Fröhlichen Muttertag!

Für mich ist jeder Tag ein Muttertag, denn egal wie erwachsen meine Kinder schon sind, schlägt mein „Mutterherz“ immer für sie. Die Liebe ist da, einfach immanent. Dabei lebe ich mein Leben in innerer Freiheit.

Als Tochter/Sohn ist das etwas anderes. Da ist auch eine Liebe zur Mama, da fällt es mir aber viel schwerer, geduldig und liebevoll zu sein und ihre „Fehler“ zu übersehen, zu  vergessen und zu verzeihen. Da sind alte Gefühle im Spiel von Enttäuschung und Ohnmacht. Meine Mutter ist ein Kind ihrer Zeit, sie hat nicht anders gekonnt, als so zu „erziehen“ wie es ihre eigenen Prägungen und die damalige Gesellschaft zugelassen haben. Glücklicherweise war ich mir ihrer Liebe meistens sicher.

Tochter/Sohn zu sein, bedeutet harte Arbeit, nämlich die alten „Trigger“ zu erkennen und loszulassen. Trigger sind hier die Gefühle, die in bestimmten Situationen hochkommen und die uns „überreagieren“ lassen. Jahrelang, wenn wir uns nicht auf Ursachenforschung begeben.

Und dann sehe ich, wie meine Kinder manchmal auf mich reagieren … es schießt sich der Kreis. ☺️ Da muss ich mal etwas kritischer hinschauen.

Familie ist dafür da, sich gegenseitig zu halten, zu spiegeln und zu korrigieren.

Familie sollte immer das Nest sein, wo sich alle sicher fühlen, trotz Kritik, Frozzeleien und Ärgernisse. In Liebe. Und die Mutter hält meist alles zusammen.

Selbstbemächtigung = der Mutter und sich selbst verzeihen

Ostern III

Jesus Christus, Gottes Sohn, ist am dritten Tag nach seiner Kreuzigung auferstanden. So steht es um neuen Testament der Bibel und darum feiern wir Ostern. Ostern ist der wichtigste Feiertag der Christenheit: Hoffnung auf eine Wiederbelebung nach dem Tod. Die Toten schlafen und werden, wenn sie auf Gott vertrauen, auferweckt.

In anderen (östlichen) Religionen glaubt man an die Reinkarnation, d.h. der Wiedergeburt nachdem die Seele den Körper verlassen hat. Reinkarnation bedeutet „wieder ins Fleisch kommen“. D.h. man wird als Mensch, Tier oder Pflanze wiedergeboren und erlebt somit Wachstum der Seele. „Karma“ erschwert noch das Ganze, denn nach dieser Lehre büßt man für seine Misstetaten im nächsten Leben.

Überhaupt ist in vielen Religionen das Prinzip des Strafens und Belohnens ein wunderbares Mittel, um die Menschen gefügig zu halten. In der christlichen Kirche gibt es das auch in vielen Ausprägungen: Man spricht vom Fegefeuer und vom bösen Teufel. Oder man darf nicht auferstehen, wenn man „böse“ gelebt hat.

Was ist aber „böse“? Als ich Kind war, war es schon „böse“, wenn man „Widerworte“ gegeben hat. Wie oft stand ich im Kindergarten in der Ecke und wusste gar nicht, wie mir geschah. „Ungehorsamheit“, „ein anderer Lebensentwurf“ „ein anderer Glaube“ … wurden seit jeher bestraft. Leider war und ist das in vielen Religionen noch gang und gäbe. „Böse“ ist abhängig von den Werten einer Gesellschaft. Liberalisiert diese sich, wie in unserer westlichen Welt, wird der Ruf nach Belohnung und Bestrafung leiser. Allerdings gibt es noch sehr viele Relikte aus grauen Vorzeiten, wo das alte System greift (Schulnoten, Gewalt als Erziehungsmittel, Cybermobbing bei Andersdenkenden usw.).

Es gibt ein uns angeborenes Wissen, was richtig und falsch ist ähnlich der 10 Gebote im Alten Testament der Bibel: Nicht stehlen, töten, Ehe brechen, neiden, den Feiertag heiligen usw. Je nach Religion, Werten und Zeitgeist einer Gesellschaft werden die Gebote interpretiert und gelebt.

Jesu Leben und Wirken, alles was er gesagt und getan hat, geschah mit Liebe im Herzen. Nicht „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, nein ein Grundverständnis für alle Eigenarten des Lebens: Nachsicht, Langmut, Verzeihen Rücksicht, Toleranz – Liebe, die keine Bedingungen knüpft, letztendlich Liebe und Nachsicht zu und mit uns selbst.

Die Liebe war auch im alten Testament vertreten, doch war sie ein zartes Pflänzchen, in einer Zeit voller Krieg, Drama und Leid. Leider tickt die Welt (und somit wir) oft noch ganz ähnlich wie vor vielen tausend Jahren.

Mag man an Auferstehung oder Reinkarnation glauben oder nicht, Jesu Wirken zeigt den Weg aus dem Dilemma: Man kann immer wieder neu aus den alten Verstrickungen und Dramen heraustreten und ein liebevolles Leben führen. Jeder, der das für sich entdeckt und lebt, wirkt sich auf das gesamte Kollektiv aus. Jeder positive Gedanke, jedes freundliche Wort, jedes Verzeihen und jede Wertschätzung, macht die Welt heller. Wir sollten unsere Eigenwirkung für die Welt nicht unterschätzen. Ebenso wirken sich auch die vielen negativen Gefühle wie Neid, Hass und Gier auf das Weltgeschehen aus.

Paradiesische Zustände Stellt Euch mal vor, wir alle würden ein liebevolles Leben führen. Jeder würde auf sein Gefühle hören und seinen Neigungen entsprechend leben – ohne Bewertung durch andere. Stellt Euch vor, wir könnten verzeihen und andere hätten die Chance, Fehler gutzumachen. Stellt Euch vor, wir ließen unkommentiert zu, dass jemand eine andere Meinung hat und wir könnten ruhig und ohne Unterbrechung unsere Ansicht darlegen. Und wir dürften unsere Meinung ändern, ohne Gesichtsverlust. Wir würden unseren Kindern ein liebevolles Vorbild sein und ohne drakonischen Strafen mit ihnen leben. Wir würden anderen den Vortritt lassen können, die Natur ehren, die Umwelt schützen. Wir würden schauen, dass die Güter auf der Welt gut verteilt sind und dass niemand hungern müsste. Wir würden die Meinung der Alten achten und aus Schaden lernen. Wir würden forschen, kreativ sein und jeder Einzelne bereicherte die Welt mit seinen Gaben. Wir hätten Spaß und keiner müsste Harfe auf einer Wolke klimpern und Halleluja rufen. Was für friedvolle Aussichten!

Warum haben wir damit nicht längst schon angefangen?

Selbstbemächtigung = sich für die Liebe entscheiden

Ostern

In Gedanken an alle Menschen, die sich im Krieg befinden.

Müssen wir ein schlechtes Gewissen haben, weil es uns gut geht? Nein, wir sollten dafür sorgen, dass es uns gut geht! Denn erst wenn wir das Leben feiern, werden wir den Frieden einläuten können. In Liebe und Empathie für unsere Nächsten.

Friede beginnt in uns.

Selbstbemächtigung = innerer Friede erzeugt äußeren Frieden

Rauhnächte

Rauchnächte Raunächte

Anderswesen

Zwischen dem 25.12. und 6.1. liegen die 12 Rauhnächte, in denen sich die Ebenen zwischen den Welten verschieben sollen. Geister, Zwerge,Trolle, Elfen, Feen, Götter haben einen einfacheren Zugang zu unserer Welt, da die Portale leichter passierbar sind. So können die Wesen ihren Schabernack mit uns treiben, uns wichtige Informationen und Warnungen mitteilen, uns helfen oder Krankheiten und Tod bringen oder uns mit wilden Träumen in Aufruhr bringen. Ebenso können wir auch leichter auf die andere Seite gelangen und dort auch manchmal hängen bleiben.

Träume in der Rauhnachtzeit weisen auf Ereignisse im neuen Jahr hin. So steht jeder Rauhnachttag für einen Monat im kommenden Jahr: Der 25.12. deutet auf den Januar, der 6.01. weissagt die Ereignisse im Dezember.

Unsere Ahnen räucherten Haus, Hof und Garten, dabei wurde das Heim gesegnet und für das neue Jahr geweiht. Somit verschwanden die schlechten Energien und die bösen Geister verließen das Haus. In einem geweihten Haus lässt’s sich eben schlecht spuken. In ländlichen Gegenden hat das Ausräuchern heute noch Tradition. Auch in unserer modernen schnellen Zeit erlebt das Räuchern eine Renaissance.

Räucherstövchen und Kerzenlicht

Viele der verwendeten Kräuter haben Heilkräfte, so dass auch Krankheiten durch das Ausräuchern verschwinden. Manche Kräuter wirken leicht halluzinogen und können Träume oder Visionen hervorrufen. Zu den wichtigsten Reinigungs-Kräutern gehören Beifuß, Wacholder, Rosmarin, Salbei. Wohlriechende Kräuter locken wiederum Schutzgeister ins Haus. Das sind Minze, Lavendel, Rosenblüten, Blätter oder Harze von Nadelgehölzen.

Heikräuter wirken auch über das Verräuchern.

In den christlichen Kirchen wird vornehmlich mit Weihrauch (geweihter Rauch) geräuchert. Übrigens entstammt das Verwenden von Weihrauch einer jahrtausenden alten arabischen Tradition, Wohlgerüche medizinisch und beim Gebet einzusetzen. Weihrauch wirkt fokussierend und konzentrationsfördernd. Außerdem hat er im Mittelalter zuverlässig den Gestank in den Kirchen und Häusern übertüncht.

Der Begriff „Weihnacht“ bedeutet die „geweihte Nacht“ und weist auf die alte Tradition der Rauhnächte hin. Mit der Christianisierung wurden die wichtigen Feste auf die alten heidnischen gelegt und deren Bedeutung verändert.

Unser Jahreswechsel „Silvester“ fällt ebenso in die Zeit der Rauchnächte.

Ein Aberglaube aus alten Zeiten verbietet das Aufhängen von Wäsche zwischen den Jahren – je nach Region in unterschiedlichen Färbungen. Wilde Reiter könnten sich in der Wäsche verfangen und Unheil/Tod über die Familie bringen. Besonders, wenn sie in große Wäschestücke fahren, spuken sie als Geister durch das Haus oder die weißen Tücher werden direkt zu Leichentücher umfunktioniert. Das hat Bezug zur Sage der wilden Jagd/des wilden Heeres (Wotins/Odins Jagd), einer Gruppe übernatürlicher Reiter, die über den Himmel jagt. Die wilde Jagd könne auf ihren Streifzügen Seelen von Schlafenden oder zufälligen Zuschauern mit sich ziehen, die dann Teil des Heeres würden. Die Truppe besteht aus Menschen und Tieren, die „vor ihrer Zeit“ starben und meist mit lautem Getöse auf sich aufmerksam machen, manchmal auch mit sanfter, lieblicher Musik. Die wilde Jagd ist in den Raunächten unterwegs und zu anderen Jahresfesten, wie z.B. der Faschingszeit.

Das Altjahresfest im christlichen Sinne gedenkt des heiligen Papstes Silvester I. Unsere keltischen und germanischen Vorfahren feierten die Wintersonnenwende, also die Zeit vor Weihnachten am 21. Dezember. Freya, die Muttergöttin gebiert um „Mütternacht“ die Sonne, sie schenkt neues, helles Leben. Ab dann werden die Tage länger und die Nächte kürzer. Der Frühling/das Leben ist in Reichweite. Das neue Jahr beginnt – der Jahreskreis schließt sich.

Den Jahreswechsel feiern wir heutzutage mit Raketen und Böller. Es sei denn, es gibt ein Feuerwerksverbot in Zeiten von Corona. Bereits im Mittelalter lärmten die Menschen mit allem, was Krach macht: Töpfe, Rasseln, Trommeln und Trompeten, Kirchenglocken und Schüssen. Mit Feuer und Radau soll(t)en die bösen Geister vertrieben werden.

Die Rauhnächte bieten Gelegenheit, die Traditionen des Orakelns zu pflegen: Tarotkarten werden gelegt oder zu Silvester wird Blei in kaltes Wasser gegossen. Die Formen, die entstehen, weisen auf die Zukunft. Dabei wird das Orakel zu allen möglichen Themen befragt: Liebe, Familie, Gesundheit, Arbeit, Reichtum.

Glücksbringer fürs neue Jahr

Schornsteinfeger Er ist derjenige, der dafür sorgt, dass die Rauchschwaden aus der Wohnung abziehen können. Außerdem ist der Schornstein der Zugang der Anderswesen in unsere Wohnung. Vielleicht machten sogar die Heinzelmänner, aber auf jeden Fall der Weihnachtsmann regen Gebrauch vom Kamin.

Glückspilze ähneln den Fliegenpilzen, die gar nicht so giftig sind und von kundigen Schamanen zum „Fliegen“ (also für Visionen) eingenommen wurden.

Glücksschweine (oft aus Marzipan) werden zu Silvester verschenkt, weil Schweine als Zeichen für Wohlstand und Reichtum galten. Bei den alten Germanen stand das Wildschwein für kriegerische Kraft und Fruchtbarkeit. Der Ausruf, „Schwein gehabt!“ kommt sicherlich daher.

Der goldborstige Eber (Tier des Fruchtbarkeitsgottes Freyr) stieß zum Ende der 12 heiligen Nächte das Jahresrad wieder an. Vorher durften sich keine Räder drehen: Spinnräder, Wagenräder, Mühlräder, Zahnräder … mussten ruhen. Also stand auch die Zeit still, kein geschäftiges Tun beherrschte das Leben, eher Ruhe und Frieden, bevor das Jahresrad wieder angestoßen wurde.

Was für einen Nutzen können wir heute aus den Rauhnächten ziehen?

  • Rückzug Die raue, kalte Jahreszeit bietet Gelegenheit, sich innerlich zurückzuziehen, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Ziele für das neue Jahr zu stecken.
  • Mitmenschen Mit der Familie und Freunden zusammen sitzen, verfestigt die Zugehörigkeit und den Zusammenhalt.
  • Nichtstun Die Zeit anhalten und die Arbeit ruhen lassen lädt unsere Akkus wieder auf.
  • Handarbeit Wenn unsere Hände arbeiten, sortiert sich unser Geist.
  • Meditieren und Träumen klären das innere Befinden.
  • Ausräuchern bringt Wohlgeruch ins Haus und verscheucht schlechte Energien.
  • Orakeln ist zwar nichts wissenschaftlich Bewiesenes, aber trotzdem … es ist spannend, geheimnisvoll und manchmal etwas gruselig.
  • Glückwünsche Mit Glücksbringern wünscht man anderen Glück. Und hat der Andere Glück, fällt es auf uns zurück.
  • Vorfahren An unsere Ahnen denken, Ihnen danken für Ihr Dasein, Ihr Andenken ehren, sie würdigen für das, was sie geleistet haben, Ihnen verzeihen – das führt uns zu innerer Reife, Großzügigkeit und Dankbarkeit. Unsere Vorfahren ehren wir, indem wir an sie denken oder sie in unsere Gebete einschließen, wir können ein Licht rausstellen oder einen Friedhof besuchen.
  • Böse Geister Darauf achten, dass die „bösen Geister der Vergangenheit“ nicht von uns Besitz ergreifen und unser Leben bestimmen. Wo kann ich jemanden nicht verzeihen oder mir selbst? Wo hege ich Hass und Groll? Wo könnte ich locker lassen? Womöglich überschatten uralte Gefühle unser heutiges Leben und machen uns bewegungslos oder krank. Gar nicht so dumm, unsere Vorfahren, dass sie die alte Geister vertrieben haben, oder?

Selbstbemächtigung = die rauen Nächte willkommen heißen

Nebeltag

Es kostet schon etwas Überwindung, rauszugehen in den wabernden, kalten Nebel. Aber Hundi will raus und ich eigentlich auch.

Boden und Luft sind gesättigt. Jeder Schritt geht tief, feuchte Luft durchdringt meine Kleidung und erfrischt meine Lunge.

Wenn ich dann unterwegs bin, beruhigt mich die Natur. Sie hüllt mich ein und führt mich auf mich zurück. Der Hund schnüffelt und ich atme tief und beobachte die vielen Einzelheiten, die sich mir offenbaren. Es ist kalt, keine Sonne in Sicht. Und trotzdem, es ist gut, wie es ist. Ich lasse die Bilder auf mich wirken, die verblassenden Farben, das Verwelken und letztendlich das Sterben. Es fühlt sich richtig an, denn ich weiß ja, dass das Sterben auf zukünftiges Leben weist.

Im trüben Licht, an kahlen Zweigen, offenbaren sich bisher unentdeckte Schönheiten.

Ich lasse sogar die Kräuter stehen, denn die haben sich in sich zurückgezogen. Die meiste Kraft steckt jetzt in den Wurzeln. Wenn man das als Metapher nimmt, steckt da auch ganz viel Wahrheit für uns Menschen drin: Wenn wir als natürliche Wesen den Rückzug (und sogar das Sterben) akzeptieren, dann können wir im Frühjahr mit Kraft, die aus unseren Wurzeln kommt, neu starten.

Gedimmte Farben: gelb – grün – rot – braun

Ja, im Winter, ab November, sterben die mehr Menschen als zu anderen Jahreszeiten. In dieser Zeit schließt sich der Jahreskreis und wahrscheinlich kann man da am besten loslassen, wenn es denn Zeit ist, zu gehen.

Liegengeblieben unter den Bäumen. Nein, keine Verschwendung, sondern Nahrung für viele Tiere, Vögel und Insekten. Auch ein Kreislauf.

Im November wird in den christlichen Kirchen der Verstorbenen gedacht im Hinblick auf die Auferstehung. Hier, in unserem Kulturkreis, begeht man die Feste Allerseelen und Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Bald darauf folgen die Advents- und die Weihnachtstage. Die Lichter erhellen die Dunkelheit.

Ein Nebeltag im November zeigt uns tatsächlich das Leben im Sterben. Licht dringt immer in die Dunkelheit – eine schöne Verheißung! Eine Tatsache, die wir religiös, spirituell oder naturwissenschaftlich betrachten können. Wir können uns dem hingeben und müssen nicht dagegen ankämpfen. Wie tröstlich!

Selbstbemächtigung = den Nebel als Freund annehmen.