Kategorie: Gedichte
Wetterau Poem
Wenn mich der Heimat Muse küsst
ich den Boden küssen müsst
reim ich lieber mit Methode
eine wetterauer Ode.





Bist Du selbst mit Dir im Fluss
kannst Du reden jeden Stuss.
Selbstbemächtigung
Texte und Fotos von mir (mora2021)
Abendlicht
So wunderbar weich im Schein. Mildes wärmendes Sein.
Ein Lächeln in meinem Gesicht. Ein Strahl, der langsam erlischt.
Der Tag ist vollbracht, es wartet die Nacht.
Ich komme zur Ruh und lasse es zu.
Und früh im Morgenlicht ein neuer Tag anbricht.
(mora2021)
Ganz nah

Zusammen
sitzen wir heute hier und erzählen wie es damals war.
Tiefe Furcht, alles zu verlieren, krank zu werden, zu sterben, nahm uns jede Freiheit. Und Freude.
Lange Zeit mussten wir mit uns selber klarkommen. Wir hatten so wenig Kontakt. Wir waren traurig und einsam. Wir mussten zuhause bleiben, bei uns.
Viele starben. Viele waren krank. Wir schauten zu und konnten nichts tun.
Wir nahmen es anderen übel, was uns geschah. Wir jammerten und schlugen um uns. Wir suchten die Schuld im außen und kamen nicht weiter. Es war kaum zu ertragen und noch weniger. Die Langeweile fraß uns auf.
Als wir es nicht mehr aushielten, fingen wir an, uns selbst zu sehen. Wir schauten nach unseren Ressourcen und wurden kreativ. Und zufrieden.
Wir erkannten, dass wir uns verloren hatten. Und fanden uns wieder. Wir fingen an, Balaste abzuwerfen und zu vertrauen. Es blieb uns nichts anderes übrig.
Die Welt veränderte sich. Wir waren gezwungen, klarzukommen und nach uns zu schauen.
Die Angst hörte auf. Die Krankheit hatte keine Gewalt über uns.
Nun sitzen wir hier und sind uns ganz nah.
Kurz vor des Nachtes Ruh

Kurz vor des Nachtes Ruh es schnattert und flattert. Die Luft umschmeichelt und streichelt. Zarter Blütenduft. Der Abend neigt sich und der Mond schaut zu.



Fotos und Texte: Monika Rauch
Lockdown Blues
Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön‘ ich mir die Welt.
Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit.
Der Lockdown macht’s möglich, dass wir uns nicht seh’n. Wenn ich so an mir runtergugg‘, find‘ ich das ganz schön.
Und weil Du mir fehlst, stopf‘ ich es in mich rein. Ich armes Schwein!
Fotos und Text: Monika Rauch

Blumengrüße

Josef Guggenmos:
Die Tulpe
Dunkel war alles und Nacht.
In der Erde tief
die Zwiebel schlief, die braune.
Was ist das für ein Gemunkel,
was ist das für ein Geraune,
dachte die Zwiebel,
plötzlich erwacht.
Was singen die Vögel da droben
und jauchzen und toben?
Von Neugier gepackt,
hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht
und um sich geblickt
mit einem hübschen Tulpengesicht.
Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.





