Kurz vor des Nachtes Ruh

Ich streife durchs Land. Alles ist bereit, nicht mehr lange – der Frühling trägt ein neues Kleid.

Kurz vor des Nachtes Ruh es schnattert und flattert. Die Luft umschmeichelt und streichelt. Zarter Blütenduft. Der Abend neigt sich und der Mond schaut zu.

Im Westen flammt die Sonne auf. Bald übernimmt der Mond den Lauf.
Die Arbeit ruht und wartet auf den neuen Tag, ich frage mich, wer da wohnen mag.
Es dunkelt, ich saug‘ alles in mich ein – mit weitem Herzen gehe ich heim.

Fotos und Texte: Monika Rauch

Lockdown Blues

Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön' ich mir die Welt. Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit. Der Lockdown macht's möglich, dass wir uns nicht seh'n. Wenn ich so an mir runtergugg', find' ich das ganz schön. Und weil Du mir fehlst, stopf' ich es in mich rein. Ich armes Schwein! mora2021 Lockdownblues

Wenn mich die Lust auf Süßes überfällt, verschön‘ ich mir die Welt.

Leider nur für kurze Zeit. Denn nicht nur mein Lächeln wird breit.

Der Lockdown macht’s möglich, dass wir uns nicht seh’n. Wenn ich so an mir runtergugg‘, find‘ ich das ganz schön.

Und weil Du mir fehlst, stopf‘ ich es in mich rein. Ich armes Schwein!

Fotos und Text: Monika Rauch

Blumengrüße

Josef Guggenmos:

Die Tulpe

Dunkel war alles und Nacht.
In der Erde tief
die Zwiebel schlief, die braune.

Was ist das für ein Gemunkel,
was ist das für ein Geraune,
dachte die Zwiebel,
plötzlich erwacht.
Was singen die Vögel da droben
und jauchzen und toben?

Von Neugier gepackt,
hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht
und um sich geblickt
mit einem hübschen Tulpengesicht.

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

Ein kalter Morgen im März

Wenn ich in Rodheim übernachte, gehe ich gerne früh mit meinem Lieblingshund spazieren.

Blick auf den alten Kirchturm von Rodheim
Richtung Nordwesten: Winterstein (518 m ü. NHN) im Hochtaunus
Pflug, Grubber oder Egge?
Der Sonne entgegen: Morgens gegen 8.00 Uhr Richtung
„Alter Berg“
„Ja, ja, ich komme ja schon!“
Das ist mal ’ne richtige Hecke, u.a. mit Schlehdorn, Weißdorn, Hundsrosen.
Gugg Richtung Süden
Rusty
Streuobstwiese, im Vordergrund steht ein Birnbaum.
Es gibt immer was zu schnüffeln.
Versteckter Garten
Neu ausgebauter Weg
nach Petterweil
Bäume am Wassergraben
Alter Berg
Fernmeldeturm auf dem Großen Feldberg – mit 881 m der höchste Berg des Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges.
Freileitungsmasten/Strommasten gehören zum Wetterauer Landschaftsbild.
„Ok, ich stelle mich in Pose. Dann will ich aber nach Hause zum Frauchen!“

Unsere kleine Tour dauerte eine knappe Stunde. Die letzten 100 m entdeckte Rusty jemanden vorm Haus. Da gab es kein Halten mehr … Mit Freudengebell und Propellerrute begrüßte er sein Frauchen, als hätte er sie Ewigkeiten nicht gesehen.

Ich hab‘ mich auch gefreut, weil es danach ein leckeres Frühstück gab.

Im März

Habt Ihr das alte Kinderlied bzw. Volkslied auch im Kopf? In den ersten Strophen heißt es: „Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Er pflanzt und er schneidet die Bäume im Land. Er ackert, er egget. Er pflüget und sät und regt seine Hände
gar früh und noch spät.“

Bei meinen Spaziergängen durch die Felder ging mir das Lied nicht mehr aus dem Sinn. Jetzt ist März, die Luft ist rau, aber die Sonne scheint und manchmal ist es sogar warm. Was wächst da eigentlich jetzt schon auf den Feldern und in den Gärten? Wird nicht erst im März ausgesät, wenn man dem Lied glauben will?

Frisch gepflügtes Land

Im März startet das landwirtschaftliche Leben. Felder werden für die Frühjahresaussaat vorbereitet. Davor wird die Erde mit Egge, Grubber und Pflug bearbeitet. Dies dient dazu, die Erde zu durchmischen, zu zerkleinern und unerwünschte Pflanzen klein zuhalten. Viele Landwirte sind dazu übergegangen, den Boden mit Gründüngung vorzubereiten: Nach der letzten Ernte im Herbst wird Gründünger ausgebracht. Das sind Pflanzen, die die Oberfläche begrünen und deren Wurzeln die Erde auflockern (Kreuzblütler wie Gelbsenf, Ölrettich oder Winterraps, Lupinen, Klee, Erbsen). Gründünger vermodert und dient Kleinstlebewesen als Nahrung. Das wiederum hält Schädlinge fern. Als Nebeneffekt werden Nährstoffe an den Boden abgegeben. Die Durchwurzelung belüftet und lockert die Erde, was das tiefgehende Pflügen ersparen kann. So wird der Boden vor Austrocknung und bewahrt.

Die Wetterau zwischen Rodheim und Petterweil

Wenn die Felder im März schon grün sind, ist das entweder noch der Gründünger oder es ist Winterweizen. Dieser sieht aus wie Gras und wurde im Spätherbst/Winter ausgesät und wird ab Juli geerntet. Auf den Feldern in der Wetterau werden im Frühjahr meist Kartoffeln, Dickwurz, Zuckerrüben, Sommerweizen, Sommergerste, Hafer und Mais ausgebracht. Diese Pflanzen werden im Spätsommer oder Frühherbst geerntet.

Viele Gärten liegen noch brach. Bald wird auch hier der Boden für die Aussaat vorbereitet.
Es sieht noch etwas kahl aus. Schaut man genauer hin,
haben die meisten Bäume bereits Knospen.

Offizieller Frühlingsanfang ist dieses Jahr der 20. März. Die Natur erwacht zum Leben, auch wenn sich der Winter mit Kälteeinbrüchen, Schnee und Regen verabschiedet. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Die Wärme lässt die Pflanzen schneller wachsen. Die meisten Tiere werden im Frühjahr geboren, weil die Jungtiere höhere Überlebenschancen in der warmen Jahreszeit haben: Die Eltern können sich gut ernähren, was eine gute Milch bedeutet, das wachsende Laubwerk bietet Sichtschutz, Vögel profitieren von den Insekten und Würmern.

Die Tiere genießen die Sonne und die Bienen machen erste Erkundungsflüge.
Übrigens: Bienen überwintern, indem sie in ihrem Stock eine Traube bilden, in der sie sich gegenseitig wärmen. 

Im März beginnt der Reigen: Das Leben erwacht, die Natur bricht sich Bahn. Auch wir Menschen verlassen unser „Winterquartier“ und suchen die Nähe zur Natur, die uns inneren Frieden schenkt, indem wir sie „bearbeiten“ oder einfach nur spazieren gehen. Wir sind natürliche Wesen und der März lockt uns heraus zu unserem Ursprung. Hören wir auf den innerlichen Ruf, werden wir mit Licht, Wärme und schönen Düften beschenkt. Biochemisch können wir Vitamin D aufbauen, was uns vor Krankheiten und Depressionen schützt. Die Gerüche stimulieren unser Gehirn und fördern die kognitive Entwicklung und den Tatendrang.

„Im Märzen der Bauer die Rosse einspannt …“ , das bedeutet im übertragenen Sinne: Jetzt ist es an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen. Also … Was hindert uns daran, herauszugehen und aktiv zu werden?

Fotos und Text: Monika Rauch

Mit Rusty unterwegs in Maintal

Um meine Mutter zu entlasten und mit einem gewissen Eigennutz, holten wir Rusty von Rodheim nach Maintal. Abenteuerlustig erkundeten wir die Peripherie von Wachenbuchen. Gestartet sind wir in der Bachstraße mit Grobrichtung Hohe Straße/Niederdorfelden.

Wie der Name erahnen lässt, führt der Weg an einem Bach entlang und vorbei an Schrebergärten und Feldern.
Am Weg liegt auch ein Reiterhof. Manchmal fühlt man sich wie im wilden Westen, weil so viele Reiter unterwegs sind, meistens auf Pferden.

Unser Hund ist eine Mischung aus einem Cocker, einem Labrador und einem Dackel. Die Mischung hat einen tollen Charakter hervorgebracht. Er liebt sein Rudel, also uns. Sein Frauchen beschützt und bewacht er sehr aufmerksam. Er kann sehr eigenwillig sein und fordert immer mal seine Grenzen ein … Er lässt sich hingebungsvoll streicheln, so dass man meinen könnte, er wäre hoffnungslos unterkuschelt. Wenn einer vom Rudel kommt, erkennt er schon fünf Minuten vorher das Auto und wartet an der Haustür. Erscheinen wir dann endlich, ist die Freude (und das Gegauze) riesig. Wenn ich von Rusty begrüßt werde, geht mir das ❤ auf.

Rusty liebt Wasser!
Windräder, Funkturm, Hochsitz und viel Landschaft

Während Rusty das fremde Terrain erschnüffelte, genossen wir die Sonne und das weite Land. Am Himmel flogen Falken und Gabelweiher, über die Felder liefen kleinere „Sprünge“ von Rehen und Hasen schlugen Haken. Das hat Rusty nicht weiter gejuckt, er musste zwischendurch seinem Ball hinterherrennen.

Den Ball schleppte er stundenlang durch die Gegend bis er uns gnädig gestattete, ihn erneut zu werfen.

Wir waren ca. zwei Stunden unterwegs. Als wie beim Auto waren, bekam Rusty sein Wasser und zwei Leckerlis. Zurück in Rodheim, gab es für uns einen Kaffee und ein ebenso ein paar Leckerlis. Was für ein schöner Tag!

Wachenbuchen von „oben“ und ein erschöpfter Hund

Magische Momente

Magischer Moment

Kennst Du das? Du gehst spazieren, die Sonne bestrahlt einen Baum oder Dir offenbart sich ein schönes Panorama nach dem Du einen Berg erklommen hast. Plötzlich ist alles ganz anders. Es ist wie wenn ein Schalter umgelegt wird: Du fühlst Dich gut, eins mit Dir selbst und der Natur.

Wetterau

Ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir, es ist immer noch sehr warm und ich laufe durch die leuchtende Landschaft. Neugierig gehe ich Wege, die ich bisher noch nicht kannte. Hinter jedem Hügel, jeder Kurve gibt es andere Überraschungen.

Tiere
Der Himmel so weit

Was kommt als Nächstes?

Augenblicke

Manchmal muss man sich einfach nur auf den Weg machen und sich auf die Magie der kleinen Dinge einlassen.

Ausblicke
Wann habe ich das letzte mal geschaukelt, zum Himmel und zurück?

Genau die kleinen Dinge helfen Dir, wieder „runterzukommen“ und manches klarer und/oder gelassener zu sehen.

Komm‘ mit und staune!

Wenn Du durch Wiesen, Felder und Wälder streifst und Dich mit allen Sinnen der Natur hingibst, wirst Du spüren, dass sich Deine Gedanken entwirren, Du ruhiger wirst und mehr bei Dir ankommst. Du siehst klar und bist klarer.

Wohin führt der Weg?

Das nenne ich Selbstbemächtigung: Sich mit der Natur verbinden, ist ein wichtiger Aspekt, wenn Du innere Freiheit erlangen möchtest. Denn vergiss nicht, dass wir Naturwesen sind. Oft berauben wir uns selbst dieser Grundlage, indem wir uns von schnellen Autos, toller Technik, Geschäftigkeit und Wichtigkeit von unserem Wesenskern ablenken lassen.

Bei meinen Spaziergängen, meist mit Hundi, erlebe ich immer wieder neues Altbekanntes:

Hinter jeder Hecke, um jede Ecke erwarten mich Ausblicke und Einblicke. Meine Sinne schärfen sich, wenn ich dem Summen der Mücken und dem Gezwitscher der Vögel lausche oder das gärende Obst rieche. Beim Laufen durch die feuchten Wiesen halten meine Stoffschühchen nicht durch, das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das kann ich aber aushalten.

Mit vollem ❤ und ganz bewusst tauche ich in die Natur ein und werde reich beschenkt: mit Farben, Formen, Blumen, Wiesen, Bäumen.  Und mit innerer Ruhe.