Powermittel gegen Verspannungen, Augenringe und Cellulite

Salben und Öle

Ein Freund wünschte sich etwas gegen seine starken Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Also recherchierte ich, was da hilfreich sein könnte und passte es dem an, was ich im Kräuterschrank vorrätig hatte. Zudem fiel als „Nebenprodukt“ ein Öl und eine Salbe gegen müde Augen und Augenringe dabei ab.

Ölauszüge

Ich habe die Form des Warmauszuges gewählt. Dafür verwende ich ein unbelastetes, kaltgepresstes Trägeröl (z.B. Oliven-, Mandel-, Sonnenblumenöl) und Pflanzen meiner Wahl. Die Pflanzen sollten nicht zu feucht sein, damit sich kein Schimmel bilden kann. Die Pflanzen werden für 2 – 3 Stunden in ungefähr 70°C warmem Öl ausgezogen. Danach wird das Öl abgegesiebt und in dunkle Flaschen gefüllt (ich gebe noch einige Tropfen Vitamin E hinzu für die Haltbarkeit). Oder das Öl wird weiter verarbeitet zu Salben oder Cremes.

Die sauberen Gläser werden mit heißem Wasser sterilisiert.

Äußerliche Wirkweisen

Fichtenzapfen Die Fichtenzapfen sammelte ich bei meinem letzten Urlaub in Südtirol. Sie waren verschlossen und teilweise noch grün. Das Harz der Fichte, der sog. „Waldweihrauch“, wird traditionell im Alpenraum seit Jahrhunderten verwendet. Mittlerweile gibt es auch Studien, die die Wirksamkeit bestätigen. Die Hauptinhaltsstoffe des Harzes sind ätherische Öle, Vitamine und Gerbstoffe. Sie wirkten durchblutungsfördernd wärmend und astringierend bei Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, kalten Füßen, Rheuma, Krampfadern und Hautkrankheiten, sogar Frostbeulen, können damit behandelt werden.

Hagebutten enthalten u.a. Alpha-Linolensäure, die bei Entzündungen der Haut wirkt. Außerdem sind die Vitamine A, C, E enthalten, die die Haut und das Bindegewebe stützen.

Mandelöl enthält einige ungesättigte Fettsäuren, die tief in die Haut gelangen und sie weich machen. Dadurch wird sie widerstandsfähiger und vor UV-Strahlen geschützt und mit Feuchtigkeit versorgt.

Olivenöl wird sehr gut von der Haut aufgenommen und wird daher gerne zur Hautpflege verwendet. Das Öl spendet Feuchtigkeit, wirkt gegen Falten, schützt vor hautschädlicher UV-Strahlung. Das liegt an den vielen Vitaminen und Enzymen, besonders dem Zellschutz Vitamin E. Es verhindert, dass freie Radikale die Zellmembrane zerstören. Daher wird der Hautalterung vorgebeugt.

Kaffee Koffein ist ein hochwirksamer Bestandteil des Kaffees. Äußerlich angewendet sorgt es für das Zusammenziehen von Zellen, fördert die Durchblutung, wirkt abschwellend, Gewebe wird entwässert und entschlackt und die Zellregeneration angekurbelt. Antioxidantien wirken gut gegen Faltenbildung und Hautalterung und die Poren verfeinern sich. Kaffee hat zudem eine Menge Vitamine, die auch der Haut zugute kommen. kommen. Kaffeepulver/-satz kann als Peeling direkt angewendet werden oder als Öl bzw. Salbe angewendet werden.

Im Wasserbad ziehen Hagebutten, Zapfen, Rosmarin und Kaffeepulver aus. Die Weidenrinden und -ästchen ziehen in einem Topf etwas heißer, bei ca. 95 °C, aus (rechts oben).

Rosmarin Äußerlich angewendet lindert Rosmarin Rheuma und Geschwüre, es wirkt krampflösend, haut- und kreislaufstimulierend, durchblutungsfördernd und gegen Viren und Mikroorganismen. Die Blätter von Rosmarin enthalten u.a. ätherische Öle, (Campher und Terpineol), Gerbstoffe (Rosmarinsäure) und Flavonoide (Blütenfarbstoffe).

Rotöl hat ungefähr die gleiche Wirkung wie die Schafgarbe, sie wird äußerlich in der Wundheilung eingesetzt, besonders bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Nervenentzündungen und Muskelschmerzen. Hauptsächlich wirken Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide (die roten Farbstoffe). [Die Stoffe Hyperforin und Hypericin hemmen die Aufnahme von Neurotransmittern und binden Enzyme, was bei der inneren Anwendung eine depressive Stimmungslage aufhellen kann.]

Schafgarbe  enthält Gerb- und Bitterstoffe und ätherische Öle. Sie wirkt zündungshemmend, antibakteriell, krampflösend, blutreinigend und beruhigend und hilft bei Hautentzündungen/problemen, Geschwüren, Wunden, Abschürfungen und Sonnenbrand. Sie wirkt antibakteriell, blutreinigend und beruhigend.

Weiderinden und -ästchen Die Hauptstoffe sind Salicylate, die, ähnlich wie Aspirin, schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Sie können bei Muskel- und Gliederschmerzen, entzündlichen rheumatischen Erkrankungen und Arthrose helfen.

Nach einigen Stunden wird das Öl abgesiebt und fein gefiltert. Zum Auskühlen lege ich ein Küchenkrepp unter die Deckel. So kann das Kondenswasser aufgesaugt werden und gelangt nicht ins Öl.

Winterkräuter: Pesto und Butter

Einige zarte und junge Blättchen der Wildkräuter kann man bereits im Januar in den Speiseplan mit einbauen. Besonders gut geht das mit der Vogelmiere, sie duftet frisch und schmeckt sehr fein. Die anderen Kräutlein dosiere ich eher sparsam, sie haben eine leicht bittere Note, was ja gut für Leber und Galle ist.

Für das Wildkräuter-Pesto schreddere ich zunächst Mandeln, Haselnüsse mit Olivenöl. Dann kommen Knoblauch, Kräuter, Hartkäse und etwas Salz hinzu – mixen und fertig. Zum Aufbewahren gibt man das Pesto in ein Schraubglas, oben muss eine Schicht Öl schwimmen, das schützt vor Schimmel. Das Pesto schmeckt sehr lecker zu Nudeln und Reis. Es passt auch gut als Marinade für Fisch und Fleisch. 😋
Die Butter wird mit Vogelmiere, Knoblauch, einer kleinen Menge der anderen Kräuter und Salz verknetet. Kräuterbutter passt gut zu frischem (warmem) Brot, Kartoffeln, Grillgemüse, Fisch, Fleisch.

Bitte achtet darauf, beim Sammeln von Wildkräutern nur das zu nehmen, was Ihr zu 100 % kennt. Bitte nicht auf Vermutung sammeln oder verarbeiten. Es gibt viele eßbare Kräuter, oder welche, die man zur Heilunterstützung verwenden kann. Und im Gegensatz dazu gibt es die Giftpflanzen, die man auch kennen sollte. Wie im echten Leben überall, gilt es, verantwortungsvoll mit Pflanzen umzugehen.

Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur annehmen

Dreierlei Blütentinktur

Mal eben noch ein paar späte Blüten gesammelt:

Aus der Not (wenig Zeit und noch weniger Schraubgläser, dafür aber reichlich Wodka) habe ich aus allen drei Komponenten eine Tinktur angesetzt.

Muss jetzt 3 – 4 Wochen ausziehen und dabei sanft geschüttelt werden.

Hilft bei Frauenleiden, Gereiztheit, Hormonschwankungen, Entzündungen, wirkt besänftigend.

Also gut für gegen alles. Äußerlich als Einreibung, Badezusatz, Umschlag, oder innerlich (Prost!).

Selbstbemächtigung = Blütenkraft nutzen

Beruhigende Kräuter

Ein Kräutertee – mehrere Möglichkeiten:

Aus unterschiedlichen Kräutern kann man ein ein hochdosiertes Mazerat bereiten: Ringelblumen, Kamille, Salbei, Malve, Minze, Melisse, Schafgarbe, Ingwer werden mit kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. Hochdosiert bedeutet in meinem Fall, dass ich ungefähr das doppelte an frischen Kräuter in einen Papierteebeutel stopfte als üblich. (Fragt mich nicht nach Mengen, das geht so aus der Hand heraus). Den Aufguss und die Kräuter verwandte ich unterschiedlich:

1. als Tee 2. als Mundwasser: ein Teil des Aufgusses wurde mit Spitzwegerichtinktur versetzt (hilft gut bei Zahnfleisch- und Zahnentzündungen) 3. als Duftsträußchen fürs Wohlbefinden 4. zur Hautberuhigung: mit dem warmen Teebeutel tupfte ich Gesicht und Dekolleté ab und 5. Die Reste wurden zum Düngen im Kräuterbeet verteilt – ja, manchmal übertreibe ich etwas 😊.

Nachtrag: Von der Mischung trank ich zwei Kannen Tee über den Tag verteilt. Normalerweise brauche ich nicht viel Schlaf. Aber am Nachmittag war ich mit einer Unterbrechung insgesamt drei Stunden im Tiefschlaf. Nach dem „Tatort“ fiel ich dann wieder total erschöpft ins Bett und schlief bis zum Weckerklingeln tief und fest mit intensiven Träumen. Ich denke, das lag hauptsächlich am Tee aus frischen Kräutern. Daher schaue ich mir diese mal ganz genau auf deren beruhigenden Wirkweise hin an:

Ingwer:  entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd, krampflösend, beruhigend, belebend, kurbelt den Stoffwechsel an. Wirkt bei Magenbeschwerden,  Reisekrankheit, Erkältungen, Kopfschmerzen, Rheuma, Arteriosklerose. Trägt zur seelischen Gesundheit bei, hilft Blockaden abzubauen, lässt die Lebensenergie fließen.
Kamille: entzündungshemmend  krampflösend, beruhigend auf den Magen, ausgleichend.
Malve: schleimlösend, adstringierend, entzündungshemmend. Die Schleimstoffe der Malve helfen vor allem bei Erkältungskrankheiten  und Magen/Darmbeschwerden. Die Schleimstoffe ummanteln sozusagen die gereizten Stellen im Körper und lassen sie so heilen. Vielleicht tun sie das auch  bei einer gereizten Psyche?
Pfefferminze:  krampflösend, gallenflussfördernd, antimikrobiell, antiviral und harntreibend. Wirkt  beruhigend bei Spannungskopfschmerzen und Migräne sowie bei Erkältungskrankheiten, Schnupfen und bei Muskel- und Nervenschmerzen, Reizdarm und Magenverstimmungen. Minze beruhigt und belebt und hat eine kühlende Wirkung. Der Hauptwirkstoff ist  Menthol.
Ringelblumen: antibakteriell, desinfizierend, heilend, beruhigend, krampflösend.
Salbei:
bakteriostatisch, fungistatisch,virustatisch,
adstringierend, entzündungshemmend,
antioxidativ, schweißhemmend, blutstillend. Salbei stärkt das Nervensystem, mildert Stress und löst Verkrampfungen. Er verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen.
Schafgarbe: Durch ihre entkrampfenden Eigenschaften hat sie eine beruhigende Wirkung und kann, durch die Durchblutungsförderung gleichzeitig aber auch anregend wirken. Zudem hat Schafgarbe Einfluss auf die Seele. Sie beruhigt und hilft Ungleichgewicht zu beseitigen.
Zitronenmelisse: krampflösend und hilft bei Magen-Darm- und Menstruationsbeschwerden. Sie verringert die Auswirkungen von chronischem Stress wie Ängstlichkeit, Anspannung und Schlaflosigkeit. Die beruhigende Wirkung beruht auf der  vermehrten Bildung des Neurotransmitters GABA im Gehirn, welches die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn senkt. Seine hemmende und beruhigende Wirkung auf die Synapsen im Gehirn sorgt dafür, dass Stress- und Angst-Signale nur noch  abgeschwächt verarbeitet werden. Gaba in konzentrierter Form ist tatsächlich ein Bestandteil von KO-Tropfen. Und die sorgen wiederum für Knockouts und Willenlosigkeit.

Fast alle wilden Kräuter besitzen beruhigende Eigenschaften. Jede Pflanze hat einen eigenen Wirkstoffkomplex. In meinem Fall hat wahrscheinlich die Zitronenmelisse in Kombination mit den anderen Kräutern für die Müdigkeit und den tiefen Schlaf gesorgt. Zudem haben die Pflanzen jetzt im Frühling ihre höchste Heilkraft und frisch zubereitet sowieso.

Ich hatte die Tage abends einen ähnlichen Tee bereitet und habe daraufhin so tief wie selten geschlafen.

Bei der Zubereitung von Tees, Salben, Mundwasser etc. mit frischen Kräutern ist die Dosierung genauso wichtig wie bei anderen Medikamenten. So einen Schlaftee z.B. kann man als Kur gerne verwenden. Ich rate davon ab, diese Drogen täglich innerlich zu konsumieren.

Selbstbemächtigung bedeutet hier das sorgsame Abwägen, welche Substanzen wir für uns wählen. Was tut gut? Was ist zuviel? Was hilft? Wo ist’s zuviel? Was sollten wir lassen?

Fotos: Monika Rauch und Pixabay – herzlichen Dank!