit denen Ostfriesland besondere „Tee-Verbindungen“ hat. Unten auf dem Bild sieht man eine friesische gute Stube.

Die Ostfriesen haben ihren eigenen Weg gefunden, mit Land und Gegebenheiten klar zu kommen. Sie entwickelten eine Tradition, die eine Art Meditation darstellt. Beim Teezeremoniell findet man Zeit, runterzufahren und zu genießen. Danach kann der Alltag weitergehen.

Selbstbemächtigung

Moin aus Ostfriesland: Die Moore

Ostfriesland war lange Zeit durch einen breiten unwegsamen Moorgürtel vom restlichen Festland getrennt. Zu Schiff oder über Bohlenwege durchs Moor konnte man die Ostfriesen erreichen. Die Moorkolonisierung erstreckte sich über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren bis ins 20. Jahrhundert hinein. Hauptsächlich urbanisierte man die Moore (Fehne), indem Entwässerungskanäle geschaffen und Menschen entlang der Kanäle angesiedelt wurden. Meist waren die Siedler an eine Erbpacht gebunden, was zu Steuereinnahmen führte. Nach dem Aussterben des männlichen ostfriesischen Häuptlingsgeschlechts Cirksena, übernahmen 1744 die Preußen mit Friedrich dem Großen die Regentschaft. Dieser lockte die „Ausländer“ in das Gebiet um Moordorf, allerdings ohne eine Infrastruktur in Form von Fehnkanälen zu schaffen. Außerdem verteilte er das Land in zu kleine Pachtgrundstücke, so dass deren Besitzer kaum damit überleben konnten.

Im Moormuseum Moordorf wird sehr anschaulich über das harte Leben der Torfstecher berichtet.
In kleinen Lehmhäusern wohnten Familien mit ihren Kindern. Oben sieht man die Arbeitsgeräte der Moorbewohner.
Schäferhütte
Zog eine Familie ins Moor, kam sie zunächst in so einer mit Grassoden bedachten Hütte unter bis das eigene Lehmhaus fertig war.
Haus und Stall – alles unter einem Dach. Die Schlafstätten waren 120 bis 140 cm lang. Das Schlafen im Sitzen war üblich. Die älteren Kinder haben auf dem Boden gelegen.
Hier hatte die Familie einen gewissen Wohlstand erreicht.
Bauerngarten
Wollwäsche auf der Leine. Die Feuchtigkeit muss gut in die Knochen gegangen sein, Rheuma lässt grüßen. Unten sieht man eine Wagnerei.

Nachdem wir das Moordorf besichtigt hatten, fuhren wir zum „Ewigen Meer“, Deutschlands größtem Hochmoorsee. Es entstand nach der letzten Eiszeit, vor etwa 10000 Jahren, als Moorauge in einem Hochmoor. 

Zum See führt nur ein kurzes Stück Bohlenweg. Der frühere Rundweg ist gesperrt, da einige Bretter verrottet sind bzw. fehlen. Wir konnten nicht widerstehen und kletterten über die Absperrung und sind den ca. 2 km langen Rundweg trotzdem gelaufen. Er war nicht genormt sicher, allerdings empfanden wir ihn nicht als gefährlich.
Wenn man „verbotene Wege“ geht, muss man sich klar sein, dass man die Konsequenzen tragen muss, wenn etwas „passiert“. Allerdings sollte bewusst sein, dass wir immer die Verantwortung für unser Tun übernehmen müssen. Es ist ein aufregendes Wagnis, denn man sieht/erlebt Dinge, die auf ausgetretenen Pfaden verborgen bleiben.
Im Moor wächst nicht viel, weil das Milleu sehr sauer ist.

Warum ist das Moor so sauer? Der Grund besteht aus einer wasserundurchlässigen Lehmschicht. Ein Hochmoor kommt nicht mit Grundwasser in Berührung. Daher wachsen hier Torfmoose (Sphagnum-Arten), die nährstoffarmes Niederschlagswasser wie ein Schwamm speichern. Im unteren Bereich sterben sie durch zunehmenden Lichtabschluss ab. Die abgestorbenen Pflanzenteile der Moose werden nicht abgebaut und bilden, vereinfacht ausgedrückt, Torf. Die Torfmose geben an ihre Umgebung Gerbstoffe ab, die das Milieu säuern und konservierende Eigenschaften haben (siehe Moorleichen😳). Die unterste Torfschicht, das Schwarztorf, war früher begehrtes Brennmaterial, das obere Weißtorf wurde als Gartendünger verkauft. Die Lehmschicht wurde ausgegraben und für den Hausbau verwendet. Grub man dem Moor das Wasser ab, trocknete es aus und konnte als Land genutzt werden. Allerdings ist es immer noch nährstoffarm.

Auf dem Heimweg kamen wir an einigen Mühlen vorbei, die zum typischen Landschaftsbild Ostfrieslands gehören.

Andere, neue Wege zu gehen, manchmal auch verbotene, das ist Selbstbemächtigung. Entscheidend dabei ist die Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun. Das beinhaltet eine bewusste Entscheidung mit der Option, dazuzugewinnen und manchmal zu verlieren. Das ging uns mit der „kleinen Grenzüberschreitung“ so. Ebenso ging es den Menschen damals so, als sie sich entschieden, dem Moor ein neues Leben abzuringen. Für Selbstbemächtigung braucht es Mut.

Moin aus Ostfriesland

Eine Woche Urlaub in Norden im Norden und ich freu‘ mich auf entspannte Tage.

Kommt doch einfach mit auf die Reise!

Das sind wir: Mein „Begleiter“, (Chauffeur, Kumpel, Ehemann) und ich mit Sinn für Schönheit, Kunst und Natur. Uns verbinden 30 Jahre Krieg und Frieden, ein Haus, tolle Freunde und zwei wunderbare Söhne.
Norden ist eine Kleinstadt im Nordwesten Niedersachsens. Das 5 Kilometer entfernte Norddeich ist Fähranleger für die vorgelagerten Inseln Norderney und Juist. Außerdem hat es einen Strand und eine Promenade. In Norden war lange die Firma Dornkaat (mit ihrem dreifach gebrannter Korn) ansässig. Wer kann sich noch an den Spruch erinnern: „Doornkaat – heiß geliebt und kalt getrunken“? Heute ist die Traditionsfirma verkauft worden, weil sich die deutschen Trinkgewohnheiten stark geändert haben. Wer trinkt denn noch heutzutage „Bier mit Korn“?
Samstags und montags sind Markttage auf dem historischen Marktplatz.
Tolle Blumen hats hier und die Preise sind viel moderater als bei uns im Rhein-Main-Gebiet.
Tünnef, Socken, Hosenträger und Gewürze
Kräuterkram (Kräuterfrauen finden sich überall😇), Käse und Gewürze
Olivenholz, Erdbeeren, Kartoffeln
Die evangelische Ludgeri-Kirche lädt zum Marktkonzert ein.
Am Deich entlang in Richtung Gretsiel – Wattenmeer
Zurück ging es gegen den Wind – hinterm Deich ließ es sich leichter fahren.
Durch die Felder fuhren wir zu unserem schönen Romantikhotel. Hier entspannen wir nachmittags im kleinen Wellnessbereich .

Woher kommt eigentlich das Wort „Urlaub“? „Urloub“ (althochdeutsch) ist seit dem 8. Jahrhundert in Gebrauch und bedeutet die hochherrschaftliche „Erlaubnis“, sich von seinem Arbeitgeber zu entfernen um wichtige andere Dienste zu erledigen, dem Bestellen des eigenen Hauses (der Ritterburg z.B.), um wiederum ordentlich Abgaben an den Dienstherren abdrücken zu können … Eigentlich hat sich nicht viel verändert: Wir nehmen uns frei, um unser „Haus“ zu bestellen, wir räumen auf, machen die Steuererklärung und stärken unseren gemaledeiten Körper durch Schlaf, Bewegung und mit gutem Essen. Wir kommen zu Kräften für die neue Runde im Lebensring.

Selbstbemächtigung bedeutet ständig und permanent „Urloub“ zu machen um so erholt und bewusst der Gesellschaft dienen zu können.

Ich schau‘ gerade, wie das in Ostfriesland geht. Und Ihr so?

Erholt Euch gut!❤