Ausflug zur Kinder- und Jugendfarm

Die herbstliche Jahreszeit ist eine gute Gelegenheit, die Kinder- und Jugendfarm kennenzulernen. Die Farm liegt in Feldrandlage in Maintal-Hochstadt. Die Kinder- und Jugendfarm ist als Verein konzipiert und lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Zu den Öffnungszeiten ist immer jemand da, der erklärt und unterstützt. An manchen Wochenenden wird dort ein Übernachtungslager für Eltern- und Kinder angeboten. Außerdem kann man dort auch Kindergeburtstage feiern. Auf dem Gelände gibt es einiges zu erkunden und zu tun:

Bogenschießen Jeder hat drei Schuss frei, dann muss man sich wieder hinten anstellen. Wer sich nicht an die Regeln hält, darf eine Runde aussetzen.

Bauen Sägen, hämmern und anmalen – an einer Hütte arbeiten oder etwas Anderes kreieren …

… Über die Hügel rennen, verstecken, Rollen spielen, im Baumhaus klettern, schaukeln, wippen, springen, säen und pflanzen …

… und wilde Tiere beobachten und wieder freilassen.

Ein Highligth ist das große Lagerfeuer mit Stockbrot

Anfangs sind manche Kinder etwas verunsichert: Was soll ich denn hier machen? Also erstmal vorsichtig das Terrain sondieren … und auf einmal hat man etwas für sich entdeckt. Einige Kinder finden neue Spielgefährten, andere beschäftigen sich mit Dingen, für die sie bisher kein Interesse hatten. Insgesamt ist es sehr harmonisch und ruhig. Es ist ja auch mittlerweile erforscht, dass Betätigung in der freien Natur die Sinne beruhigt. Das liegt u.a. am Sonnenlicht, der frischen Luft, der Erde, am Geruch, den Farben und den Naturgeräuschen. Wer entspannt ist, kann kreativ und im Flow sein. Das konnte ich immer wieder beobachten.

Ich empfehle sehr gerne diese Einrichtung. Kinder bekommen hier ein Stück Freiheit geschenkt fern von Konsum- und Medienterror.

Aus dem Vereins-Flyer (unbezahlte Werbung):


Erkenntnisse auf Mallorca IV – Auf Wiedersehen!

Tour: Cala Millor – Puig de Randa – Cala Pi

Diesmal ging es ins Landesinnere zu Mallorcas einzigem Tafelberg, wieder eine kurvige Straße mit den unermüdlichen Radfahrern, die wir lässig überholten. Oben stehen eine restaurierte Klosteranlage und ein paar unschöne Antennen. Der Blick aufs Flachland war fast klar, wir konnten gut bis Palma und zum Gebirge blicken:

Das gestrige Gala-Dinner machte uns noch zu schaffen, so suchten wir nach einer geeigneten Ruhestätte und fanden diese in der Cala Pi, einer fjordähnlichen Bucht, leider ohne Toiletten in der Nähe (es gibt kleine Felsvorsprünge …). Dort legten wir uns windgeschützt in den Sand und verbrachten einen beschaulichen Nachmittag. Hierher werden wir bestimmt noch mal kommen und in einem der kleinen Hotels übernachten.Unser letzter Tag auf Mallorca ging zuende, abends aßen wir in Puerto Christo am Hafen, das war ein guter Abschluss mit schönem Ausblick!

Leider geht jede Reise einmal zuende, so ging es auch uns. Wir genossen noch einmal die frische grüne Landschaft auf der Fahrt zum Flughafen. Wir wissen, im Herbst sind wir wieder da, wahrscheinlich mit Domizil an der Cala Pi.

Welchen Gewinn hat/te diese Reise für mich?

  • Ich lernte Geduld zu haben und meinem Partner zu vertrauen, also beim Autofahren. 🙂
  • Die Farben, die Sonne, das Meer, die Luft … streichelten meine Seele und beruhigten mich.
  • Ich bin nicht traurig, weil die Reise zuende ist – ich freue mich, dass ich mit neuer Kraft in den Alltag gehen kann.
  • In meinem Kopf haben sich viele neue Ideen für meinen Blog, meine Coachingpraxis und meine Kunst gebildet – ich werde sie in die Tat umsetzen. Ich habe also neue Ziele, die ich mir gleich aufschreiben werde.
  • Im Hotel oder auch in den Restaurants wurde mir bewusst, wieviel Plastik-Verpackungen im Umlauf sind, sogar den Zucker gab es nicht mehr in Tütchen aus Papier, sondern aus Plastik. Ich werde meinen Plastikverbrauch senken. Also noch ein Ziel.
  • Zwischendurch las ich im Buch „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés und gewann neue Einsichten. Wahrscheinlich schreibe ich demnächst darüber oder drehe ein Video. Auf alle Fälle habe ich mir vorgenommen, mich mehr zu bewegen um mich etwas zu straffen – diese Abnehmerei ist mir einfach zu blöde. Ich gehe gleich schwimmen und das dann zwei bis drei mal die Woche. Schon wieder ein Ziel.
  • Die innere Leichtigkeit, die sich mir während der Reise erschloss, behalte ich als Grundgefühl bei.

So einfach ist das alles! Einfach machen. Ich wünsche Euch eine gute Zeit! Durchstöbert meine Homepage und hinterlasst, wenn Ihr mögt, einen netten Kommentar. Eure Monika

Erkenntnisse auf Mallorca III

Sa Coma: Ruhetag! Nach einem reichhaltigen Frühstück waren wir rechtschaffen müde. Also erstmal ein Domizil am Pool aufschlagen – nein, wir reservieren keine Liegen! Temperatur war um die 20°C, es war sonnig mit frischem Wind. Mit dem Gesicht in der Sonne dösten wir ein. Dann wurde es zu warm. Also Sonnenschirm auf, aber wie funktioniert das blöde Ding? Nachdem ich an allen möglichen Schnüren zog, tat sich nix und ich legte mich ermattet nieder. Dann kam der Retter in der Not, ein gutaussehender Herr mit grauen Schläfen, und zog die richtige Leine, et voilá: Ich lag im Schatten! Nach einiger Zeit war es zu kalt; gut, dass meine Jacke griffbereit war. Lesen, schreiben, dösen, sonnen, meditieren … jetzt wollten wir uns aber bewegen!

Also Strandpromenade checken: Tote Hose! Es war noch etwas früh in der Saison, wenige Bars und Geschäfte hatten geöffnet. Gut so, da wir eh unsere Ruhe haben wollen! Jetzt ging es endlich runter ans Wasser, brrr, schön kalt mit ca. 16°C. Wir liefen die kleine Bucht ab und gingen noch ein paar Schritte einen Wanderweg. Da gab es einiges zu sehen:

Flora

Et Fauna

An diesem Tag hatten wir noch lustige Gespräche in der Sauna. Mein Reisegefährte wurde dort zum Wedeln verpflichtet, weil wir Frauen anatomisch dazu nicht in der Lage seien.

Abends (fr)aßen wir uns beim riesigen Gala-Dinner durch: lecker, lecker! Und mussten dieses schweratmend mit einem Carlos Primero verdauen:

Gut, dass es dazu Nüsschen für den kleinen Hunger gab! Ich überlegte, wie ich die acht Stunden bis zum Frühstück ohne zu essen durchhalten sollte.

An diesem Tag hatte ich auch einiges gelernt, ich frage mich nur, was.

Z.B.?:

  • Es gibt Tiere auf Mallorca – und Pflanzen.
  • In der Sonne kann’s warm werden und im Schatten kalt.
  • Jacken kann man als Kopfkissen und zum Anziehen benutzen.
  • Beim Gala-Dinner sollte man sich nicht über(fr)essen.
  • Ein Carlos hilft in vielen Lebenslagen.
  • Ein Ruhetag ist gemütlich.
  • Im Hotel ist Fahrradfahren verboten.
  • Ausruhen kann in Stress ausarten.
  • Morgen geht’s wieder auf Tour.

Erkenntnisse auf Mallorca II

Tour: Cala Millor – Puig de Sant Salvador – Felanitx – Cala Serena – Cala Figuera
Diesmal ging es die Ostküste herunter auf der Ferienstraße. Angeblich würde diese direkt an der Küste entlang führen, aber das Navi wollte nicht. Wir versuchten es auf eigene Faust und landeten in irgendwelchen Sackgassen zwischen Touri-Bunkern. Also wieder auf die Ferienstraße, die durch hügelige Landschaften führt. Und da kamen unsere (schon wieder) leicht gereizten Nerven zur Ruhe: Olivenbäume, Pinien, Felder und Wiesen übersäht mit gelben und weißen Blüten.

Das erste Ziel war Puig de San Salvador, einem Aussichtspunkt und altem Kloster auf dem über 500 m hohen Hausberg von Felanitx. Wieder schlängelte sich eine schmale Straße serpentinenartig den Berg hoch bzw. runter. Und wieder etliche Radfahrer, die wir routiniert überholten. Oben angekommen, war (wenn auch etwas diesig) der Blick aufs Flachland die Reise wert:

Unser nächstes Ziel war die Keramik-Manufaktur ‚Cerámicas Mallorca‘ in Felanitx. Der Weg hat sich gelohnt:

Von außen ein ansprechendes Haus mit Schaufenstern und einer Holztür. Innen eröffnet sich ein liebevoll eingerichteter Verkaufsraum. Die Besitzerin Francisca führte mich durch ihre Werkstatt und dabei kamen wir ins Gespräch. Das Unternehmen wurde von ihrem Vater gegründet und hatte um die 80 Angestellte. Zunächst führten ihre Geschwister die Firma weiter und danach sie. Heute bekommt sie Unterstützung von ihrem Mann und zwei pensionierten ehemaligen Mitarbeitern, die leichtere Arbeiten und teilweise das Anmalen übernehmen. Ab und zu kommen Schulklassen zu Workshops.

Wenn man gute Keramik produzieren will, muss vieles beachtet werden: Die geformte Tonmasse muss vorsichtig getrocknet werden, bevor sie bei Temperaturen bis über 1000° C gebrannt wird. Das Glasieren ist noch mal eine extra Prozedur und das Auskühlen dauert Tage. Diese Arbeit ist ein Kunsthandwerk und jede Tasse, jeder Teller ist ein Unikat.

Wir unterhielten uns sehr angeregt, wie bereichernd Kunst im Leben ist. Würden alle Menschen das tun, was sie lieben, also mit Herzblut dabei sein, müsste sich keiner bei der Arbeit quälen. Für Francisca ist ihre Arbeit ihre Leidenschaft, ihre ‚pasión‘. Sie musste aus Altem Neues schaffen; die Firma umstrukturieren und ihr neues Leben einhauchen.

Ich empfehle einen Besuch der Manufaktur, im Sortiment sind u.a. Teller, Tassen, Schüsseln, Platten und bemalte Kacheln. Alles im mallorquinischen Stil mit modernen Elementen. Die Preise sind moderat, die Ware ist hochwertig und einfach schön.

Nächstes Ziel war „eigentlich“ Cala Figuera. Allerdings kamen wir an ein Schild vorbei: Cala Serena. Ich meinte zu meinem Reisegefährten, dass ich dort vor über 30 Jahren als Kinderanimateurin gearbeitet hätte. Was ihn veranlasste, sofort dort hinzufahren. Ich wusste gar nicht so recht, wie mir geschah. Plötzlich standen wir vor dem Clubhotel – ich war ziemlich aufgeregt und musste mehrmals tief durchatmen, bis ich es schaffte, das Gelände zu betreten. Viele schöne Erinnerungen verbinden mich mit dem Ort. Noch heute träume ich von dieser unbeschwerten Zeit. Drinnen, an der Rezeption, war es dann sehr einfach. Wir unterhielten uns mit einer sehr freundlichen Dame, die dort seit über 30 Jahren arbeitet. Sie kannte einige Kollegen von damals und konnte mir ein wenig von ihnen berichten. Im Club erinnerte kaum noch etwas an früher. Das Meiste war umgebaut und saniert, sehr nobel. Auch die Animation ist wesentlich dezenter als früher. Wir mussten mehr oder weniger laut auf uns aufmerksam machen: „Hallo, ich bin die Moni vom Miniclub. Magst du uns dort besuchen?“ Mittags gab es den Clubtanz „Urlaubsreif, das ist die beste Jahreszeit …“ Und abends war Show auf der Bühne; da war ich am allerliebsten (bin ich immer noch gerne).

Tolles Haus, ohne Zweifel, doch mag ich auf meinen Reisen lieber Land und Leute kennenlernen. So ein Cluburlaub ist sicherlich sehr bequem und entspannend, aber man ist doch irgendwie auf einer Insel. Als wir wieder im Auto saßen, war ich sehr froh, dass ich dort gewesen bin. Es war sozusagen ein kleine nostalgische Rückschau auf meine junge Zeit.

Am Nachmittag kamen wir gerade richtig an, um den Fischern beim Ausladen zuzuschauen. Cala Figuera ist einfach zauberhaft:

Was hat mir dieser Tag gebracht? Welche „Erkenntnisse“ konnte ich mitnehmen?

  • Radfahrer lassen sich gut überholen. Ich kann dabei ruhig weiteratmen.
  • Keramikarbeit ist ein Kunsthandwerk.
  • Francisca ist eine nette Frau auf meiner Wellenlänge.
  • Heute wird nur noch dezent animiert.
  • Ich bin immer noch die junge Frau von damals, nur mit mehr Erfahrungen.
  • Die Rezeptionistin war auch auf meiner Wellenlänge.
  • Cala Figuera ist ein wundervoller Platz, um runterzukommen.

Ein ereignisreicher Tag ging zuende. Das Leben ist wunderbar!

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Was man auf Mallorca lernen kann

Tour Palma Aeropuerto -Valldemossa – Soller – Lluc – Sa Coma … tolle Kulisse bei aufregender Fahrt im Tramatura-Gebirge. Wir haben locker 1000 Radfahrer überholt. Viel Aufregung, als wir hinter einigen Autos herkrochen, die nicht überholten. Und noch mehr Aufregung, als wir die Radler-Rudel überholten. Dabei nutzt die Aufregung niemanden.

Ich frage dann: Was kann ich aus dieser Situation lernen? Wie kann ich sie für mich nutzen?

So hatten wir Zeit, die atemberaubende Landschaft wahrzunehmen und den Moment zu genießen. Und wir übten uns in Geduld , indem wir auf den richtigen Überhol-Moment warteten. Das Stärkste, was wir jedoch erfuhren, war die Zuversicht, dass schon nix passieren würde, das nenn‘ ich Vertrauen. All‘ das passierte an einem einzigen Tag. Was für ein Gewinn! *

Schlecht drauf, oder was?

Was tun, wenn man nicht so in die Pötte kommt? Wie komme ich in die Leichtigkeit?
In Leichtigkeit leben

Kennen Sie das auch? Samstag morgens, Sie haben sich so einiges für den Tag vorgenommen: Das erledigen, was die Woche über liegengebliegen ist. Sie wachen auf und wollen am liebsten weiterschlafen. Sie nehmen Ihr Smartphone in die Hand, doch irgendwann müssen Sie mal müssen. Der Blick auf die Uhr verrät Ihnen, dass sie schon 2 Stunden „gedaddelt“ haben. Mist, nix Produktives geleistet! Schnell wieder ins Bett. Schlafen. Oder doch Handy? Das schlechte Gewissen siegt (vielleicht) aber nichts geht locker von der Hand. Es dauert ewig, bis Sie sich fertig gemacht haben. Alles fällt schwer. Und dann kommt Ihr Partner und macht Ihnen Vorhaltungen. Wo Sie sich doch selber schon nicht leiden können. Streit ist vorprogrammiert. Weil es Ihrem Partner vielleicht ähnlich geht. Auch so ein mieser Anfang. …

Wie aber raus aus dem Schlechte-Laune-Modus und rein in die Leichtigkeit?

  • Wochenende = Erholungszeit – Machen Sie es sich bewusst, dass Ihr Geist und Ihr Körper die ganze Woche über zu tun hatten, also auch mal runterfahren müssen.
  • Schreiben Sie eine Arbeitsliste. Das hilft, die Übersicht zu behalten und Prioritäten zu setzen.
  • Schrauben Sie Ihre Erwartungen an sich und andere runter, so können Sie Enttäuschungen vermeiden.
  • Fokussieren Sie sich auf sich: Was ist für mich momentan am wichtigsten? Was bringt mir Befriedigung? Schauen Sie, was Sie wollen. Sie müssen nicht den Erwartungen der anderen entsprechen.
  • Erden Sie sich. Gehen Sie in die Natur und bewegen sich dabei: in den Wald, in den Tierparkt, in den Garten oder auch in ein Gartencenter. Frische Luft, Wind, Sonne, Wolken, Vogelgezwitscher helfen uns, wieder zu uns selbst zu finden. Wir sind dem Ursprünglichen nahe und werden nicht durch Hausmauern eingegrenzt. Indem Sie außen in die Freiheit gehen, kommt die innere Freiheit leichter zurück.
  • Seien Sie kreativ: Malen, Gedichte schreiben, musizieren, eine Hütte mit den Kindern bauen, ein Beet liebevoll gestalten, ein neues Rezept probieren. Kreativität bringt Sie in den Flow. So können auch die unangenehmeren Arbeiten leichter von der Hand gehen.
  • Finden Sie den Spaß an unattraktiven Arbeiten, z.B. kann man beim Bügeln wunderbar seinen Gedanken nachhängen.
  • Balancieren Sie sich aus. Mittels Yoga, Meditationen oder Fragetechniken (z.B. von Sea-Balance) „rücken“ Sie den Fokus wieder auf sich.

Vielleicht sind/waren Sie auch nur „schlecht drauf“, weil Sie die ganze Woche über zu viel auf die anderen geschaut und sich dabei aus den Augen verloren haben? Vielleicht nehmen Sie auch vieles sehr schwer? Ich behaupte, dass das Leben leicht gemeint ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne, leichte Zeit.

Ihre Monika Rauch


Wann wohl das Leid ein Ende hat?

Über Kummer und Leid Teil II

Im ersten Teil des Blogs schrieb ich darüber, dass das Leid in unserer Kultur einen großen Stellenwert hat. Um zu lernen, müssen wir aber nicht leiden, sondern können ebenso aus guten Erfahrungen schöpfen.

Heute schreibe ich über den Kummer, den viele Menschen mit sich herumtragen. Traurigkeit, Depression, Krankheit, für die es viele Ursachen gibt. Oft sind sie in der Kindheit zu finden. Manchmal übernimmt man auch die Empfindungen von anderen Menschen, man trägt sozusagen deren Päckchen. Manches ist ererbt.

Jede/r, die/der diesen Kummer hat, hat mein volles Mitgefühl. Manchmal jedoch beschleicht mich ein Verdacht: Kann es sein, dass man gar nicht raus will aus der Nummer? Wie ist das, wenn man feststeckt und keinen Ausweg sieht? Oft resigniert man und richtet sich, so gut es eben geht, darin ein. Er/sie will nur noch seine/ihre Ruhe. Was auch verständlich ist.

Wir meinen: „Der Arzt hat gesagt, man sei unheilbar krank und dann gibt es nun mal keinen Ausweg.“ „Ich bin krank und das ist ererbt.“ „Forscher haben festgestellt, dass man Depressionen am besten mit Medikamenten behandelt.“ „Die Wissenschaft hat festgestellt, das Coca-Cola Fett enthält!“ „Ich bin übergewichtig weil ich undiszipliniert bin.“ „Ich habe Unfälle, weil ich tollpatschig bin.“ „Ich ziehe eben immer wieder die falschen PartnerInnen an.“ …

Das Wort ist sehr mächtig: Das, was uns gesagt wird oder was wir glauben, leben wir gerne. Jemand sagt etwas und wir richten uns danach. Wir geben klein bei, weil diese Tatsachen irgendwo festgemeißelt scheinen; besonders, wenn studierte Leute etwas behaupten. Oder die Eltern sagen im Nebensatz, dass wir als Kinder so oder so sind oder irgendetwas nicht können. Und schwupp: Wir verinnerlichen das und leben es mitunter unser Leben lang. Das nennt man Glaubenssätze.

Ich behaupte, Krankheiten, Unfälle, schwierige Lebenssituationen passieren nicht zufällig (darin bin ich nicht allein, siehe z.B. die Bücher von Detlefsen/Dahlke „Krankheit als Weg“, von Luise Hay „Krankheit als Sprache der Seele“) . Sie weisen auf eine tieferliegende Ursache hin. In der Psychosomatik gibt es immer ein inneres Gegengewicht zur äußeren Erscheinung. Hat man z. B. Rückenschmerzen, könnte man fragen, wer einem den Buckel runterrutschen kann.

Jedes stark-emotional Erlebte (z.B. Traumata, Schrecksekunden, Streit, Angst…) kann dazu führen, dass man dissoziiert, wie es Traumapädagogen nennen. D.h. man spaltet einen Teil von sich ab, der dann nicht mehr zur Verfügung steht. Das kann schnell gehen, besonders wenn es mit heftigen Gefühlen zu tun hat. Mit vielen Methoden, z.B. Gesprächstherapien, Yoga, Meditation ist es möglich, sich auf sich selbst zu konzentrieren und inneres Gleichgewicht zu erlangen. Mir helfen die Kulturtechniken Sea-Balance und Baby-Healing schnell und effiezient, „ganz“ zu werden.

Im Leiden zu verharren ist keine Option, das hat was von Vogel-Strauß-Politik: Den Kopf in den Sand stecken und warten, bis sich alles beruhigt hat. Ich glaube, dass viele verharren und/oder resignieren, weil sie ihre Macht an andere (dem Arzt, dem Guru, dem Lehrer, dem Gatten …) abgegeben haben und so zum Spielball werden. Was kann helfen? Alternativen suchen, d.h. Focus auf sich legen, nicht vom eigenen Leben ablenken lassen, indem man auf die Anderen schaut. Sind Sie einfach Sie selbst in innerer Freiheit und: Fangen Sie an, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben. Niemand kann ein Heilsversprechen abgeben; allerdings haben Sie es in der Hand, über Ihr Denken und Leben zu bestimmen. Wahrscheinlich wird dadurch eine Besserung eintreten, weil Sie Macht und Würde über sich erlangen.

In einem Lied von Ilse Weber heißt es „… wann wohl das Leid ein Ende hat – wann sind wir wieder frei …? Auch wenn sich das Lied auf etwas anderes bezieht, meine ich, dass die Aussage so richtig ist: Wenn das Leid beendet ist, dann sind wir frei.

Fotos/Bilder: Monika Rauch

Lernen durch Leiden?

In unserer abendländischen Kultur herrschte bis vor kurzem Leidenszeit = Passionszeit. Diese beginnt mit dem Aschermittwoch, endet am Ostersamstag und dauert 40 Tage. Sie erinnert an das Leiden von Jesus Christus, der zum Tod am Kreuz verurteilt war.

Die Passionszeit wird auch Fastenzeit genannt. Diese Tradition ist schon seit dem 4. Jahrhundert bekannt. Menschen wurden zum Teil gezwungen, sich an die strengen Glaubensregeln der Kirche zu halten und verzichteten auf Fleisch und Wein. Heute verzichten viele Menschen in den Wochen vor Ostern bewusst auf Zucker, Fleisch, Alkohol, Zigaretten oder auch auf das Smartphone.

Der Verzicht auf ein paar Annehmlichkeiten des Lebens ist sicherlich manchmal etwas leidvoll oder lästig, hat aber nichts mit wirklichem Leiden zu tun. Er kratzt nur ein bisschen an der Oberfläche. Wirkliches Leiden ist schrecklich, lebensbedrohlich. Es gibt viele Lebensumstände, die Menschen in tiefes Leid versetzen: Tod und Trauer, schwere Erkrankungen, Unfälle, Hunger, Krieg, Verfolgungen aber auch Behinderungen, Einsamkeit. Es gibt Schicksalsschläge, die so leidvoll sind, dass man tatsächlich stirbt oder innerlich daran zerbrechen kann.

Einige von uns haben schlimmes Leid gesehen oder erlitten. Diese Erfahrungen gehören anscheinend zum Leben dazu. So kann ich von mir behaupten, dass mich meine schrecklichsten Erfahrungen immer ein Stückchen weiter in meiner Entwicklung vorangebracht haben. Rückblickend behaupte ich, dass ich aus jedem leidvollen Erleben einen Gewinn hatte. Aber das ist sicherlich keine tröstliche Aussage für Menschen, denen es schlecht geht. Außerdem habe ich aus vielen schönen Dingen noch viel mehr gelernt, ich brauche wirklich keine Leid-Lektion um etwas zu begreifen!

Noch weniger tröstlich ist es für mich, in eine Kirche zu gehen und hauptsächlich von Leid, Entsagung und Sünde zu hören. In vielen Liedern, in Gebeten und Predigttexten wird das Schwere zelebriert. Anscheinend müssen wir doch durchs Fegefeuer um geläutert zu werden? Und im modernen Alltag gibt es den „Ernst des Lebens“, wir müssen die „Schicksalsschläge“ über uns ergehen lassen, wir müssen ziemlich viel müssen, um zu überleben und in der Gesellschaft zu bestehen. Mit Angst vor Leid und Strafe wird gedroht. Wenn wir Spaß haben wollen, dann nur ganz dezent, wir werden ja sehen, wohin das führt.

Dieser Typ mit den Sandalen, ich meine Jesus von Nazareth, zog durch die Lande und predigte von Liebe und Vertrauen, er erzählte vom Wohlstand, der da ist, wenn man denn nur vertraut. Er erzählt von Gesundheit, die möglich ist. Er sagte zu dem Schwerkranken: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Es ist das Vertrauen in das schier Unmögliche, dass Jesus uns zeigen wollte.

Das, was uns Menschen in Leid und Not hilft, ist das Vertrauen in die große Kraft, die da ist, mag man es Gott oder sonst wie nennen. Ich glaube, wenn wir Menschen es schafften, an das Gute zu glauben und zu vertrauen, wird sich das Leid verabschieden. Wir müssen nicht leiden um zu lernen! Das Leben darf schön und leicht sein. Dazu können wir uns sofort die Erlaubnis geben. Ich wünsche mir, dass alle Religionen dieser Welt anfangen, von Liebe und (Selbst-)Vertrauen zu predigen, dass jedes Segnen die Menschen erleichtert und von ihren Sorgen befreit.

Ich würde sagen, wir sind umgeben von desillusionierten Menschen, von Politikern ohne Visionen, Ärzten ohne Hoffnung, Eltern ohne Rat, … und wir machen immer so weiter im Konzept. Viele zerschlagene Seelen, denen ein Stück fehlt. Wir sind das Leid gewohnt und denken, dass das normal sei. Leid wird uns sogar als Lösungsstrategie angeboten: „Wer nicht hören will, muss fühlen!“ Dabei sollte eine Strategie immer ins Positive führen und sich nicht mit dem kleineren Übel begnügen. Es wird Zeit, dass wir von innen heraus heilen, d.h. dass wir wieder ganz werden.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche und denken Sie daran: Das Leben ist schön!

Alt = Ausgedient?

Der menschliche Körper soll auf eine Lebenszeit von etwa 130 Jahren ausgerichtet sein, heißt es. Wenn man nicht vorher stirbt. Trotzdem gibt es einige ältere Menschen, die mit 70/80 Jahren keine Perspektiven mehr haben. Alt bedeutet für viele: „Wir setzen uns jetzt hin und warten auf den Tod. Was soll es da noch groß geben?“Mit Ende der Berufszeit besinnen sich viele Menschen auf das, was sie in der Ruhezeit alles erledigen wollen: Reisen, sich ehrenamtlich engagieren, endlich Zeit für Reparaturen und Garten haben, die Enkelkinder betreuen, ins Theater gehen, vielleicht ein Seniorenstudium an der Uni, die Welt genießen. Gut ist, wenn man eine/n PartnerIn hat, dann macht alles doppelt so viel Spaß. Außerdem ist ein fester Freundkreis wichtig.

Schwierig wird es, wenn Freunde oder Partner sterben oder man selbst erkrankt. Dann hat man mit der Trauer, mit Einsamkeit und Lebensängsten zu kämpfen. Der Körper macht nicht mehr richtig mit und bei manchen auch der Geist.

Das, was Sie aus Ihrem Leben machen, liegt in Ihrer Verantwortung

Meine Mutter würde gleich protestieren, ich solle erstmal in ihr Alter kommen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das leben, was die Gesellschaft von uns erwartet: In Rente gehen, ein bisschen Spaß haben, krank werden, sterben. Das Wort ist sehr mächtig, und wir tun gerne das, was man uns sagt. Wir erfüllen die Prophezeiung sozusagen. Wir sind das, was wir denken. Kreisen unsere Gedanken um Krankheit und Leid, lässt das Leid nicht lange auf sich warten. Sie können also überlegen, ob sie tatsächlich der gesellschaftlichen Erwartung entsprechen wollen oder ob Sie eigene Pläne haben.

Eigene Pläne zu haben, ist in jedem Alter wichtig. Anfangen kann man damit, seine eigenen Wünsche aufzuschreiben, z.B. ein gutes Essen, Gesundheit, eine Reise, eine alte Freundin treffen, neue Freunde finden. Diese Liste sollte man in Greifnähe haben um sie zu ergänzen oder zu verändern. Wenn Sie sich über ihre eigenen Ziele im Klaren sind, werden Sie automatisch nach Wegen suchen, wie Sie diese erfüllen können. Das Leben kann so wieder spannend werden.

Eine Bekannte sagte kürzlich zu mir: „Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Sie hat sicherlich recht, gibt es doch viele herbe Schläge, von denen ich oben schon berichtete. Und trotzdem: Behalten Sie die Macht über sich, setzen Sie sich ihre Krone auf, auch wenn Sie krank im Bett liegen. Behalten Sie Ihre Würde. Ich habe einige Tipps zusammengetragen um gut „durchzukommen“ – so haben Sie im Alter noch lange nicht „ausgedient“:

  • Lieben Sie sich selbst so wie Sie sind.
  • Seien Sie positiv.
  • Suchen Sie sich Weggefährten.
  • Versuchen Sie so oft wie möglich, raus an die frische Luft zu kommen.
  • Freuen Sie sich über das, was Sie bereits in Ihrem Leben geleistet haben.
  • Lassen Sie andere an Ihrem Erfahrungsschatz teilhaben.
  • Arbeiten Sie im Garten oder auf dem Balkon.
  • Suchen Sie sich eine Aufgabe.
  • Dankbar sein.
  • Kreativ sein: malen, basteln, singen, backen, kochen …

Diese Liste ließe sich bestimmt noch gut ergänzen: Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion und schreiben Ihre Vorschläge oder Ihre Kommentare. Verantwortung übernehmen bedeutet immer, sich seiner Selbst und seiner eigenen Mächtigkeit bewusst zu sein. Gerne begleite ich Sie bei diesem Prozess.

Ihre Monika Rauch




Schlagen ist keine Lösung

In der Praxis begegnen mir Fälle, wo Mütter und Väter ihre Kinder schlagen. Sie lieben ihre Kinder und trotzdem … sie hauen zu, wenn es ihnen zu viel wird: Auf der Arbeit, mit dem/der EhepartnerIn oder Geldsorgen … und dann noch das Kind, dass nicht begreift, dass es funktionieren muss, will es in dieser Welt bestehen.

Eltern schlagen, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Es ist eine Strategie, die sie meist selbst erfahren und unter der sie gelitten haben. Und trotzdem setzen sie sie ein. Ich schreibe hier nicht über die Eltern, die ihre Kinder vorsätzlich quälen und misshandeln.

In Deutschland gilt seit dem Jahr 2000 das Verbot der Prügelstrafe. Im §1631 Abs. 2 BGB heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Missachtet man dieses Gesetz, drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.

In anderen Ländern, darunter auch in einigen US-Bundesstaaten, ist die Prügelstrafe erlaubt und teilweise ausdrücklich erwünscht. So wird dort auch an den Schulen und anderen Institutionen geschlagen. Übrigens: In Frankreich wurde erst im November 2018 ein Gesetz gegen die Prügelstrafe erlassen.

Studien belegen, dass in Ländern mit Verbot der Prügelstrafe die Gewaltbereitschaft rückläufig ist. Aber was nutzt das dem geschlagenen Kind? Kinder erzählen in der Regel erstmal nicht, wenn sie geschlagen werden. Sie schützen instinktiv ihre Eltern, aus Liebe. Wenn der Druck zu groß ist, „verraten“ sie sich.

Körperliche Gewalt wird oft verdrängt oder bagatellisiert nach dem Motto: „Das hat noch niemanden geschadet.“ Aber Schlagen, auf dem Po oder Kopf, mit Gegenständen oder mit der Hand, wird immer Auswirkungen auf das Leben des Betroffenen haben: Z.B. Angst und Mißtrauen, eingeschränkte Lösungsstrategien bei Konflikten, mangelnder Selbstwert, Aggressionen und autoaggressives Verhalten. Wenn ich mit Kindern rede, die geschlagen werden, erlebe ich eine tiefe Verletztheit und Traurigkeit, sie rechtfertigen das Verhalten der Eltern, weil sie ja nicht „brav“ waren und fühlen sich schuldig, sie sehnen sich nach Liebe und können sich, so wie sie sind, nicht annehmen.

Ebenso hat das Schlagen immer Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern: Hilflosigkeit, mangelnder Selbstwert, schlechtes Gewissen, Störung in der Beziehung zum Kind – dadurch wird man aggressiv, d.h. die Gewaltbereitschaft ist erhöht … und der Kreis schließt sich.

Körperliche Gewalt ist in unserer Gesellschaft noch oft anzutreffen: Prügeleiein auf dem Schulhof, bei Streit in der Kita ist Schlagen eine der verbreitetsten Strategien, Massenschlägereien bei Demos und Fußballspielen … das sind teilweise reine Gewaltorgien. Man sieht es, zuckt die Schultern und kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten. Schlagen ist also auch ein gesellschaftliches Problem.

Es gibt bereits einige staatlicher Förderprogramme, die auf dieses Thema abzielen. Ich denke, es muss wesentlich mehr investiert werden, um das Land zu „befrieden“ auch im Hinblick auf die vielen Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen.

  • Sensibilisierung der Gesellschaft: Dazu sollten Aufklärungen in Schulen und Kitas erfolgen, sowie Kampagnen über soziale Medien und TV laufen. Ein Aufschrei sollte durch das Land gehen, wenn Gewalt im Spiel ist! Eine Gesellschaft fern von Gleichgültigkeit, eine Gesellschaft mit Mitgefühl.
  • Eltern stärken, Familien entlasten. Nicht verurteilen, sondern aufklären und unterstützen. Eltern mit Halt.
  • Kinder schützen bzw. ihnen Schutzraum bieten. Kindern Lösungsstrategien anbieten. Kinder lieben.

Schlagen ist keine Lösung, manchen mag es als Ventil dienen, zurück bleibt ein schales Gefühl: Das war unrecht. Was tun wir, wenn wir uns eingeengt fühlen, von allem verlassen, hilflos, traurig, müde, ausgelaugt, voller Wut?

Strategien für schwierige Situationen sind: Nachdenken, reden, zuhören, Vereinbarungen aushandeln, Genugtuung fordern, sich Zeit nehmen, Ruhe suchen. Das Wichtigste aber ist, dass Kinder (und überhaupt: alle Menschen!) die Macht über sich selbst zurückholen. Das beinhaltet, dass wir uns bewusst werden, dass wir ganz gemeint sind und dass wir die innere Freiheit haben, unser Leben nach dem auszurichten, was wir sind. In der Traumapädagogik nennt man das Selbstbemächtigung.

siehe: https://monika-rauch.com/methoden/