Hausis

In unserem Hort bin ich wieder „dran“. Für ca. ein Vierteljahr bin ich für die Hausaufgabenbetreuung zuständig. Die Kids besuchen zum größten Teil die Grundschule, einige gehen in eine Vorklasse.

Am Anfang des Schuljahres gibt es noch sehr wenig zu tun, könnte man denken – schließlich sollen die Kinder sich langsam an Schule gewöhnen. Einige Erstklässler wirken aber jetzt schon angestrengt, obwohl die Aufgaben noch recht spielerisch sind. Bei den Kindern aus der zweiten, dritten und vierten Klasse ist das Hausaufgabenpensum sehr unterschiedlich. Manchmal ist es so hoch, dass Kinder ein bis zwei Stunden daran sitzen. Die Menge der Aufgaben, mangelnde Konzentration, Nichtverstehen, Lustlosigkeit oder eine Kombination einiger Punkte, ist die Ursache hierfür. Mir schwillt schon der Kamm, wenn Kinder seitenweise Rechenaufgaben und zudem noch Schreibübungen bekommen. Meine Gedanken sind dann nicht immer freundlich den Lehrern gegenüber. Als ob man Kindern Wissen eintrichtern könnte.

Manchmal überkommt mich die pure Verzweiflung, wenn ich merke, das Kind kann die Hausaufgaben gar nicht bewältigen, weil es schlicht nichts versteht, trotz Erklärungsversuche. Dann schreibe ich eine freundliche Notiz für die Eltern und Lehrer ins Mitteilungsheft. Leider kommt die Nachricht bei den Lehrern nicht immer an, weil Eltern sich oft noch einmal mit ihren Kindern hinsetzen und die Aufgaben vollständig erledigen, oft noch in bester Schönschrift. Das ist natürlich legitim. Es ist aber dann kontraproduktiv, wenn die Aufgaben erledigt, aber nicht verstanden werden und/oder der Abend mit Streit und Tränen endet, weil Kinder (und Eltern) einfach nicht mehr „können“.

Ich kenne das nur zu gut: Als meine Kinder zur Grundschule gingen, hatte ich den inneren Drang, dass alles perfekt sein müsse: auf Linie schreiben, die Buchstaben erkennbar, am besten noch die Rechtschreibung richtig. Beim Korrigieren hatte ich dann mit einem sich weigerenden Kind zu kämpfen, das meinte, dass die Lehrerin es so und so erklärt hätte. Und ich wurde ungeduldig und setzte mich (manchmal) durch. Danach waren meine Kids und/oder ich fix und fertig, und von einem friedlichen Tagesausklang konnte nicht die Rede sein. Dabei war ich selbst auch nicht immer mit dem Pensum der Hausaufgaben einverstanden.

Wie oben angedeutet, sehe ich ein hohes Pensum an Hausaufgaben in der Grundschule sehr kritisch. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Lehrer sehr erstaunt sind, wenn wir von den Schwierigkeiten bei den Hausis berichten. So geben einige Lehrer mittlerweile vor, dass man z.B. mit den Rechenaufgaben nach einer Viertelstunde aufhören soll. Es geht ja schließlich bei den Hausaufgaben darum, den Unterrichtsstoff zu verfestigen. Insgesamt sollten Hausaufgaben in der Grundschule maximal 30 bis 45 Minuten dauern. Und die Kinder sollten in der Lage sein, diese alleine ohne Hilfe zu bewältigen.

Wenn ein Kind etwas nicht versteht oder blockiert ist, hat es überhaupt keinen Sinn, wenn es dazu gezwungen wird, diese „fleißig“ fertigzustellen. Letztendlich ist es sogar für das Kind schädlich, wenn die Hausis immer vollkommen sind, es aber wenig davon versteht. Nur wenn Lehrer sehen, wo die Schwachstellen sind, können sie im Unterricht darauf eingehen.

Was aber können wir tun, damit die Hausaufgaben möglichst reibungslos vonstatten gehen?

  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: Ist Dein Kind gerade müde oder ausgepowert? Dann lieber einen Moment warten und für Ausgleich sorgen, d.h. Ruhe oder Bewegung. Oder ist es richtig gut im Fluß? Dann ist es sinnvoll, nur eine kleine Pause zu machen und die Hausaufgaben gleich durchzuziehen.
  • Eine gute Atmosphäre schaffen, dazu gehören wenig Ablenkung d.h. sind Arbeitsplatz und die unmittelbare Umgebung relativ reizarm?
  • Ruhe
  • Als Ansprechpartner*in zur Verfügung stehen für Erklärungen bei Nichtverstehen.
  • Einen Zeitrahmen vorher festlegen.
  • Kleinere Pausen machen, zwischendurch etwas trinken oder mal um die Ecken rennen lassen.
  • Kinder wählen lassen, mit was sie beginnen möchten; es empfiehlt sich, die einfachen Aufgaben zuerst zu machen, dann sind sie aus dem Kreuz.
  • Bei Blockaden, Konzentrationsschwierigkeiten, Nichtverstehen … mit den Lehrern Kontakt (Mitteilungsheft) aufnehmen, die Situation schildern, Lehrer mit ins Boot holen.
  • Den Kindern die Verantwortung für Ihr Tun zurückgeben. Wenn Sie bei den Hausaufgaben schummeln oder schwindeln, sind sie für die Konsequenzen verantwortlich, d.h. evtl. schlechte Noten oder Ärger mit dem/der Lehrer*in.
  • Du solltest als Mutter oder Vater informiert sein, was in der Schule läuft. Führe Dein Kind langsam dazu, dass es selbständig seine Hausaufgaben bewältigt. Halte es an, die Aufgabenstellung genau zu lesen. Gehe nicht in Vorleistung, indem Du alles erklärst, damit es schneller geht. Damit würdest Du Deinem Kind eine wichtige Lernerfahrung nehmen.
  • Überprüfe Deine innere Einstellung. Findest Du Hausis doof? Dann kommt das garantiert beim Kind an und raubt ihm die Lust.
  • Versuche, Deinen Perfektionismus im Zaun zu halten.
  • Lobe Dein Kind! Mit positiver Bestärkung für das was es kann, kann es auch schwierigere Aufgaben leichter bewältigen.
  • Lockere die Atmosphäre ein wenig auf, vielleicht mit einem Spaß, einer Umarmung.

Aber kennst Du ihn auch, den inneren Druck, der entsteht, wenn Dein Kind einfach nicht mehr will oder kann? Wir wollen ja schließlich nur das Beste für unser Kind. Wenn wir aber unseren Druck dann weitergeben, entsteht Stress beim Kind. Stress besteht aus einem Gefühls-Mix, z.B. Hilflosigkeit, Ohnmacht, Traurigkeit, sich ungeliebt fühlen, Wut, Trotz … Es kann zu Glaubenssätzen beim Kind kommen: „Ich bin nichts wert.“ „Nur wenn ich funktioniere, werde ich geliebt.“ „Ich bin schlecht.“ „Ich bin nicht brav.“ „Ich kann nicht … (malen, lesen, rechnen).“ Diese Glaubenssätze können Menschen mitunter ihr ganzes Leben begleiten und sie danach leben lassen. Und: Streß verhindert Lernen.

Daher bitte ich Dich als Mutter oder Vater: Vertraue Deinem Kind, das hilft dem Kind, sich selbst zu vertrauen. Stehe zu ihm. Verteidige es in der Schule. Rede mit den Lehrern, wenn das Pensum zu schnell, zu viel, zu schwer erscheint. Jedes Kind hat unterschiedliche Begabungen. Fördere die Begabungen. Wo steht geschrieben, dass Lesen und Schreiben wichtiger sind als Malen, Musik oder Sport? Eine gute Beziehung zu Deinem Kind in Liebe und Vertrauen hilft ihm, in seine Stärke zu kommen und seinen eigenen Weg zu gehen. Und: Vergiss Deinen Humor nicht :-).

PS: Es gibt übrigens eine Seite des hessischen Kultusministeriums, bei der alle Punkte des Schulrechts alphabetisch aufgeführt sind: https://kultusministerium.hessen.de/schulsystem/schulrecht/schulrecht-nach-stichworten

Bild: Monika Rauch

Drachen

Wenn Du jemals den Hauch des Drachens gespürt hast, bist Du infiziert; denn Du hast die Erkenntnis, dass alles möglich ist!

In vielen Kulturen und in der spirituellen Welt gilt der Drache als mächtiger Beschützer und als Glücksbringer.

Drachen sind in allen Elementen zuhause, sie schwimmen, fliegen, hausen auf der Erde, und Feuer ist ihr Atem. So einen sie die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Drachen gelten als Hüter des Wissens, sie sind weise. In den alten Mythologien wurden Drachen einerseits verehrt und andererseits gefürchtet, bekämpft und getötet. Könnte das im übertragenen Sinne heißen, dass man die Weisheit bekämpfte und sogar tötete? Aus Angst vor der Macht, die sich dahinter verbarg? Es gab aber auch die Drachenreiter, die wussten, was zu tun war. Sie lenkten ihre Drachen und profitierten von deren Weisheit, Klugheit und Stärke.

Klar, das sind Geschichten, Märchen, Sagen. Aber einen wahren Kern haben sie bestimmt.

Beruflich habe ich mit Kindern, Eltern und Künstlern zu tun. Ich kenne einige Menschen, die unbeirrbar ihr Ding machen, sie vertrauen auf Ihre eigene Stärke und hören auf ihr Bauchgefühl. Es scheint, als falle ihnen alles so einfach in den Schoß. Sie riskieren viel und sind erfolgreich – oder sie verlieren alles. Nicht selten fangen sie dann wieder von vorne an. Und es gibt die Menschen, die vorsichtig sind und sich nach allen Seiten absichern, bevor sie einen Schritt tun. Sie schauen nicht nach links und nach rechts, sind auf der Hut, etwas falsch zu machen. Sie vertrauen auf das, was andere ihnen sagen und halten sich in geregelten Bahnen auf. Weil auf der Welt weder alles schwarz noch weiß ist, gibt es eine ganze Reihe „Mischtypen“, die von allem etwas leben.

Als ich anfing, über das Leben im Allgemeinen nachzudenken und über mein Leben im Speziellen, fielen mir so manche Erkenntnisse in den Schoß. Wenn ich es schaffe, darauf zu vertrauen, dass es Wege zu meinen Zielen gibt, werde ich diese auch erreichen. Dazu braucht es Tatkraft und Mut. Früher war ich manchmal verunsichert und konnte mich nicht entschließen, in welche Richtung ich gehen sollte. Ich verlangsamte meine Schritte und wenig änderte sich. Es änderte sich erst etwas, als ich loslief.

Leider sind Drachen weitestgehend „ausgestorben“. Allerdings bin ich mir dessen sicher: Tief in der Erde gibt es eine ganze Menge Dracheneier, die darauf warten, ausgebrütet zu werden. Du kannst nach ihnen graben. Die Suche danach ist nicht ganz ungefährlich, Du solltest mutig sein und auf Deine Intuition hören. Wenn Du es schaffst, einen Drachen zum Leben zu erwecken, wirst Du wissen, was wirklich wichtig ist und wie Du Deine Macht über Dich behalten kannst. Das ist es, was den „Systemen“ Angst macht: Menschen, die unabhängig ihre Enscheidungen treffen und dadurch schwer zu manipulieren sind. Dann schwingst Du Dich auf den Drachen und reitest den Rittern, die ausziehen das Fürchten zu lehren, davon.

Bild: Monika Rauch (Urheberrecht)

Meditatives Kochen

Abends lasse ich gerne den Tag ausklingen:

Gemüse schnippeln, etwas sorgfältig vorbereiten und kochen, mit Gewürzen und Kräutern abschmecken und … genießen.

Dabei sammle ich Erfahrungen, die mir auch im Alltag hilfreich sind:

  • Was koche ich?
  • Für wen?
  • Was ist unnötig?
  • Was vom Gemüse solle ich wegschneiden?
  • Wie fein schneide ich?
  • Wie scharf soll es werden?
  • Welche Kräuter unterstützen den Geschmack?
  • Welches Handwerkszeug (Messer, Töpfe, Schüsseln, Kochlöffel …) nutze ich, damit alles leicht von der Hand geht?

Beim Kochen experimentiere ich gerne, greife aber auch auf Altbewährtes zurück. Ich brauche nicht immer das Rad neu zu erfinden.

Es ist wie im wirklichen Leben:

Bleibe ich lieber beim Alten?

Oder gehe ich völlig neue Wege?

Für mich ist es ein Herantasten. Das, was ich bin, bin ich durch meine Erlebnisse und Erfahrungen. Manches lasse ich bewusst hinter mich, wenn es mich belastet und blockiert. Das Meiste behalte ich, denn das bin ich. Ich versuche, in Balance zu leben: Altes Gutes lassen und „hungrig“ nach neuen Erfahrungen suchen, die mein Leben würzen. Ich schaue, dass ich mich nicht „überfresse“, also mich nicht überfordere.

So greift eines ins andere: Ich koche ein Gericht, gehe dabei sorgfältig um und bin „im Fluß“. Ich konzentriere mich auf diese Aufgabe und bin völlig bei mir. Dieses Fließen widerum wirkt sich auf mein Leben aus, denn auch hier versuche ich, im Flow zu sein. Und bin erstaunt, wie viel Kreativität in mir steckt. Es ist spannend.

Ich liebe es.

Welche Erfahrungen machen Sie? Wo finden Sie Ihren Flow, den Sie mit in den neuen Tag nehmen?

Videoclip://photos.app.goo.gl/RJgdh84jo1o3Ev7J6

Ausflug zur Kinder- und Jugendfarm

Die herbstliche Jahreszeit ist eine gute Gelegenheit, die Kinder- und Jugendfarm kennenzulernen. Die Farm liegt in Feldrandlage in Maintal-Hochstadt. Die Kinder- und Jugendfarm ist als Verein konzipiert und lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Zu den Öffnungszeiten ist immer jemand da, der erklärt und unterstützt. An manchen Wochenenden wird dort ein Übernachtungslager für Eltern- und Kinder angeboten. Außerdem kann man dort auch Kindergeburtstage feiern. Auf dem Gelände gibt es einiges zu erkunden und zu tun:

Bogenschießen Jeder hat drei Schuss frei, dann muss man sich wieder hinten anstellen. Wer sich nicht an die Regeln hält, darf eine Runde aussetzen.

Bauen Sägen, hämmern und anmalen – an einer Hütte arbeiten oder etwas Anderes kreieren …

… Über die Hügel rennen, verstecken, Rollen spielen, im Baumhaus klettern, schaukeln, wippen, springen, säen und pflanzen …

… und wilde Tiere beobachten und wieder freilassen.

Ein Highligth ist das große Lagerfeuer mit Stockbrot

Anfangs sind manche Kinder etwas verunsichert: Was soll ich denn hier machen? Also erstmal vorsichtig das Terrain sondieren … und auf einmal hat man etwas für sich entdeckt. Einige Kinder finden neue Spielgefährten, andere beschäftigen sich mit Dingen, für die sie bisher kein Interesse hatten. Insgesamt ist es sehr harmonisch und ruhig. Es ist ja auch mittlerweile erforscht, dass Betätigung in der freien Natur die Sinne beruhigt. Das liegt u.a. am Sonnenlicht, der frischen Luft, der Erde, am Geruch, den Farben und den Naturgeräuschen. Wer entspannt ist, kann kreativ und im Flow sein. Das konnte ich immer wieder beobachten.

Ich empfehle sehr gerne diese Einrichtung. Kinder bekommen hier ein Stück Freiheit geschenkt fern von Konsum- und Medienterror.

Aus dem Vereins-Flyer (unbezahlte Werbung):


Schlagen ist keine Lösung

In der Praxis begegnen mir Fälle, wo Mütter und Väter ihre Kinder schlagen. Sie lieben ihre Kinder und trotzdem … sie hauen zu, wenn es ihnen zu viel wird: Auf der Arbeit, mit dem/der EhepartnerIn oder Geldsorgen … und dann noch das Kind, dass nicht begreift, dass es funktionieren muss, will es in dieser Welt bestehen.

Eltern schlagen, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Es ist eine Strategie, die sie meist selbst erfahren und unter der sie gelitten haben. Und trotzdem setzen sie sie ein. Ich schreibe hier nicht über die Eltern, die ihre Kinder vorsätzlich quälen und misshandeln.

In Deutschland gilt seit dem Jahr 2000 das Verbot der Prügelstrafe. Im §1631 Abs. 2 BGB heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Missachtet man dieses Gesetz, drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.

In anderen Ländern, darunter auch in einigen US-Bundesstaaten, ist die Prügelstrafe erlaubt und teilweise ausdrücklich erwünscht. So wird dort auch an den Schulen und anderen Institutionen geschlagen. Übrigens: In Frankreich wurde erst im November 2018 ein Gesetz gegen die Prügelstrafe erlassen.

Studien belegen, dass in Ländern mit Verbot der Prügelstrafe die Gewaltbereitschaft rückläufig ist. Aber was nutzt das dem geschlagenen Kind? Kinder erzählen in der Regel erstmal nicht, wenn sie geschlagen werden. Sie schützen instinktiv ihre Eltern, aus Liebe. Wenn der Druck zu groß ist, „verraten“ sie sich.

Körperliche Gewalt wird oft verdrängt oder bagatellisiert nach dem Motto: „Das hat noch niemanden geschadet.“ Aber Schlagen, auf dem Po oder Kopf, mit Gegenständen oder mit der Hand, wird immer Auswirkungen auf das Leben des Betroffenen haben: Z.B. Angst und Mißtrauen, eingeschränkte Lösungsstrategien bei Konflikten, mangelnder Selbstwert, Aggressionen und autoaggressives Verhalten. Wenn ich mit Kindern rede, die geschlagen werden, erlebe ich eine tiefe Verletztheit und Traurigkeit, sie rechtfertigen das Verhalten der Eltern, weil sie ja nicht „brav“ waren und fühlen sich schuldig, sie sehnen sich nach Liebe und können sich, so wie sie sind, nicht annehmen.

Ebenso hat das Schlagen immer Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern: Hilflosigkeit, mangelnder Selbstwert, schlechtes Gewissen, Störung in der Beziehung zum Kind – dadurch wird man aggressiv, d.h. die Gewaltbereitschaft ist erhöht … und der Kreis schließt sich.

Körperliche Gewalt ist in unserer Gesellschaft noch oft anzutreffen: Prügeleiein auf dem Schulhof, bei Streit in der Kita ist Schlagen eine der verbreitetsten Strategien, Massenschlägereien bei Demos und Fußballspielen … das sind teilweise reine Gewaltorgien. Man sieht es, zuckt die Schultern und kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten. Schlagen ist also auch ein gesellschaftliches Problem.

Es gibt bereits einige staatlicher Förderprogramme, die auf dieses Thema abzielen. Ich denke, es muss wesentlich mehr investiert werden, um das Land zu „befrieden“ auch im Hinblick auf die vielen Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen.

  • Sensibilisierung der Gesellschaft: Dazu sollten Aufklärungen in Schulen und Kitas erfolgen, sowie Kampagnen über soziale Medien und TV laufen. Ein Aufschrei sollte durch das Land gehen, wenn Gewalt im Spiel ist! Eine Gesellschaft fern von Gleichgültigkeit, eine Gesellschaft mit Mitgefühl.
  • Eltern stärken, Familien entlasten. Nicht verurteilen, sondern aufklären und unterstützen. Eltern mit Halt.
  • Kinder schützen bzw. ihnen Schutzraum bieten. Kindern Lösungsstrategien anbieten. Kinder lieben.

Schlagen ist keine Lösung, manchen mag es als Ventil dienen, zurück bleibt ein schales Gefühl: Das war unrecht. Was tun wir, wenn wir uns eingeengt fühlen, von allem verlassen, hilflos, traurig, müde, ausgelaugt, voller Wut?

Strategien für schwierige Situationen sind: Nachdenken, reden, zuhören, Vereinbarungen aushandeln, Genugtuung fordern, sich Zeit nehmen, Ruhe suchen. Das Wichtigste aber ist, dass Kinder (und überhaupt: alle Menschen!) die Macht über sich selbst zurückholen. Das beinhaltet, dass wir uns bewusst werden, dass wir ganz gemeint sind und dass wir die innere Freiheit haben, unser Leben nach dem auszurichten, was wir sind. In der Traumapädagogik nennt man das Selbstbemächtigung.

siehe: https://monika-rauch.com/methoden/