Autor: Monika Rauch
Moin aus Ostfriesland: Greetsiel

Greetsiel blickt auf eine über 650-jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1388 wird Greetsiel das erste Mal urkundlich erwähnt. Greetsiel liegt an der Leybucht, im westlichen Ostfriesland als Teil der Gemeinde Krummhörn. Während der Fangzeiten sind die Greestsieler Kutter bis an die Grenzen von Dänemark unterwegs.
Sie fangen Seezungen, Butt, Schollen, Scharben und – und Granat (Krabben). Für die Krabbenfischerei ist Greetsiel bekannt. Allerdings haben sie mit weiten Wegen und hohen Umweltauflagen zu kämpfen. Damit verbunden sind lange Fahrzeiten, höhere Kosten und eine niedrige Fangquote. Daher stellen immer mehr Fischer ihre Krabbenfischerei ein.




zur anderen Mühle. Unten links ist ein Sieltor zu sehen.
Greetsiel ist das größte Fischerdorf in der Umgebung und hat einiges zu bieten: Hotels, Ferienwohnungen, nette Einkaufsstaßen, Cafés und Restaurants, verschiedene Boot- und Kutterausflüge und die beiden Windmühlen, wovon eine besichtigt werden kann.




Greetsiel ist für mich der attraktivste Ort in Ostfriesland. Beim nächsten Urlaub in der Gegend werde ich mir hier ein Zimmer suchen.
Selbstbemächtigung bedeutet zu reisen und sich dabei weiterzubilden.
Moin aus Ostfriesland: Carolinensiel
Eigentlich wollten wir uns das Sielmuseum anschauen. Leider hat es wegen Renovierung geschlossen. Wir erwischten eine sehr freundliche Mitarbeiterin des Museums bei einer Zigarettenpause. Sie machte uns auf die Wattenmeerausstellung im gleichen Haus aufmerksam. Außerdem zeigte sie uns den Schaufelraddampfer, mit dem man im Kanal bis nach Harlesiel, dem eigentlichen Hafen, schippern kann.



Wir besuchten die Ausstellung, fuhren mit dem Dampfer und legten uns gemütlich in den Sand. Nach einem kurzen Schläfchen ging’s zurück zum Hotel, wo die Sauna auf uns wartete.
Moin aus Ostfriesland: Die Weltmeister im Teetrinken

Angeblich trinkt jeder Ostfriese rund 300 Liter Tee im Jahr, das ist das Elffache des deutschen Durchschnittsverbrauchs. Damit haben die Ostfriesen den weltweit größten Teeverbrauch pro Kopf. Ostfriesentee ist meist eine Mischung aus Assam-Sorten, die einen sehr dunklen, kräftigen Tee ergeben. Nur Teesorten, die in Ostfriesland abgepackt und gemischt werden, dürfen als Ostfriesentee bezeichnet werden.
Der erste Tee kam um 1610 mit holländischen Handelsschiffen nach Europa und somit auch nach Ostfriesland. Zunächst wurde er als Medizin eingesetzt, setzte sich aber rasch durch als günstige Alternative zum Bier. In früheren Zeiten war Bier der nationale Durstlöscher, da das Wasser hier eine schlechte Qualität hatte. Mit dem Tee wurde das Wasser abgekocht und der brackige Geschmack überdeckt (siehe mein Blog über die Moore). Der Tee wurde immer beliebter und steigerte die Einfuhr hauptsächlich aus China, allerdings mit erheblichen Zolllasten. Daher versuchte der Staat so einiges, den ostfriesischen Teekonsum zu dämpfen, zumal der Absatz (und somit die Steuern) beim Bier drastisch einbrach. Aber, so wie die Ostfriesen nun mal sind, ließen sie sich nicht beirren und blieben ihrer liebgewonnenen Gewohnheit treu.

Mittlerweile ist die ostfriesische Teekultur als „Immaterielles Kulturerbe“ in Deutschland anerkannt.

Es gibt bestimmte Teezeiten und feste Rituale beim Servieren.

Am liebsten wird der Tee, ähnlich wie in China, in feinem Porzellangeschirr serviert. Zunächst werden einige Stücke Kluntje (weißer Kandiszucker) in die Tasse gelegt. Dann gießt man den heißen Tee auf, der den Zucker zum Knistern bringt. (Ab hier spätestens stellt sich ein meditatives Ruhegefühl ein.) Danach gibt man einen Klecks Sahne mit einem speziellen Löffel in den Tee. Achtung! Der Tee wird nicht gerührt! Den Tee genießt man in drei Schichten: Zunächst den milden sahnigen Teil, dann den herben frischen Tee und der krönende Abschluß ist schön süß. Mindestens drei Tässchen Tee werden so genossen. Der Löffel, in eine bestimmte Stellung gelegt, bedeutet der friesischen Hausfrau, dass jetzt genug ist. Sonst wird so lange nachgeschenkt, bis ein Toilettengang unumgänglich ist.😃

Die Ostfriesen haben ihren eigenen Weg gefunden, mit Land und Gegebenheiten klar zu kommen. Sie entwickelten eine Tradition, die eine Art Meditation darstellt. Beim Teezeremoniell findet man Zeit, runterzufahren und zu genießen. Danach kann der Alltag weitergehen.
Selbstbemächtigung
Moin aus Ostfriesland: Die Moore
Ostfriesland war lange Zeit durch einen breiten unwegsamen Moorgürtel vom restlichen Festland getrennt. Zu Schiff oder über Bohlenwege durchs Moor konnte man die Ostfriesen erreichen. Die Moorkolonisierung erstreckte sich über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren bis ins 20. Jahrhundert hinein. Hauptsächlich urbanisierte man die Moore (Fehne), indem Entwässerungskanäle geschaffen und Menschen entlang der Kanäle angesiedelt wurden. Meist waren die Siedler an eine Erbpacht gebunden, was zu Steuereinnahmen führte. Nach dem Aussterben des männlichen ostfriesischen Häuptlingsgeschlechts Cirksena, übernahmen 1744 die Preußen mit Friedrich dem Großen die Regentschaft. Dieser lockte die „Ausländer“ in das Gebiet um Moordorf, allerdings ohne eine Infrastruktur in Form von Fehnkanälen zu schaffen. Außerdem verteilte er das Land in zu kleine Pachtgrundstücke, so dass deren Besitzer kaum damit überleben konnten.










Nachdem wir das Moordorf besichtigt hatten, fuhren wir zum „Ewigen Meer“, Deutschlands größtem Hochmoorsee. Es entstand nach der letzten Eiszeit, vor etwa 10000 Jahren, als Moorauge in einem Hochmoor.



Warum ist das Moor so sauer? Der Grund besteht aus einer wasserundurchlässigen Lehmschicht. Ein Hochmoor kommt nicht mit Grundwasser in Berührung. Daher wachsen hier Torfmoose (Sphagnum-Arten), die nährstoffarmes Niederschlagswasser wie ein Schwamm speichern. Im unteren Bereich sterben sie durch zunehmenden Lichtabschluss ab. Die abgestorbenen Pflanzenteile der Moose werden nicht abgebaut und bilden, vereinfacht ausgedrückt, Torf. Die Torfmose geben an ihre Umgebung Gerbstoffe ab, die das Milieu säuern und konservierende Eigenschaften haben (siehe Moorleichen😳). Die unterste Torfschicht, das Schwarztorf, war früher begehrtes Brennmaterial, das obere Weißtorf wurde als Gartendünger verkauft. Die Lehmschicht wurde ausgegraben und für den Hausbau verwendet. Grub man dem Moor das Wasser ab, trocknete es aus und konnte als Land genutzt werden. Allerdings ist es immer noch nährstoffarm.

Andere, neue Wege zu gehen, manchmal auch verbotene, das ist Selbstbemächtigung. Entscheidend dabei ist die Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun. Das beinhaltet eine bewusste Entscheidung mit der Option, dazuzugewinnen und manchmal zu verlieren. Das ging uns mit der „kleinen Grenzüberschreitung“ so. Ebenso ging es den Menschen damals so, als sie sich entschieden, dem Moor ein neues Leben abzuringen. Für Selbstbemächtigung braucht es Mut.
Moin aus Ostfriesland: Neuharlingersiel
Das meint Wikipedia: „Neuharlingersiel ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Esens im Landkreis Wittmund im Nordwesten Niedersachsens. Der Ortsteil Neuharlingersiel ist seit 1979 ein Nordseebad und seit 1996 ein staatlich anerkanntes Nordseeheilbad. …
Neuharlingersiel wird erstmals 1693 in Urkunden erwähnt. Das Land wurde durch einen Deichbau in der Harlebucht gewonnen. Neuharlingersiel löste Altharlingersiel als Sielort ab. Seit dieser Zeit ist es auch Hafen für Hochseefischerei. …“







Selbstbemächtigung bedeutet mit Spaß zu leben und zu lernen. Das kann man auf Reisen besonders gut. Als Klugscheißerin möchte ich noch was los werden: Viele Küstenhäfen beherbergen das Wort „Siel“. Was das bedeutet?Das „Zill“ bzw. „Siel“bezeichnet einen Durchlass im Deich, wodurch Wasser von der Landgewinnung ins Meer geleitet wird.
Das musste ich noch loswerden.
Moin aus Ostfriesland
Eine Woche Urlaub in Norden im Norden und ich freu‘ mich auf entspannte Tage.
Kommt doch einfach mit auf die Reise!











Woher kommt eigentlich das Wort „Urlaub“? „Urloub“ (althochdeutsch) ist seit dem 8. Jahrhundert in Gebrauch und bedeutet die hochherrschaftliche „Erlaubnis“, sich von seinem Arbeitgeber zu entfernen um wichtige andere Dienste zu erledigen, dem Bestellen des eigenen Hauses (der Ritterburg z.B.), um wiederum ordentlich Abgaben an den Dienstherren abdrücken zu können … Eigentlich hat sich nicht viel verändert: Wir nehmen uns frei, um unser „Haus“ zu bestellen, wir räumen auf, machen die Steuererklärung und stärken unseren gemaledeiten Körper durch Schlaf, Bewegung und mit gutem Essen. Wir kommen zu Kräften für die neue Runde im Lebensring.
Selbstbemächtigung bedeutet ständig und permanent „Urloub“ zu machen um so erholt und bewusst der Gesellschaft dienen zu können.
Ich schau‘ gerade, wie das in Ostfriesland geht. Und Ihr so?
Erholt Euch gut!❤
Vegane Klopse

Kennt Ihr das auch? Ihr wollt umstellen auf basisches, möglichst tierfreies Essen.
Aber die Lust/Gewöhnung an Fleisch ist riesig. Ja, ich gehöre zu denen, die gerne Fleisch essen. Ich esse es auch, allerdings versuche ich mich da einzuschränken.
Alternativ teste ich vegane Produkte, die irgendwie gesund klingen. Die Klopse von dieser Firma sind schön fluffig und geschmacklich genießbar. Wie gesagt, der Senf hat’s rausgehauen.
Das gewürzte Erbspüreepulver wird mit Wasser angerührt, nach Belieben mit Kräutern, Zwiebeln , Knoblauch, Senf aufgepeppt, geformt und ca. 10 Minuten gebraten. Ich habe dazu Olivenöl verwendet.
Die Pilze habe ich ebenfalls in Olivenöl angebraten und nur leicht gesalzen und gepfeffert.
War mit meinem frisch gebackenen Sauerteigbrot ein schnell gezaubertes Abendessen.

Lazy Samstag
Den Tag nutzen
… und das tun, was möglich ist.

Wir haben der Wetterapp nicht geglaubt …
So konnten wir gut entspannen am See. Wenig los. Schlecht für’s Geschäft, gut für uns.
Es macht doch Sinn, seinem eigenen Urteilsvermögen zu trauen, anstatt irgendwelchen Apps die Führung zu überlassen …
Selbstbemächtigung


