Morgens um 7.00 Uhr wurde ich von einem gedämpften Geschrabbe geweckt. Wie schön! Es hatte geschneit! Einige Nachbarn waren schon fleißig am Schneeschippen. Ich zog mich schnell an und die putzte meine Zähne – Ordnung muss schließlich sein! Dann ging es raus. Der Schnee wollte geschippt werden. Es war gar nicht so leicht, weil er so nass war. Endlich fertig, ging es runter Richtung Main.
Unser Garten ist wie in Watte gepackt.Dörnigheim: Durch die Mozartstraße, über die Kennedystraße, vorbei am alten Dorf und der alten Kirche bis runter zum Main.WegeDer Main ist über die Ufer getreten. Ob es dieses Jahr Hochwasser gibt?Fast unberührtSchön
Auf dem Rückweg holte ich noch Zeitungen und ein paar Brötchen, da haben sich auch meine Männer gefreut.
Eigentlich war ich ja noch müde, bin aber sehr froh, dass ich mich überwunden habe, rauszugehen.
Schnee ist für mich immer noch etwas Besonderes: Die Welt ist gedämpft und gedimmt – man hört nur das Knirschen unter den Füßen und den eigenen Atem. Man ist mit sich allein.
Freitag ist Rodheimtag und dazu gehört ein ordentlicher Gassigang mit Rusty. Ich hatte erst keine rechte Lust, weil es leicht nieselte. Rusty fand es zunächst auch nicht so prickelnd. Anfangs bieb er immer wieder stehen und blickte sehnsuchtsvoll gen Heimat.
Es war leicht feucht, trotzdem hatten wir unseren Spaß. Ich ließ mich auf die Natur ein und Rusty folgte mir. Er wälzte sich in den nassen Blättern und jagte faulen Äppeln hinterher. In aller Ruhe schaute ich mich um und sog die Luft in mich ein.Als Kind spielte ich gerne in solchen Hütten. Das war sooo spannend weil verboten.Rodheim im schönsten Grau Hagebutten sind die Früchte der Rose. Sie sind sehr vitaminreich und „fangen“, bedingt durch ihre Zusammensetzung, „freie Radikale“. Freie Radikale sind, einfach erklärt, Stoffwechselprodukte, die die Körperzellen schädigen und anfällig für Krankheiten machen, sowie Alterungsprozesse vorantreiben.LöwenzahnSchneeballEfeuGreiskraut Im Winter sterben viele Pflanzen ab, nachdem sie ihre Samen abgeworfen haben oder die Kraft der Pflanzen geht in die Wurzeln, manche wachsen unter dem Laub langsam weiter und manche blühen sogar. Einige Früchte und Beeren bleiben lange an den Sträuchern und bieten Vögeln und anderen Tieren Nahrung.Die Rose darf nicht fehlen. Das linke Bild spiegelt den Reigen des Lebens: Leben- Tod – Wiedergeburt.
Ein Nieseltag ist doch gar nicht so schlimm! Sich überwinden und rausgehen bringt schon was. Wenn man genau hinguggt und sich erlaubt, langsam durch die Lande zu streifen, ist’s gar nicht langweilig. Ich bin immer wieder erfüllt von dem, was Landschaft und Natur zu bieten haben.
Wetterau ImpressionenRusty in der BrunnenkresseHagedorn, Greiskraut, Brunnenkresse, SeeroseHerbstliche Brombeerblätter, Wöllstadt in der Senke und immer noch Rusty Strassheimer Teiche
Es ist einfach schön, bei milden Temperaturen mit Hund und Freundin zu laufen. Wir haben uns in frischer Luft bewegt, es war weder zu heiß, noch zu kalt und wir konnten in aller Ruhe quatschen.
Egal, welches Wetter es ist, der Hund braucht Bewegung (ich übrigens auch). Also wird Rusty geschnappt und raus geht’s. Wenn es so richtig schüttet, setze ich bestimmt keinen Fuß vor die Tür. Allerdings warte ich nicht jede Wolke ab, sonst würde ich bei der momentanen Wetterlage nie wegkommen.
Streifzüge durch Rodheims Gärten. Der Baum oben links trug letztes Jahr noch Laub und Früchte. Ich hielt den Stamm mit beiden Händen und hatte das Gefühl, dass noch Leben in ihm steckt. Gassigehen mit Rusty eröffnet mir die Möglichkeit, in der Natur zu sein.Noch ’ne schnelle Abendrunde, bevor es wieder schauert: Richtung Alter Berg und im Westen der Winterstein in Wolken. An einem Tag liefen Rusty, meine Freundin und ich zum Beinatz-Wald … Zunächst genossen wir den Weitblick in die Wetterau … Es tröpfelte erst ganz seicht … wir stellten uns am Waldrand unter und warteten … ich hatte in meinem Gottvertrauen weder eine Jacke noch einen Schirm dabei … Meine Freundin war mit ihrer rosa Regenjacke besser ausgerüstet …Die Rettung: Es regnete stärker und wir suchten Schutz im Wald. Rodheim im Dampf Wir liefen durch feuchte Wiesen und hohes Gras und versuchten, den besten Weg zurückzufinden. Es zog sich etwas und war etwas „abenteuerlich“. Zum Schluss kam sogar die Sonne heraus. 🌞
Am Ende des Spaziergangs war ich gut durchweicht. Rusty ebenso, zumal er sich noch im nassen Gras wälzen musste. Ich konnte mich gerade noch beherrschen, es ihm nachzutun. Ich beschloss, das Beste aus der Situation zu machen frei nach dem Motto: „Bevor ich mich aufrege, ist es mir lieber egal.“ Ganz bewusst nahm ich wahr, wie das Wasser langsam meine Kleidung durchsickerte. Etwas frisch war es schon. Ändern konnte ich aber nichts. Als ich das verstand und akzeptierte, war es gar nicht mehr so schlimm. Im Gegenteil: Ich fühlte mich mehr denn je als ein Teil der Natur. Tatsächlich konnte ich den Spaziergang genießen und entspannt und gut gelaunt zurückkehren.
Wir haben die Wahl, wie wir mit den Gegebenheiten umgehen. Selbstbemächtigung bedeutet: Überdenke die Situation, in der Du gerade steckst. Kannst Du etwas im außen ändern? Ist das überhaupt notwendig? Bevor Du handelst, könntest Du zunächst Deine Haltung dazu überprüfen und korrigieren. Das ist innere Freiheit.
Große Runde zwischen Nieder-Rosbach, Rodheim und Ober-Wöllstadt
Momentan ist das Wetter arg unbeständig, und man weiß nie, ob man nicht einen kräftigen Regenguß abbekommt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so sind wir losmarschiert mit Rusty im Schlepptau.
Schöne Kombination – die sanften Bodenwellen der Wetterau und die Wolkengebirge.
Das Korn ist reif. Die Bauern müssen sich beeilen, wenn sie die Ernte trocken einfahren wollen. Blick auf Rodheim vor der Höhe.Entlang der Rosbach – Rusty erfrischt sich gerne im Wasser.Höhe SeemühleWeitblick und oben am Himmel herrscht reger Flugverkehr.
Die Runde dauerte etwa 2,5 Stunden. Etwas durstig, ausgepowert, dafür mit schönen, erhebenden Eindrücken, sind wir nach Hause gekommen. Wir sind längst erholt und der Durst ist gelöscht – aber die Erhabenheit der Natur bleibt im Herzen.
Mit meiner Schwester erkundete ich eine neue Laufrunde. Rusty kannte sie bereits und zeigte mir alle Stellen, wo man ins Wasser konnte.
Bevor es regnet, wird noch schnell die Ernte eingeholt. Das riecht ganz fantastisch, warm, getreidig, frisch …Sonnenblumen – Wohin schauen sie nur?Am ErlenbachHatte ich es schon mal erwähnt? Rusty liebt Wasser.Gärten im Abendglanz
Nur 2 Kilometer entfernt von meinem Heimatort und ich durfte wieder etwas entdecken – wie dankbar ich dafür bin!
Ist schon etwas länger her, dass ich unten am Main war.
Das alte Dorf mit der evangelischen Kirche.Versteckte EckenEine Schwanenfamilie beim Grasfressen
Ich war ziemlich kaputt und konnte mich nur schwer aufraffen, eine Runde zu laufen. Gut, dass ich mich überwunden habe. So konnte ich ein paar Fotos schießen und mich über die Schwanenfamilie freuen … und … das Abschlußeis vom Costa genießen!
Rusty hat „Rücken“ und ich habe (bzw. hatte) „Zahn“ – so fiel die Tour etwas kleiner als sonst aus.
Ich sammelte ein paar Kräutlein und Rusty erschnüffelte die Welt.
Ich weiß jetzt, wo ich im Herbst Esskastanien sammeln kann. Es ist ein öffentlicher Ort. Früher bin ich an Pflanzen einfach so vorbei gelaufen. Heute bin ich glücklich, wenn mir die Namen und ihre Heilwirkung dazu einfallen. Oder ich nutze mal eben die Bestimmungs-App.Der Feuerdorn wächst ganz in der Nähe. Im Frühjahr blüht er weiß und im Herbst macht er mit seinen knallorangenen Beeren auf sich aufmerksam. Vögel lieben ihn. Die Pflanze schmeckt gekocht als Fruchtaufstrich, die Steine sollte man jedoch herausssieben.Schlehdorn,Pflaume, Birne, Schlehdorn. Wie weit die Früchte schon sind.Zwischendurch die Wetterauer Landschaft genießen. Wildwuchs: Klee, Pippau, Kamille und Indisches Springkraut.Noch wilder: Karde, Kamille, Klatschmohn, Kornblume, Malve, Französischer Milchlattich. Von manchen Blumen habe ich die Blüten gesammelt. Sammlertipps: Nicht direkt am Acker sammeln wegen Pestizide und nicht am Weg sammeln wegen Hundepipi. Und nicht gierig sein beim Sammeln, immer genug übrig lassen.Wetterau – die Kornkammer Hessens.
Ich hatte mir vorgenommen, Mutterkraut, Johanniskraut und Lindenblüten zu sammeln. Während meiner Runde sind mir viele Pflänzchen begegnet. Zurück in der „Zivilisation“ entdeckte ich genau diese beiden Kräuter. Sie ragten mir förmlich entgegen, wie ein Geschenk. Die Linde entdeckte ich abends im Dorf, in voller Blüte. Allerdings verzichtete ich aufs Sammeln, denn im Baum summten die Bienen um die Wette. Daher zollte ich dem Respekt und ließ das Sammeln bleiben. Rusty wälzt sich gerne im Gras.
Es ist erstaunlich, wie heilsam es ist, sich mit der Natur zu verbinden. Am Ende war ich entspannt und die Zahnschmerzen waren weg. Ich achtete auf Rusty, dass ich ihn nicht überforderte. Er musste zwangsläufig viele Pausen machen, weil es immer etwas zu fotografieren oder sammeln gab. Ich meine, dass er leichtfüßiger lief, so als schüttele er den alten Ballast ab.
Meine Ausbeute … was damit geschieht, erzähle ich ein andermal.
Ich bin dankbar für die vielen Gaben, die die Natur mir schenkt. Ich bin dankbar, dass ich die Geschenke erkenne und annehme. Ich bin dankbar für die vielen kreativen Ideen, die sich daraus entwickeln. Ich bin dankbar, dass sich mein Innerstes beruhigt hat.
Wanderung von Rodheim vor der Höhe durch den Alteberg Richtung Okarben und Petterweil
Ein sonniger Tag im April Endlich wird es wärmer. Die Natur entfaltet sich mit voller Macht. Wir laufen durch den lichten Wald und lassen uns dabei die Sonne ins Gesicht scheinen. Zartes Grün umhüllt die vormals kahlen Zweige. Besonders Kirschen und Schlehen stehen in voller weißer Blüte. Kräuter und Blumen schießen aus dem Boden und versorgen uns mit Nahrung und Heilkräften.
Und immer wieder inszeniert die Sonne mit ihrem besonderen Licht eine blaue Kulisse, die die Schönheit und Vollkommenheit der Natur unterstreicht:
Wetterau -weites Land.„Vor“ dem alten Berg – Richtung Osten von Rodheim aus.„Hinterm“ Alten Berg Richtung Okarben. Klötzl-Teich, Rusty am Bach und Biber hat’s da auch.Der Alteberg (aale Bersch, alter Berg) wird von den Karbenern Lilienwald genannt.Pfadfinderlager LilienwaldHochstände und viel Landschaft Baumpilze – sie sind steinhart. Der Pilz im Grünen ist weich und hat ordentlich Sporen gestaubt.
Für was steht die Farbe Blau? Himmelblau z.B. vermittelt Leichtigkeit und Jugendlichkeit. In vielen Religionen ist Blau Ausdruck des überirdisch Göttlichen. Blau wirkt harmonisierend, erweiternd und beruhigend. Helleres Blau steht für Aufgeschlossenheit und Klarheit. So ist das ja tatsächlich auch mit dem Frühling. In dieser Jahreszeit ist alles frisch und klar und bereit für das weitere Jahr.
Mit all seinen Farben fordert uns der Frühling auf, die alte Müdigkeit abzulegen und bereit zu sein für Wachstum und Gedeihen – auf allen Ebenen. Da wir zur Natur gehören, unterliegen wir als Menschen genauso den Naturgesetzen wie Tiere und Pflanzen. Das dürfen wir nicht vergessen.