Meditatives Kochen

Abends lasse ich gerne den Tag ausklingen:

Gemüse schnippeln, etwas sorgfältig vorbereiten und kochen, mit Gewürzen und Kräutern abschmecken und … genießen.

Dabei sammle ich Erfahrungen, die mir auch im Alltag hilfreich sind:

  • Was koche ich?
  • Für wen?
  • Was ist unnötig?
  • Was vom Gemüse solle ich wegschneiden?
  • Wie fein schneide ich?
  • Wie scharf soll es werden?
  • Welche Kräuter unterstützen den Geschmack?
  • Welches Handwerkszeug (Messer, Töpfe, Schüsseln, Kochlöffel …) nutze ich, damit alles leicht von der Hand geht?

Beim Kochen experimentiere ich gerne, greife aber auch auf Altbewährtes zurück. Ich brauche nicht immer das Rad neu zu erfinden.

Es ist wie im wirklichen Leben:

Bleibe ich lieber beim Alten?

Oder gehe ich völlig neue Wege?

Für mich ist es ein Herantasten. Das, was ich bin, bin ich durch meine Erlebnisse und Erfahrungen. Manches lasse ich bewusst hinter mich, wenn es mich belastet und blockiert. Das Meiste behalte ich, denn das bin ich. Ich versuche, in Balance zu leben: Altes Gutes lassen und „hungrig“ nach neuen Erfahrungen suchen, die mein Leben würzen. Ich schaue, dass ich mich nicht „überfresse“, also mich nicht überfordere.

So greift eines ins andere: Ich koche ein Gericht, gehe dabei sorgfältig um und bin „im Fluß“. Ich konzentriere mich auf diese Aufgabe und bin völlig bei mir. Dieses Fließen widerum wirkt sich auf mein Leben aus, denn auch hier versuche ich, im Flow zu sein. Und bin erstaunt, wie viel Kreativität in mir steckt. Es ist spannend.

Ich liebe es.

Welche Erfahrungen machen Sie? Wo finden Sie Ihren Flow, den Sie mit in den neuen Tag nehmen?

Videoclip://photos.app.goo.gl/RJgdh84jo1o3Ev7J6

Besuch des Pflanzenmarktes im Hessenpark

Das Freilichtmuseum in Neu-Anspach ist für mich immer wieder ein Ausflugsziel, das sich lohnt: Alte Häuser, Scheunen, Mühlen, Stallungen aus Hessen wurden an ihren eigentlichen Standorten nummeriert, abgebaut und im Hessenpark wieder aufgebaut. So ähnlich wie bei „Malen nach Zahlen“.

Der Pflanzenmarkt findet an zwei Wochenenden im Jahr statt und zieht sich durch ein weites Areal im Hessenpark-Gelände: Die restaurierten alten Gebäude, Kunsthandwerkliches, frisch gebackenes Brot, ein Meer von Blumen …

Dieser Markt ist ein Feuerwerk für die Sinne: Die Farben und Gerüche, die vielen schönen Dinge in ländlicher Umgebung haben mein Herz aufgehen lassen.

Ich versuche, die positiven Gefühle mit in die neue Woche zu nehmen. Einige Anregungen für meine Arbeit mit Kindern habe ich jetzt auch im Koffer. Z.B. möchte ich schauen, welche alten Kunsthandwerke ich den Kindern vorstellen und sie dafür begeistern kann. Ich habe gelernt, dass es eine hessische Handwerkerlebnisroute gibt. Vielleicht gibt es ja bei uns in der Nähe eine Manufaktur? Oder wir laden einen Handwerker ein, der uns in seine Kunst einführt? Das werde ich noch recherchieren.

Ihnen wünsche ich einen guten Start in den Alltag. Vielleicht haben Sie kürzlich auch etwas Schönes erlebt, dass Sie über die Woche „retten“ möchten? Über Ihre Kommentare freue ich mich.

Fotostory Pflanzenmarkt: https://photos.app.goo.gl/1rpXceXHxLe1pEqcA

Zur Information: Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung.

Achtung Urheberrecht: Fotos und Text: Monika Rauch

Ein Saunatag

Wir gehen sehr gerne in die Sauna; am liebsten nach Hanau. Dort sind wir meist 4 – 6 Stunden und lesen, schreiben und schlafen sehr viel.

Im Bistro bei Pizzabrot und alkoholfreiem Weizenbier kommt es oft zu netten Gesprächen mit anderen Saunagästen.

Zwischendurch schwitzen wir ordentlich. Mein Gefährte so richtig hart bei 90° mit diversen Aufgüssen; ich mag es lieber etwas gemäßigter bei niedrigen Temperaturen. Treffpunkt ist dann das Dampfbad.

Warum ich das alles schreibe?

Es ist eine gute Form, vom Alltag runterzukommen und Kraft zu tanken. Außerdem ist es ein körperlicher Reinigungsakt. Man schwitzt und schwemmt einiges, was sich so angesammelt hat an Schlackstoffen, Schadstoffen und/oder Keimen heraus. Natürlich sollte man viel Flüssigkeit zu sich nehmen in Form von Wasser oder gerne auch mit alkoholfreiem Bier, das mit Mineralstoffen und Elektrolyten versorgt – und schmeckt.

Ich persönlich gehe noch aus einem anderen Grund in die Sauna. Ich nutze die Zeit zur Meditation und inneren Reinigung. Ich schaue, welche Ballaste ich mit mir rumschleppe und wie ich sie auflösen kann:

  • Was habe ich letzte Woche erlebt?
  • Was ging mir nahe?
  • Was war gut?
  • Was habe ich gesagt/getan, was weniger gut war? Sollte ich jemanden um Entschuldigung bitten? Und/oder mir selbst verzeihen?
  • Wie geht es weiter privat/beruflich?
  • Welche Wünsche hab‘ ich?
  • Kann ich neue Ziele definieren?
  • Wo sollte ich umdenken?

Mittels kinesiologischem Abfragen komme ich schnell zum Kern meiner momentanen Befindlichkeiten. Manches kann ich direkt ausbalancieren. Manches braucht etwas länger (s. Methoden). Daran arbeite ich dann zuhause weiter.

Einen Tag in der Sauna zu verbringen ist für mich friedvoll und ausbalanciert. So kann ich mit neuen Anregungen und Ideen voller Kraft ins Leben hinausgehen.

Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung.

Ausflug zur Kinder- und Jugendfarm

Die warme Jahreszeit ist eine gute Gelegenheit, die Kinder- und Jugendfarm kennenzulernen. Die Farm liegt in Feldrandlage in Maintal-Hochstadt. Die Kinder- und Jugendfarm ist als Verein konzipiert und lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Zu den Öffnungszeiten ist immer jemand da, der erklärt und unterstützt. An manchen Wochenenden wird dort ein Übernachtungslager für Eltern- und Kinder angeboten. Außerdem kann man dort auch Kindergeburtstage feiern. Auf dem Gelände gibt es einiges zu erkunden und zu tun:

Bogenschießen Jeder hat drei Schuss frei, dann muss man sich wieder hinten anstellen. Wer sich nicht an die Regeln hält, darf eine Runde aussetzen.

Bauen Sägen, hämmern und anmalen – an einer Hütte arbeiten oder etwas Anderes kreieren …

… Über die Hügel rennen, verstecken, Rollen spielen, im Baumhaus klettern, schaukeln, wippen, springen, säen und pflanzen …

… und wilde Tiere beobachten und wieder freilassen.

Ein Highligth ist das große Lagerfeuer mit Stockbrot

Anfangs sind manche Kinder etwas verunsichert: Was soll ich denn hier machen? Also erstmal vorsichtig das Terrain sondieren … und auf einmal hat man etwas für sich entdeckt. Einige Kinder finden neue Spielgefährten, andere beschäftigen sich mit Dingen, für die sie bisher kein Interesse hatten. Insgesamt ist es sehr harmonisch und ruhig. Es ist ja auch mittlerweile erforscht, dass Betätigung in der freien Natur die Sinne beruhigt. Das liegt u.a. am Sonnenlicht, der frischen Luft, der Erde, am Geruch, den Farben und den Naturgeräuschen. Wer entspannt ist, kann kreativ und im Flow sein. Das konnte ich immer wieder beobachten.

Ich empfehle sehr gerne diese Einrichtung. Kinder bekommen hier ein Stück Freiheit geschenkt fern von Konsum- und Medienterror.

Aus dem Vereins-Flyer (unbezahlte Werbung):


Schlagen ist keine Lösung

In der Praxis begegnen mir Fälle, wo Mütter und Väter ihre Kinder schlagen. Sie lieben ihre Kinder und trotzdem … sie hauen zu, wenn es ihnen zu viel wird: Auf der Arbeit, mit dem/der EhepartnerIn oder Geldsorgen … und dann noch das Kind, dass nicht begreift, dass es funktionieren muss, will es in dieser Welt bestehen.

Eltern schlagen, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Es ist eine Strategie, die sie meist selbst erfahren und unter der sie gelitten haben. Und trotzdem setzen sie sie ein. Ich schreibe hier nicht über die Eltern, die ihre Kinder vorsätzlich quälen und misshandeln.

In Deutschland gilt seit dem Jahr 2000 das Verbot der Prügelstrafe. Im §1631 Abs. 2 BGB heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Missachtet man dieses Gesetz, drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.

In anderen Ländern, darunter auch in einigen US-Bundesstaaten, ist die Prügelstrafe erlaubt und teilweise ausdrücklich erwünscht. So wird dort auch an den Schulen und anderen Institutionen geschlagen. Übrigens: In Frankreich wurde erst im November 2018 ein Gesetz gegen die Prügelstrafe erlassen.

Studien belegen, dass in Ländern mit Verbot der Prügelstrafe die Gewaltbereitschaft rückläufig ist. Aber was nutzt das dem geschlagenen Kind? Kinder erzählen in der Regel erstmal nicht, wenn sie geschlagen werden. Sie schützen instinktiv ihre Eltern, aus Liebe. Wenn der Druck zu groß ist, „verraten“ sie sich.

Körperliche Gewalt wird oft verdrängt oder bagatellisiert nach dem Motto: „Das hat noch niemanden geschadet.“ Aber Schlagen, auf dem Po oder Kopf, mit Gegenständen oder mit der Hand, wird immer Auswirkungen auf das Leben des Betroffenen haben: Z.B. Angst und Mißtrauen, eingeschränkte Lösungsstrategien bei Konflikten, mangelnder Selbstwert, Aggressionen und autoaggressives Verhalten. Wenn ich mit Kindern rede, die geschlagen werden, erlebe ich eine tiefe Verletztheit und Traurigkeit, sie rechtfertigen das Verhalten der Eltern, weil sie ja nicht „brav“ waren und fühlen sich schuldig, sie sehnen sich nach Liebe und können sich, so wie sie sind, nicht annehmen.

Ebenso hat das Schlagen immer Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern: Hilflosigkeit, mangelnder Selbstwert, schlechtes Gewissen, Störung in der Beziehung zum Kind – dadurch wird man aggressiv, d.h. die Gewaltbereitschaft ist erhöht … und der Kreis schließt sich.

Körperliche Gewalt ist in unserer Gesellschaft noch oft anzutreffen: Prügeleiein auf dem Schulhof, bei Streit in der Kita ist Schlagen eine der verbreitetsten Strategien, Massenschlägereien bei Demos und Fußballspielen … das sind teilweise reine Gewaltorgien. Man sieht es, zuckt die Schultern und kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten. Schlagen ist also auch ein gesellschaftliches Problem.

Es gibt bereits einige staatlicher Förderprogramme, die auf dieses Thema abzielen. Ich denke, es muss wesentlich mehr investiert werden, um das Land zu „befrieden“ auch im Hinblick auf die vielen Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen.

  • Sensibilisierung der Gesellschaft: Dazu sollten Aufklärungen in Schulen und Kitas erfolgen, sowie Kampagnen über soziale Medien und TV laufen. Ein Aufschrei sollte durch das Land gehen, wenn Gewalt im Spiel ist! Eine Gesellschaft fern von Gleichgültigkeit, eine Gesellschaft mit Mitgefühl.
  • Eltern stärken, Familien entlasten. Nicht verurteilen, sondern aufklären und unterstützen. Eltern mit Halt.
  • Kinder schützen bzw. ihnen Schutzraum bieten. Kindern Lösungsstrategien anbieten. Kinder lieben.

Schlagen ist keine Lösung, manchen mag es als Ventil dienen, zurück bleibt ein schales Gefühl: Das war unrecht. Was tun wir, wenn wir uns eingeengt fühlen, von allem verlassen, hilflos, traurig, müde, ausgelaugt, voller Wut?

Strategien für schwierige Situationen sind: Nachdenken, reden, zuhören, Vereinbarungen aushandeln, Genugtuung fordern, sich Zeit nehmen, Ruhe suchen. Das Wichtigste aber ist, dass Kinder (und überhaupt: alle Menschen!) die Macht über sich selbst zurückholen. Das beinhaltet, dass wir uns bewusst werden, dass wir ganz gemeint sind und dass wir die innere Freiheit haben, unser Leben nach dem auszurichten, was wir sind. In der Traumapädagogik nennt man das Selbstbemächtigung.

siehe: https://monika-rauch.com/methoden/