Dörnigheimer Abendrunde

Ist schon etwas länger her, dass ich unten am Main war.

Das alte Dorf mit der evangelischen Kirche.
Versteckte Ecken
Eine Schwanenfamilie beim Grasfressen

Ich war ziemlich kaputt und konnte mich nur schwer aufraffen, eine Runde zu laufen. Gut, dass ich mich überwunden habe. So konnte ich ein paar Fotos schießen und mich über die Schwanenfamilie freuen … und … das Abschlußeis vom Costa genießen!

Selbstbemächtigung

Immer wieder gerne auf der Hartig

Typische Landschaftsbilder: Windmühlen und Apfelbäume.

Die Streuobstwiesen „Auf der Hartig“ laden zu abwechslungsreichen Spaziergängen mit Fernblicken nach Frankfurt und in den Main-Kinzig-Kreis ein. Hier gibt es noch alte Apfelsorten wie „Goldparmäne“,
„Chaboulais“ und „Gute Luise“. Der Arbeitskreis Streuobst (http://www.streuobst-maintal.de/) und der Obst- und Gartenbauverein (https://www.ogv-hochstadt.de/) sorgen für den Erhalt und die Pflege des Kulturlandes. Z.B. kann man Baumschnittkurse belegen oder Vorträge über die heimische Tier- und Pflanzenwelt besuchen – soweit es die Pandemievorschriften derzeit zulassen.

Das Schützenhäuschen – ein Wahrzeichen des Weinanbaus, der hier bis vor 100 Jahren stattfand. Mittlerweile gibt es wieder einen Winzerverein, der die alte Tradition aufleben lässt. https://www.ersterhochstaedterwinzerverein.de/vereinsgeschichte_des_ersten_hochstaedter_winzervereins_in_hochstadt_am_main
Burenziegen als Landschaftspfleger – sinnvoll gegen die „Verbuschung“ – sie fressen sogar Brombeertriebe. Burenziegen wurden in Südafrika gezüchtet. Daher der Name.
Maintal-Hochstadt

Von den Streuobstwiesen hier kommt auch das hessische „Stöffche“ (Apfelwein), das von einigen Keltereien produziert wird. Außerdem gibt es den richtigen Wein, der vom Winzerverein vinifiziert wird. Genießen kann man die Weine und Säfte auf den vielen Hochstädter Festen oder in den Gasthäusern und Schenken der Umgebung.

Wintersonnenwende – die längste Nacht und der kürzeste Tag im Jahr

Ab dem 21./22. Dezember werden auf der nördlichen Halbkugel die Tage wieder länger. Zeitgleich mit der Sonnenwende ist der astronomische Winteranfang. Die Sonne wird neu „geboren“ und steht für den Neubeginn allen Lebens. Der Jahresreigen beginnt von vorne. Das Licht besiegt die Dunkelheit. Unsere Vorfahren nannten die tiefste Nacht des Jahres Mutternacht (althochdeutsch Modranecht) aus dem Glauben heraus, dass die Erdmutter das Licht gebiert. In vielen Kulturen gab es ähnliche Feste zu dieser Zeit, z.B. gab es in den nordischen Ländern das Julfest. Noch heute wünscht man sich in Skandinavien zu Weihnachten „God Jul“.

Weihnachten wurde übrigens genau in diese Zeit gelegt, um die heidnischen Sitten auszumerzen. Lichter in den Tannen symbolisieren den Sieg des Lichtes über die Nacht – genau wie die Geburt Christi Licht in die Welt bringt und das Versprechen der Wiedergeburt. So bleibt uns doch noch etwas Kultur unserer Ahnen erhalten – trotz Christianisierung.

Es kommt Licht ins Dunkel, obwohl der Winter erst im Anmarsch ist. Es wird sicherlich kälter und stürmischer. Aber wir wissen, dass das nur eine Periode ist, die vorüber geht. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft.

Zwischen dem 25.12. bis 6.1. liegen zudem die Rauhnächte, in denen sich die Grenzen zwischen unserer und der Geisterwe lt verwischen sollen. Blog: https://monika-rauch.com/2021/12/27/rauhnaechte/

Die Wintermonate bringen Kälte und Dunkelheit mit sich. Wir haben das Bedürfnis, uns auszuruhen. Ist ja auch klar: Im Sommer haben wir maximal 16 Stunden Tageslicht und im Winter um die 8 Stunden. Die Sonne als Stimmungsaufheller fehlt, unser Körper produziert z.B. weniger Vitamin D.

Die Dunkelheit lädt zum Verweilen, Ausruhen, Nachdenken an. Wir können die Zeit nutzen für Treffen mit der Familie oder Freunden, dabei wird erzählt, gelacht und nachgedacht. Wir mögen das vielleicht nervig finden – nachmittags ab 16.00 Uhr dämmert es bereits – aber diese Zeit hat durchaus ihre Qualität:

Arbeiten, die im Sommer liegen geblieben sind, werden jetzt erledigt. Ich rebele meine getrockneten Kräuter und mache daraus Tees, Auszüge, Tinkturen oder Salben. Oder ich reinige unsere Möbel gründlich. Manchmal überkommt es mich und ich flicke Wäschestücke oder nähe Knöpfe an. Gerne gehe ich raus und versuche etwas Tageslicht abzubekommen und ich liebe es zu saunieren, was eine Option ist, Altes rauszuschwitzen und Energie zu laden.

Jetzt haben wir Zeit und Muße für kreative Arbeiten. Denn alles, was Spaß macht, lässt Glückshormone im Körper kreiseln und das ist doch so ähnlich wie mit Sonnenlicht.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich darüber aufgeregt hatte, dass ich so wenig Tageslicht abbekomme. Doch mittlerweile ist die Dunkelzeit mein Freund geworden. Ich nehme sie als Geschenk an für das ich dankbar bin.

Wann habt Ihr Euch das letzte Mal Zeit genommen zum: Märchen und Geschichten erzählen, Kochen, Backen, Handarbeiten, Malen, Musizieren, Schnitzen, Werkeln …?

Und könnt Ihr es aushalten, stille zu werden und das Zeitenrad anzuhalten, einfach nichts tun und nichts denken?

Tatsächlich nennt sich der kürzeste Tag im Jahr „Thomastag“. Das Zeitenrad wird angehalten und nimmt nach der Sonnenwende wieder Schwung auf. In Norddeutschland gibt es seit Jahrhunderten die Sitte, dass alles, was Räder hat, weggestellt oder angehalten wird. Falls etwas mit Rädern draußen steht, wird es kurzerhand versteckt (oder gestohlen).

Habt eine gute Dunkelzeit und macht das, was Euch Spaß macht.

Monika