75 Jahre nach der Zerstörung Hanaus

Als Antwort auf den umjubelten am 18.2.1943 von Goebbels ausgerufenen totalen Krieg und den verheerenden Konsequenzen, beendeten die Alliierten Hitlers Wahnsinn mit der Zerschlagung Deutschlands …

Am 19. März 1945 um 4:20 legten englische Alliierte die Stadt Hanau in nur 20 Minuten des Bombardements in Schutt und Asche. Um die 2500 Menschen starben. Umgerechnet wurden an diesem Tag ca. 1300000 Kilo Sprengstoff über Hanau abgeworfen. Es gab keinen Fliegeralarm, da vorher ein Scheinangriff auf Kassel gestartet wurde. Zeitzeugen berichteten von einem Himmel, der wie ein Christbaum leuchtete und von der Erde, die von den Einschlägen erzitterte, sie erzählten von glühendem Asphalt, herumirrenden Menschen und von der Zerstörung ihrer Heimat.

Ab September 1944 gab es regelmäßig Luftangriffe der Alliierten auf die Stadt Hanau. Tausende Bomben wurden über der Stadt abgelassen. Ziele waren hauptsächlich die Industrieanlagen. Getroffen wurden auch andere Teile der Stadt. Mit dem Luftangriff am 19. März in seiner Heftigkeit rechnete niemand. Der Krieg fand sein gewaltsames Ende. Bereits 9 Tage später, am 28. März, wurde Hanau von den Amerikanern besetzt.

Die Alliierten setzten alles daran, Schluß zu machen mit dem Krieg – unerbittlich. Viele deutsche Städte und Kulturgüter wurden zerschlagen. Dazu gibt es Parallelen in der Geschichte: Im Mittelalter wurden Städte und Anlagen geschleift und die Bevölkerung litt.

Hanauer Altstadt heute

Gibt es eine andere Möglichkeit, einen Krieg zu beenden, als mit Gewalt auf Gewalt zu reagieren? Und wer ist der wirkliche Gewinner? Die Rüstungsindustrie ganz sicher.

Um was geht es eigentlich? Um Verbreitung einer Ideologie (der deutsche Herrenmensch) oder Weltanschauung oder Religion? Ich denke, es geht ums Rechthaben – und natürlich um Macht und Geld. Oft wird die Ideologie als Vorwand genutzt, einen Krieg anzuzetteln.

Wir Menschen sind so bedürftig, wir wollen gesehen werden. Dabei verwechseln wir manchmal unsere Sicht der Dinge mit der „Wahrheit“. Wir reden mit, sehr gerne im Internet, wo mit Polemik manipuliert wird. Wir sind verführbar und manchmal verführen wir. Bereits Kinder können es schwer ertragen, wenn jemand anderer Meinung ist. Weil sie sich damit abgewertet fühlen. Einzig Menschen, die mit sich einig sind, können gut andere Anschauungen neben der ihren stehen lassen. Wir brauchen keine Gewalt, weder mit Worten noch mit Taten.

Wir brauchen einen friedvollen und toleranten Umgang miteinander. Es fängt damit an, Verantwortung für unser Verhalten und unsere Taten zu übernehmen indem wir

  • unser Handeln hinterfragen
  • Fehler korrigieren
  • Unrecht benennen
  • verzeihen und um Verzeihung bitten
  • für uns sorgen, uns selbst lieben und akzeptieren
  • Kindern die Welt erklären
  • Kindern Frieden vorleben
  • unser Leben so leben, wie es sich stimmig anfühlt
  • Angst loslassen und darauf vertrauen, dass alles gut wird

Was würde passieren, wenn alle Mächtigen dieser Welt plötzlich anfingen, ihr Leben nach diesen Punkten auszurichten – oder wir für uns?

75 Jahre nach Kriegsende hat sich leider nicht viel verändert. Der Rechtsruck in der westlichen Welt ist sichtbar; USA, Türkei, Russland … haben schon ihre „starke Führung“ gefunden, bei uns finden die populistischen Gruppen zunehmend Gehör und der Ruf nach einer starken Hand wird lauter. Sicherlich kennen wir das Gefühl der Ohnmacht, wenn man sich die Ungerechtigkeiten der Welt anschaut. Trotzdem: Jeder von uns trägt Verantwortung! Bringen wir unser eigenes Leben auf die Kette, hat das Auswirkungen. Es fängt immer im Kleinen an.

Die Hanauer Kantorei führt am 21. März das Friedenskonzert „The armed man“ von Karl Jenkins auf. Das Stück wird gemeinsam mit befreundeten Chören aus Exeter/England und Rennes/Frankreich performt. Die Musik an sich ist ein Zeichen gegen die Grausamkeit der Kriege – die gemeinsame Aufführung mit den früheren „Feinden“ hat einen starken Symbolcharakter.

A mass of peace: https://www.youtube.com/watch?v=Oc8bc-bA1JM&list=PL292A2AE7B9FD983A&index=1).

Quellenangabe: https://www.hanau.de/stadtentwicklung/geschichte/hanau_1933_-_1945/19-maerz-1945-zerstoerung-der-Stadt/index.html, https://www.op-online.de/region/hanau/eingebrannt-gedaechtnis-684823.html, https://www.wasglaubstdudenn.de/spuren/145912/was-bedeutet-allahu-akbar

Bilder: Pixabay, Monika Rauch

Veröffentlicht von

Monika Rauch

Ich begleite Prozesse bei Müttern und ihren Familien. Als Coachin begleite ich Dich in besonderen Lebenssituationen. Mögliche Themen sind: Ängste, Hemmungen, Stress, Mobbing, Streitigkeiten, Trennungen, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Sinnfragen. Gemeinsam erarbeiten wir neue Ziele und Strategien, um Veränderungen zu erreichen. Ich arbeite hauptsächlich mit den Techniken Sea-Balance und Baby-Healing nach ulriqe.de. Mittels kinesiologischer Abfrage werden Problematiken, versteckte Gefühle, Blockaden und verhindernde Glaubenssätze ermittelt und schnell und unkompliziert gelöscht bzw. transformiert. Diese Techniken gebe ich Dir mit auf den Weg, so dass Du selbständig damit weiterarbeiten kannst. Als Fortbildnerin begleite ich Prozesse von PädagogInnen, LehrerInnen, Kitas und Schulen. Ich unterstütze bei der Gestaltung von Elternabenden, gebe Impulsvorträge und Seminare zum Thema Selbstbemächtigung mit dem Schwerpunkt der Portfolio-Arbeit. Außerdem biete ich eine koordinierte Elternberatung in Ihrer Einrichtung an. Als Künstlerin bin ich selbst im Prozess. Ich singe, male, zeichne, schreibe, fotografiere, dichte, töpfere, schauspiele. Dabei tobe ich mich kreativ aus. Mit meiner Kunst drücke ich mich aus, sie schenkt mir Zufriedenheit und zeigt mir den Weg zu mir selbst. Künstlerisches Tun fließt immer in meine Arbeit mit ein. Ich arbeite ganzheitlich, religionsunabhängig und sektenfrei.