Schlüchtern

… ist ein netter kleiner Ort in Mittelhessen. Hier gibt es eine ehemalige Benediktinerabtei, die im 8. Jahrhundert erbaut wurde. Heute sind ein Gymnasium und die KmF (kirchenmusikalische Fortbildungsstätte) dort untergebracht. Ich bin oft zweimal im Jahr für ein Wochenende im Kloster. Meistens beim Sologesangskurs. Die Atmosphäre, die Musik, die Gemeinschaft lassen mich innerlich zur Ruhe kommen. Ich versuche, den Fokus auf mich zu halten: wenig Ablenkung durch die Sozialen Medien, viel Natur und noch mehr Musik.

Es ist gar nicht so einfach, nur ich selbst zu sein. Die Musik hilft mir, meine Schwingung zu finden. Und ich komme ins Grübeln:

Wie geht es beruflich weiter? Haben sich irgendwo Türen geöffnet und ich habe es nicht bemerkt? Sollte ich einige meiner Träume abhaken? Oder umschreiben? Oder sollte ich völlig neue Wege gehen?

Dann fällt mir auf: Ich befinde mich schon wieder in der Zukunft! Dabei will ich doch im Hier und Jetzt leben. Ach Menno! Also: Vertrauen und Zuversicht haben, dass alles gut wird. Liebe und Nachsicht für mich und meine Mitmenschen üben. Und es laufen lassen …

Videoclip Impressionen von Schlüchtern:

https://photos.app.goo.gl/qkGb9zbh8o9Hyv926

Wie soll ich die Macht über mich zurückholen?

Ich habe doch Macht über mich, oder?

Das möchte ich doch sehr hoffen! Wir sind selbstbestimmte Wesen und versuchen uns immer weiter zu optimieren: Schneller, höher, besser. Wir agieren und agieren, weil wir in der Gesellschaft bestehen möchten. Wir möchten anerkannt werden, geliebt, gesehen. Und manchmal strampeln wir uns ab, aber eine innere Befriedigung stellt sich nicht ein.

Wir suchen die Anerkennung im Außen: Ein Partner, der uns endlich die Erfüllung bringt, der liebevoll, fürsorglich, aufopfernd, verstehend ist. Oder der Beruf, der uns fordert und wo wir zeigen können, was in uns steckt. Oder ein Ehrenamt, das uns total erfüllt und leider manchmal auch erschöpft. Bei Krankheit vertrauen wir dem Arzt, der uns vielleicht mit einer Diagnose verurteilt, das zu leben, was er prophezeit.

Leider, selten, tritt das ein, was wir erwarten. Das Lob, die Anerkennung, die Liebe, die Gesundheit, wonach uns so sehr dürstet.

Was hat das mit Macht zu tun? Wir geben alles und suchen die Erfüllung im Außen. Wir bemächtigen die Anderen „es“ für uns zu tun: Uns aufzufüllen. Die Lösung kann, meiner Meinung nach, nur im Innern zu finden sein: Wir sollten versuchen, uns selbst aufzufüllen mit Liebe zu uns selbst. Indem wir es lernen, uns selbst zu lieben, anzuerkennen, zu akzeptieren mit allen Facetten, gewinnen wir die Macht über uns zurück.

Natürlich sollten wir nach einer harmonischen Beziehung streben, einen erfüllenden Job, ein tolles Ehrenamt haben und einen guten Arzt (Ärztin).

Es kommt auf das „wie“ an: Lieben wir uns selbst, sorgen wir automatisch für uns und fangen an zu fragen: Wohin führt mich mein Weg? Gibt es einen Sinn im Leben? Habe ich eine Berufung? … Fangen wir an zu fragen, ergeben sich mitunter Antworten, die uns Korrekturen vornehmen lassen. Vielleicht erkennen wir, dass der Job alles andere als erfüllend ist, oder dass die Partnerschaft, Freundschaft nicht eben das Gelbe vom Ei ist. Vielleicht finden wir dann den Mut zu gehen – Schritte vorzunehmen, die lebensverändernd sind. Das heißt nicht immer, sich bei Beziehungsproblemen z.B. zu trennen, aber man könnte sich innerlich anders aufstellen. Oder man sucht sich einen anderen Arzt, der ganzheitlich arbeitet, also den Mensch mit seinem Seelenleben in die Behandlung mit einbezieht, oder …

Also: Haben wir wirklich die Macht über uns? Das kann nur jeder für sich selbst beantworten. Wenn Sie sich auf den Weg der Selbstbemächtigung machen und es irgend wo hakt, unterstütze ich Sie gerne dabei.

Foto: Pixabay