Kleine Reise nach Nordhessen über Frankenberg – Twistesee – Bad Arolsen – Mengeringhausen
In Zeiten der Pandemie sollen wir ja so wenig wie möglich reisen. Wir halten uns dran. Allerdings überkommt manchmal das Reisefieber. Dann packen wir den Picknickkorb und fahren etwas weiter weg – dorthin, wo wenig los ist. Vorher (oder im Nachgang) recherchieren wir die Orte, die wir besuchen und lernen nebenbei noch etwas😊. Voller neuer Eindrücke, mit schönen Gesprächen nebenbei und Ideen, wo wir nach der Pandemie einmal einkehren möchten, kommen wir nach Hause.
Sonntags habe ich oft Zeit für mich. Dieses Mal buk ich Sauerteigbrötchen „frei Schnauze“. Als die Brötchen im Ofen waren, setzte ich mich hin und arrangierte Blumen, mein neues Geschirr und Kerzen und ließ die Szenerie auf mich wirken – dabei genoss ich meinen Espresso.
Ist es Dir zuhause langweilig? Fühlst Du Dich gefangen? Du kommst nicht raus oder nicht hoch?
Schau Dich um! Inspiziere Deine Lebensmittel. Koche/backe, was dir einfällt oder suche Dir ein Rezept heraus. Arrangiere Blumen, zünde Kerzen an, hol‘ das neue Geschirr hervor, koche Dir einen Kaffee, male ein Bild, singe ein Lied oder höre Dir schöne Musik an. Das Wichtigste: Fang an! Raff Dich auf!
Du wirst sehen: Wenn Du startest und in Ruhe eins nach dem anderen tust, sortieren sich Deine Gefühle und das Gedankenkarussell hält an. Du kommst in den „Flow“ (= fließen) und das verschafft innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.
Du bemächtigst Dich selbst. Niemand anderes kann das für Dich tun. Du hast es in der Hand. ❤
Laufe langsam. Atme tief. Achte auf die Schönheit. Nimm wahr, wie die Sonne in Dein Gesicht scheint und der Wind Deinen Körper umstreichelt. Höre das Gezwitscher der Vögel und das Raunen der Natur. Lass‘ Deine Gedanken kommen und gehen. Gehe neue Wege. Schau‘ Dich um. Achte auf Details. Höre zu, schaue und fühle, was Dir die Natur sagt. Atme Inspiration ein. Atme aus, was Du nicht mehr brauchst. Freue Dich, über das, was Du wahrnimmst. Sag danke.❤
Ich streife durchs Land. Alles ist bereit, nicht mehr lange – der Frühling trägt ein neues Kleid.
Kurz vor des Nachtes Ruh es schnattert und flattert. Die Luft umschmeichelt und streichelt. Zarter Blütenduft. Der Abend neigt sich und der Mond schaut zu.
Im Westen flammt die Sonne auf. Bald übernimmt der Mond den Lauf. Die Arbeit ruht und wartet auf den neuen Tag, ich frage mich, wer da wohnen mag.Es dunkelt, ich saug‘ alles in mich ein – mit weitem Herzen gehe ich heim.
Dunkel war alles und Nacht. In der Erde tief die Zwiebel schlief, die braune.
Was ist das für ein Gemunkel, was ist das für ein Geraune, dachte die Zwiebel, plötzlich erwacht. Was singen die Vögel da droben und jauchzen und toben?
Von Neugier gepackt, hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht und um sich geblickt mit einem hübschen Tulpengesicht.
Vom Vortag war noch Kartoffelpüree übrig. Den wollte ich sinnvoll verwerten. Also „googelte/chefköchelte“ ich und mixte alles, was mir gefiel, zusammen: Kartoffelbrei, Creme Fraiche, ein Ei, Parmesan-Käse, zerbröselte Reste von altem Gouda, Frühlingszwiebel, durchwachsener Speck.
Alle Zutaten mit einer Gabel oder einem Mixer verrühren.Muffinsform einölen,Teig verteilen, bei ca. 180°C Umluft eine halbe Stunde im Ofen backen
Fazit: Der Teig ist fluffig und weich und lässt sich daher schwer aus der Form heben. Besser: Papierförmchen nutzen.
Geschmack: Zergeht auf der Zunge 😋 lecker! Allerdings: Auf den Speck hätte ich verzichten können, das war mir zu salzig. Für meinen Geschmack dürften mehr Frühlingszwiebel in den Teig. Bei der Teigmenge hätte wahrscheinlich ein zweites Ei für mehr „Zusammenhalt“ gesorgt.
Alles in allem: Wird heute mit Salat verspeist. Und beim nächsten Mal kommt mehr Gemüse rein.
Wenn ich in Rodheim übernachte, gehe ich gerne früh mit meinem Lieblingshund spazieren.
Blick auf den alten Kirchturm von RodheimRichtung Nordwesten: Winterstein (518 m ü. NHN) im HochtaunusPflug, Grubber oder Egge?Der Sonne entgegen: Morgens gegen 8.00 Uhr Richtung „Alter Berg“ „Ja, ja, ich komme ja schon!“Das ist mal ’ne richtige Hecke, u.a. mit Schlehdorn, Weißdorn, Hundsrosen. Gugg Richtung SüdenRustyStreuobstwiese, im Vordergrund steht ein Birnbaum.Es gibt immer was zu schnüffeln.Versteckter Garten Neu ausgebauter Weg nach PetterweilBäume am WassergrabenAlter BergFernmeldeturm auf dem Großen Feldberg – mit 881 m der höchste Berg des Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges.Freileitungsmasten/Strommasten gehören zum Wetterauer Landschaftsbild.„Ok, ich stelle mich in Pose. Dann will ich aber nach Hause zum Frauchen!“
Unsere kleine Tour dauerte eine knappe Stunde. Die letzten 100 m entdeckte Rusty jemanden vorm Haus. Da gab es kein Halten mehr … Mit Freudengebell und Propellerrute begrüßte er sein Frauchen, als hätte er sie Ewigkeiten nicht gesehen.
Ich hab‘ mich auch gefreut, weil es danach ein leckeres Frühstück gab.
Habt Ihr das alte Kinderlied bzw. Volkslied auch im Kopf? In den ersten Strophen heißt es: „Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Er pflanzt und er schneidet die Bäume im Land. Er ackert, er egget. Er pflüget und sät und regt seine Hände gar früh und noch spät.“
Bei meinen Spaziergängen durch die Felder ging mir das Lied nicht mehr aus dem Sinn. Jetzt ist März, die Luft ist rau, aber die Sonne scheint und manchmal ist es sogar warm. Was wächst da eigentlich jetzt schon auf den Feldern und in den Gärten? Wird nicht erst im März ausgesät, wenn man dem Lied glauben will?
Frisch gepflügtes Land
Im März startet das landwirtschaftliche Leben. Felder werden für die Frühjahresaussaat vorbereitet. Davor wird die Erde mit Egge, Grubber und Pflug bearbeitet. Dies dient dazu, die Erde zu durchmischen, zu zerkleinern und unerwünschte Pflanzen klein zuhalten. Viele Landwirte sind dazu übergegangen, den Boden mit Gründüngung vorzubereiten: Nach der letzten Ernte im Herbst wird Gründünger ausgebracht. Das sind Pflanzen, die die Oberfläche begrünen und deren Wurzeln die Erde auflockern (Kreuzblütler wie Gelbsenf, Ölrettich oder Winterraps, Lupinen, Klee, Erbsen). Gründünger vermodert und dient Kleinstlebewesen als Nahrung. Das wiederum hält Schädlinge fern. Als Nebeneffekt werden Nährstoffe an den Boden abgegeben. Die Durchwurzelung belüftet und lockert die Erde, was das tiefgehende Pflügen ersparen kann. So wird der Boden vor Austrocknung und bewahrt.
Die Wetterau zwischen Rodheim und Petterweil
Wenn die Felder im März schon grün sind, ist das entweder noch der Gründünger oder es ist Winterweizen. Dieser sieht aus wie Gras und wurde im Spätherbst/Winter ausgesät und wird ab Juli geerntet. Auf den Feldern in der Wetterau werden im Frühjahr meist Kartoffeln, Dickwurz, Zuckerrüben, Sommerweizen, Sommergerste, Hafer und Mais ausgebracht. Diese Pflanzen werden im Spätsommer oder Frühherbst geerntet.
Viele Gärten liegen noch brach. Bald wird auch hier der Boden für die Aussaat vorbereitet. Es sieht noch etwas kahl aus. Schaut man genauer hin, haben die meisten Bäume bereits Knospen.
Offizieller Frühlingsanfang ist dieses Jahr der 20. März. Die Natur erwacht zum Leben, auch wenn sich der Winter mit Kälteeinbrüchen, Schnee und Regen verabschiedet. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft. Die Wärme lässt die Pflanzen schneller wachsen. Die meisten Tiere werden im Frühjahr geboren, weil die Jungtiere höhere Überlebenschancen in der warmen Jahreszeit haben: Die Eltern können sich gut ernähren, was eine gute Milch bedeutet, das wachsende Laubwerk bietet Sichtschutz, Vögel profitieren von den Insekten und Würmern.
Die Tiere genießen die Sonne und die Bienen machen erste Erkundungsflüge. Übrigens: Bienen überwintern, indem sie in ihrem Stock eine Traube bilden, in der sie sich gegenseitig wärmen.
Im März beginnt der Reigen: Das Leben erwacht, die Natur bricht sich Bahn. Auch wir Menschen verlassen unser „Winterquartier“ und suchen die Nähe zur Natur, die uns inneren Frieden schenkt, indem wir sie „bearbeiten“ oder einfach nur spazieren gehen. Wir sind natürliche Wesen und der März lockt uns heraus zu unserem Ursprung. Hören wir auf den innerlichen Ruf, werden wir mit Licht, Wärme und schönen Düften beschenkt. Biochemisch können wir Vitamin D aufbauen, was uns vor Krankheiten und Depressionen schützt. Die Gerüche stimulieren unser Gehirn und fördern die kognitive Entwicklung und den Tatendrang.
„Im Märzen der Bauer die Rosse einspannt …“ , das bedeutet im übertragenen Sinne: Jetzt ist es an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen. Also … Was hindert uns daran, herauszugehen und aktiv zu werden?