Ölauszüge von Schwarzkümmel, Hagebutte, Mistel

Schwarzkümmel (Nigella sativa)

Bilder von Pixabay

Schwarzkümmelöl wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Hier eine Übersicht der traditionellen Anwendungen.

Innere Anwendung

  • Immunstärkend
  • Magen-Darm-Beschwerden: verdauungsanregend, lindernd bei Blähungen und anderen Magenbeschwerden
  • Atemwege: hilft bei Erkältungen, Asthma oder Allergien
  • Entzündungshemmend
  • Dosierung:  1–2 Teelöffel täglich, pur oder mit Honig vermischt

Äußere Anwendung

  • Hautpflege: hilft bei trockener, gereizter, entzündlicher Haut, z. B. bei Neurodermitis oder Akne
  • Haarpflege: fördert Haarwuchs und reduziert Schuppen
  • Massageöl: wird wegen seiner wärmende Eigenschaft gerne verwendet
  • Wundpflege: bei kleinen Hautverletzungen oder Ekzemen

Hagebutten (Rosa canina)

Hagebuttenöl (Wildrosenöl) hat traditionell ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Naturheilkunde, sowohl innerlich als auch äußerlich. Hier eine Übersicht:

Innere Anwendung

  • Gelenkgesundheit: entzündungshemmend bei Arthrose und Rheuma
  • Immunsystem: hilft freie Radikale abzufangen
  • Herz-Kreislauf: kann Cholesterin regulieren und somit das Herz  schützen
  • Haut von innen: Verbesserung des Hautbildes, Pflege bei trockener von innen heraus

Äußere Anwendung

  • Hautregeneration: traditioneller Einsatz bei Narben, Dehnungsstreifen und Pigmentflecken
  • Anti-Aging: durch  ungesättigte Fettsäuren (wie Linolsäure, Linolensäure) und Antioxidantien (wie Vitamin E und Provitamin A) Reduzierung von Falten und Verbesserung der Hautelastizität
  • Entzündungshemmend/beruhigend: bei Hautproblemen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzemen
  • Feuchtigkeit: spendet Feuchtigkeit bei trockener und rissiger Haut
  • Sonnenschäden: Regeneration nach starker UV-Belastung

Mistel (Viscum album)

Innere Anwendung

  • Kreislaufregulierend: ausgleichend bei niedrigem oder hohem Blutdruck
  • Immunsystem stärkend
  • Krebstherapie: In der anthroposophischen Medizin wird Mistel in Form von Injektionen unterstützend bei Krebserkrankungen verwendet, um das Immunsystem zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Nervensystem: wirkt beruhigend bei innerer Unruhe oder nervöser Erschöpfung.
  • Stoffwechsel: Anwendung als Tee bei leichten Stoffwechselstörungen und zur Entschlackung
  • Misteltee (aus den Blättern und Zweigen) – wichtig ist hier die kalte Zubereitung, da manche Wirkstoffe hitzeempfindlich sind.
  • Wichtig: Die Mistel enthält auch giftige Bestandteile, deshalb sollte sie immer mit Vorsicht und bestenfalls nach Rücksprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt angewendet werden. Insbesondere frische Beeren und größere Mengen können giftig sein.

Äußere Anwendung

  • Durchblutungsfördernd: Einsatz von Salben oder Umschläge bei Gelenkbeschwerden, rheumatischen Schmerzen oder Muskelverspannungen
  • Schmerzlindernd: Wickel oder Kompressen mit Misteltee können die Durchblutung anregen und Schmerzen lindern.
  • Wundheilung: selten Anwendung bei schlecht heilenden Wunden oder Hautentzündungen

Ölauszüge

Alle Pflanzen werden zu  gleichen Teilen mit Olivenöl püriert und im Wasserbad für mindestens 2 Stunden bei 40° bis 70°C ausgezogen. Danach wird das Gemisch gefiltert. Das Hagebuttenöl verwende ich pur und die beiden anderen Ölauszüge werden zu Salben verarbeitet.

Salben herstellen

Mistelsalbe mit ätherischem Lorbeeröl (welches beruhigend, erdend und aufheiternd + antibakteriell, antiviral und pilzbekämpfend wirkt) Schwarzkümmelsalbe mit ätherischem Rosmarinöl (welches beruhigend, entspannend und belebend + entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt)

Zur Salbenherstellung wird der Ölauszug erwärmt und darin wird Bienenwachs geschmolzen (10 bis 20 % der Flüssigkeit). Ein Teil des Bienwachses kann mit Kakao- oder Sheabutter ersetzt werden. Die Salbe wird in Döschen gefüllt und beschriftet. Hinzu kommen noch einige Tropfen ätherischer Öle. Diese erhöhen die Haltbarkeit der Salben, duften gut und haben noch eigene Heilwirkungen. Den abgefilterten Trester aller drei Pflanzen verwahre ich in einem Schraubglas auf. Diesen kann man als warme Packung gegen Hautirritationen oder athritische Schmerzen verwenden.

Die Salben sind von mir entwickelt worden, weil einige Bekannte und ich Mittel gegen Hauterkrankungen und Arthritis/Rheuma benötigen. Ich werde über die Wirkung berichten.

Selbstbemächtigung = den Heilungsprozess selbst in die  Hand nehmen

Weitere Blogs von mir zu den Themen: https://monika-rauch.com/2023/02/05/misteln-viscum/

Kostbares Hagebuttenöl

Misteln (Viscum)

sind Halbschmarotzer, die dem Wirt den (Lebens-)Saft entziehen können. Sie wachsen besonders gerne auf Obst-Arten der Rosacea, also auf Apfelbäumen und Co. Weltweit gibt es über 1000 Mistelarten, wovon nur wenige in unseren Gefilden zu finden sind, hauptsächlich sind es die Laubholz-, die Tannen- und die Föhrenmisteln.

Sie breiten sich in die Versorgungskanäle aus und entziehen dem Baum Wasser und Nährstoffe. Sie können selbstständig Photosynthese betreiben und so die Nährsalze weiterverarbeiten. Misteln vermehren sich über Vögel, die die Beeren fressen. Die Vögel scheiden die Samen unverdaut aus. Durch den klebrigen Schleim bleiben die Samen an den Ästen hängen und bohren sich als „Senker“ in die Äste.

Systematik (Wikipedia) Klasse Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung Sandelholzartige (Santalales)
Familie Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Gattung Misteln

Blütezeit und Reifezeit Von Februar bis März/April blüht die Mistel, im Dezember sind die Beeren reif.

Befallene Obstbäume sollten im späten Winter oder im Frühjahr beschnitten werden, um den Obstertrag zu erhalten.

Apfelbaum mit Mistelbefall, in der Regel sind hier die weißen Misteln heimisch.

Ich frage mich, welche Rolle sie im natürlichen Kreislauf spielen. Sind Misteln auch von Vorteil für ihren Wirt?

Namen Hexenbesen, Vogelmistel, Laubholzmistel, Donnerbesen, Hexennest, Wintergrün, Drudenfuß, Heil aller Schäden, Heiligkreuzholz

Heilwirkung

Vorsicht bei der Zubereitung von Misteln – jedes Pflanzenteil ist in rohem Zustand leicht giftig. Empfohlen wird ein kalter Auszug des Mistelkrautes über Nacht, da so die Toxine weniger gelöst werden.

Im Allgemeinen gilt die Mistel als stärkend und anregend für Immunsystem und Selbstheilungskräfte. Sie enthält Eiweissstoffe, die die Produktion von Endorphinen anregen. Diese wirken schmerzlindernd und stimmungsaufhellend.

In der Volksheilkunde werden Misteln gegen Bluthochdruck und Arthrose verwendet. Äußerlich angewendet lindern sie Gelenkentzündungen und helfen bei Krampfadern und Geschwüren.

Der Volksglaube sagt auch, dass die Mistel die „Fallsucht“ (Epilepsie) mildere. Das hat mit der Signatur der Pflanze zu tun, denn die Pflanze berühre niemals den Boden.

In der Krebstherapie wird sie wegen ihrer antitumoralen Wirkung eingesetzt. Die Pflanzenstoffe, besonders das Mistellektin und das Viscotoxin, wirken positiv auf das Immunsystem. Das Immunsystem wird gestärkt und der Tumorwachstum durch den „programmierten Zelltod“ (Apoptose) gehemmt.

Anfang des 20. Jahrhundert stellte der umstrittene Antrosoph Rudolf Steiner (1861-1925) die These auf, dass die Wirkstoffe der Pflanze den Tumor genauso aushungern könnten, wie es die Pflanze mit ihrer Wirtspflanze macht. Die Mistelzweige selbst verdichten sich in eine Kugelform, ebenso wie es der Krebs tue. Seine These leitet er von der gängigen Signaturenlehre in der Kräuterheilkunde ab. [Diese besagt, dass Farbe, Standort, Aussehen, Geruch, Lebensweise etc. der Pflanze als „Zeiger“ dienen, für was die Pflanze gut ist. Ähnliches wird mit ähnlichem bekämpft.]

Brauchtum

Bereits in der Antike galt die Mistel als Heil- und Zauberpflanze. Tatsächlich existieren Aufzeichnungen von Römern, die nach der Eroberung der Kelten und Germanen über deren seltsame Gebaren berichteten. Plinius schrieb über die heiligen Männer (Druiden), die nachts bei Vollmond Misteln von Eichenbäumen ernteten. Dabei wären sie in weiße Gewänder gekleidet und würden mit einer goldenen Sichel arbeiten. Außerdem dürfe die Mistel den Boden nicht berühren, daher wären bei der Ernte weiße Tücher unter den Bäumen ausgelegt. Kennt ihr Miraculix, den Druiden vom Comic „Asterix und Obelix“? Er wird genauso dargestellt! Er sammelt mit seiner goldenen Sichel Zutaten für seinen Zaubertrank. Tatsächlich sollten Zaubertränke aus Misteln Kraft, Mut und Unbesiegbarkeit verleihen und Krankheiten heilen. Amulette mit der Pflanze würden vor Unheil schützen sowie Glück und Liebessegen bringen. Der Brauch, in der Weihnachtszeit einen Mistelzweig über die Eingangstür zu hängen, verheißt Glück und Segen. Wenn man unter einem Mistelzweig steht, darf geküsst werden, so oft und viel, wie Beeren am Zweig hängen.

Da die Früchte bei uns im Winter reif sind, wurden sie bei Riten der Wintersonnenwende verwendet. Sie ist im Winter grün und ihre Früchte sind reif. Sie ist dann weithin sichtbar, aber doch kaum erreichbar. Im Sommer wird sie jedoch von den Blättern der Bäume verdeckt. Sie lebt zwischen Himmel und Erde und symbolisiert so die „Zwischenwelt“ – atypisch zur übrigen Natur, aber doch als Teil von ihr.

Zu meiner Eingangsfrage, ob Misteln einen Vorteil für ihren Wirt brächten, habe ich recherchiert. Generell schaden sie ihrem Wirt nicht, denn sie leben von eben diesem. Misteln können in der Regel so alt wie ihr Wirtsbaum werden. Allerdings stellen sie eine zusätzliche Belastung dar bei bereits beschädigten Bäumen, z.B. bei Trockenheit oder Schädlingsbefall. Über einen erkennbaren Vorteil für den Wirt konnte ich nichts finden. Aber wer weiß? Vielleicht spenden die Mistelkugeln Schutz und Wärme im Winter und Schatten im Sommer? Vielleicht entziehen sie Wasser und Nährstoffe und regen somit gleichzeitig den Stoffwechsel an? Oder … ?

Selbstbemächtigung = hinterfragen

Die Bilder sind von mir und von Pixabay.

Wunderbares Hagebuttenöl

Hagebutten sind die (Schein-)Früchte aller Rosenarten. Am gehaltsvollsten sind die Früchte der Wildrose (Hundsrose), die als Hecken Felder und Gärten begrenzen oder an Waldrändern auftreten.

Schalen und Kerne der Hagebutten beinhalten viel Vitamin C sowie andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Durch ihre besondere Zusammensetzung ist die Hagebutte bei Arthrose und Rheuma und bei Hauterkrankungen wie z.B. bei Neurodermitis und bei Narben wirksam. Die Frucht wirkt innerlich und äußerlich angewendet.

Dieses Jahr gab es eine reiche Ernte an Hagebutten. Einen Teil davon trocknete ich für Pulver oder Tee (siehe Blog: https://monika-rauch.com/2021/12/30/puelverchen/). Einen anderen Teil verarbeitete ich frisch zu Öl und Salbe.

Ölherstellung

1. Die gesäuberten Hagebutten im Mixer mit Mandelöl (oder einem anderen hochwertigen Öl) pürieren. Möglichst auch die Kerne zerkleinern. Darauf achten, dass das Öl nicht heißläuft. 2. Die Masse im Topf erwärmen bei ca. 70°C (nicht frittieren!). Für ca. 1 Stunde und ggf. einem Tag abgedeckt ausziehen lassen. 3. Abfiltern Mit einem Metallsieb das Grobe und anschließend nochmals durch ein Baumwolltuch fein abfiltern. Das Baumwolltuch nutzen, um das gesamte Öl auszupressen. 4. Das Öl in dunkle Flaschen füllen, die Haltbarkeit kann mit einigen Tropfen Vitamin E-Öl verlängert werden.

Salbenherstellung

Das Hagebuttenöl erwärmen, Bienenwachs und etwas Sheabutter einrühren. Als Faustformel gilt: etwas ein Zehntel bis ein Fünfzehntel der Flüssigkeit an Bienenwachs plus 1 – 2 Teelöffel Sheabutter. D.h. bei 100ml Öl, sollte man 10 bis 15 g Bienenwachs verwenden.
Dann in Behälter einfüllen und für den Duft einige Tropfen ätherisches Öl einrühren. Ich wählte „Rose“, weil die Hagebutte die Frucht der Rose ist.

Was bei pflanzlichen Ölen unbedingt beachtet werden soll

Die Verschlüsse der Tigel und Fläschchen sollten erst nach vollständiger Abkühlung geschraubt werden. Bis alles kalt ist, lege ich ein Küchenpapier auf die Behälter. Wenn man die Behälter warm zuschraubt, besteht die Gefahr, dass Kondenswasser auf das Öl bzw. die Salbe geht und das könnte dazu führen, dass das Fett schneller verdirbt. Die Salbe ist ziemlich lange haltbar, weil Bienenwachs ein gutes Konservierungsmittel ist. Das Öl kann schneller verderben. Wichtig bei Ölen und Salben ist die Verwendung von sauberen und trockenen Gerätschaften. Zum Schluss werden die Tigel und Behälter beschriftet mit Inhaltsstoffen und Datum.

Meine Erfahrung

Das Öl ist mein Zaubermittel! Ich tupfe es auf meine neurodermitischen Stellen, die werden gut in Schach gehalten und verschwinden, tagelang – bis zum nächsten Schub. Der Juckreitz ist weg! Und das Beste: Ich verteilte die Ölreste regelmäßig auf Hals und Dekolleté. Nach einiger Zeit verblassten meine braunen (Alters-)Flecke am Hals. Meine Hoffnung ist, dass die Flecke eines Tages vollständig verschwinden. Mittlerweile hole ich das Öl bei jedem Hautproblem. Auch Narben werden dadurch weicher.

Selbstbemächtigung = herausfinden, was heilt