Alt = Ausgedient?

Der menschliche Körper soll auf eine Lebenszeit von etwa 130 Jahren ausgerichtet sein, heißt es. Wenn man nicht vorher stirbt. Trotzdem gibt es einige ältere Menschen, die mit 70/80 Jahren keine Perspektiven mehr haben. Alt bedeutet für viele: „Wir setzen uns jetzt hin und warten auf den Tod. Was soll es da noch groß geben?“Mit Ende der Berufszeit besinnen sich viele Menschen auf das, was sie in der Ruhezeit alles erledigen wollen: Reisen, sich ehrenamtlich engagieren, endlich Zeit für Reparaturen und Garten haben, die Enkelkinder betreuen, ins Theater gehen, vielleicht ein Seniorenstudium an der Uni, die Welt genießen. Gut ist, wenn man eine/n PartnerIn hat, dann macht alles doppelt so viel Spaß. Außerdem ist ein fester Freundkreis wichtig.

Schwierig wird es, wenn Freunde oder Partner sterben oder man selbst erkrankt. Dann hat man mit der Trauer, mit Einsamkeit und Lebensängsten zu kämpfen. Der Körper macht nicht mehr richtig mit und bei manchen auch der Geist.

Das, was Sie aus Ihrem Leben machen, liegt in Ihrer Verantwortung

Meine Mutter würde gleich protestieren, ich solle erstmal in ihr Alter kommen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das leben, was die Gesellschaft von uns erwartet: In Rente gehen, ein bisschen Spaß haben, krank werden, sterben. Das Wort ist sehr mächtig, und wir tun gerne das, was man uns sagt. Wir erfüllen die Prophezeiung sozusagen. Wir sind das, was wir denken. Kreisen unsere Gedanken um Krankheit und Leid, lässt das Leid nicht lange auf sich warten. Sie können also überlegen, ob sie tatsächlich der gesellschaftlichen Erwartung entsprechen wollen oder ob Sie eigene Pläne haben.

Eigene Pläne zu haben, ist in jedem Alter wichtig. Anfangen kann man damit, seine eigenen Wünsche aufzuschreiben, z.B. ein gutes Essen, Gesundheit, eine Reise, eine alte Freundin treffen, neue Freunde finden. Diese Liste sollte man in Greifnähe haben um sie zu ergänzen oder zu verändern. Wenn Sie sich über ihre eigenen Ziele im Klaren sind, werden Sie automatisch nach Wegen suchen, wie Sie diese erfüllen können. Das Leben kann so wieder spannend werden.

Eine Bekannte sagte kürzlich zu mir: „Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Sie hat sicherlich recht, gibt es doch viele herbe Schläge, von denen ich oben schon berichtete. Und trotzdem: Behalten Sie die Macht über sich, setzen Sie sich ihre Krone auf, auch wenn Sie krank im Bett liegen. Behalten Sie Ihre Würde. Ich habe einige Tipps zusammengetragen um gut „durchzukommen“ – so haben Sie im Alter noch lange nicht „ausgedient“:

  • Lieben Sie sich selbst so wie Sie sind.
  • Seien Sie positiv.
  • Suchen Sie sich Weggefährten.
  • Versuchen Sie so oft wie möglich, raus an die frische Luft zu kommen.
  • Freuen Sie sich über das, was Sie bereits in Ihrem Leben geleistet haben.
  • Lassen Sie andere an Ihrem Erfahrungsschatz teilhaben.
  • Arbeiten Sie im Garten oder auf dem Balkon.
  • Suchen Sie sich eine Aufgabe.
  • Dankbar sein.
  • Kreativ sein: malen, basteln, singen, backen, kochen …

Diese Liste ließe sich bestimmt noch gut ergänzen: Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion und schreiben Ihre Vorschläge oder Ihre Kommentare. Verantwortung übernehmen bedeutet immer, sich seiner Selbst und seiner eigenen Mächtigkeit bewusst zu sein. Gerne begleite ich Sie bei diesem Prozess.

Ihre Monika Rauch




Wie Phoenix aus der Asche

Zum Anfang des Jahres wollte ich meine kleine Praxis eröffnen. Dann wurde ich krank. Ich war über eine Woche im Bett und konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Mit der Krankheit kamen die Zweifel: „Was, du willst dich selbständig machen? Wie vermessen, du hast doch keine Ahnung.“ Mit der körperlichen Schwäche schwächelte ich auch im Inneren. Ich bekam kalte Füße. „Soll ich das wirklich machen? Was, wenn keine Kunden kommen? Wenn ich gleich mein erstes Gespräch vermurkse? …“ Die Füße waren nicht nur kalt, sie waren kaum zu spüren. Mir war schwindelig und ich lief wie auf Watte. Das war noch heute morgen so. Ich bin immer noch in der Rekonvaleszenz. Ich erneuere mich körperlich, gewinne an Kraft und möchte losstarten. Ich genese und meine alte Kraft kehrt langsam zurück.

Ich erinnere mich gut an die Zeit, als unsere Kinder noch jünger waren. Mindestens zweimal im Jahr waren beide nacheinander oder gleichzeitig krank. Wir Eltern hielten sie, kochten Tee und Hühnersuppe, waren für sie da und haben gemeinsam die Zeit durchgestanden. Nach ein, zwei Wochen war es vorbei: Die Jungs waren wieder fit und konnten weitermachen … und wir auch. Und doch war etwas anders, fast unmerklich, aber immer eindeutig: Nach jeder Krankheit hatten unsere Kinder einen Entwicklungsschritt abgeschlossen. Als sie ganz klein waren, brachen die Zähne nach Fieberschüben durch, nach Krankheiten fingen sie an zu krabbeln, laufen und später zu sprechen – als sie älter wurden, zeigte es sich, dass die jeweilige Krankheit den letzten Feinschliff gab. Ein kurzer Stop, ein Verharren, Innehalten … Kräfte sammeln, um dann mit voller Kraft loszulegen.

So möchte ich, dass meine Erkrankung mir auch den letzten Feinschliff für mein Vorhaben gibt. Ich glaube ganz fest daran, dass ich gestärkt diese Aufgabe angehen kann und dass ich sozusagen wie Phönizia aus der Asche entsteige.

Ab heute eröffne ich diesen Blog und wünsche mir viele Menschen, die mich hier ein Stück des Weges begleiten und gleichzeitig freue ich mich über Menschen, die zu mir finden und die ich als Coach ein Stück ihres Weges begleiten darf.

Ihnen wünsche ich einen guten Start in die neue Woche und wenn Sie krank sind/waren: Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Kräfte bündeln und mit ganzem Herzen Ihre Vorhaben angehen. Falls Sie sich fragen, welche Vorhaben das denn sein sollen, helfe ich gerne bei der Formulierung neuer Ziele.

Alles Gute

Monika Rauch