Ölauszüge von Schwarzkümmel, Hagebutte, Mistel

Schwarzkümmel (Nigella sativa)

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Schwarzkümmelöl wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Hier eine Übersicht der traditionellen Anwendungen.

Innere Anwendung

  • Immunstärkend
  • Magen-Darm-Beschwerden: verdauungsanregend, lindernd bei Blähungen und anderen Magenbeschwerden
  • Atemwege: hilft bei Erkältungen, Asthma oder Allergien
  • Entzündungshemmend
  • Dosierung:  1–2 Teelöffel täglich, pur oder mit Honig vermischt

Äußere Anwendung

  • Hautpflege: hilft bei trockener, gereizter, entzündlicher Haut, z. B. bei Neurodermitis oder Akne
  • Haarpflege: fördert Haarwuchs und reduziert Schuppen
  • Massageöl: wird wegen seiner wärmende Eigenschaft gerne verwendet
  • Wundpflege: bei kleinen Hautverletzungen oder Ekzemen

Hagebutten (Rosa canina)

Hagebuttenöl (Wildrosenöl) hat traditionell ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Naturheilkunde, sowohl innerlich als auch äußerlich. Hier eine Übersicht:

Innere Anwendung

  • Gelenkgesundheit: entzündungshemmend bei Arthrose und Rheuma
  • Immunsystem: hilft freie Radikale abzufangen
  • Herz-Kreislauf: kann Cholesterin regulieren und somit das Herz  schützen
  • Haut von innen: Verbesserung des Hautbildes, Pflege bei trockener von innen heraus

Äußere Anwendung

  • Hautregeneration: traditioneller Einsatz bei Narben, Dehnungsstreifen und Pigmentflecken
  • Anti-Aging: durch  ungesättigte Fettsäuren (wie Linolsäure, Linolensäure) und Antioxidantien (wie Vitamin E und Provitamin A) Reduzierung von Falten und Verbesserung der Hautelastizität
  • Entzündungshemmend/beruhigend: bei Hautproblemen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzemen
  • Feuchtigkeit: spendet Feuchtigkeit bei trockener und rissiger Haut
  • Sonnenschäden: Regeneration nach starker UV-Belastung

Mistel (Viscum album)

Innere Anwendung

  • Kreislaufregulierend: ausgleichend bei niedrigem oder hohem Blutdruck
  • Immunsystem stärkend
  • Krebstherapie: In der anthroposophischen Medizin wird Mistel in Form von Injektionen unterstützend bei Krebserkrankungen verwendet, um das Immunsystem zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Nervensystem: wirkt beruhigend bei innerer Unruhe oder nervöser Erschöpfung.
  • Stoffwechsel: Anwendung als Tee bei leichten Stoffwechselstörungen und zur Entschlackung
  • Misteltee (aus den Blättern und Zweigen) – wichtig ist hier die kalte Zubereitung, da manche Wirkstoffe hitzeempfindlich sind.
  • Wichtig: Die Mistel enthält auch giftige Bestandteile, deshalb sollte sie immer mit Vorsicht und bestenfalls nach Rücksprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt angewendet werden. Insbesondere frische Beeren und größere Mengen können giftig sein.

Äußere Anwendung

  • Durchblutungsfördernd: Einsatz von Salben oder Umschläge bei Gelenkbeschwerden, rheumatischen Schmerzen oder Muskelverspannungen
  • Schmerzlindernd: Wickel oder Kompressen mit Misteltee können die Durchblutung anregen und Schmerzen lindern.
  • Wundheilung: selten Anwendung bei schlecht heilenden Wunden oder Hautentzündungen

Ölauszüge

Alle Pflanzen werden zu  gleichen Teilen mit Olivenöl püriert und im Wasserbad für mindestens 2 Stunden bei 40° bis 70°C ausgezogen. Danach wird das Gemisch gefiltert. Das Hagebuttenöl verwende ich pur und die beiden anderen Ölauszüge werden zu Salben verarbeitet.

Salben herstellen

Mistelsalbe mit ätherischem Lorbeeröl (welches beruhigend, erdend und aufheiternd + antibakteriell, antiviral und pilzbekämpfend wirkt) Schwarzkümmelsalbe mit ätherischem Rosmarinöl (welches beruhigend, entspannend und belebend + entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt)

Zur Salbenherstellung wird der Ölauszug erwärmt und darin wird Bienenwachs geschmolzen (10 bis 20 % der Flüssigkeit). Ein Teil des Bienwachses kann mit Kakao- oder Sheabutter ersetzt werden. Die Salbe wird in Döschen gefüllt und beschriftet. Hinzu kommen noch einige Tropfen ätherischer Öle. Diese erhöhen die Haltbarkeit der Salben, duften gut und haben noch eigene Heilwirkungen. Den abgefilterten Trester aller drei Pflanzen verwahre ich in einem Schraubglas auf. Diesen kann man als warme Packung gegen Hautirritationen oder athritische Schmerzen verwenden.

Die Salben sind von mir entwickelt worden, weil einige Bekannte und ich Mittel gegen Hauterkrankungen und Arthritis/Rheuma benötigen. Ich werde über die Wirkung berichten.

Selbstbemächtigung = den Heilungsprozess selbst in die  Hand nehmen

Weitere Blogs von mir zu den Themen: https://monika-rauch.com/2023/02/05/misteln-viscum/

Kostbares Hagebuttenöl

Kräuternacht

Normalerweise lebe ich im Juni im Garten. Bei den frischen Temperaturen jedoch ziehe ich meine Küche vor. Gestern hatte ich meine „lange Nacht der Kräuter“, in der ich mir Zeit für meine „Aufträge“ nahm.

Um mich einzustimmen,  kochte ich mir einen griechischen Bergtee mit ein paar Oliven- und Orangenblättern.

Haartonikum gegen Schuppen, zur Anregung des Haarwachstums und Hemmung von Haarausfall

Mein Sohn bat mich, etwas Kräuteriges gegen seine Kopfschuppen zu kreieren.

Schuppen äußern sich durch fettig weißlich-gelbe oder graue Hautschuppen auf der Kopfhaut und im Haar. Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Kopfschuppen: Trockene Kopfhaut, eine Dermatitis, ein erhöhtes Vorkommen des Hautpilzes „Malassezia furfur“, Stylingprodukte, innere Faktoren wie Stress und Hormonschwankungen und Umwelteinflüsse. Meistens ist es eine Kombination verschiedener Faktoren.

Nach einigen Recherchen stellte ich ein Haartonikum zusammen:

Die Kräuter köcheln ca. 15 Minuten bei kleiner Flamme im Wasser mit geschlossenem Deckel. Nach dem Absieben wird der Sud ca. 1:1 mit Apfelessig gemischt. Anwendung Nach dem Haarewaschen in die Kopfhaut einmassieren, nicht ausspülen. Mit Wasser verdünnen, wenn die Kopfhaut angegriffen ist.

Zutaten

  • Wasser
  • Apfelessig – die Milchsäurebakterien entfernen Rückstände auf der Kopfhaut und bauen den Säureschutzmantel der Haut auf. Außerdem bringt der Essig Glanz für die Haare.
  • Brennnesselwurzeln –  in der Kräuterheilkunde arbeitet man mit der Signaturenlehre. Diese besagt,  dass Ähnlichkeiten darauf hinweisen, wo ein Kraut helfen kann. Die Wurzeln der Brennnessel sehen aus wie Haare und tatsächlich werden sie dort eingesetzt. In ihnen sind bis zu 20 %  Mineralstoffe wie Kieselsäure und Kalium zu finden. Flavonoide schützen die Zellwände vor „freien Radikalen“. Die Inhaltsstoffe fördern das Wachstum und stärken die Haare. Entzündungen und Irritationen der Kopfhaut werden reduziert, Haarausfall kann gestoppt werden. Sie hemmen das Wachstum von Bakterien, enthalten viel Vitamin C, Eisen sowie Magnesium.
  • Zistrose – der kleine Strauch ist eine starke Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. Sie wirkt adstringierend (zusammenziehend),  fungizid (pilztötend) bakterizid (bakterientötend) und antiviral (gegen Viren), was dazu führt, dass  Hautwunden rascher heilen und Juckreiz gelindert wird. Die letzten beiden Eigenschaften lassen die Zistrose zu einem wichtigen Bestandteil der ganzheitlichen Therapie bei Neurodermitis werden. Die Haut wird gestrafft, was eine Schuppenbildung verhindern kann. Die starke antioxidative Wirkung ist auf ihren hohen Polyphenolgehalt zurückzuführen. Außerdem schützt die Pflanze vor UV-Strahlungen.
  • Rosmarin –  das enthaltene ätherische Öl Eucalyptol (Cineol) fördert die Durchblutung der Kopfhaut und versorgt somit die Haarfollikel mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen. Es kann das Haarwachstum ankurbeln und Haarausfall lindern.
  • Ackerschachtelhalm – enthält Vitamine und Mineralien, darunter Vitamin C, Vitamin E, Folsäure, Riboflavin und Zink. Zusätzlich beinhaltet die Pflanze große Mengen an Silizium in Form von Kieselsäure (Siliziumoxid), die   Haare, Haut und Nägel stärken. Die Pflanze hat einen hohen Gehalt an Flavonoiden, welche die Zellen schützen.

Geliebtes Hagebuttenöl

Es lohnt sich, im Herbst loszuziehen um Hagebutten zu sammeln. Ich trockne sie immer im Ganzen auf der Heizung oder im Dörrautomaten. Für mein Heilöl vermixe ich die trocknen Früchte mit Oliven- oder Madelöl und lasse sie warm ausziehen. Das Öl hilft  bei verschiedenen Hauterkrankungen,  gegen Rheuma und Arthritis.

Mehr Infos darüber in meinen Blogs:

https://monika-rauch.com/2022/01/16/hagebuttenoel/

https://monika-rauch.com/2023/09/29/kostbares-hagebuttenoel/

https://monika-rauch.com/2022/06/04/hagebutten-ringelblumen-creme/

Abfüllen und absieben

Die getrockneten Pflanzen werden in Gläser gefüllt und beschriftet. Das Oxymel aus Tannenwipfeln, Essig und Honig zog 6 Wochen im Kühlschrank aus und wurde danach abgesiebt. Ich nehme es täglich esslöffelweise zur Immunstimmulierung ein.

Wenn ich unterwegs bin, sammle ich an geschützten Stellen meine Kräuter (wo ein Hund nicht  so schnell hinpieselt, nicht an Äckern, die womöglich gespritzt werden und nicht direkt neben einer viel befahrenen Straße … ). Ich sammle nur einen Bruchteil des Bestandes und achte auf unbeschädigte Pflanzen. Ich sammle nur, was ich kenne und was nicht unter Naturschutz steht. Manchmal hilft mir meine Kräuterlehrerin bei der Bestimmung oder eine Pflanzenapp. Wenn es giftige Verwechsler gibt, lasse ich die Pflanze lieber stehen.

Der Abend war lang und hat mir viel Ruhe und Muße bei der Arbeit geschenkt.

Was man hier nicht sieht, sind die vielen zu reinigenden Utensilien. Die Küche muss noch aufgeräumt werden und das geht spät abends nicht immer so locker von der Hand.

Und trotzdem: Das ganze „Kräuterln“ macht einfach nur Spaß und ich lerne selbst sehr viel, wenn ich darüber schreibe.

Selbstbemächtigung = einfach tun