In der Ruhe liegt die Kraft

Heute nutzte ich meine freie Zeit zum Ausschlafen, Balkonschrubben und Pflanzen.

Alles ging ging mir leicht von der Hand. Ich tat das, was ich schon die ganze Zeit tun wollte. Ich arbeitete eines nach dem anderen ab.

Ich fühlte mich friedvoll und ruhig. Die Arbeit floß mir aus der Hand.

Ich musste nicht – ich wollte tun! Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass ich ganz entspannt eine ganze Menge „weggeschafft“ habe, ganz ohne inneren Druck. Ich nutzte die Kraft, die aus der Ruhe entspringt.

Es ist manchmal ganz schön schwer, gelassen und ruhig die anstehenden Aufgaben zu erledigen. Und daraus noch Kraft zu ziehen. Wenn ihr mögt, begleite ich Euch bei Euren Prozessen.

Unsere tiefste Angst

Kürzlich schaute ich mir eine Passage des Aktuellen Sportstudios an. Oliver Kahn wurde interviewt. Ich weiß nicht genau, um welchen Verein es gerade ging, ich hörte nur Kahns Aussage: „Das ist die Angst vor dem Gewinnen …“ Ich war elektrisiert. Ja, das kenne ich nur zu gut, von mir und von vielen lieben Mitmenschen; die Angst vor einem Gewinn. Aus Angst, vielleicht etwas falsch zu machen, also eine Fehlentscheidung zu treffen, bleiben wir lieber in unserer Komfortzone. Dabei wissen wir, dass Angst lähmt.

Einige Beispiele:

  • Jeder Arbeitstag ist eine Qual – und trotzdem bleiben wir.
  • Oder man arbeitet als Metzger und ißt vegan.
  • Kinder (und nicht nur Kinder) werden Opfer und meinen, das sei ihre Schuld.
  • Kinder bekommen Bauchweh, wenn sie in die Schule müssen.
  • Lehrer werden krank.
  • Mit dem PartnerIn hat man sich nichts mehr zu sagen, aber man hat gemeinsam Kinder, ein Haus, ein Pferd, eine Jacht.
  • Seit vielen Jahren engagieren wir uns im Verein und das ist nur noch mühsam.
  • Wir bekommen eine Krankheit nach der anderen, meinen aber, dass das nichts mit uns zu tun hat.
  • Wir würden gerne künstlerisch tätig sein und finden keine Zeit.
  • Wir würden gerne verreisen und bleiben zu Hause.
  • Unsere Vorsätze zum Jahresbeginn enden am 2. Februar.
  • Wir erlernen einen Beruf weil er gute Erfolgsaussichten hat.
  • Eine Diät jagt die andere und wir nehmen nicht ab.
  • Wir halten in steter Treue zu unseren Eltern, obwohl sie uns misshandelten und noch heute missachten.
  • Wir kümmern uns um alles und jedes und missachten unsere eigenen Bedürfnisse.
  • Wir wohnen auf dem Land obwohl wir die Stadt lieben, oder umgekehrt.
  • Man ist schon 80 Jahre alt – daher ist eh alles zu spät.

Wir verharren, obwohl wir uns auf den Weg machen sollten. Wir verschließen die Augen und hoffen, dass der Spuk schon irgendwann vorbei ist. Wir machen weiter, weil die anderen das von uns erwarten, bleiben im Job, weil wir extra Punkte angesammelt haben. Wir bleiben dick und/oder krank, weil wir irgendeinen Vorteil davon haben. Wir stellen uns nicht unserer Vergangenheit, weil das zu sehr schmerzt. Und dabei zeigen wir unseren Kindern wie das Spiel der Welt funktioniert.

Und jetzt? Sollen wir alle Zelte abbrechen, den unliebsame Mitmenschen ade sagen, Job kündigen und alle Verantwortung hinter uns lassen? Oder sollen wir uns gesund und schlank zaubern? Oder uns zum Psychologen auf die Couch legen? Und was geben wir unseren Kindern mit auf den Weg?

Manchmal ist das Verabschieden von bestimmten Personen oder Situationen einfach nötig. Wer in einer narzistischen Beziehung steckt oder körperlich genötigt wird, sollte schnellstens Reißaus nehmen. Meistens aber hilft eine innere neue Ausrichtung auf das, was man wirklich will. Dazu gehören zum Beispiel das Loslassen von alten Geschichten, Auflösen von hinderlichen Glaubenssätzen, Auflösung von kindlichen Ängsten und das Vertrauen in das eigene Tun. Genau wie wir unseren Kindern vertrauen können, dass sie ihren Weg schon finden werden. Wenn wir es schaffen, unsere Angst aufzulösen, dann wird es immer einen Gewinn geben, nämlich das Erlangen unserer inneren Freiheit und das Erstarken unserer Persönlichkeit.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche und möchte noch einen Text von Marianne Williamson aus „Return to love“ anhängen:

„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.

Es ist unser Licht – nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten erschreckt.
Wir fragen uns: Wer bin ich, um brillant, großartig, talentiert und kraftvoll zu sein? Frage Dich lieber: Was machst Du eigentlich, um all das nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes. Dein zögerliches Spiel hilft der Welt nicht. Es wird nichts erhellt, wenn Du Dich kleiner machst, damit sich andere nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um den Glanz Gottes, der in uns ist, offenkundig zu machen. Dieses Licht, das in allen von uns ist. Und wenn wir es leuchten lassen, geben wir anderen die Erlaubnis dasselbe zu tun.“

Achtung, Urheberrecht! Blog: Monika Rauch, Zitierter Text: Marianne Williamson, Foto: Pixabay