Kroatien

Endlich Urlaub, drei Wochen Zeit, die östliche Adria zu erkunden:

Slowenien: Portorož

Der erste Stopp ist gebucht – Hotel Marko in Portorož an der slowenischen Küste.

Das Hotel hat einen schönen Garten mit unbequemen Klappstühlen – es brauchte etwas Zeit, sich herauszuwuchten – dafür gibt es aber die Möglichkeit vom zuvorkommenden Personal ein Getränk serviert zu bekommen. Eine Straße trennt das Hotel von der Strandpromenade. Eigentlich wollten wir uns dort zwei Liegen unterm großen Sonnenschirm mieten – uneigentlich haben wir das gelassen, weil eine Liege 30 Euro kostet. Ich dachte: „Naja, opfern wir mal den Wucherpreis, ist ja nur für einen Tag.“ Erst nach der dritten Wiederholung des Betrages raffte ich, dass die 30 Euro pro Person galten. Also machten wir es uns im Hotelgarten gemütlich. Zum Schwimmen sind wir dann über die Straße gelaufen.

Hotelgarten mit gutem Restaurant und einem hervorragenden Frühstück. Das hat auch den Spatzen zugesagt.
Die Fahrerei Vom Rhein-Main-Gebiet bis zum Hotel in Slowenien brauchten wir mit kleinen Pausen 10 Stunden ohne größere Staus. Die A3 in Deutschland ist gefühlt eine einzige Baustelle, wo wir meist mit Tempo 80, 100 oder 110 fahren konnten. Das Tempolimit hat Deutschland auch ohne Gesetzesänderung längst erreicht – das nur am Rande. Wir sind deshalb gut durchgekommen, weil wir bereits um 2:00 Uhr starteten. Überhaupt: Als wir 2019 das letzte Mal hier unten Urlaub machten, waren die Autobahnen frei und das Fahren war entspannt. Dieses Jahr ist wirklich alles verstopft: die Straßen, Restaurants, Strände, Einkaufspassagen.

Dalmatien: Srima, Vodice, Insel Murter

Von Slowenien fuhren wir via Autobahn ca. 500 Kilometer nach Srima/Vodice in Dalmatien. Dort kamen wir in einem kleinen Mittelklassehotel (Duje) unter. Eigentlich wollten wir uns langsam südlich „schrauben“, doch es war wirklich schwer, spontan ein Hotel zu finden – auch das war die Jahre zuvor kein Problem. Vodice kennen wir noch von vergangenen Urlauben, daher wissen wir, wo man gut ins Wasser kann:

Abendsonne – Insel Murter, Strand Slanica
Murter, Strand Slanica

In Kroatien gibt es einige wenige Sand- oder Kiesstrände – und die sind meist überlaufen und bieten wenig Schatten. Wir ziehen uns dann gerne an die Seiten der Buchten zurück. Dort kann man es gut in den Pinienwäldern aushalten. Allerdings muss man über Felsen zum Wasser klettern. Ich mutiere dann gerne zur geschickten Gemse. Im Wasser sollte man gut darauf achten, nicht in einen Seeigel zu treten. Daher sind Wasserschuhe das Mittel der Wahl.

Die Sessel werden mitgeschleppt, denn wer will schon gerne auf Steinen liegen? Katzi machte es sich unter meinem Stuhl gemütlich.
Insel Murter, Strand Podvrške
Wirtschaftliche Situation Die Preise im touristischen Bereich sind stark angestiegen und haben sich dem europäischen Preisniveau angeglichen. Seit Anfang des Jahres gibt es in Kroatien den Euro, einhergehend mit dem Beitritt zum Schengenabkommen – das macht  die Einreise nach Kroatien attraktiver als in den Vorjahren. Die Inflationsrate beträgt hier derzeit 7,8% (in Deutschland 6,2%). Was  schwerwiegender ist, sind die hohen Mehrwertsteuersätze auf Lebensmittel. Diese betragen je nach Lebensmittel, bis zu 25 %. Das wiederum beeinträchtigt das Geschäft zahlreicher Produzenten der Milch- und Fleischindustrie und gefährdet deren Wettbewerbsfähigkeit auf dem in- und ausländischen Markt erheblich. Da auch die Grundnahrungsmittel seit einigen Jahren mit Mehrwertsteuern belegt sind, sind die Preise der Nahrungsmittel angezogen, was den Menschen hier das Leben erschwert.  Im Jahr 2022 hat das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kroatien geschätzt rund 17.486 Euro betragen (im Vergleich Deutschland 46.182 Euro). Kroatien hat hier aber sehr gute Entwicklungsprognosen (im Gegensatz zu Deutschland).
Am Morgen – Blick vom Balkon, Hotel Duje
Vodice Hafen
Ca. 20 km nördlich von Vodice liegt die kleine Insel Murter, die man über eine Klappbrücke erreichen kann. Hier geht es beschaulich zu und der Hafen der Inselhauptstadt bietet nette Restaurants und schöne Ausblicke.

Wasser

Wasserqualität 94% der Badegewässer in Kroatien haben eine hervorragende Wasserqualität. Viele Strände wurden mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Auch das Trinkwasser hat eine hervorragende Qualität – es unterliegt einer strengen behördlichen Kontrolle und kann fast überall im Land unbedenklich verbraucht werden.
Warum ist Kroatiens Wasser klar, sauber und blau? Eine Kombination verschiedener Faktoren spielt dabei eine Rolle:
  • eine hohe Salzkonzentration = 38,30 Promille, d.h. in einem Kilogramm Wasser sind 38,30 g Salz aufgelöst
  • verschiedene Sedimente am Meeresboden = Reliktsand, felsige Böden, sandige Buchten
  • eine Verbindung zu Afrika: Strömungen und Wind tragen Nährstoffe, wie das Phytoplankton, in die kroatische Adria
  • Phytoplankton wächst und vermehrt sich, dabei setzt es Sauerstoff frei und absorbiert Kohlendioxid, was die Klarheit des Wassers erhält
  • die durchschnittliche Wassertemperatur im Sommer beträgt 25 °C und im Winter 13°C – hohe Temperaturen über 26 °C begünstigen die Bildung von schädigenden Algen
Hier hat’s die schönsten Boote und Schiffe – passt ja irgendwie zum Wasser😊

Jadranska Magistrala

(Adriatische Küstenstraße) Sie ist ein Teilabschnitt der Europastraße 65, die in Malmö, Schweden, beginnt und in Chania, Griechenland, endet. Die E65 hat eine Gesamtlänge von 3.800 Kilometern. Die Jadranska Magistrala verläuft 600 km entlang der östlichen Adriaküste von Rijeka nach Dubrovnic. Wir sind davon einen Teilabschnitt in nördlicher Richtung gefahren von Zadar nach Rijeka. Die Straße ist gut ausgebaut und führt durch kleine Dörfer, ist sehr kurvenreich (Tempo 40 mitunter) und bietet reizvolle Aussichten. Wir waren ca. 1,5 Stunden länger unterwegs als wenn wir die A1 gefahren wären, die Fahrerei war dafür sehr entspannt.

Jadranska Magistrala

Istrien: Poreč

Wieder hier! 2019 hatten wir dieses Kleinod entdeckt, ein Landhotel, mit großen stilvoll eingerichteten Zimmern und einem kleinen Wellnessbereich auf der Dachterrasse. Die Besitzerin, Frau Rausch, spricht auch Deutsch. Sie ist eine hervorragende Gastgeberin, man kann sich mit beinahe jeder Frage an sie wenden. Sie empfiehlt gute Strände, Restaurants und Sehenswürdigkeiten, sie wäscht und trocknet unsere Wäsche und bereitet ein individuelles Frühstück zu, dass in einer lauschigen Ecke im Garten eingenommen wird. Die Villa liegt etwas außerhalb von Poreč inmitten schönster Natur. Zum Meer sind es ca. 4 Kilometer.

Villa Castello Rausch

Turbulentes Poreč Abends ist hier ordentlich was los: Kleine Geschäfte, Bars und Restaurants sind über Altstadt und Hafen verteilt. Leider schieben sich Massen von Touristen durch die Gassen und das bei schwülen 30°C (Mitte August).Mir macht das dann wirklich keinen Spaß mehr, daher suchen wir uns lieber kleine Restaurants außerhalb des Gewimmels.

Umgebung und Strände von Poreč

Dorf Veleniki, hier speisen wir öfter in der Konoba Daniela (reservieren!)
Strände beim Hotel Delfin und der Plava Laguna

Essen und Trinken

wird meist in Konobas serviert – das sind kleine Restaurants mit landestypischen Gerichten.

In Kroatien gibt es häufig gegrillten Fisch oder Fleisch – Veganer/Vegetarier können durchaus gut mit dem typischen Mangoldgericht, gegrilltem Gemüse, Salaten, Suppen, Kartoffel- und Eierspeisen, klarkommen. In guten Restaurants/Konobas hilft eine freundliche Anfrage und man bekommt etwas Schmackhaftes gezaubert.

Neben den klassischen Gerichten (Ćevapčići, Djuvec-Reis, Ajvar …), die wir schon von unserem „Kroaten“ zuhause kennen, gibt es eine unglaubliche Vielfalt:

Deftiges Schwarzes Risotto (Crni rižot), Oktopussalat, Mangoldkuchen (Soparnik), Trüffel Krautrouladen (Sarma), Bohnensuppe (Grah), Pager Käse (Paski Sir), Fleischeintopf (Cobanac), kroatischer Schinken (Prosciutto), Muscheln in Wein (Buzara), Trüffel (Tartuf): Istrien ist mit seinem dunklen Boden und den Eichenwäldern ein Trüffelparadies und allerorts stehen sie auf der Speisekarte, 
Spanferkel oder Lamm: sieht man hier entlang der Straße brutzeln, allerdings sind das eher Gerichte, die in Bosnien beheimatet sind.
Süßes Palatschinken, verschiedene Kuchen, gefüllte Kekse (Breskvice), frittierte Teigbällchen (Fritule) - diese bekommt man oft automatisch als Nachspeise gereicht.
Getränke Bier, Rotwein, Weißwein, Marillenschnaps, Birnenschnaps, Sljivovica (Pflaumenschnaps), Cedevita (Brausepulver-Getränk), Pasareta (rotes Erfrischungsgetränk), Oranzada (Erfrischungsgetränk mit Orange), verschiedene Kaffeesorten
Travarica - ein hochprozentiger mit Kräutern angereicherter Schnaps hilft so ziemlich für gegen alles: zur Verdauung, gegen Mückenstiche und  Reisekrankheit, gegen oder für Kopf- und Zahnweh, oder als Haushaltsreiniger. Jedes Haus, das etwas auf sich hält, hat eine eigene Rezeptur. Zur Not kauft man sich diesen im Supermarkt. Ich, als Kräuterfrau, finde es sehr reizvoll, ein gutes Rezept zu ergattern. Mal schauen  ...
Leckeres Essen in den Konobas und als Digestif hilft ein Travarica

Es gibt noch so viel zu berichten über Kroatien. Über Pflanzen und Kräuter von hier verfasse ich einen eigenen Blog. Vielleicht wird es die nächsten Tage etwas kühler, dann folgen noch Berichte über die Natur und Sehenswürdigkeiten. Fürs erste schließe ich diesen Blog und danke für Euer Interesse.

Selbstbemächtigung =sich für Hintergründe interessieren