Herbstsonne genießen

Kleine Gassirunde bei Rodheim v.d.Höhe Richtung Osten (Alter Berg)

Dieses strahlende Licht! Die beiden unteren Fotos zeigen meine Lieblingspappeln.
Wenn ich meine Mutter besuche, wartet Rusty nur auf das Kommando „Auf, wir gehen Gassi!“ Er liebt es, nach Stöckchen zu rennen und sich im Gras zu welzen. Ich verrate nicht, dass meine Wurfkünste recht bescheiden sind.😊
Diese Farben! Noch tragen die Bäume ihr buntes Kleid.
Gugg Richtung Süden
Der Alte Berg und oben in der Luft verharrt ein Falke (schätze ich).

Diese Woche „verbrate“ ich meinen Resturlaub. Ich habe mir vorgenommen, viel draußen zu sein. Mit Sonnenschein geht das natürlich noch einfacher.☀️

Selbstbemächtigung = rausgehen und sich erden

Herbstpflänzchen

Ich hab noch ein paar Pflänzchen „erwischt“ und freue mich darüber, dass sie da sind. Schaut mal:

Gelb: Winterastern, Goldmarie/Zweizahn, Goldrute, Dahlie
Rot/orange: Zinie, Chrysantheme, Rosen, Dahlie
Sie leuchten in der Sonne: Rose, Sonnenhut, Rose, Borretsch, Gockenblume
Haben noch etwas Heil-und Würzkraft: Bohnenkraut, Pimpinelle, Thymian, Beifuß, Gundermann

Selbstbemächtigung = Rausgehen und Leuchtpunkte suchen (und finden)

Abenteuer nach Luttach

Neben dem Tourismus leben die Menschen hier oben von der Milch- und Holzwirtschaft. Blumengeschückte Kruzifixe säumen die Wege.

Heute wollten wir es mal langsam angehen lassen. Einfach auf eine Bank setzen und die Aussicht in der Sonne genießen. Unser Ziel war die Bank von vorvorgestern (in der Nähe der Roaner Hütte). Die Bank war nur 250 Höhenmeter entfernt und in 1,5 Stunden erreicht. Da saßen wir auch eine Weile. So weit, so gut. Dann wollten wir nur mal schauen, was nach der nächsten Biege kommt: Ein Hinweisschild, runter nach Luttach in 1 Stunde und 40 Minuten! Das mit den 650 Höhenmetern haben wir ignoriert und verkannt.

Zunächst liefen wir einen schmalen, steilen und steinigen Waldpfad runter. Meine Beine zitterten ganz schön. Gut, dass mir mein Mann manchmal die Hand reichte. Einmal ist er ausgerutscht und setzte sich dabei auf den Hosenboden, es ist aber nix passiert.

Irgendwann atmeten wir auf, weil wir ein paar Häuser sahen und die Wege breiter wurden. Der Wegweiser führte uns quer über Weiden, ließ uns unter oder über Elektrozäune klettern und dann ging es wieder in den Wald. Ich sage Euch, der Weg war noch steiler und enger. Manchmal jammerte ich etwas. Aber was half es? Ich musste da durch. Zwischendurch zischte eine ca. 80jährige Dame an uns vorbei. Sie hatte zwei Wanderstöcke dabei und grüßte uns freundlich: „Immer schön langsam und vorsichtig!“ Weg war die Tiroler Berggemse! Es dauerte Ewigkeiten, bis die Wege breiter wurden und noch länger, bis wir die Bushaltestelle in Luttach erreichten. Von dort fuhren wir nach Sand und stiegen um in den Bus zu unserem Hotel.

Und dort wartete bereits die Sauna auf uns.😊

Über unseren Köpfen segelten die Paragleiter. Die meisten starteten am Speikboden.
An den Kühen mussten wir dicht vorbeigehen. Die hat das aber nicht weiter gejuckt.
Da unten ist Luttach. Die Kirchen sehen sich in der Gegend sehr ähnlich. Vielleicht waren die im Dutzend billiger?🤔 Was das für ein Raupe ist, weiß ich nicht.

Diese Tour war fast eine Nummer zu groß für uns. Wir sind aber kontinuierlich gelaufen, denn es gab nur den einen Weg für uns. Zurückgehen war keine Option. Am Ende waren wir stolz und glücklich, es geschafft zu haben.

Selbstbemächtigung = sich überwinden

Von Sand in Taufers zu den Reinbach Wasserfällen

Die italienische Marktgemeinde liegt im Nordosten Südtirols. Hauptort der Gemeinde ist das Dorf Sand. Vom Ortsteil Winkel (Wasserfallbar) geht die Wanderung zu den drei Wasserfällen. Hier bieten sich imposante Naturschauspiele, wo sich der Reinbach dreimal in die Tiefe stürzt. Zwischendurch stößt man immer wieder auf den Franziskus-Besinnungsweg, der zur Meditation einlädt.

Die Wege sind gut beschildert und bis zum obersten Wasserfall legt man ungefähr 200 Höhenmeter zurück. Beim Gasthaus Tobl kann man einkehren und/oder mit dem Bus nach Sand, Rein oder Ahornach fahren.

Kirche zum Hl. Sebastian, Burg Taufers, Reinbach
Immer dem Bach entlang kommt man zum Ortsteil Winkel.
Jetzt geht’s langsam hoch. Bis zum ersten Wasserfall könnte man noch mit einem geländegängigem Kinderwagen/Rollstuhl fahren. Dann geht’s auf Wald- und Steinpfaden weiter. Zwischendurch kann man auf sonnigen Plätzchen ausruhen.
Rechts: Skulptur vom Meditationsweg
Höchster Wasserfall

Eigentlich wollten wir uns einen wanderfreien Tag in Sand gönnen. Uneigentlich war es uns dann doch etwas zu geruhsam und der Reinbach lockte. Die Strecke war gut zu bewältigen. Beim Tobl stiegen wir nach einem Bierchen in den Bus und ließen uns direkt zum Hotel kutschieren. Danach lockte die Sauna.

Selbstbemächtigung = Pläne anpassen

Höhenweg von Ahornach nach Rein

Laufen ist eine schöne Sache. Eine Bergtour allerdings ist – zumindest für mich – eine Herausforderung. Die Abkürzungen führen sehr schnell zum Ziel, allerdings pausiere ich nach wenigen Schritten und rufe nach einem Sauerstoffzelt, weil es eben steil bergauf geht. Und runter ist auch nicht unbedingt leichter. Immer bremsen und schauen , dass man nicht abrutscht.

Das Gefühl, wenn … eine Etappe geschafft ist, ein sagenhafter „Gugg“ sich auftut, man ein gerades Stück gehen darf (also bis zur nächsten Biegung), man durch frischen knirschenden Schnee stapft, man die klare Luft einatmet und sich Dampf beim Ausatmen bildet … unbeschreiblich!

Nach 5 Stunden und ca. 700 Höhenmetern mit nur kurzen Trinkpausen haben wir unser Ziel erreicht – erschöpft, aber geerdet und froh, dass unsere Hotel eine Sauna hat.

Beim Wandern bezwingen wir nicht den Berg, sondern uns selbst. (Tibetisches Sprichwort)

Selbstbemächtigung

Ahrntal in Südtirol

Reisebericht

Wohin in einer Woche Herbstferien? Wir wollten ein schönes Hotel mit einem kleinen Wellnessbereich, eine schöne ruhige Gegend, viel frische Luft und wenn’s geht, ganz viel Sonnenschein.

Wir entschieden uns für Ahornach im Ahrntal gleich hinter der Österreichischen Grenze.

Offiziell gehört dieser Teil des Landes zum nördlichen Italien. Südtirol bildet zusammen mit der Provinz Trentino die Region Trentino-Südtirol. Im Herzen sind die „Ur-Südtiroler“ unabhängig. Die Region ist autonom und geniesst besondere Rechte. Die ursprünglichen Sprachen sind Deutsch und Laddinisch, allerdings müssen die Kinder in den Schulen auch Italienisch lernen. Es gibt deutsche oder italienische Schulen. Mittlerweile leben hier, durch staatliche Siedlungspolitik betrieben, viele italienisch-stämmige Menschen. Mir gefällt die Mischung aus italienischer Lebensart und südtiroler Eigensinn. Die Menschen begrüßen sich (und uns) mit einem freundlichen „Griaßt Eich!“. Und mir gefällt die Küche bzw., was sie hervorbringt.

Wir sind via Brennerpass und Fernpass ins Land eingereist. Das sind Fotos, die ich während der Fahrt schoss.
 Über dem Talkessel von Sand in Taufers liegt auf 1.344 m das sonnige Ahornach.
Hier gibt es viel zu entdecken.
Viele Wandewege kreuzen hier. Es geht auf und ab und man kann schon einige Höhenmeter überwinden. Wir sind zunächst „moderat“ gelaufen. Und am nächsten Tag moderat und das 4 Stunden lang.
Einheimisches Viehzeugs
In den alpinen Gebirgsregionen ist das Tragen von Kuhglocken nahezu Pflicht (also für die Kühe). Das hat verschiedene Gründe: 1. Wiederfinden auf unübersichtlichen Weiden 2. Schutz vor Krankheiten und Geistern 3. Schutz vor Bären und und Wölfen 4. aus Tradition, weils so schön heimelig klingt.
Kühe muhen und Schafe blöken. Ich versuche es ihnen gerne nach, um ein schönes Foto zu bekommen, wenn sie dann mal gelangweilt aufschauen.
Alles nebeneinander: Ein kleines Kapellchen, zwei Zwerge und zur Sicherheit noch ein Kruzifix.
Mystischer Wald
Schöne Augenblicke. Auf der Bank hat die Sonne unsere müden Knochen gewärmt.
Heimelig

Wenn Ihr mehr über Südtirol erfahren möchtet, hab‘ ich hier eine gute Erklärung gefunden: „Südtirol – Klexikon – das Kinderlexikon“ https://klexikon.zum.de/wiki/S%C3%BCdtirol

Selbstbemächtigung = das Land wahrnehmen und für die Schönheit dankbar sein.

Von Rosbach zu den Strassheimer Teichen

Spaziergang im Spätsommer

Wetterau Impressionen
Rusty in der Brunnenkresse
Hagedorn, Greiskraut, Brunnenkresse, Seerose
Herbstliche Brombeerblätter, Wöllstadt in der Senke und immer noch Rusty
Strassheimer Teiche

Es ist einfach schön, bei milden Temperaturen mit Hund und Freundin zu laufen. Wir haben uns in frischer Luft bewegt, es war weder zu heiß, noch zu kalt und wir konnten in aller Ruhe quatschen.

Selbstbemächtigung

Spätsommergedanken

Bunt, leuchtend, reif … Der Spätsommer bietet uns an, das alles zu genießen. Wir sind eingeladen, unsere Sinne zu schärfen: greifen, fühlen, sehen, hören, riechen, schmecken … die Frucht, den Wind, den Boden unter den Füßen, die Blumen, das Rauschen der Blätter, aber auch den Regen und den Sturm. Rausgehen können wir jederzeit. Auch bei „schlechtem“ Wetter. Nachweislich füllen wir mit Sonnenlicht das Vitamin D im Körper auf, wir steigern unsere Abwehr und bauen Stress ab. In der Natur regenerieren Geist, Seele und Körper. Wir „erden“ uns und kommen uns selbst näher.

Nur keine Langeweile!Wir haben viel zu tun: Die alltäglichen Arbeiten, das Hetzen von einer Veranstaltung zur anderen – privat, im Job Und das letzte bisschen Freizeit verkonsumieren wir am PC, Handy oder TV. Dadurch verlieren wir die Beziehung zu uns selbst und merken es oft nicht einmal. Dann gibt’s halt einen kleinen Burnout, eine Depression oder dieses Gefühl, das etwas fehlt.

Langsam und mit Bedacht leben, sich von Krankmachern trennen, Langweile aushalten und eben rausgehen, das sind Mittel, um gesund und stark zu sein.

Rose, Sommerflieder und Sonnenhut. Der Schmetterling ist ein Admiral. Er ist ein Wanderfalter, der in Mitteleuropa und in Nordamerika vorkommt. Bei Einsetzen des ersten Frostes sterben die meisten Falter. In wärmeren Gefilden können die Falter überwintern.

Als Kind gingen wir neugierig und unbefangen mit großen Augen durch die Welt. Heute dürfen wir das gerne wieder auspacken und dabei uns spüren. Es ist spannend, was es alles zu entdecken gibt: Pflanzen, Insekten, Vögel und heimische Haus- und Wildtiere. Wenn man sich drauf einlässt, also die Augen öffnet und die Ohren spitzt, kann ein Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer werden.

Kapuzinerkresse –  reich an Vitamin C und Senfölen, bakterien-, viren- und pilzeabtötend. Wirkt wie ein leichtes Antibiotikum. Die Pfirsiche sind noch nicht ganz reif. Auch der Holunder braucht noch etwas Zeit. Den Brennesselsamen der weiblichen Pflanze konnte ich (behandschut) gut ernten.

Kurz bevor die Pandemie mit ihrem ersten Lockdown startete, las ich einen Bericht darüber, wie wir Menschen uns immer mehr von unserer eigentlichen Natur entfernen. Ich war sehr erschrocken, denn ich stellte fest, dass ich in den Wintermonaten an manchen Tagen höchtens 20 Minuten draußen war. Die Lockdowns schenkten mir dann tatsächlich die Zeit, rauszugehen. Und by the way: Rausgehen stärkt das Immunsystem.

Selbstbemächtigung