Die Tage werden kürzer und eigentlich will ich mich ins Haus verkriechen. Und uneigentlich überwinde ich mich manchmal und werde damit belohnt, dass meine Stimmung friedlich wird.
Das ist der Reigen der Natur: Pflanzen sterben ab und werfen ihren Samen aus. Oder sie ziehen ihre Kraft in die Wurzel, damit sie sich im Frühling wieder voll entfalten können. Tiere fressen sich eine Schutzschicht an, ziehen in den Süden oder gehen in den Winterschlaf.

Nur wir Menschen gehen mit aller Gewalt unseren „Geschäften“ nach, ohne auch nur einen Moment inne zu halten und zu schauen, ob uns das entspricht, was wir da so treiben. Gerade jetzt beginnt sie wieder, die besinnliche Weihnachtszeit. Da wird gefeiert, gefressen und gekauft – wie im Rausch. Und mal ehrlich, richtig zufrieden macht das auch nicht immer. Im Innern aber treibt uns der Wunsch nach Gemeinsamkeit, Ruhe und Erholung. Das Genießen möchte ich auch nicht verdammen, es macht ja durchaus Spaß, etwas Leckeres zu essen und über Weihnachtsmärkte zu schlendern. Kennen wir unsere tiefsten Bedürfnisse?Stülpen wir uns den Konsum über, um nicht ins tiefe Gefühl zu kommen?
Was wir als Kinder gerne gemacht haben, passt anscheinend nicht in unsere Zeit: Vielleicht sollten wir wieder singen, uns Geschichten erzählen, rausgehen, um ein Feuer tanzen, Plätzchen backen, uns einkuscheln, lesen, die Ernte verarbeiten, Tagebuch schreiben und Gedichte, in die Sauna gehen und mit lieben Menschen zusammen sein?

Diese Dinge galten viele Jahrhunderte, wahrscheinlich Jahrtausende als richtig. Seit der Industrialisierung und der Aufklärung aber, haben wir uns „denaturalisiert“. Wir vertrauen der Forschung mehr als unserem Gefühl und folgen anscheinend anderen Gesetzen. Trotzdem sind wir, was wir sind: Naturwesen. Eine tiefe Sehnsucht nach unserer wahren Natur erfasst immer mehr Menschen. Das sieht man auch in den sozialen Netzwerken: Einfaches Leben, Upcycling, draußen sein, spirituelle Anschauungen, kochen mit gesunden Lebensmitteln etc. spricht immer mehr Menschen (Follower) an.
Eigentlich brauchen wir wenig: Ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter, genügend gute Nahrung, sauberes Wasser, frische Luft, Bewegung, Musik, Freunde, Familie, Tiere – Natur eben. Jeder sollte seinen Begabungen nachgehen dürfen, um ein sinnerfülltes Leben zu haben.
Dunkle Zeit
Wenn bunt die Blätter flattern
und leis' Kastanien plattern.
Die Beeren am Strauch sind für Vögelchens Bauch.
Der Tisch so reich gedeckt,vom Igelchen entdeckt.
Die Nuss versteckt das Eichhorn gut, wenn es die nur finden tut!
Die Rüben am Rand vom Feld bringen Zucker für wenig Geld.
Im Keller lagern Äpfel fein, sie werden bald im Kuchen sein.
Dann bläst der Wind die Blätter fort. Nass und kalt wirds an manchem Ort.
Sanft legt sich übers Land Nebel mit ruhiger Hand.
Nach innen ziehen wir uns ein Stück in uns selbst zurück.
Langsam geht die Welt zur Ruh und Schnee decket die Landschaft zu.
Drinnen im Haus knistert das Feuer und
versteckt sich die Maus.
Alt und Jung sind ohne Hast, von den Schultern fällt die Last.
Die glänzende Weihnachtszeit macht die Herzen weit.
Unterm Weihnachtsbaum erfüllt sich mancher Traum.
Kalt und kälter in den rauen Nächten schwirren Wesen, uns zu knechten.
Vorräte sich zu Ende neigen - es herrscht tiefes Schweigen.
Endlich zum Jahresende kommt die Sonnenwende.
Klirrende Kälte und Sonnenschein bringen Bewegung hinein.
Bei der Fassenacht wird Radau gemacht. Und mit müden Knochen wird ans Licht gekrochen.
Langsam erwacht das Leben, alles sprießt dem Licht entgegen.
So die helle Zeit beginnt, die dunkle aber – verrinnt.
Monika Rauch
Ich wünsche Euch allen eine sinnbringende, erfüllende und ruhige dunkle Zeit, damit Ihr mit voller Kraft im Hellen erwachen könnt.
Selbstbemächtigung = sich de Natur hingeben
Monika
Fotos: Monika Rauch und Pixabay




