Neues aus der Resteküche: Bulgur

Bulgur – Weizenschrot mit nussiger Note

„Ein weiteres Grundnahrungsmittel der orientalischen Küche ist Bulgur. Wie Couscous auch wird es in der Regel aus Hartweizen hergestellt. Die Getreidekörner werden zunächst im Dampf gegart, getrocknet und erst dann je nach Bedarf klein geschnitten. Durch dieses Verfahren bleiben mehr Nährstoffe erhalten. Da auch Bulgur bereits vorgegart ist, gelingt seine Zubereitung ähnlich schnell: Einfach den Schrot in heißem Wasser oder Brühe quellen lassen. Der Unterschied liegt im Geschmack: Bulgur schmeckt etwas kräftiger nussig als die kleinen Couscous-Kügelchen.“

https://landeszentrum-bw.de/

Unsere Küchenfrau hat es gut mit mir gemeint und mir eine riesige Tüte mit frisch gebrühtem Bulgur mitgegeben. Zu schade für die Tonne, aber was macht man damit?

Würzig

Bulgursalat Bulgur, türkische Paprikapaste, Olivenöl, Zitronensaft, Granatapfelsirup (-balsamico), Salz, Petersilie, Minze, Rohkost, Zwiebeln nach Gusto, aber sehr klein geschnitten … mischen, abschmecken … 😋😋😋

Oder süß

Süßer Bulgurauflauf ca. 600 g gequollenen Bulgur, 120 g Zucker, 3 Eier, Hafermilch, 150 g gemahlene Mandeln, gemahlene Vanilleschote, 150 g Butter, Zimt, 1 Banane, 1 Beutel TK Himbeeren, Mandelblättchen … mixen schichten, ab in den Ofen bei 160 °C für ca. 45 Minuten.

Das Rezept habe ich mir ausgedacht und der Auflauf war lecker. Beim nächsten Mal würde ich für die Menge Bulgur etwas mehr Zucker und Butter und wesentlich mehr Obst nehmen (z.B eine Zwischenschicht Aprikosen oder Pfirsiche). Als Topping schmeckt Vanillesoße oder Sahne.

Aus Bulgur kann man eine ganze Menge anderer Sachen herstellen, z.B. Bratlinge, Gemüse-, Fleisch-, Fischpfannen und -Aufläufe. Oder man ißt ihn einfach als Beilage, ähnlich wie Reis.

Beim Kochen gehe ich nie 100 % nach Rezept. Ich verändere die Mengen, die Zutaten oder alles. Meistens bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und ändere ggf. beim nächsten Mal ein wenig. Manchmal denke ich mir ein neues Rezept aus, so wie beim Bulgurauflauf. Aber auch dabei habe ich ja meine Erfahrungen mit Altbewährten im Hinterkopf .

Selbstbemächtigung = Neues wagen

Vegetarischer Wrap

Heute musste es fleischlos sein, also bastelte ich mir 2 Eiweißwraps, die mich satt machten und auch noch lecker waren. 😋

So geht’s:

  • 1 Aubergine in Scheiben schneiden und in Olivenöl weich braten, etwas salzen
  • 6 Salatblätter vorbereiten
  • 1 Handvoll Tomaten schneiden
  • 1/2 Zwiebel in Scheiben schneiden
  • 6 Falafelbällchen halbieren, anbraten
  • 1/2 Saure Sahne mit Kräutern und Salz verrühren (ich habe frische Vogelmiere verwendet)
  • 2 Eiweißwraps in der Pfanne erwärmen
  • Kräutercreme und Zutaten verteilen, Wraps rollen und mit Papier umhüllen… reinbeißen und genießen! PS Papier nicht (!) mitessen

Bei den Zutaten kann natürlich variiert werden.

Die Teile sind langanhaltend sättigend und haben nur „gute“ Kohlenhydrate.

Selbstbemächtigung = gesundes Essen genießen

(Hyper-)Aktivtag

Es war Samstag und ich wollte mich eigentlich ausruhen. Gut, das Brot für die Woche sollte schon vorbereitet werden. Daher rührte ich mal eben den Ansatz an und stellte ihn in Heizungsnähe. Dann plazierte ich mich selbst neben die Heizung (und dem Anstellgut), um ein bisschen zu schreiben. Dabei sinnierte ich übers Frühstück. Da ich noch das Nachthemd anhatte und es draußen trüb war, suchte ich mir ein schnelles Rezept im Netz heraus. So musste ich mich von meinem warmen Plätzchen erheben und loslegen. Geht ja schnell, dachte ich. Aber irgendwie kam eins zum anderen und ich war fast den ganzen Tag auf den Beinen.

Brötchen backen

Das Rezept war so auf Pinterest zu finden. Der Urheber ist „GuteKüche.ch“.

Brot

Das Anstellgut blubberte an der warmen Heizung ziemlich schnell ziemlich stark d.h. der Teig musste bereitet werden.

Den Sauerteig hatte ich mit Dinkel-Vollkornmehl vorbereitet. Die Zutaten für den Teig sind: – Anstellgut – Weizen- und Roggenvollkornmehl, sowie etwas helles Weizenmehl – Wasser – Salz.
Teig (teilweise) mit Koriandersamen und Kümmel würzen und über Nacht im Kühlschrank „kaltgaren“ lassen. Morgens wird das Brot gebacken und verspeist.

Brotkuchen

Beim Wursteln fielen mir getrocknete Brotreste in die Hände. Dank Suchmaschine fand ich ein Grundrezept für einen Brotkuchen.

Rezept: 500 g Brotreste würfeln und in 500 ml Milch ein bis zwei Stunden einweichen, die überschüssige Milch abgießen, 100 g Zucker, Obst nach Wahl (ich habe zwei Äpfel reingeschnippelt), eine Tüte gemahlene Mandeln, zwei Eier, etwas Backpulver, Haferflocken und Vollkornmehl für die Konsistenz und dann … Ab in den Ofen für eine Stunde bei 180 °C! Das Kuchenbrot ist megasaftig und man kann alles verwenden, was man übrig hat: Obst, Saaten, Trockenfrüchte, Nüsse, Schoki usw. Es ist höchstens das Fett der Nüsse drinnen und wenig Zucker. Eine vegane Variante funktioniert ebenso mit Ei-Ersatz oder Apfelmus und Pflanzenmilch.

Mazerate absieben

Demnächst will ich mit den Pflanzenauszügen Salben und Cremes herstellen. Daher wird es Zeit, die Tinkturen und Öle von ihren Kräutern zu trennen.

Zunächst war die Tinktur dran, die am längsten im Schrank steht: Seit 2021 wartet das Schöllkraut auf seinen Einsatz. Die Farbe ist echt gut, gelb-grün. Da es leicht giftig und ätzend ist, ist es nur für die äußere (!) Anwendung gedacht. Äußerlich soll es, mehrmals täglich aufgetupft, gegen Warzen und Hühneraugen helfen. Blog übers Schöllkraut: https://monika-rauch.com/2022/11/06/schoellkraut/
Bei der Mazertion werden Pflanzenteile in Wasser (Tee), hochwertigen Ölen, Essig, Honig, Zucker, Alkohol … (Tinkturen aus: Korn, Wodka, Rum, 98%igem Alkohol) ausgezogen. Die Mazerate aus Öl können warm oder kalt ausgezogen werden. Ich habe hier Öle mit Schafgarbe Johanniskraut, Hagebutten und Tinkturen mit verschiedenen Kräutern abgesiebt, abgefüllt und etikettiert.

Draußen

Den ganzen Tag drinnen und das auch noch im Nachthemd! Was sollen denn die Leute sagen? Omg! Daher: Katzenwäsche, was Altes anziehen und raus in den Garten!

Die Blätter wurden zusammengerecht und dann mit dem Rasenmäher geschreddert. Anschließend habe ich die Beete mit dem Rasen-Laub-Gemisch gemulcht. Der Mulch liefert dem Boden Nährstoffe und schützt ihn. Tiere finden im Laub Schutz (sofern ich sie nicht verschreddett habe).
Nachher brauchte ich eine halbe Stunde, bis ich den Rasenmäher vom Lehm befreit hatte.

Aufräumen

Wenn ich in der Küche werkele, putze ich zwischendurch die Flächen, spüle und räume auf. Trotzdem sieht es leicht nach Schlachtfeld aus.

Eigentlich hatte ich keinen Bock mehr. Aber wat mut, dat mut!

Meinen Aktivtag unterbrach ich am Abend, um mich mit einer Freundin zu treffen. Später tranken wir noch einen Kaffee bei mir und verspeisten dazu ein Stück Brotkuchen. Naja, der Kaffee mobilisierte meine letzten Kräfte für die Restarbeiten. Total erschossen, aber glücklich, fiel ich in einen komatösen Tiefschlaf.

Was ist das, das ich wie eine Bekloppte schaffe und das in meiner Freizeit? Es kommt bei der Arbeit eins zum anderen, ich suche nach Rezepten, überlege mir einen Zeitplan und organisiere, damit alles gut läuft. Ich bin ganz bei der Sache und im Flow. Zudem bin ich hochzufrieden, dass ich alle möglichen „Reste“ gut verwerten konnte. Für mich ist das Selbstbemächtigung = Selbstversorgung + Selbstfürsorge.

Da ich immer mal solche „Anfälle“ habe, hier noch ein ähnlicher Artikel von mir: https://monika-rauch.com/2022/10/02/flash-cooking/

Quitten-Kram

Tanacetum parthenium

Die Quitte kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird seit Jahrhunderten bei uns angebaut. Sie war ein wenig in Vergessenheit geraten und erlebt derzeit eine Renaissance.

Ich wurde mit Quitten reich beschenkt. Einige verschenkte ich weiter und den Rest verwertete ich selbst.

Quitten sind sehr gesund, sie enthalten Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Sie können Magen- Darmbeschwerden und äußerlich rissige Haut und Sonnenbrand lindern.

Die Quitten werden geviertelt und das Gehäuse, sowie schlechte Stellen, entfernt – da die Quitten ziemlich fest sind, ist das ein morzmäßiger Akt!

Zunächst muss man den „Pelz“ abwaschen. Dieser feine Pelz hat durchaus einen Sinn, denn er schützt die Frucht im Sommer vor der Sonne.

Entsaften, Gelee und Likörchen

Gelee Der abgekühlte Saft wird mit Gelierzucker (1:3) verrührt und dann einige Minuten lang geköchelt bis die Gelierung einsetzt.

Likör Eigentlich setzt man einen Likör mit den rohen Früchten an. Uneigentlich probiere ich zunächst die Herstellung mit den gegarten Früchten. Für den Likör nehme ich Obst, Rum und Zucker. Das Gesöff muss ca. 5 Wochen ausziehen und kann Weihnachten getestet werden.

Nachtrag Von den beiden letzten rohen Quitten habe ich mit Rum und Zucker noch mal einen Likör angesetzt. Welcher Likör (aus rohen oder gekochten Früchten) besser schmeckt, werde ich Weihnachten testen.
Fruchtleder

Fruchtleder Der Trester wird püriert und mit Agavendicksaft oder Zucker gesüßt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen. Dort muss er stundenlang mit leicht geöffneter Backofentür bei ca. 60°C trocknen.

Das fertige Fruchtleder wird mit der Schere geschnitten und in Gläser geschichtet.

Abends, nach der Arbeit, wollte ich nur mal eben die Quitten entsaften und vielleicht den Gelee kochen. Als ich anfing, konnte ich einfach nicht aufhören. Denn wo sollte ich den Saft oder den Trester verwahren? Die Fruchtfliegen haben schon gelauert. Also machte ich immer weiter, eines führte zum anderen. Es wurde Mitternacht, bis ich so einigermaßen fertig war. Und dann musste auch noch gespült und aufgeräumt werden!

Nachtrag II Die Quitte enthält (besonders unter und auf den Schalen) Gerbstoffe, Schleimstoffe, ätherische Öle und Wachse. Sie bewahren unsere Haut vor dem Austrocknen und wirken positiv auf trockene, schuppende oder juckende Hautstellen. Daher habe ich einen Warmauszug aus den Schalen und Mandelöl gemacht. Dazu wird die Schale in einem Trägeröl auf ca. 60 °C für 2 Stunden erwärmt und dann abgesiebt. Das Öl nehme ich als Grundlage für Salben und Cremes.


Selbstbemächtigung = Angebote aus der Natur nutzen

Flash Cooking

Es gibt Tage, da wird meine Küche zum Labor. Da wird gebacken, gebruzzelt, eingekocht und ausprobiert. So ein Tag war gestern: Zunächst setzte ich den Brotteig an und das Hagebuttemus entstand. Danach buk ich mal schnell zwei Kuchen. Zwischendurch räumte ich auf, duschte mich, machte den Haushalt, traf mich mit einem Freund, kaufte ein, ging essen und trank einen Verdauungsespresso am Abend – mit dem Ergebnis, dass ich bis 3.00 Uhr nachts noch fit war. Also machte ich in der Küche weiter:

Brot backen

Wenn der Sauerteigansatz blubbert, wird er mit Mehl, Wasser und Salz zu einem Teig verrührt. Dieser wird alle paar Stunden gefaltet und durchläuft eine Wärmephase sowie eine Kaltphase. Dieses Mal buk ich 4 Brote: Mit Koriander &Kümmel, Leinsamen, Salz&Pfeffer und Haferflocken. Ein gutes Brot braucht einen Tag. Gegen 2.30 Uhr stellte ich es zum Abkühlen auf’s Rost.

Hagebuttenmus

Die gewaschenen Hagebutten werden mit Wasser so lange geköchelt, bis sie weich sind. Danach werden sie gestampft und mit dem Kochwasser passiert. Ich musste das 2x wiederholen, damit alle Kerne draußen waren. Was für eine Arbeit! Die Kerne werden gewaschen und getrocknet für Kernletee. Das Mus wird zu Chutney und Konfitüre verarbeitet. Ich nehme dazu gerne Gelierzucker im Verhältnis 1:3.

Pflaumenmus

Aus den Zwetschgen wird Pflaumenmus. Dazu wird das kleingeschnittene Obst mit etwas Wasser und Gelierzucker so lange geköchelt, bis ein Mus entstanden ist.

Chutney

Mein erstes Chutney aus Zwiebeln, Paprika, Zwetschgen, Hagebuttenmus, Chilis, Salz, Zucker, Essig. Durch die Zugabe von Essig, Chilis und Zucker ist ein Chutney sehr lange haltbar, auch wenn das Glas bereits geöffnet wurde. Chutney schmeckt hervorragend zu Gemüse, Fisch, Fleisch, Käse.

Irgendwann stellte ich erschrocken fest, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist. Ich entschloss mich dazu, die Arbeit zuende zu bringen und jeden Arbeitsschritt zu genießen – auch das Aufräumen. Ich räume das meiste direkt im Anschluss auf und zwischendurch, wenn es passt. Für die Marmeladen und das Chutney nutzte ich das gleiche Geschirr, das dann halt gespült wird. Überhaupt … Hygiene ist beim Einmachen besonders wichtig. Die Ware soll schließlich haltbar sein.

Die sauberen Gläser werden ausgekocht, die Flächen „entbabbt“, das Geschirr gespült und der Sekt sorgt für die innere Desinfektion.

Was passiert eigentlich bei solchen Aktionen? Ich bin neugierig, will unbedingt testen, wie das Rezept umgesetzt wird. Es geht hauptsächlich ums Tun und zweitrangig um das Ergebnis. Ich bin voll und ganz bei der Sache, ich fokussiere mich. Gedanken kommen und gehen, nichts ist wichtiger als meine derzeitige Arbeit. Ich wirke und bin dabei vollkommen bei mir. Ich bin im „Flow“ und ruhe in mir. Und ich bin „geflasht“, will heißen ich bin inspiriert und dabei vollkommen motiviert. Die Zeit ist egal und ich lasse mich von ihr nicht einschränken. Das ist Glück.

Selbstbemächtigung = Glück finden

Gemüsebrühe aus Gemüseabfällen

Als ich mein Gemüsechilie zubereitete, ist einiges an Gemüseabfällen angefallen. Diese habe ich gewaschen, grob zerkleinert und mit je einem Büschel Bohnenkraut und Isop, Salz, Muskatnuss und etwas Sonnenblumenöl gewürzt. Dann ließ ich alles für gut eine Stunde köcheln, siebte und füllte es ab. Eine Flasche steht im Kühlschrank und ist einige Tage haltbar. Die Gläser mit Brühe habe ich eingefroren.

Gemüseabfälle aus: Mangoldblättern, Isop, Bohnenkraut, Schalen, Grünes und Strünke von Karotten und Sellerie, Lauchzwiebeln, Porree, weichen Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln, Paprikaresten … ergeben einen aromatischen Sud. Damit habe ich z.B. Bulgur gekocht. Nach dem Kochen wandert das ausgekochte Gemüse in den Kompost.

In unserer Sommerküche lebt es sich natürlicher als in der normalen Küche im Haus. Einiges vom Gemüse kommt direkt aus dem Garten, die meisten organischen Abfälle landen im Kompost und das Waschwasser wird in die Blumenkübel gegossen. Insgesamt produzieren wir ungefähr 1/3 des sonstigen Mülls. Das ist schon ein guter Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Und wir sind kreativer beim Kochen, so entstand die Idee, die Gemüseabfälle sinnvoll zu verwerten, nämlich als Gemüsebrühe.

Selbstbemächtigung = nachhaltig wirtschaften

Sommerküche: „Veganes Chili“

nach Sebastian Copien

Im Sommer wohnen wir fast ausschließlich im Garten. Das macht richtig Spaß, weil das Leben „draußen“ einfach erdet und Erholung bringt. In unserer Gartenküche kochen wir mit Gas und Eisenpfannen. Damit kann man schön kross anbraten, was diesem Gericht gut bekommt.

Eigentlich esse ich sehr gerne Fleisch und uneigentlich habe ich ein schlechtes Gewissen, weil Tiere eine Seele haben. Wer Haustiere zuhause hat, weiß, was ich meine. Also schau‘ ich mich nach schmackhaften Rezepten um und habe den YouTubeKanal von Sebastian Copien entdeckt. Er freut sich bestimmt über neue Abonnenten, falls Ihr seinen Kanal mal besuchen mögt: https://youtu.be/F-nIy4mCm2E

Als Fleischersatz schlägt Sebastian kleingeschnittene/geraspelte Austernpilze vor, weil die eine fleischige Textur haben. Diese werden in Olivenöl so lange gebraten, bis sie eine schöne Röstung haben. Danach kommen geraspelte Karotten und Sellerie hinzu – dies wird gebraten, bis alles leicht braun ist. Um einen noch markanteren Geschmack zu bekommen, kann man einige getrocknete kleingeschnittene Shitakepilze hinzufügen. Ich habe aber keine gefunden beim Supermarkt meines Vertrauens.
Nach und nach kommen grob geschnittene Zwiebeln, Paprika, die restlichen Karotten, Selleriegrün, Lauch, Knoblauch, Mais, Kidneybohnen (inclusive Kochwasser!) und stückige Tomaten hinzu.
Würze bringen: Salz, Oregano, Kreuzkümmel, frischer Koriander
(wer’s mag), verschiedene Chilisorten, Tomatenmark + Saft einer halben Orange und eine kleine Tasse Espresso. Zum Abrunden des Geschmacks werden 3 bis 4 Stücke geraspelte Bitterschokolade untergehoben. Ich hätte nicht gedacht, daß Schokolade dem Ganzen den entscheidenden „Pfiff“ gibt.

Ich hab‘ mich nicht ganz ans Rezept gehalten, bin aber überrascht von dem super leckeren Ergebnis. Meinen Männern zuhause hat’s auch geschmeckt. Also ist fleischlos essen gar nicht so schwer, ich werde bestimmt öfter was nachkochen. Meinen Dank geht an Sebastian Copien, für den Kanal mache ich gerne Werbung ohne Auftrag.

Selbstbemächtigung = sich auf Neues einlassen

Nachtrag: Und wer räumt jetzt auf?

Hexenküche: Bratlinge

Schnell gemacht mit natürlichen Zutaten

Zutaten: Kidneybohnen, Haferflocken, Lupinenschrot, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie (oder andere Kräuter), (Ei), Senf, Salz, Pfeffer, Paprika – verkneten, formen und in Olivenöl ausgebacken. Bei den Zutaten und Mengen kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen. Saftig und lecker!

Ich liebe es, mit Lebensmitteln zu experimentieren. Es kommen zwar weder Spinnenbeine noch Krötengift ins Essen, doch solche gefährlichen Lebensmittel wie Kräuter und Gemüse sind durchaus dabei. Meine Männer beäugen mein Kochen schon etwas misstrauisch, aber meistens schmeckt’s ihnen dann doch. Manchmal gibt’s auch Schelte, naja nicht alles gelingt immer.

Ich gebe es zu: Ich mag gerne Fleisch essen. Ich weiß aber, dass es nicht überlebenswichtig ist und dass Umwelt und Tiere wegen des übertriebenen Konsums in den Industrieländern leiden. Wir sind direkt mit Fleisch gemästet worden und haben uns, wie in anderen Lebensbereichen auch, abhängig gemacht. Glücklicherweise setzt gerade eine Trendwende ein, die zu einem bewussteren Konsum oder Verzicht führt. Ich finde es gar nicht so leicht, auf fleischlos umzusteigen und hoffe, dass ich so nach und nach meine „Sucht“ überwinde. Die Klopse kommen schon mal gut an, auch bei meinen Männern.

Selbstbemächtigung = sich bewusst gesund ernähren

Fermentiertes Rotkraut

Fementation – eine alte Methode, mit Hilfe von Milchsäurebakterien, Lebensmittel haltbar zu machen.

Wir kennen die Fermentation aus vielen Bereichen: Joghurt und Käse, Sauerteig, Sauerkraut, Essig, Alkohol … Das alles sind Lebensmittel, die sich durch Milchsärebakterien verändern und dadurch länger haltbar sind. Die Milchsäurebakterien befinden sich in der Luft oder „sitzen“ bereits auf/in den Lebensmitteln. Durch günstige Lebensbedingungen, wie z.B. Salz, Zucker, Wärme, Kälte vermehren die sich rasch und tun ihr Werk.

Fermentiertes ist gesund, weil durch das Verfahren Vitamine erhalten bleiben und die Speisen leichter verdaulich sind, was mit dem sauren Milieu zu tun hat.

Hier habe ich Rotkraut gesalzen und gestampft, so dass Zellwasser austreten konnte. Das Gemüse muss vollständig mit Salzlake bedeckt sein, damit nichts schimmelt. Daher halte ich das Gemüse mit einem Glasgewicht unten. Jetzt gärt es für eine Woche bei Zimmertemperatur, später wird es kühl gestellt.

Wann ist das eingelgte Gemüse fertig? Der Umwandlungsprozess dauert ungefähr 10 bis 20 Tage. Je länger es aufbewahrt wird, umso mehr säuert es nach. Nach einiger Zeit ist aber der Gärungsprozess abgeschlossen. Verzehrfertig ist das Gemüse, sobald es uns schmeckt! Das kann nach einigen Tagen oder nach Wochen der Fall sein. Je länger der Prozess dauert, umso weicher und verdaulicher wird die Rohkost.

Zubereitung von fermentiertem Gemüse: Damit die wertvollen Inhaltsstoffe und die Milchsäurebakterien erhalten bleiben, ist es ratsam, das Gemüse kalt zu essen oder nur leicht zu erwärmen. Es gibt allerdings Gemüse, das erhitzt werden muss, weil es roh leicht giftig ist – dazu zählen Bohnen (!) und evtl. Auberginen. Es passt gut zu allen Mahlzeiten, wo eine leichte Säure erwünscht ist. Z.B. zu Gegrilltem, in Suppen oder im Salat. Bei dem Rotkohl kann man z.B. einen Salat zubereiten aus je einem Teil rohem und fermentiertem Gemüse.

Haltbarkeit: Je nach Gemüseart ist Fermentiertes mindestens ein halbes Jahr genießbar, meistens aber wesentlich länger.

Dies ist mein erster Versuch!

Selbstbemächtigung = von unseren Vorfahren lernen

Winterkräuter: Pesto und Butter

Einige zarte und junge Blättchen der Wildkräuter kann man bereits im Januar in den Speiseplan mit einbauen. Besonders gut geht das mit der Vogelmiere, sie duftet frisch und schmeckt sehr fein. Die anderen Kräutlein dosiere ich eher sparsam, sie haben eine leicht bittere Note, was ja gut für Leber und Galle ist.

Für das Wildkräuter-Pesto schreddere ich zunächst Mandeln, Haselnüsse mit Olivenöl. Dann kommen Knoblauch, Kräuter, Hartkäse und etwas Salz hinzu – mixen und fertig. Zum Aufbewahren gibt man das Pesto in ein Schraubglas, oben muss eine Schicht Öl schwimmen, das schützt vor Schimmel. Das Pesto schmeckt sehr lecker zu Nudeln und Reis. Es passt auch gut als Marinade für Fisch und Fleisch. 😋
Die Butter wird mit Vogelmiere, Knoblauch, einer kleinen Menge der anderen Kräuter und Salz verknetet. Kräuterbutter passt gut zu frischem (warmem) Brot, Kartoffeln, Grillgemüse, Fisch, Fleisch.

Bitte achtet darauf, beim Sammeln von Wildkräutern nur das zu nehmen, was Ihr zu 100 % kennt. Bitte nicht auf Vermutung sammeln oder verarbeiten. Es gibt viele eßbare Kräuter, oder welche, die man zur Heilunterstützung verwenden kann. Und im Gegensatz dazu gibt es die Giftpflanzen, die man auch kennen sollte. Wie im echten Leben überall, gilt es, verantwortungsvoll mit Pflanzen umzugehen.

Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur annehmen