
Alles hat einen guten Grund, warum es ist, wie es eben ist. Irgendwann ist diese Blüte verwelkt. Das gehört zum Leben und ist ebenso perfekt und richtig.

Alles hat einen guten Grund, warum es ist, wie es eben ist. Irgendwann ist diese Blüte verwelkt. Das gehört zum Leben und ist ebenso perfekt und richtig.

Rusty hat „Rücken“ und ich habe (bzw. hatte) „Zahn“ – so fiel die Tour etwas kleiner als sonst aus.
Ich sammelte ein paar Kräutlein und Rusty erschnüffelte die Welt.











Es ist erstaunlich, wie heilsam es ist, sich mit der Natur zu verbinden. Am Ende war ich entspannt und die Zahnschmerzen waren weg. Ich achtete auf Rusty, dass ich ihn nicht überforderte. Er musste zwangsläufig viele Pausen machen, weil es immer etwas zu fotografieren oder sammeln gab. Ich meine, dass er leichtfüßiger lief, so als schüttele er den alten Ballast ab.

Ich bin dankbar für die vielen Gaben, die die Natur mir schenkt. Ich bin dankbar, dass ich die Geschenke erkenne und annehme. Ich bin dankbar für die vielen kreativen Ideen, die sich daraus entwickeln. Ich bin dankbar, dass sich mein Innerstes beruhigt hat.
Selbstbemächtigung.
Ich war gefangen in einem Käfig aus Schmerz. Wochenlang hatte ich mit einem entzündeten Zahn zu tun. Ich versuchte alles Mögliche: Ich war bei zwei verschiedenen Zahnärzten, habe Kügelchen genommen, Kräuterspülungen und -tees zubereitet und Energien ausgeleitet.
Es hat nichts genutzt. Die Schmerzen kamen immer wieder und nur mit Ibu und Antibiose war es einigermaßen erträglich. Jetzt hab‘ ich ihn mir ziehen lassen. Ich bin traurig und wund. Dieser Backenzahn hat mich immerhin knapp 50 Jahre meines Lebens treu begleitet.

An diesem Abend komme ich das erste Mal seit längerer Zeit zu mir. Ich bereite mir einen Kräutertee aus Salbei, Ysop, Cistrose, Holunderblüten, Melisse zu und verräuchere Beifuß um die trüben Gedanken loszuwerden.
Die Teemischung habe ich mir intuitiv zusammengestellt. Das mache ich mit dem Neigetest, das ist ein Tool aus der Kinesiologie.
Gerade eben fand ich etwas Interessantes über den Ysop:
„Ysopwasser im Mund gehalten/ vertreibet das Zahnwehe/ so von Kälte verursacht wird.“ Tabernaemontanus (1522-1590) in seinem „New Kreuterbuch“ (1588)
Also hat mich meine Intuition wohl richtig geleitet.
Ich werde noch ein wenig in mich gehen und den Schmerz entlassen.
Selbstbemächtigung

Sie ziehen bereits 4 bis 6 Wochen aus, meine Kräutlein. Täglich werden sie geschüttelt, damit sich die Wirkstoffe herauslösen. Als Trägerstoff verwende ich Olivenöl und Wodka. Sobald Zeit ist, werde ich sie absieben und weiterverarbeiten. Die Ölauszüge dienen als Grundlage für Cremes und Salben und die Alkoholauszüge als Tinktur, die noch weiterverarbeitet werden kann, z.B. in Cremes und für Umschläge oder als Zugabe zum Tee.
Das sind die Pflanzen:
Meerrettichblätter, Wiesenlabkraut, Ringelblumenblüten, Kamilleblüten, Holunderblüten, Spitzwegerichblätter, Tannenspitzen mit Wacholder (Franzbrandwein).
Liebe und Geduld brauchst Du, wenn Du mit Kräutern arbeitest. Laufen, entdecken, ernten, verarbeiten. Gläser, Tigel, Pipetten, Öl, Wodka, Bienenwachs, Emulgatoren … besorgen, abwiegen und abwägen, erwärmen, rühren, abfüllen.
Es sind viele kleine Schritte, bis das „Endprodukt“ endlich fertig ist.
Wenn Du mit Hingabe und Dankbarkeit Deine Arbeit verrichtest, erfährst Du schon beim Tun innere Heilung. So wirken bei mir die Kräuter, bevor ich sie äußerlich angewendet habe.
Selbstbemächtigung
Wenn ich Rusty, den Hund meiner Mami, abhole, streifen wir durchs Dorf, über Wiesen und an Gärten vorbei. So entdecke ich manchmal neue Perspektiven von altbekannten Motiven. Und manchmal ist auch ein Stück Vergangenheitsbewältigung mit dabei.
Die Schule, zum Beispiel, macht mir immer noch ein komisches Gefühl, wenn ich sie sehe. Vielleicht, weil mich Menschen bewertet haben, indem sie Noten verteilten. Die Kopfnoten waren auch nicht immer so prickelnd: „Betragen“, „Aufmerksamkeit“, „Ordnung“. Ja, Kinder mussten „gestutzt“ werden, damit sie gut durchs Leben kommen. Ist das so? Bin ich gut durchs Leben gekommen? Ich bin der Meinung, dass man Kinder/Menschen unterstützen sollte. Na ja, Herausforderungen/Ungerechtigkeiten/Bewertungen gehören zum Leben dazu und prägen uns. Wir haben aber die Freiheit, über uns nachzudenken und Sichtweisen und Verhaltensweisen anzupassen.

So streife ich gerne durch die Natur und dabei komme ich ganz schnell bei mir an.
Die letzten Jahre habe ich viel über mich und meine Prägungen nachgedacht. Manchmal hat’s wehgetan, aber immer waren die Erkenntnisse so, dass sich etwas zum Positiven geändert hat.

Mittlerweile weiß ich, was mir gut tut und das ist eindeutig die Natur. Ich fühle mich frei, sobald ich raus gehe. Komisch, vor der Pandemie war ich so selten draußen. Es gab Tage, da bin ich nur zur Arbeit und zurück geradelt, insgesamt 10 Minuten! Ich war so „busy“, hatte immer was zu tun und war selten bei mir.

Die vielen Pflanzen, die alle für was gut sind, lassen mich ehrfürchtig und dankbar sein. Die Natur ist so perfekt! Ich erkenne, dass ich dazugehöre und in einem großen Ganzen eingebunden bin.




Tiere sind mir viel wichtiger als früher. Begrüßt mich Rusty, ist das ein richtiges Freudenfeuer: Er kriegt sich fast nicht mehr ein, gauzt wie verrückt, saust durchs Haus, holt das Bällchen und braucht viiiele Schmuseeinheiten. Und die tun mir genauso gut! Sehe ich Weidetiere, bleibe ich stehen und „unterhalte“ mich mit ihnen. Meist kommen sie an, lassen sich streicheln und erzählen mir was, so wie die Gänse unten im Bild. Sie schnattern und ich schnattere zurück. Für Außenstehende wirkt das vielleicht etwas befremdlich …

Wir alle sind in irgendeiner Weise geprägt: Durch unser Elternhaus, unsere Freunde, die Umgebung, Schulerfahrungen und letztendlich durch unsere „Gesellschaft“. Je nachdem, wie gehalten wir waren und wie geliebt, konnten wir uns mehr oder weniger frei entwickeln. Es ist so und jammern darüber, wie schrecklich das alles ist/war, bringt nix. Es ist auch fatal, sich als Opfer der Umstände zu empfinden. Denn damit gibt man unbewusst die Verantwortung für sein Leben an die „Täter“. Und die haben dann immer noch die Macht, obwohl vielleicht schon Jahrzehnte vergangen sind. Man bleibt in der kindlichen Hilflosigkeit hängen. Heute können wir aber selbständig entscheiden. Wir sollten uns das bewusst machen. So ist es schon gut, sich der unschönen Erfahrungen zu erinnern, darüber nachzudenken und diese zu verabschieden. (Bitte nicht im Leid suhlen, das wäre wieder Opfertum.) Manchmal ist der Prozess etwas schmerzhaft. Aber immer befreiend!
Für diesen „Befreiungsprozess“ ist rausgehen die erste Wahl, ebenso, sich mit Tieren zu umgeben. Das ist für mich die ursprünglichste Art, bei mir selbst zu landen. Es sind heilsame Energien, die jederzeit verfügbar sind. Meditationen, Bücher, Gespräche mit Freunden oder professionelle Hilfen können noch unterstützen. Ziele sind innere Freiheit erwerben, Selbstwertgefühle steigern und zufrieden zu sein.
Selbstbemächtigung
Obgleich ich bei meinen Streifzügen durch die Natur oft die selben Wege gehe, gibt es jedes Mal etwas zu staunen:









Es liegt an uns, Schönheiten zu suchen und zu finden. Jedes Ding, jede Regung, jeder Mensch, wirklich alles, hat mindestens zwei Seiten. Wir dürfen uns den Blickwinkel aussuchen. Hast Du den Fokus auf das Schöne und Gute ausgerichtet, wird Dir immer öfter Schönes und Gutes begegnen. Umgekehrt genauso. Das was Du nährst, wächst – Selbstbemächtigung.
Ein Kräutertee – mehrere Möglichkeiten:

Aus unterschiedlichen Kräutern kann man ein ein hochdosiertes Mazerat bereiten: Ringelblumen, Kamille, Salbei, Malve, Minze, Melisse, Schafgarbe, Ingwer werden mit kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. Hochdosiert bedeutet in meinem Fall, dass ich ungefähr das doppelte an frischen Kräuter in einen Papierteebeutel stopfte als üblich. (Fragt mich nicht nach Mengen, das geht so aus der Hand heraus). Den Aufguss und die Kräuter verwandte ich unterschiedlich:
1. als Tee 2. als Mundwasser: ein Teil des Aufgusses wurde mit Spitzwegerichtinktur versetzt (hilft gut bei Zahnfleisch- und Zahnentzündungen) 3. als Duftsträußchen fürs Wohlbefinden 4. zur Hautberuhigung: mit dem warmen Teebeutel tupfte ich Gesicht und Dekolleté ab und 5. Die Reste wurden zum Düngen im Kräuterbeet verteilt – ja, manchmal übertreibe ich etwas 😊.
Nachtrag: Von der Mischung trank ich zwei Kannen Tee über den Tag verteilt. Normalerweise brauche ich nicht viel Schlaf. Aber am Nachmittag war ich mit einer Unterbrechung insgesamt drei Stunden im Tiefschlaf. Nach dem „Tatort“ fiel ich dann wieder total erschöpft ins Bett und schlief bis zum Weckerklingeln tief und fest mit intensiven Träumen. Ich denke, das lag hauptsächlich am Tee aus frischen Kräutern. Daher schaue ich mir diese mal ganz genau auf deren beruhigenden Wirkweise hin an:








Fast alle wilden Kräuter besitzen beruhigende Eigenschaften. Jede Pflanze hat einen eigenen Wirkstoffkomplex. In meinem Fall hat wahrscheinlich die Zitronenmelisse in Kombination mit den anderen Kräutern für die Müdigkeit und den tiefen Schlaf gesorgt. Zudem haben die Pflanzen jetzt im Frühling ihre höchste Heilkraft und frisch zubereitet sowieso.
Ich hatte die Tage abends einen ähnlichen Tee bereitet und habe daraufhin so tief wie selten geschlafen.
Bei der Zubereitung von Tees, Salben, Mundwasser etc. mit frischen Kräutern ist die Dosierung genauso wichtig wie bei anderen Medikamenten. So einen Schlaftee z.B. kann man als Kur gerne verwenden. Ich rate davon ab, diese Drogen täglich innerlich zu konsumieren.
Selbstbemächtigung bedeutet hier das sorgsame Abwägen, welche Substanzen wir für uns wählen. Was tut gut? Was ist zuviel? Was hilft? Wo ist’s zuviel? Was sollten wir lassen?
Fotos: Monika Rauch und Pixabay – herzlichen Dank!
In Dörnigheim am Mainufer und auf den angrenzenden Wiesen wachsen unzählige Pflanzen. Früher hatte ich für die Vielfalt kein Auge. Heute gehe mit Kamera BestimmungsApp (PlantNet) auf die Pirsch. Zuhause informiere ich mich über die Pflanzen und versuche, mir das zu merken. Hier meine Auswahl:
Bäume und Hecken










Kräuter




Die Mainauen sind ein Grüngürtel entlang des Mains. Sie gelten als Schutzgebiet für Flora und Fauna und dienen als Naherholungsgebiet für uns Menschen. Außerdem kann sich hier der Fluß ausdehnen, wenn er über die Ufer tritt. Von der Stadt Maintal wurden Renaturierungsprojekte initiiert, z.B. am alten Sportfeld und der Frauenhain.
Da wir momentan noch nicht raus können in die Welt, erweitere ich meinen Horizont und schaue mir meine Umgebung ganz genau an. Es ist aufregend, ins Detail zu gehen und das Leben (neu) zu entdecken.
Selbstbemächtigung
Fotos: Monika Rauch und Pixabay, vielen Dank!
Feines Kräutchen, große Wirkung

Vorkommen: Sog. Ruderalpflanze auf Brachflächen, in Gärten, Äckern, an Weg- und Waldrändern, Weidenflächen.

Wirkung: Blutdruckregulierend, leicht blutstillend, gegen Rheuma, Gicht, Nasenbluten, Ekzeme.
Beim nächsten Spaziergang könnt Ihr ja mal schauen, ob Ihr vom Täschele was entdeckt. Die Natur hält eine Menge Geschenke für uns bereit.
Guggstu?
Selbstbemächtigung

Bäume vermitteln uns, allein durch ihre Präsenz, Ruhe, Kraft und Frieden. Wenn Ihr Euch traut, einen Baum zu umarmen, könnt Ihr seinen langsamen Puls spüren und ja, Euch sogar beruhigen lassen. Wir kennen und lieben die süßen Baumfrüchte wie Äpfel, Pflaumen, Kirschen.
Aber auch Blätter, Blüten und Rinden haben große Heilkräfte. Bitte schaut Euch die Bäume genau an und informiert Euch, wozu Ihr was verwenden könnt. In manchen Bäumen stecken nämlich auch giftige Substanzen. Also: sehr umsichtig sammeln!


Ich habe Weidenzweige, Blätter und Kätzchen getrocknet und klein geschnippelt. Hauptsächlich ist in der Rinde, neben Gerbstoffen, Salicin enthalten, was im Körper in Salicylsäure umgewandelt wird. Das ist der Bestandteil von Aspirin und wirkt gegen Fieber und Schmerzen. Als Mazerat kalt ansetzen und später länger köcheln lassen. Als Tee trinken oder Umschläge daraus machen. Nur bei Beschwerden anwenden, nicht als Wellnessmittel.
Konntet Ihr bereits Erfahrungen mit der Heilkraft der Weide sammeln?