Dankbar sein

„Dankbar erweise ich dem Leben Ehrfurcht.“

Zwischen den Jahren bietet es sich an, Revue passieren zu lassen:

Was habe ich getan – was gelassen? Was lief gut – was weniger? Was geschah? Wer war da – wer fehlte? Was wurde mir geschenkt – was genommen?

Gibt es einen Grund, dankbar zu sein?

Dieses Jahr habe ich viel erlebt. Das Meiste fühlte sich gut an und Manches … naja.

Im Nachhinein ahne ich einen Sinn dahinter. So werde ich stille in der Fülle.

Selbstbemächtigung = stille in der Fülle werden

Rauhnächte

Rauchnächte Raunächte

Anderswesen

Zwischen dem 25.12. und 6.1. liegen die 12 Rauhnächte, in denen sich die Ebenen zwischen den Welten verschieben sollen. Geister, Zwerge,Trolle, Elfen, Feen, Götter haben einen einfacheren Zugang zu unserer Welt, da die Portale leichter passierbar sind. So können die Wesen ihren Schabernack mit uns treiben, uns wichtige Informationen und Warnungen mitteilen, uns helfen oder Krankheiten und Tod bringen oder uns mit wilden Träumen in Aufruhr bringen. Ebenso können wir auch leichter auf die andere Seite gelangen und dort auch manchmal hängen bleiben.

Träume in der Rauhnachtzeit weisen auf Ereignisse im neuen Jahr hin. So steht jeder Rauhnachttag für einen Monat im kommenden Jahr: Der 25.12. deutet auf den Januar, der 6.01. weissagt die Ereignisse im Dezember.

Unsere Ahnen räucherten Haus, Hof und Garten, dabei wurde das Heim gesegnet und für das neue Jahr geweiht. Somit verschwanden die schlechten Energien und die bösen Geister verließen das Haus. In einem geweihten Haus lässt’s sich eben schlecht spuken. In ländlichen Gegenden hat das Ausräuchern heute noch Tradition. Auch in unserer modernen schnellen Zeit erlebt das Räuchern eine Renaissance.

Räucherstövchen und Kerzenlicht

Viele der verwendeten Kräuter haben Heilkräfte, so dass auch Krankheiten durch das Ausräuchern verschwinden. Manche Kräuter wirken leicht halluzinogen und können Träume oder Visionen hervorrufen. Zu den wichtigsten Reinigungs-Kräutern gehören Beifuß, Wacholder, Rosmarin, Salbei. Wohlriechende Kräuter locken wiederum Schutzgeister ins Haus. Das sind Minze, Lavendel, Rosenblüten, Blätter oder Harze von Nadelgehölzen.

Heikräuter wirken auch über das Verräuchern.

In den christlichen Kirchen wird vornehmlich mit Weihrauch (geweihter Rauch) geräuchert. Übrigens entstammt das Verwenden von Weihrauch einer jahrtausenden alten arabischen Tradition, Wohlgerüche medizinisch und beim Gebet einzusetzen. Weihrauch wirkt fokussierend und konzentrationsfördernd. Außerdem hat er im Mittelalter zuverlässig den Gestank in den Kirchen und Häusern übertüncht.

Der Begriff „Weihnacht“ bedeutet die „geweihte Nacht“ und weist auf die alte Tradition der Rauhnächte hin. Mit der Christianisierung wurden die wichtigen Feste auf die alten heidnischen gelegt und deren Bedeutung verändert.

Unser Jahreswechsel „Silvester“ fällt ebenso in die Zeit der Rauchnächte.

Ein Aberglaube aus alten Zeiten verbietet das Aufhängen von Wäsche zwischen den Jahren – je nach Region in unterschiedlichen Färbungen. Wilde Reiter könnten sich in der Wäsche verfangen und Unheil/Tod über die Familie bringen. Besonders, wenn sie in große Wäschestücke fahren, spuken sie als Geister durch das Haus oder die weißen Tücher werden direkt zu Leichentücher umfunktioniert. Das hat Bezug zur Sage der wilden Jagd/des wilden Heeres (Wotins/Odins Jagd), einer Gruppe übernatürlicher Reiter, die über den Himmel jagt. Die wilde Jagd könne auf ihren Streifzügen Seelen von Schlafenden oder zufälligen Zuschauern mit sich ziehen, die dann Teil des Heeres würden. Die Truppe besteht aus Menschen und Tieren, die „vor ihrer Zeit“ starben und meist mit lautem Getöse auf sich aufmerksam machen, manchmal auch mit sanfter, lieblicher Musik. Die wilde Jagd ist in den Raunächten unterwegs und zu anderen Jahresfesten, wie z.B. der Faschingszeit.

Das Altjahresfest im christlichen Sinne gedenkt des heiligen Papstes Silvester I. Unsere keltischen und germanischen Vorfahren feierten die Wintersonnenwende, also die Zeit vor Weihnachten am 21. Dezember. Freya, die Muttergöttin gebiert um „Mütternacht“ die Sonne, sie schenkt neues, helles Leben. Ab dann werden die Tage länger und die Nächte kürzer. Der Frühling/das Leben ist in Reichweite. Das neue Jahr beginnt – der Jahreskreis schließt sich.

Den Jahreswechsel feiern wir heutzutage mit Raketen und Böller. Es sei denn, es gibt ein Feuerwerksverbot in Zeiten von Corona. Bereits im Mittelalter lärmten die Menschen mit allem, was Krach macht: Töpfe, Rasseln, Trommeln und Trompeten, Kirchenglocken und Schüssen. Mit Feuer und Radau soll(t)en die bösen Geister vertrieben werden.

Die Rauhnächte bieten Gelegenheit, die Traditionen des Orakelns zu pflegen: Tarotkarten werden gelegt oder zu Silvester wird Blei in kaltes Wasser gegossen. Die Formen, die entstehen, weisen auf die Zukunft. Dabei wird das Orakel zu allen möglichen Themen befragt: Liebe, Familie, Gesundheit, Arbeit, Reichtum.

Glücksbringer fürs neue Jahr

Schornsteinfeger Er ist derjenige, der dafür sorgt, dass die Rauchschwaden aus der Wohnung abziehen können. Außerdem ist der Schornstein der Zugang der Anderswesen in unsere Wohnung. Vielleicht machten sogar die Heinzelmänner, aber auf jeden Fall der Weihnachtsmann regen Gebrauch vom Kamin.

Glückspilze ähneln den Fliegenpilzen, die gar nicht so giftig sind und von kundigen Schamanen zum „Fliegen“ (also für Visionen) eingenommen wurden.

Glücksschweine (oft aus Marzipan) werden zu Silvester verschenkt, weil Schweine als Zeichen für Wohlstand und Reichtum galten. Bei den alten Germanen stand das Wildschwein für kriegerische Kraft und Fruchtbarkeit. Der Ausruf, „Schwein gehabt!“ kommt sicherlich daher.

Der goldborstige Eber (Tier des Fruchtbarkeitsgottes Freyr) stieß zum Ende der 12 heiligen Nächte das Jahresrad wieder an. Vorher durften sich keine Räder drehen: Spinnräder, Wagenräder, Mühlräder, Zahnräder … mussten ruhen. Also stand auch die Zeit still, kein geschäftiges Tun beherrschte das Leben, eher Ruhe und Frieden, bevor das Jahresrad wieder angestoßen wurde.

Was für einen Nutzen können wir heute aus den Rauhnächten ziehen?

  • Rückzug Die raue, kalte Jahreszeit bietet Gelegenheit, sich innerlich zurückzuziehen, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Ziele für das neue Jahr zu stecken.
  • Mitmenschen Mit der Familie und Freunden zusammen sitzen, verfestigt die Zugehörigkeit und den Zusammenhalt.
  • Nichtstun Die Zeit anhalten und die Arbeit ruhen lassen lädt unsere Akkus wieder auf.
  • Handarbeit Wenn unsere Hände arbeiten, sortiert sich unser Geist.
  • Meditieren und Träumen klären das innere Befinden.
  • Ausräuchern bringt Wohlgeruch ins Haus und verscheucht schlechte Energien.
  • Orakeln ist zwar nichts wissenschaftlich Bewiesenes, aber trotzdem … es ist spannend, geheimnisvoll und manchmal etwas gruselig.
  • Glückwünsche Mit Glücksbringern wünscht man anderen Glück. Und hat der Andere Glück, fällt es auf uns zurück.
  • Vorfahren An unsere Ahnen denken, Ihnen danken für Ihr Dasein, Ihr Andenken ehren, sie würdigen für das, was sie geleistet haben, Ihnen verzeihen – das führt uns zu innerer Reife, Großzügigkeit und Dankbarkeit. Unsere Vorfahren ehren wir, indem wir an sie denken oder sie in unsere Gebete einschließen, wir können ein Licht rausstellen oder einen Friedhof besuchen.
  • Böse Geister Darauf achten, dass die „bösen Geister der Vergangenheit“ nicht von uns Besitz ergreifen und unser Leben bestimmen. Wo kann ich jemanden nicht verzeihen oder mir selbst? Wo hege ich Hass und Groll? Wo könnte ich locker lassen? Womöglich überschatten uralte Gefühle unser heutiges Leben und machen uns bewegungslos oder krank. Gar nicht so dumm, unsere Vorfahren, dass sie die alte Geister vertrieben haben, oder?

Selbstbemächtigung = die rauen Nächte willkommen heißen

Zwischen den Jahren

Trödeln, das neue Notebook einrichten, lange schlafen, kochen, e bisserl Haushalt … die Tage zwischen den Jahren plätschern so dahin. Und meine Stimmung ist auch so … hmmm … nicht Fisch und nicht Fleisch … ohne Schwung, dafür aber reizbar. Vielleicht ist das so, weil das alte Jahr auf seinen Abschluss wartet und das neue schon in den Startlöchern steckt?

Gestern haben wir uns entschlossen,  doch noch einmal rauszugehen,  auch wenn es schon dämmerte. Eine gute Entscheidung,  denn die klare Luft kühlte mein Gemüt.

Auf der Hattig in Maintal-Hochstadt

Am 30.12. gegen 4.30 Uhr ist der Höhepunkt des letzten (13.) Vollmondes diesen Jahres. Der Mond bringt noch mal alles ans Licht, was sonst im Dämmerlicht modert. Es ist bestimmt eine gute Zeit, sich den alten Kram anzuschauen und ggf. zu verabschieden. Oder es noch mal in die tiefste Schublade zu stecken, weil es (noch) zu schmerzhaft ist.

Diese „Zwischenzeit“ lädt ein, sich auszuruhen und nachzudenken. Auch Arbeiten, die im Jahr liegengeblieben sind, wie den Brief an die Familie, Flickarbeiten und kleinere Reparaturen, können in Ruhe erledigt werden. Das sind sicherlich keine aufregende Tätigkeiten – sie haben eher meditativen Charakter.  Man fährt runter und gleichzeitig bringt man Dinge zum Abschluss. Die Zeit bietet sich auch an, die Wohnung/das Haus/den Garten auszumisten: Kaputtes aussortieren, Überflüssiges wegtun. Wenn außen Ballast abgeworfen wird, wirkt sich das auf das Innenleben aus: Man fühlt sich erleichtert.

Ich wünsche Euch eine erfüllende Zwischenzeit, die Euch Aufschwung für das neue Jahr gibt!

Monika

(Fotos/Text: Monika Rauch)