Glück im Augenblick

Gerade bin ich etwas traurig wegen der vielen Einschränkungen in Zeiten von Corona. Freiheit ist ein hohes Gut.

Schöne Augenblicke erlebe ich bei meinen Streifzügen durch Felder und Gärten. Kleine Arrangements erregen meine Aufmerksamkeit: Da passt der Stuhl ganz wunderbar zum Fenster, die Enten schwimmen auf dem See und die Wildbienen übernachten im Hotel. Und der riesige Reisighaufen bietet sicherlich Schutz für viele Kleintiere.

Das ist es auch, was mich gerade rettet, wenn ich schon nicht in die weite Welt reisen darf, oder zumindest die Option dazu habe – das Glück, welches sich in Kleinigkeiten verbirgt. Das Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe kommt dem sehr nahe:

Erinnerung
Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.

Fotos: Monika Rauch

Nachtspaziergang

Flusslandschaft in Maintal-Dörnigheim

Im Dunkeln gibt es wenig Ablenkung durch Farben, Sonne und dem üblichen Tageslärm. Es ist ruhiger, ich höre meine Schritte und atme im Takt.

Alles fließt und das, was mich den ganzen Tag über aufgeregt und beunruhigt hat, wird klein und unwichtig. Das, was wichtig ist, bleibt und den Rest lasse ich los.

Im Grunde ist das wie eine Meditation: Ich fokussiere mich auf mich  selbst und finde mein inneres Gleichgewicht.

Fotos: Monika Rauch

Diese besonderen Abendspaziergänge …

lassen mich inne halten, den Tag überdenken und zur Ruhe kommen.

Jahrelang sehnte ich mich nach einer Sendepause – nicht nur ich, das gesamte Kollektiv wünschte sich, dass es endlich still werde.

Diese Hetze: Schneller, besser, weiter.

Diese Gier: Mehr und immer mehr. Egal, auf wessen Kosten.

Unsere innere Stimme weiß es doch längst, dass da etwas gewaltig schief läuft.

Weil unser Leben automatisiert und unmenschlich geworden ist. Wir konzentrieren uns auf Äußerlichkeiten und haben uns oft dabei verloren. Und haben viel Lärm gemacht, um unser Gewissen zu übertönen.

Plötzlich ist es still. Es ist gar nicht schrecklich. Es ist schön! Ich höre, sehe und rieche die Natur. Sie ist auf einmal wieder präsent. Mir wird gewahr: Ich bin ein Teil von ihr.

Jetzt habe ich die Chance, auf mein Herz zu hören und mich neu auszurichten: Was kann ich für die Gemeinschaft tun? Wer bin ich und wo will ich hin?
             
Unseren Kindern können wir zeigen, wie richtiges Leben geht. Innen und im außen.

Jetzt haben wir die Chance, unserem Leben eine neue Richtung zu geben! Dazu gehört es, mit Mut Verantwortung zu übernehmen. Das Preisgeld ist die innere Freiheit. In Liebe.

Wohin geht’s im neuen Jahr?

Heute Abend kommen Freunde und wir machen es uns gemütlich mit Raclette und netten Gesprächen. Ich habe ein paar Ideen, wie wir den Abend (neben der Mampferei) gestalten könnten:

  • Das Jahr Revue passieren lassen: Was waren die wichtigsten Stationen?Was war schön, was weniger?Wovon möchten wir uns gerne verabschieden? Wovon möchten wir mehr?
  • Visionen für das neue Jahr entwickeln.
  • Ziele formulieren
  • Teilschritte ausdenken.
  • Vor dem Jahreswechsel Zettelchen schreiben, an Raketen kleben und in die Luft jagen – das, was weg kann und das, was wir uns vom Universum wünschen.

Das hatte ich schon mal vor ein paar Jahren getan, glaubt mir, es ist wirklich alles in Erfüllung gegangen; allerdings nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Euch allen wünsche ich einen schönen Jahresausklang und ein gutes 2020!


Vielen Dank für Eure Treue!

Bis im nächsten Jahr, Eure Monika

Fotos/Bilder Monika Rauch

Wintersonnenwende – die längste Nacht und der kürzeste Tag im Jahr

Ab dem 22.Dezember um 5.19 Uhr werden auf der nördlichen Halbkugel die Tage wieder länger. Zeitgleich mit der Sonnenwende ist der astronomische Winteranfang. Die Sonne wird neu „geboren“ und steht für den Neubeginn allen Lebens. Der Jahresreigen beginnt von vorne. Das Licht besiegt die Dunkelheit. Unsere Vorfahren nannten die tiefste Nacht des Jahres Mutternacht (althochdeutsch Modranecht) aus dem Glauben heraus, dass die Erdmutter das Licht gebiert. In vielen Kulturen gab es ähnliche Feste zu dieser Zeit, z.B. gab es in den nordischen Ländern das Julfest. Noch heute wünscht man sich in Skandinavien zu Weihnachten „God Jul“.

Weihnachten wurde übrigens genau in diese Zeit gelegt, um die heidnischen Sitten auszumerzen. Lichter in den Tannen symbolisieren den Sieg des Lichtes über die Nacht – genau wie die Geburt Christi Licht in die Welt bringt und das Versprechen der Wiedergeburt. So bleibt uns doch noch etwas Kultur unserer Ahnen erhalten – trotz Christianisierung.

Es kommt Licht ins Dunkel, obwohl der Winter erst im Anmarsch ist. Es wird sicherlich kälter und stürmischer. Aber wir wissen, dass das nur eine Periode ist, die vorüber geht. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft.

Zwischen dem 25.12. bis 6.1. liegen zudem die Rauhnächte, in denen sich die Grenzen zwischen unserer und der Geisterwelt verwischen sollen.

Die Wintermonate bringen Kälte und Dunkelheit mit sich. Wir haben das Bedürfnis, uns auszuruhen. Ist ja auch klar: Im Sommer haben wir maximal 16 Stunden Tageslicht und im Winter um die 8 Stunden. Die Sonne als Stimmungsaufheller fehlt, unser Körper produziert z.B. weniger Vitamin D.

Die Dunkelheit lädt zum Verweilen, Ausruhen, Nachdenken an. Wir können die Zeit nutzen für Treffen mit der Familie oder Freunden, dabei wird erzählt, gelacht und nachgedacht.

Arbeiten, die im Sommer liegen geblieben sind, werden jetzt erledigt. Ich rebele meine getrockneten Kräuter und mache daraus Tees, Auszüge, Tinkturen oder Salben. Oder ich reinige unsere Möbel gründlich. Manchmal überkommt es mich und ich flicke Wäschestücke oder nähe Knöpfe an. Gerne gehe ich raus und versuche etwas Tageslicht abzubekommen und ich liebe es zu saunieren.

Und natürlich ist jetzt die Zeit für kreative Arbeiten. Denn alles, was Spaß macht, lässt Glückshormone im Körper kreiseln und das ist doch so ähnlich wie mit Sonnenlicht.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich darüber aufgeregt hatte, dass ich so wenig Tageslicht abbekomme. Doch mittlerweile ist die Dunkelzeit mein Freund geworden. Ich nehme sie als Geschenk an für das ich dankbar bin.

Wann habt Ihr Euch das letzte Mal Zeit genommen zum: Märchen und Geschichten erzählen, Kochen, Backen, Handarbeiten, Malen, Musizieren, Schnitzen, Werkeln …?

Habt eine gute Dunkelzeit und macht das, was Euch Spaß macht.

Monika

Gesundes Frühstück

Geht es Euch auch so? Eure Kinder mögen nur ganz bestimmte Sachen essen? Z.B. trocknes helles Brot, möglichst ohne Kruste?

Wenn Ihr Zeit habt, oder am Vorabend, könnt Ihr mit Euren Kindern eine Müslimischung vorbereiten – jeder nach seinem Geschmack aus Getreideflocken, Samen, Nüssen, Obst, Trockenfrüchten.

Granatkerne zu puhlen, ist herausfordernd, aber es gibt ja noch anderes Obst.😊 Milch drübergießen, ich liebe z.B. Hafermilch – fertig. Süße bringen Bananen und Trockenfrüchte (oder zur Not Birkenzucker). Und schon habt ihr ein vollwertiges Frühstück.

Damit das auch gegessen wird, macht es Sinn, Eure Kinder in den ganzen Prozess einzubinden. Lasst sie entscheiden, mischen, schnibbeln, Milch drübergießen.

Sie lernen dabei auch eine ganze Menge: abwägen, abmessen, neues ausprobieren, schneiden, entscheiden, abschmecken.
Das gemeinsame Tun fördert zudem die Verbundenheit untereinander und verhilft den Kindern zu mehr Selbstvertrauen und Eigenverantwortung.

Viel Spaß und Zutrauen! Vielleicht dauert es etwas, bis alles läuft. Gut Ding braucht eben Weile.

Stress

Wenn Du im Stress, also belastet bist, setzt Dein Organismus Hormone wie Adrenalin und Kortisol frei. Diese aktivieren den Körper und lassen ihn reagieren.

Diese Reaktionen sind erst einmal gut, denn Du kannst in Gefahrensituationen schnell und konzentriert aktiv werden. Alle nicht relevanten Funktionen werden kurzfristig abgeschaltet. In der Regel reagierst Du mit Angriff, Flucht, oder Erstarren.

Stehst Du allerdings dauerhaft unter Druck, ist Dein Körper permanent in „Habachtstellung“. Dein Körper ist überflutet mit Stresshormonen und die verursachen auf Dauer Schäden. Körperlich kann sich chronischer Stress in Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magengeschwüren, Ticks, Bluthochdruck, Gewichtszunahme usw. niederschlagen. Dauerstress wirkt sich auf Dein gesamtes System aus, Puls, Herzschlag und Atmung sind ebenso betroffen. Dein Unterbewusstes reagiert mit Gereiztheit, Abschotten, Genervtsein oder Clownerie und Hyperaktivität. Wenn Dein Stresslevel erhöht ist, bist Du weniger arbeits- und leistungsfähig. Das sieht man bei Prüfungsstress oder starkem Lampenfieber. Immer bist Du in Deiner Ganzheit betroffen, es ist schwer, so zu agieren, wie Du eigentlich gemeint bist.

Die Ursachen für chronischen Stress sind unterschiedlich: Traumata, also existenzbedrohende unverarbeitete Erlebnisse, Erwartungsdruck, Existenzängste, Krankheiten, aber auch Computerspiele oder Filme (auch Zeichentrick) könnten verursachen, dass in Deinem Körper permanent ein gefährliches Hormoncocktail wirkt.

Wenn Du also feststellst, dass Du leicht in Stress gerätst und in Nullkommanix „auf der Palme“ bist oder aber im Gegenteil, sehr lethargisch reagierst, und Du schwer da rauskommst, solltest Du handeln. Hast Du Kinder, die „hyperaktiv“ sind oder sich nur im „Schneckentempo“ bewegen, könnte das tatsächlich an Stress liegen.

1. Ursachenforschung betreiben: Was ist der ursprüngliche Stressauslöser?

  • Unzufriedenheit
  • Überarbeitung
  • Traumata
  • Erwartungsdruck
  • Angst
  • Kummer
  • Verluste
  • hoher PC-/Smartphone-/TV-Konsum
  • Überforderung
  • Familiensysteme

2. Symptome behandeln mit

  • Bewegung
  • Natur
  • Meditationen
  • Yoga
  • Sauna
  • Gesprächen
  • Reduzieren von TV und Videospielen (!!!)
  • Freies Spiel
  • Musizieren
  • Kreatives Arbeiten: handarbeiten, werken, malen, zeichnen, schreiben, kochen …
  • Geschichten erzählen

Es gibt auch andere Methoden , seinen Stress zu „bearbeiten“, z.B. durch Mißbrauch von Alkohol und Drogen, sämtliche Süchte, Schuldzuweisungen … erleichtern kurzfristig vom inneren Druck. Letztendlich stresst man sich damit noch zusätzlich; schon allein, wenn man ein schlechtes Gewissen wegen seines selbstschädigenden Verhaltens hat.

Übrigens: Man unterscheidet zwei Arten von Stress; positiven Stress (Eustress) und negativen Stress (Disstress). Bei positiven Stress bist Du in leichtem Erregungszustand, der es Dir ermöglicht, gespannt Deine „Jobs“ mit Spaß zu erledigen.

Um mehr Lebensqualität zu erhalten und um gesund zu sein, solltest Du andauernden Stress ernst nehmen und handeln.

Wenn der Schuh drückt

Schuhe (althochdeutsch scuoh, oder idg.*skeu- „bedecken“, „umhüllen“) sind sehr sinnvolle Kleidungsstücke. Man vermutet, dass diese bereits vor 40.000 Jahren von den Menschen getragen wurden. Schuhe sind ein Symbol für Erdung, Bodenständigkeit und Sicherheit. Sie schützen die Füße vor Verletzungen, Kälte oder Hitze und sie geben Halt. Außerdem dienen sie als Schmuck bzw. Accessoires. Mit Schuhen kann man schnell vorankommen. Trägt man allerdings die „falschen“ Schuhe, kann sich das auf die gesamte Haltung (Skelett und Muskeln) negativ auswirken. Sind z.B. die Absätze zu hoch, verliert man leicht die Bodenhaftung und kommt leichter ins „Straucheln“. Mit drückenden Schuhen kommt man schlecht voran, weil jeder Schritt mühsam ist.

In unserer Sprache gibt es viele Redewendungen zum Schuh als Hinweis dafür, dass manches von unten her schon nicht stimmt:

„Wo drückt der Schuh?“ Wenn ein Schuh drückt, tut es weh. Von außen sieht man vielleicht nur einen schmerzhaften Gesichtsausdruck. So ist das auch, wenn jemand mit einem Problem nicht herausrücken will. Wer kennt nicht die Verunsicherung wenn einer „komisch“ guggt oder auf eine WhatsApp nicht antwortet: Hat das vielleicht etwas mit mir zu tun? Nur was? Hab‘ ich jemanden verletzt? Soll ich direkt fragen? Oder wecke ich schlafende Hunde? Sehe ich vielleicht Probleme, wo gar nix ist?

„Etwas in die Schuhe schieben.“ Früher wurde Diebesgut öfter mal jemanden in die Schuhe gesteckt; also die Schuld wurde auf andere geschoben. Kommt auch heute noch vor. Schiebt mir vielleicht gerade jemand die Schuld für seine Misere in die Schuhe? Oder umgekehrt?

„Umgekehrt wird ein Schuh draus.“ Handgefertigte Schuhe werden anfangs auf links gearbeitet und dann umgedreht. Wenn man etwas von einer anderen Seite aus betrachtet, kann es plötzlich einen Sinn machen. Vielleicht sollte ich einmal den Blickwinkel wechseln.

„Auf den Senkel gehen.“: Das meint, jemanden so nahe zu treten, dass man auf dessen Schuhsenkel steht und ihn somit behindert. Bin ich jemanden zu nahe getreten, d.h. behindere ich ihn? Oder tritt mir gerade jemand/etwas zu nahe und ich sollte mich nicht behindern lassen?

„Das ist ein anderes Paar Schuhe.“ oder: „Das sind zwei Paar Stiefel.“ Das sind zwei unterschiedliche Sachen, die nicht verwechselt werden sollten. Es kann ziemlich unangenehm sein, wenn man mit dem falschen Paar Schuhe herumläuft, weil man da etwas verwechselt hat.

Also frage ich ernsthaft: Drückt der Schuh, wenn etwas zugeschoben wurde oder weil man das falsche Paar erwischt hat oder sich einer auf den Senkel gestellt hat? Oder drückt der Schuh, weil etwas ganz anderes berührt ist? Für den Seelenfrieden ist es manchmal besser, wenn man sich manche Schuhe gar nicht erst anzieht. 🙂

Als Coachin oder auch als Erzieherin sehe ich eine ganze Menge drückender Schuhe. Ich schaue mit meinen Klientinnen und den Kindern, ob wir nicht die Schuhe wechseln oder ganz ausziehen sollten.

Fokus auf Dich

Habe mich durch alle möglichen Foren durchgelesen. Es gibt ja so viele Künstler*Innen in so vielen Stilrichtungen. Und alle (!) sind talentiert und haben ihr Publikum. Jede*r hat eine Menge investiert: Zeit, Geld, Träume … für die Ausbildung, die Instrumente, das Studium … meist von klein auf.

Wenn man nicht gerade das große „Glückslos“ gezogen hat, und „berühmt“ ist, dümpelt man/frau leider oft irgendwie dahin, in der Hoffnung, dass sich noch etwas tut. Zudem kommt noch der Kollegenneid. Man hat Angst, dass die anderen einem die besten Happen wegschnappen. Ist verständlich, führt aber zu seltsamen Blüten.

Z.B. dass man seine Auftritte kostenlos anbietet, das kommt besonders häufig in der Popszene vor. Es gibt Bands, die „umsonst“ arbeiten. Leider wird aber nicht bedacht, dass man sich unter Wert verkauft. Die Mentalität ist nämlich: „Was nix kost‘ ist nix wert.“ Dadurch, dass es mittlerweile Listen gibt von kostenlosen Musikern, sehen sich die „Verbraucher“ gar nicht bemüßigt, nach Qualität und Wert zu schauen. In manchen Locations, z.B. in Köln, müssen Künstler sich einkaufen, um spielen zu dürfen.

Es spricht natürlich nichts dagegen, sich bei Akademien zu bewerben, die Künstler fördern. Oder man singt im Gottesdienst, weil es einfach Spaß macht. Oder man gibt ein Konzert und bittet am Ausgang um einen Obolus. Oder man stellt aus, um Bekanntheit zu erlangen. Der Unterschied zum „sich unter Wert verkaufen“ ist der, dass es sich nicht mehr gut anfühlt, dass man das Gefühl hat, sich verbiegen zu müssen und/oder dass man sich „ausgenommen“ fühlt. Davor einen Riegel schieben!

Was kannst Du tun? Zeige Dich selbstbewusst mit dem, was Du kannst, organisiere Deine Auftritte/Ausstellungen lieber selbst, vernetze Dich mit Gleichgesinnten. Vielleicht kannst Du in der örtlichen Kirche, Gemeindezentrum, in einem Café etc. ein Konzert geben, oder etwas ausstellen. Wenn Du Dich auf den Weg machst, werden sich Wege eröffnen, von denen Du vorher nie geträumt hättest.

„Fokus auf Dich“ bedeutet, dass Du nach Dir selbst schauen solltest, schaue nicht, nach dem was die „anderen“ machen. Schaue nach dem, was Du kannst, finde Deine Stärken heraus. Mache die Kunst um der Kunst willen, mache sie mit Leidenschaft und Feuer im Herzen. Schaue nicht auf die „anderen“, das lenkt von Dir ab; Du kommst in den Wald.

Meine Überzeugung: Wenn Du das, was Du tust, egal ob im Job, als Mutter, Vater, oder Künstler’in, mit Liebe und Leidenschaft tätigst, kommen die Erfolge von selbst. Und: Vertraue!

Meine Empfehlung zu diesem Thema: „Morgenseiten schreiben“. Julia Cameron empfiehlt, jeden Morgen einige DIN-A4-Seiten zu schreiben, mit allem, was in den Kopf kommt. Das Buch „Der Weg des Künstlers“ ist schon einige Jährchen alt und noch immer auf der Bestseller-Liste. Das zu Recht, wie ich meine. Ich lese es immer wieder mal und es hilft mir, meinen künstlerischen Weg zu gehen. Die Morgenseiten sind mittlerweile (mehr oder weniger) ein fester Bestandteil in meinem Morgen-Ritual.

Der Weg des Künstlers - Cameron, Julia
(kostenlose Buchwerbung)

Bild: Monika Rauch

Als ich vom Fahrrad fiel

Ich reagierte nur noch. Blind. Das Essen musste auf den Tisch kommen, der Haushalt gemacht, die Kids bedient werden: Schule, Elternabende, Logopäden, Ergotherapie, Handballtraining, Turniere. Mein Mann wollte eine schlanke, adrette Frau und ich rechtfertigte mich, wenn etwas nicht klappte. Im Job fand ich es gar nicht gut, dass mir andere sagten, wie ich was zu tun hätte. Ich fühlte mich von allen Seiten attackiert, ich war im Verteidigungsmodus. „Du bist ja nur noch gestresst!“, war eine Aussage, die ich manchmal hörte. Das stimmte, aber ich kam da nicht so einfach raus. Ich war erschöpft.

So auch an einem Novemberabend vor sechs Jahren; ich raffte mich auf, stieg auf’s Fahrrad und wollte zum Sprachkurs, obwohl ich dazu überhaupt keine Lust hatte. Draußen war es regnerisch und ich dachte während der Fahrt über das, was gerade schief lief, nach. Als ich auf die Bürgersteigkante hochfahren wollte, passierte es, ich kippte – wie in Zeitlupe – mit dem Fahrrad zur Seite. Meine Schuhe blieben am Pedal hängen, so dass ich mich nicht rechtzeitig abfangen konnte. Es knackte und ratschte in mir. Ich lag wortwörtlich am Boden,weinte und dachte: „Na endlich!“ In mir zerriss etwas. Offiziell hatte ich einen Bänderriss und einen gebrochenen Mittelfußknochen. Das hatte eine OP zur Folge und eine Krankschreibung von zwei Monaten.

In dieser Zeit durfte ich den linken Fuß überhaupt nicht belasten. Ich war aber zu Hause und hatte die ersehnte Pause. Ich kam zur Ruhe. Meine Kinder wurden bekocht und betüttelt. Meine Familie half im Haushalt, Freunde beim Einkauf usw.

Plötzlich hatte ich Zeit für mich. Ich schaute mich um, was der Büchermarkt an Ratgebern bot und fand das Buch „Krankheit als Weg“ von Dahlke und Detlefsen. Ich las das Buch und verstand: Krankheiten und auch Unfälle passieren und geben Hinweise, was schief läuft. Bei mir lief ja auch einiges schief.

Seit dieser Geschichte hat sich sehr viel in meinem Leben getan. Die wichtigste Erkenntnis, war, dass ich selbst die Verantwortung für mein Leben in die Hand nehmen musste. Allein diese Erkenntnis half mir, mich innerlich neu aufzustellen, d.h. mich unabhängig zu machen von dem was andere von mir erwarten. Ich ging auf Forschungsreise: Was will ich? Was tut mir gut? Wie kann ich mich entlasten? Wie bringe ich Spaß in mein Muttersein? Frausein? Kolleginsein? In mein Leben? Es ist gar nicht immer notwendig, den Mann zu verlassen oder den Job zu wechseln.

Ich fand eine Freundin, die mich coachte. Gleichzeitig arbeitete ich mit einer Coachin mit der Emotioncode-Methode. Hier geht es darum, eingelagerte Emotionen, die das Leben belasten, zu finden und aufzulösen. Ich habe unglaublich viele alte Geschichten für mich bearbeitet und bin dadurch innerlich frei geworden.

Heute arbeite ich mit der Sea-Balance-Methode, die wesentlich schneller wirkt. Ich arbeite immer noch im gleichen Kinderhort; aber es ist vom Arbeiten her kein Vergleich zu früher. Mittlerweile bin ich als Sängerin unterwegs, schreibe Blogs, male und habe dieses Jahr eine Coaching-Praxis eröffnet. Ich bilde mich beruflich und künstlerisch weiter und liebe das, was ich tue.

Es hat übrigens etwas gedauert, bis ich mich wieder aufs Fahrrad traute. Ich habe es immer noch. Es konnte ja auch nix dafür, dass es mir schlecht ging. Es war nur Mittel zum Zweck. 🙂