Geschichte(n) aus der Umgebung: Die Hohe Straße bei Kilianstädten

Der ausgebaute Teil der Hohen Straße führt von Frankfurt Bergen-Enkheim nach Büdingen in der Wetterau (siehe mein erster Blog von der Hohen Straße).

Wir sind dieses Mal am Parkplatz zwischen Mittelbuchen und Kilianstädten gestartet. Wunderbar, dass die Sonne schien, so konnten wir den Weitblick in die Wetterau und in den Main-Kinzig-Kreis, teilweise sogar bis zum Vogelsberg, Taunus und Spessart, genießen. Der Weg war gut ausgebaut – allerdings würde ich eher Radfahren empfehlen, weil die Strecke doch recht eintönig ist und man schneller vorankommt.

Windmühlen passen hier ins Bild. Sie sind ein Zeichen unserer Energie-Gesellschaft. Ich finde sie irgendwie schön.

Etwas mulmig war mir schon zumute, denn in Schöneck-Kilianstädten waren die US-Amerikaner bis 1987 in der Nidder-Kaserne stationiert. Hier standen wohl auch unterirdische Abschussrampen bestückt mit Lang- und Mittelstreckenraketen . Die Amerikaner sind abgezogen. Ich frage mich, was mit den Raketen passiert ist. Ein streng bewachtes mit Stacheldraht umzäuntes Firmengrundstück mitten im Feld könnte ein ehemaliger Standort sein; zumal von dort aus eine Panzerstraße zur damaligen Kaserne führt. Immer wieder begegnen uns solche Relikte der Nachkriegszeit, sie sind ein Teil unserer Geschichte. (By the way: Im Eifelort Büschel gibt es immer noch 20 unterirdisch gelagerte US-Raketen mit Atomsprengköpfen. Diese wurden 2020 gewartet. Na besser, als wenn sie vor sich hinmodern.)

Blick Richtung Schöneck

Als ich Kind war, in den 70/80ern, gehörten die stationierten Soldaten zum Straßenbild. Bei uns waren das die „Amis“. Gefühlt täglich donnerten Düsenjäger dicht über unsere Häuser, was schon damals sehr beängstigend war, aber Alltag. Die Stationierungen endeten weitestgehend am 12. September 1990 mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen der Bundesrepublik, der DDR, den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion. Dieses Abkommen beendete die Nachkriegszeit und war Start für die neue Einheit.

Heute gibt es immer noch US-Bases in Deutschland. Als NATO-Mitgliedsstaat haben wir gemeinsam die Verpflichtung, die Versorgungslinien der Bündnispartner zu gewährleisten.

Ein Friedensvertrag besteht zwischen den Ländern immer noch nicht, es sind noch Fragen der Grenzziehung und Reparationen offen.

Blick zum Taunus/Winterstein.

Heute gehen wir auf Straßen, die Geschichte sind und Geschichten schreiben. „Hohe Straßen“ oder „Alte Straßen“ sind Routen, die von unseren Vorfahren bereits vor den Römern genutzt wurden. Heute sind sie oft gut ausgebaut für die Naherholung, als Landstraßen und sogar als Autobahnen. Diese Wege sind „strategisch“ gelegen d.h. sie verlaufen auf Wegscheiden, sind die meiste Zeit über passierbar und bieten einen guten Überblick. Außerdem werden diese „Landmarken“ gerne von Besatzungsmächten zur Befestigung der Grenzen und als Standort genutzt wie man das bei den Römern und den Amis sehen kann.

Was hat Geschichte mit Selbstbemächtigung zu tun? Unsere eigene Geschichte hat immer einen Bezug zu den äußeren Umständen. Ich bin z.B. in einer Zeit groß geworden, wo eine starke „Außenbedrohung“ präsent war. Es herrschte „Kalter Krieg“ und Säbelrasseln in Form von Aufrüstung war normal. Die Amis galten als unsere Beschützer. Heute bin ich mir bewusst, dass Geschichte in mir steckt und wirkt. Ich rassele auch mal gerne mit dem Säbel oder rufe nach einem Beschützer.😉 Ich weiß natürlich, dass nur ich selbst die Verantwortung für mein Tun trage.

Am alten Steinbruch bei Ober-Rosbach

Vom alten Steinbruch in Ober-Rosbach hatte ich kürzlich Bilder gesehen und war erstaunt, dass es sowas ganz in der Nähe gibt. Ich bin in Rodheim geboren und aufgewachsen und hatte mich eigentlich nie mit den Nachbargemeinden befasst – na, sowas!

Unser Spaziergang startete am Parkplatz „die Sang“. Mehrere Rundwege führen am Steinbruch mit seinen beiden Aussichtsplattformen vorbei.Wir entschieden uns für eine Kombination mehrerer Wege und sind letztendlich ca. 10 Kilometer gelaufen.
Waldstimmung

Im Steinbruch wurde bis vor 30 Jahren Quarzitgestein abgebaut. Seit der Stilllegung entstand hier ein Naturschutzgebiet.

Ein Baum, eine Hütte, ein See (Steinbruch von der
einen Seite)

Quarzit ist ein graues Gestein, dass witterungsbeständig, robust und langlebig ist. Verwendet wird der Naturstein für Schotter, Bodenbeläge, Küchenarbeitsplatten und Wandverkleidungen. Quarzit ist außerdem Rohstoff für die Herstellung von Glas. Bildhauer verarbeiten den Stein für Ihre Kunst.

Steinbruch von der
anderen Seite
Blick zur Wetterau und auf die Skyline von Frankfurt

Unsere Wanderung ging leicht bergauf durch den Wald. Da das Sonntagsessen noch im Magen lag, mussten wir ganz schön schnaufen. Die Tour war abwechslungsreich mit einigen wundebaren Ausblicken. Ein Abstecher zum alten Römerkastell Kapersburg war eine Option, die wir dann aber nicht mehr laufen wollten. Der Weg nach unten ging etwas flotter, das lag wohl an der Schwerkraft (Braten und so).

Alles in allem ist die Tour sehr empfehlenswert: Laufen im lichten Wald, schöne Aussichten und viel frische Luft. Das Mittagessen war verdaut und wir hatten Platz geschaffen für das nächste Event: Kuchen mit Kaffee und eine Runde auf der Couch.

Irgendwie komme ich mir leicht „retro“ vor, ein klassischer Sonntag wie zu alten Zeiten. Da wir momentan wenig andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung haben, greifen wir auf das Altbewährte zurück. Und stellt Euch vor: Es macht Spaß und verschafft mir eine tiefe Zufriedenheit!

Gesund und lecker: Vegetarische/vegane Nudeln

Dieses Gericht mögen sogar meine Männer, obwohl es fleischlos ist. Das Gemüse bleibt knackig und das scharfe Anbraten sorgt für ein tolles Röstaroma. Beim Anbraten kommt das festere Gemüse zuerst dran.

Die Zutaten: Alles, was der Kühlschrank so hergibt putzen und schnippeln.
Zwiebel, Knoblauch in Olivenöl anbraten, Sellerie und Karotten dazugeben, rösten. Eine Wokpfanne ist für die Menge ideal.
Den Weißkohl mit anbraten.
Mit Salz, Pfeffer, Currypulver und Sojasoße würzen. Mit Lauchzwiebeln bestreuen.
Spaghetti al dente kochen, absieben, etwas Butter dazugeben.
Nudeln mit Gemüse servieren, mit Parmesankäse bestreuen (oder es lassen).
Bon profit!

Mit Rusty unterwegs in Maintal

Um meine Mutter zu entlasten und mit einem gewissen Eigennutz, holten wir Rusty von Rodheim nach Maintal. Abenteuerlustig erkundeten wir die Peripherie von Wachenbuchen. Gestartet sind wir in der Bachstraße mit Grobrichtung Hohe Straße/Niederdorfelden.

Wie der Name erahnen lässt, führt der Weg an einem Bach entlang und vorbei an Schrebergärten und Feldern.
Am Weg liegt auch ein Reiterhof. Manchmal fühlt man sich wie im wilden Westen, weil so viele Reiter unterwegs sind, meistens auf Pferden.

Unser Hund ist eine Mischung aus einem Cocker, einem Labrador und einem Dackel. Die Mischung hat einen tollen Charakter hervorgebracht. Er liebt sein Rudel, also uns. Sein Frauchen beschützt und bewacht er sehr aufmerksam. Er kann sehr eigenwillig sein und fordert immer mal seine Grenzen ein … Er lässt sich hingebungsvoll streicheln, so dass man meinen könnte, er wäre hoffnungslos unterkuschelt. Wenn einer vom Rudel kommt, erkennt er schon fünf Minuten vorher das Auto und wartet an der Haustür. Erscheinen wir dann endlich, ist die Freude (und das Gegauze) riesig. Wenn ich von Rusty begrüßt werde, geht mir das ❤ auf.

Rusty liebt Wasser!
Windräder, Funkturm, Hochsitz und viel Landschaft

Während Rusty das fremde Terrain erschnüffelte, genossen wir die Sonne und das weite Land. Am Himmel flogen Falken und Gabelweiher, über die Felder liefen kleinere „Sprünge“ von Rehen und Hasen schlugen Haken. Das hat Rusty nicht weiter gejuckt, er musste zwischendurch seinem Ball hinterherrennen.

Den Ball schleppte er stundenlang durch die Gegend bis er uns gnädig gestattete, ihn erneut zu werfen.

Wir waren ca. zwei Stunden unterwegs. Als wie beim Auto waren, bekam Rusty sein Wasser und zwei Leckerlis. Zurück in Rodheim, gab es für uns einen Kaffee und ein ebenso ein paar Leckerlis. Was für ein schöner Tag!

Wachenbuchen von „oben“ und ein erschöpfter Hund

Geschenkt


Manchmal bekomme ich etwas geschenkt, einfach so – wie aus dem Nichts.

Heute kam ein Päckchen an mit einem Schlehen-Gin und einem Teelicht aus Bienenwachs. Ich habe das gewonnen, als ich irgendwann etwas geliked/kommentiert hatte, was mir sehr gefiel.

Außerdem hatte ich Zeit für mich, und konnte mich mit einem Espresso in mein Zimmer zurückziehen- noch ein Geschenk.

Wenn ich so nachdenke, reiht sich ein Geschenk an das andere:

Als ich mit dem Kochen anfangen wollte, waren die Kartoffeln geschält und der Rosenkohl geputzt. Das war mein Heinzelmann, der sehr hungrig war und mir die Arbeit erleichterte.

Bei meiner Arbeit habe ich täglich wunderbare Momente mit den Kindern, die so frei und herzhaft lachen können und den Kolleg*innen, mit denen man herrlich Blödsinn machen kann.

Beim Einkaufen traf ich eine Mutter eines Hortkindes, mit der ich ein richtig nettes Gespräch hatte.

Das war allein heute.

Klar, es gibt auch viele ernste, traurige und ärgerliche Momente. Auch diese würdige ich, denn sie lehren mich immer etwas.

Ich habe mir angewöhnt,  meinen Fokus auf die schönen Dinge im Leben zu richten. Mir geht es damit gut und die „anderen“ Momente hauen mich nicht so schnell um. Tatsächlich habe ich auch das Gefühl, dass mir Gutes widerfährt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Energie folgt der Aufmerksamkeit

Probiere es doch mal aus!

Sauerteigbrot

Mein erstes Brot ohne Hefe! Zwischendurch musste ich unterbrechen und den Teig kühl stellen. Das Brot sieht trotz leicht verkürzter Zeit gut aus. Morgen wird es angeschnitten …

Ich habe Dinkelvollkornmehl und etwas Weizenvollkornmehl verwendet. Eingemischt hatte ich verschiedene Saaten, bestreut habe ich es mit Sesam.

Heute durfte ich lernen, dass man für gute Lebensmittel einen langen Atem benötigt. Mehl braucht die Wärme- und Kälteprozesse, damit es gut fermentiert. Gluten ist dann z.B. besser verträglich.

Bei meinem 2. Backversuch verwendete ich Roggen-Vollkornmehl und Roggenschrot. Die Verarbeitung war etwas schwieriger, der Teig war feuchter und schwerer. Das Roggenbrot hat uns dann aber seeehr gut geschmeckt.

Für mich ist das Backen von Brot eine wunderbare Gelegenheit, langsam, fast schon meditativ, zu arbeiten. Jeder Schritt wird bedacht getan und die eigene Ruhe fließt in das Produkt mit ein. Zudem erlerne ein uraltes Handwerk, nämlich das Brotbacken. Ein Stück Selbstbemächtigung.