Endlich mal wieder ein Kurzurlaub! Reiseziel war ein Hotel in Weißenstadt im Fichtelgebirge. Leider war ich ziemlich erkältet, so konnte ich keine anstrengenden Touren laufen – und doch habe ich einiges gesehen und konnte das genießen.
Das Fichtelgebirge liegt in Nordostbayern in Deutschland und erstreckt sich über die Landkreise Wunsiedel, Bayreuth, Hof und Kulmbach. Das Mittelgebirge grenzt im Norden an das Vogtland, im Osten an das Egerland (Tschechien), im Süden an die Fränkische Schweiz und im Westen an das Obermainische Hügelland. Der höchste Berg ist der Schneeberg (1.051 m). Wichtige Flüsse wie die Saale, Eger, Naab und die Quellflüsse des Mains entspringen hier.
Das Fichtelgebirge ist eine reizvolle Urlaubs- und Erholungsregion mit weitläufigen Fichtenwäldern, markanten Granitbergen mit eindrucksvollen Felstürmen und Steinformationen.
Die Gesteinsblöcke, die überall in den Wäldern zu finden sind, regen zu allerlei Sagen an, z.B. diese:
Die Sage vom Riesen auf dem Schneeberg
Bild: Pixabay
Vor langer Zeit lebte auf dem höchsten Berg des Fichtelgebirges, dem Schneeberg (1.051 m), ein gewaltiger Riese. Er war so groß, dass er mit wenigen Schritten die umliegenden Täler durchqueren konnte.
Obwohl er furchteinflößend aussah, war der Riese gutmütig und tat den Menschen nichts Böses. Doch er hatte eine merkwürdige Angewohnheit: Wenn ihm langweilig war, spielte er mit riesigen Felsbrocken. Er hob sie hoch, warf sie in die Luft oder rollte sie den Berg hinunter ins Tal. Oft donnerte es dann so laut, dass die Menschen glaubten, ein Unwetter ziehe auf.
Eines Tages jedoch übertrieb es der Riese. Ein besonders großer Felsen rollte mit solcher Wucht ins Tal, dass er mehrere Bäume entwurzelte und einen Bach staute. Die Bewohner der umliegenden Dörfer fürchteten sich sehr und baten die Götter um Hilfe.
Daraufhin erschien ein alter, weiser Mann auf dem Schneeberg. Er sprach ein mächtiges Wort und plötzlich erstarrte der Riese. Seine Gestalt verwandelte sich in Felsen und wurde eins mit dem Berg. Bis heute sollen die großen Granitblöcke auf dem Schneeberg Überreste des versteinerten Riesen sein.
Manche Wanderer berichten, dass sie bei starkem Wind manchmal ein tiefes Grollen hören – als ob der Riese im Inneren des Berges noch immer schlafe.
Am Felsenlabyrinth
Die Luisenburg, in der Nähe von Wunsiedel, ist Europas größtes Felsenlabyrinth und Nationales Geotop. Leider konnten wir nicht rein wegen der Winterschließung. Aber auch am Rande konnten wir sehen, welche Kräfte hier gewirkt haben:
Da hat der Riese ganze Arbeit geleistet!Mystisch
Bergbau im Fichtelgebirge
Bereits seit dem frühen Mittelalter betrieb man im Fichtelgebirge Erzbergbau. Abgebaut wurden vor allem Gold, Zinn, Eisen, Minerale, Erden und Steine (Basalt, Braunkohle, Diabas, Granit, Lehm, Speckstein, Ton, Torf). In jüngerer Zeit entdeckte man Uranerzlagerstätten. In Hammerwerken (siehe Ortsnamenendungen mit -hammer) an den Fichtelgebirgsflüssen, in Schmelzöfen und Schmiedebetrieben erfolgte die Weiterverarbeitung der Metalle. Die Wälder des Gebirges lieferten das erforderliche Holz für die Herstellung von Holzkohle. Im 30jährigen Krieg ging der Bergbau danieder, die Erzlagerstätten waren weitgehend ausgebeutet. Alexander v. Humboldt versuchte im 18. Jahrhundert den Bergbau nochmals zu beleben. Viele Städte und Orte (z.B. Wunsiedel, Weißenstadt, Arzberg, Fichtelberg-Neubau, Goldkronach) verdanken ihre Entstehung dem Bergbau.
Quelle: Bayern-Fichtelgebirge.de
Pflanzen und Tiere
Man bezeichnet das Fichtelgebirge als Drehscheibe der Artenvielfalt. Große zusammenhängende Wälder bieten scheuen Waldbewohnern mit weiträumigen Lebensraumansprüchen ausreichend Platz und Ruhe. Hier leben Luchse, Europäische Wildkatzen, Auerhühner, Schwarzstörche, Sperlings- und Raufußkauze, Uhus und Rothirsche. Auch gibt es hier eine Population von Kreuzottern, den einzigen Giftschlangen Deutschlands. Es gibt einige Spinnenarten, Insekten und viele Kleintiere, die hier ihren Rückzugsort gefunden haben. An und in den Gewässern tummeln sich unter anderem Eisvogel, Wasseramsel und Biber. In den sauberen Bächen konnte die Flussperlmuschel überleben, in ihrem Umfeld gibt es Feuersalamander.
Das Fichtelgebirge ist für seine Ureinwohner bekannt. Hier lebt die letzte natürliche Population von Auerhühnern Bayerns außerhalb der Alpen. (Bilder: Pixabay)In den Moorgebieten wachsen Pflanzen, die gut mit saurem Boden klarkommen: Binsen, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Fichten uvm.Die Schwarzerle (Alnus glutinosa) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist eine Pionierpflanze, die höchstens um die 120 Jahre alt werden kann. Sie ist anderen Laubbäumen auf ausgesprochen nassen, grundwasserbeeinflussten oder zeitweise überschwemmten oder sumpfigen Standorten überlegen und bildet dort auch Reinbestände, wie im Spreewald südlich von Berlin. Im Volksglauben wird sie mit dem Teufel und Hexerei in Verbindung gebracht, da sie an unwirtlichen Standorten gedeiht. Erlenholz ist äußerst beständig im Wasser. Es wurde in der Jungsteinzeit für Pfahlbauten verwendet. Auch Venedig wurde auf Eichen- und Erlenholz errichtet. Heilwirkung: Die Schwarzerlenknospen zeigen eine entzündungshemmende Wirkung. Sie lindern Infektionen im Atem- und Verdauungstrakt und helfen bei Allergien mit Ekzemen. Das Knospen stärken das Immunsystem und beugen so beispielsweise grippalen Infekten vor.Baumschwämme sind Pilze, die sich von Holz ernähren. Sie schädigen zwar gesunde Bäume, sorgen aber auch für den Abbau von toten Bäumen. Ihr Geflecht befindet sich im Innern der Stämme. Sichtbar sind lediglich die Fruchtkörper der Pilze. Dieser Baum ist eine abgestorbene Rotbuche.
Weißenstadt
Im Stadtgebiet von Weißenstadt gibt es noch etwa 200 Felsenkeller. Sie dienten der Lagerung von Feldfrüchten sowie Bier und Eis. Zudem findet man sehr viele Scheunen außerhalb des Weißenstädter Ortkerns. Sie sind eine städtebauliche Besonderheit. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1823 wurden die Scheunen aus der Stadt gelagert. Sie reihen sich am Rande der Altstadt und prägen noch heute das Ortsbild.
Am Fichtelsee
Im März bei 14°C und Sonnenschein ist der See noch gefroren. Ein Rundweg führt um den See.
Über die Jahrhunderte intensiven Torfabbaus schrumpfte das Hochmoor. Im Jahr 1607 wurde ein Damm gebaut – der Fichtelsee entstand. Ein kleiner abgetrennter Teil konnte als Moor erhalten bleiben.
Ente beim Schlittern
Die Bezeichnung „Fichtel“ stammt eher nicht von den vielen Fichten und Nadelbäumen, sondern von der alten Bezeichnung „Vyth“, von der sich später der Name „Vichtelberg“ ableitete und aus dem dann „Fichtel“ wurde. In alten oder regionalen Schreibweisen könnte „Vyth“ eine Variante von „Vith“, „With“ oder „Wyth“ sein, möglicherweise mit Bezug auf Wälder (engl. wood) oder Wasser (wyth in alten Sprachen).
Übergang zum kleinen HochmoorMoorDer alte Damm trennt den See vom Hochmoor.
Mit dem Lift auf den Ochsenkopf (1.024 m ü.NN.)
Mit der Gondel ging es bequem nach oben. Unten links sieht man die Quelle des Weißen Mains.
Der Name Ochsenkopf wird 1495 in Bergwerksakten genannt. Das in Fels eingemeißelte Stierhaupt auf dem Berggipfel in der Nähe eines Stolleneingangs war vermutlich der Namensgeber für den ganzen Berg. Heute gibt es hier zwei Gondellifte und einige Schlepplifte. Etwas unterhalb der Bergstation befindet sich die Quelle des Weißen Mains, der sich bei Kulmbach mit dem Roten Main zum Strom Main (an dem ich lebe) vereint.
Es war ein sonniges und inspirierendes Wochenende, an dem ich viel gesehen und gelernt habe, trotz langer Regenerationspausen. Zunächst wollte ich zuhause bleiben und bin froh, dass ich zu der Reise überredet wurde. Als ich wieder zuhause war, war ich fast wieder auf dem Damm.
Selbstbemächtigung = reisen, lernen, gesund werden
Auf der Langen Rhön, in der Nähe des Dreiländerecks von Hessen, Thüringen und Bayern, liegt das Schwarze Moor. Unter den Mooren der Hochrhön ist das Schwarze Moor eines der wenigen noch weitgehend naturnahen Hochmoore, zugleich auch deren Größtes. Dies hat schon früh dazu beigetragen, das Schwarze Moor unter Schutz zu stellen. Heutzutage zählt das Schwarze Moor zu den schönsten Geotopen Bayerns und ist als Kernzone im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön streng geschützt.
Die Erklärungen für Kinder bringen es auf den PunktEingang zum Schwarzen MoorHier zieht der Frühling später ein.Die Moorbirke fühlt sich wohl. Kiefern wachsen kleiner und krummer.Ein Moorauge bildet den Mittelpunkt in der Moorlandschaft.
Pflanzen
Fakten
Im Hochmoor gibt es drei Zonen: Das Hoch- und das Niedermoor und die Randgebiete.
Ein Moor entsteht, wenn sich Wasser in einer Senke ansammelt und nicht abfließen kann. Das geschieht häufig, wenn der Boden verdichtet ist z.B. durch eine Ton- oder Lehmschicht.
Durch einen Mangel an Sauerstoff im Moor werden Pflanzenteile nicht vollständig zersetzt und bilden pro Jahr einen Millimeter Torf.
Torf wird/wurde als Brenn- und Baumaterial, sowie als Blumenerde genutzt.
Torfabbau führt dazu, dass die Moorlandschaft verlandet.
Ein Moor hat eine wichtige Funktion im Kreislauf der Natur – als Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten und als Wasserauffangbehälter bei starken Niederschlägen. Bei Hitze gibt es Feuchtigkeit ab und kühlt die Umgebung.
Das Schwarze Moor hat im Schnitt 200 Tage mit Niederschlägen (Regen, Schnee, Nebel) im Jahr.
Die Lebensbedingungen im Moor sind hart, daher gibt es hier nur ausgesuchte Pflanzen (s.o.) und Tiere (z.B. das Birkhuhn, Mader, Fuchs, Rehe, Hasen, Enten, Libellen …).
Fische haben keine Lebenschance – die Säure würde ihre Gräten zersetzen.
Das Moor mumifiziert. bedingt durch die Gerbsäure. Menschen- und Tierleichen bleiben Jahrhunderte lang erhalten. Daher werde ich mir gleich mal eine Moorpackung verordnen – vielleicht nutzt es ja was?
Das Moor kann tückisch sein – tritt man auf eine schwimmende Grasinsel, kann das der Untergang sein.
Früher wurden Verbrecher im Moor versenkt.
Oder Verbrechen vertuscht, indem man Tote im Moor verschwinden ließ.
Von oben betrachtet
Es lohnt sich, auf den Aussichtsturm im schwarzen Moor zu steigen und die Welt von oben zu betrachten:
Hier im Moor sind Vegetation und Wachstum langsam und spärlich, es ist aber ein einzigartiges Ökosystem, das seinen Platz im Großen und Ganzen hat. Pflanzen und Tiere passen sich dem unwirtlichen Lebensbedingungen an und erstarken im Kleinen.
Wir hatten einen einstündigen Spaziergang mir viel Wind und etwas Regen. Wir fanden es hier gar nicht gruselig und haben auch keine Moorleichen entdeckt. Im Gegenteil: Nach dem Spaziergang fühlten wir uns belebt und inspiriert.