Gartenarbeiten im Winter

Gartenarbeit im Winter – da ruht doch alles?

Es gibt tatsächlich Einiges zu tun! So habe ich die letzten Wochen Kleinigkeiten im Garten erledigt. Ich weiß, ich bin spät dran dieses Jahr. Da glaube ich gern Marie von „Wurzelwerk“, dass es auch im Winter Wachstum gibt. Es wächst halt ein bisserl langsamer. Auf YouTube habe ich zwei Garten-Kanäle abonniert, die, wie ich finde, gute Tipps liefern. Unten findet Ihr die entsprechenden Links.

Was auch jetzt noch getan werden kann:

  • Den Rasen vom Laub befeien und kalken – hilft gegen Vermosung.
  • Blätter „vermulchen“ – Mulch ist gut als Schutz vor Kälte/Hitze und Bodenkorrosion und zugleich düngen die Blätter, d.h. durch ihren Verfall werden Nährstoffe freigesetzt, die in den Boden gelangen.
  • Beim letzten Rasenmähen verwendeten wir das gesamte zerkleinerte Laub mit dem Rasenschnitt als Mulch für die Beete und Töpfe.
  • Einen Igelschutz herrichten – bietet nicht nur Igeln, sondern auch Insekten und Kleinstlebewesen, Unterschlupf.
Unser Rasen bekommt wenig Sonne ab und ist im Winter sehr nass und lehmig – vielleicht kann man ihn noch drainagieren? Mir war die Arbeit körperlich zu schwer. Ich mache mich mal kundig, wer mir wie helfen kann. Die Topfblümchen werden mit Blättern gemulcht. Unten Links ist das Igelhäuschen. Vielleicht findet noch ein Tierchen Unterschlupf.
  • Weihnachtsbaum in einen größeren Behälter umtopfen
Bin gespannt, ob der Baum anwächst, es waren fast alle Wurzeln gekappt. Von unten nach oben habe ich geschichtet: Tonscherben für die Drainage, Laub, wegen der Nährstoffe und Pilze, Lehm, Blumenerde und Sand. Alles wurde gut angedrückt und mit einem Gießring versehen. Als Abschluss + Schutz verwendete ich Rindenmulch. Anschließend wurde der Baum tüchtig gegossen – „Nordmanntannen saufen wie die Kamele“, so spricht der Gartencoach. (Ich sollte noch einen Untersetzer besorgen.)
Weihnachtsdekoration
  • Vogelstationen bauen
„Upcycling“ Für die Häuschen gehen Tetrapacks oder andere festere Behälter.
  • Hochbeet „bestücken“ und winterfit machen
Leider werden die Bretter schon marode. Es wird zeitnah repariert. Zur Entlastung schob ich dort die Erde weg. Das Beet wurde gereinigt, mit Erde aufgeschüttet und mit mineralstoffreichem Urgestein untermischt. Der Lauch kümmerte den Sommer über vor sich hin. Vielleicht tut sich noch was im Winter? In die Reihen kamen Knoblauch, Zwiebel, Feldsalat, Portulak. Eine Abdeckung aus Jute schützt vor Kälte und Saaträuber.
  • Frühbeet sichern und einsäen
Das Frühbeet steht jetzt unter der Außentreppe. Den Boden legte ich mit dicker Pappe aus. Die Pflanzkästen wurden mit einer Mischung aus Blumenerde, Sand und Urgestein befüllt. Eingesät habe ich Batavia, Feldsalat, Spinat, Radies. Etwas Stroh dient als Wärmeschutz. Unter die schützende Treppe kamen die Container mit Lauch und Geranien, Astern.
  • Kartoffeln setzen
Meine gekeimten Kartoffeln setze ich in einen Blumenbehälter: Als Drainage dient „nicht klumpendes“ Katzenstreu. Darüber kommt eine Schicht Laub als Dünger, mit einer dünnen Schicht Blumenerde. Die Kartoffeln werden aufgelegt und mit Erde bedeckt. Später, wenn das Grün heraustreibt, kommt je nach Wachstum Erde oben drauf. Das nennt man „häufeln“. Den Bottich stelle ich an einen sonnigen Platz am Haus, bei Kälte schütze ich mit einem Flies und versetze den Behälter unter die Außentreppe.
  • Blumenzwiebeln in die Erde bringen
Wie reizvoll ist es doch, wenn im Frühling die ersten Zwiebelblumen blühen! So hab‘ ich noch ein paar Zwiebeln* und Knollen* im Garten verteilt. Zierlauch und Narzissen müssen ca. 10 cm tief in die Erde, Hyazinthen nur 5 cm.
Das Saatgut* besorgte ich im Gartencenter, die Zwiebeln* waren auf einen Euro pro Beutel heruntergesetzt. Wer setzt auch jetzt noch Zwiebel?

Wichtig fürs Keimen und Überleben der Pflanzen

  • Keine Staunässe! Für Abfließen des überschüssigen Wassers sorgen: Löcher im Topfboden, Untersetzer, für Drainage sorgen mit Tonscherben, Basalt, Lavasteinen etc. (ggf. Sand unter die Erde mischen)
  • Gut gießen! Der Tod des Wintergemüses ist das Austrocknen
  • Flies/Jute als Kälteschutz
  • manche Pflanzen benötigen eine leichte Düngung
  • Gefrorenes Gemüse nicht ernten! Sonst bleibt es schlapp. Lieber warten mit dem Ernten, bis die Pflanze sich alleine regeneriert hat, z.B. an einem milden Wintertag.
  • Den Boden vor Erosionen schützen! Das geht mit Gründünger, Blättern, Stroh, Kompost.
  • Aufs Umgraben weitestgehend verzichten! Ausnahme: sehr schwere Lehmböden. Früher hat man den Garten im Herbst oder Frühjahr umgegraben, das war Gesetz. Heute weiß man, dass das eher schadet als nutzt. Denn das natürliche Zusammenspiel des Bodens und der kleinen Lebewesen darin wird unterbrochen. Der Boden kann als Folge davon abgetragen werden und austocknen/aushungern. Aus dem gleichen Grund sollte man den Boden nicht „blank“ lassen, das kommt in der freien Natur ja auch nicht vor.

Ich habe schon länger einen Garten, aber außer Kräutern, Blumen und „Schau“-Kartoffeln, -Tomaten, -Erdbeeren für meine Kinder hatte ich nie die Muße, Gemüse zu pflanzen. Wenn, dann machte ich so ziemlich alle Fehler, die man machen kann. Ich bin also eine blutige Anfängerin und werde dokumentieren, was gelingt und was nicht.

Mein Anliegen ist es, mich ein Stück weit selbst zu versorgen und dabei ökologisch und nachhaltig zu arbeiten. Da ich berufstätig bin, muss ich schauen, wie ich das zeitsparend schaffe. Und Spaß sollte die Sache sowieso machen.

Update nach ca. 20 Tagen:

Es wächst! Feldsalat, Portulak, Batavia, Spinat und Radies sind draußen, Kartoffeln und Knoblauch sprießen ebenso. Die meisten Tage waren mild und regnerisch. Momentan bewegen sich die Temperaturen Richtung Null, dafür scheint die Sonne.

Update/März

Schaut mal, meine Kartoffeln: Sie stehen geschützt unter der Außentreppe und werden bei Kälte mit einem Juteflies abgedeckt. Bei milden Temperaturen mache ich das Flies runter. Sobald das Kraut etwas höher wächst, „häufele“ ich etwas Erde darüber, dass die Kartoffel mehr Standfestigkeit erlangt.

Selbstbemächtigung = „natürlich“ leben

Links*

*Die Produkte und Links bewerbe ich unbezahlt.

Ein Adventswochenende: Einkaufen – Backen – Kochen

Während der kalten Jahreszeit bin ich oft in der Küche anzutreffen. Und dafür kaufe ich möglichst regional ein. Ich liebe es, frische Zutaten zu verwenden.

Ausbeute – Seit langer Zeit waren wir mal wieder auf dem Hanauer Wochenmarkt. Alkohol gibt es am Weinstand, dort kann man auch an Stehtischen einen Sekt oder Wein verkosten – sehr fein. Da der Marktplatz mit dem Weihnachtsmarkt besetzt ist, findet der Wochenmarkt rund um den Freiheitsplatz statt. Die Sonne schien, es waren einige Menschen unterwegs, aber nirgends war es überfüllt.
Abendessen mit frisch gebackenem Brot und Kräuterbutter (Schnittlauch, Isop, Bohnenkraut, Knoblauch) mit einem Gläschen Wein dazu … 😋 Unten rechts seht Ihr eine Steckrübe, das ist eine alte Gemüsesorte. Wir nannten es früher „unterirdische Kohlrabi“. Dazu gab es schlabberiges Wellfleisch. Ich hasste es. Aber jetzt werde ich versuchen, es nach meinem Geschmack zu kochen. Mal sehen, welche Ideen der „Chefkoch“ hat …
Feldsalat mit Zwiebeln und Balsamicodressing, darüber werden warme gebratene Pilze gegeben. Meinen Feldsalat beziehe ich beim Gärtner Lapp bei uns um die Ecke. Der Salat ist schon gut vorgeputzt und sehr frisch.😋
Brötchen für den Sonntag: 600g Weizenmehl, 7g Trockenhefe (die Trockenhefe rühre ich mit warmem Wasser, etwas Mehl und 1 Teel. Zucker an und warte ca. eine halbe Stunde bis es blubbert),
1 Teel. Sauerteigansatz, 1 Eßl. Salz, Wasser, 1 Schuss Olivenöl – alles verrühren und mehrere Stunden warm stellen, zwischendurch kneten, über Nacht kalt stellen, Brötchen formen, etwas gehen lassen und insgesamt ca. 25 Minuten backen (5 Minuten ca. 250 °C + 20 Min. 180 – 200 °C in Dampfschwaden). Die Brötchen wurden sehr fest, aber aromatisch und saftig.
Schnelles Bananenbrot Meine liebe Arbeitskollegin gab mir das Rezept, nachdem ich von ihr eine Scheibe dieses leckeren, saftigen Brotes abstauben durfte. Hinzu kommen Studentenfutter und Zimt nach gusto. Ich hatte weniger Zucker, aber mehr Eier im Rezept. Sabines Brot war eindeutig saftiger. Beim nächsten Mal halte ich mich genau an die Vorgaben.

Mein Wochenende beginnt immer mit einer Tasse Kaffee. Dann setze ich mich neben die Heizung und döse in den Morgen.

Auch wenn der Küchenkram manchmal recht viel ist, ist mir fast jeder Handgriff ein Vergnügen. Das könnte daran liegen, dass ich gerne Neues ausprobiere und dann gespannt bin, ob es was wird. Es ging schon einiges daneben, das verbuche ich dann als „Lernen“ bzw. als „Erfahrungen sammeln“.😊

Selbstbemächtigung = kreatives Lernen

Alleine raus

Niemand lenkt ab, Du bist mit Dir allein. Gedanken schweifen, die Sinne schärfen sich. Abenteuerlust stellt sich ein. Du gehst andere Wege, nämlich die, die Dich reizen, auch wenn sie vielleicht uneben oder glitschig sind. Neugierig schaust Du dort hin, wo Du vorher unzählige Male vorbei gelaufen bist:

Hochstädter Ansichten

Selbstbemächtigung = alte Pfade verlassen

Was bedeutet eigentlich „booste(r)n“?

To boost“ ist ein englisches Verb und bedeutet „(ver)stärken“, „erhöhen“, man benutzt es im Sinne von „jemanden fördern“ oder „eine Sache ankurbeln“.

Momentan ist das Wort in aller Munde, weil man sich von einer dritten C-Impfung erhofft, dass das Immunsystem des Geimpften angekurbelt wird.

Backen macht voll kreativ.🚀

Mein Brotteig heute, geht ab wie die Post, ich hab‘ ihn nämlich auch „geboostet“ (neudeutsch) bzw. „geboostert“ (althessisch).

Diesmal rührte ich einen „Vorteig“ aus Mehl und Wasser, welchen ich ca. 1,5 Stunden warm gestellt habe, bevor Salz und Anstellgut dazu kamen. Jetzt bläht er so vor sich hin, der Teig.

Selbstbemächtigung  = wider den tierischen Ernst.

Schinkennudeln

Schnelles Resteessen

Mein Papa „erbte“ das Grundrezept von seiner Mutter und hat es immer mehr verfeinert. Meine Kinder und ich essen diesen Auflauf sehr gerne, wir passen es oft dem an, was gerade im Haus ist. Es gibt wenig Maßangaben, wir kochen intuitiv.

Quark-Käse-Masse: Quark, geriebenen Käse (z.B. Gouda), Schmand (oder Creme Fraiche, Saure Sahne), 1 Ei oder zwei, etwas Sahne oder Olivenöl, viel Oregano, viel Knoblauch, wenig Salz oder Sojasoße, etwas Schärfe (z.B. Chillies).

Gekochte Nudeln, Bauchspeckwürfel (oder geräucherten Schinken), Quark-Käse-Masse ca. 30 Minuten abgedeckt bei 180°C backen, ohne Deckel noch mal ca. 15 Minuten bräunen. Mit Salat sevieren.😋

Selbstbemächtigung = (Koch-)Traditionen wahren

Ein Abend in der Oper Frankfurt

„Carmen“ von Georges Bizet (1838 – 1875)

Opéra comique in drei Akten, Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée (1845).

Aufführung am 27.11.2021 – Dauer 3,5 Stunden mit einer Pause, in französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln. Aufgrund der Pandemie konnten nur Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem Antigentest (G2+) ins Theater. Auf den Sitzplätzen durfte der Mund-Nasen-Schutz abgesetzt werden, wir hielten uns an die Empfehlung, diesen zu tragen.

Normalerweise sind wir sehr selten in der Oper. Ich singe zwar selbst manchmal in einem Opernchor, aber irgendwie steht Oper nicht vorne auf meiner Prioritätenliste. Das Angebot unseres Chorleiters, günstig an Karten zu kommen, war dann doch zu verführerisch. Selbst mein Partner meinte, dass man ja rausgehen könne, wenn die Oper „nix“ ist.😊

Das Bühnenbild bestand aus einer riesigen Treppe. Dank des Lichtes, der gesprochenen Erklärungen in Französisch und der Überschriften in Deutsch und Englisch, konnte man das Geschehen gut imaginieren.

Die Treppe war Marktplatz, Arena und Gebirge. Hier tummelten sich Volk, Gaukler, Soldaten und natürlich Carmen mit ihren Freunden. Das Stück, die Musik, die Tänze … alles leicht, in atemberaubendem Tempo, witzig und spannend insziniert.

Die Mezzosopranistin Paula Murrihy als freiheitsliebende Zigeunerin „Carmen“ tanzte und sang sich sympathisch, souverän und mit viel Witz in die Herzen der Zuschauer. Tenor AJ Glueckert spielte „Don José„, den glühenden Liebhaber, der Carmen mit Haut und Haar verfallen war. Entzückend sang und spielte Adriana González die „Micaëla“ mit feinem Sopran und dennoch ausdrucksstark. Micaëla wollte Don José aus den Fängen der Carmen retten. Matardor „Escamillo„, glühender Carmen-Verehrer, wurde von Andreas Bauer Kanabas dargestellt. Mit durchgedrücktem Rücken mimte er den stolzen und eitlen Spanier, dessen Aufgabe es sei, dem Stier den Stich ins Herz zu verpassen. Als Lohn erwarte ihn die Liebe (natürlich hoffte er auf Carmen).

Die Choreografie (Leitung Otto Pichler) des Tanzensembles war rasant, teilweise grotesk, dennoch im Gesamtbild passend. Die Tänzer mimten Volk, Zigeuner, Schmuggler – je nachdem, was gerade anstand. Der Opernchor war mit viel Spielfreude präsent, mal aus der Ferne, mal aus der Nähe, teilweise mit Unterstützung einiger älteren Chorkinder.

Immer wieder kam es zu spontanem Zwischenapplaus, die Stimmung der meisten Zuschauer war amüsiert, gespannt, wohlwollend.

Insziniert wurde das Stück von Barrie Kosky, die Musikalische Leitung hatte Simone Di Felice inne.

Für uns war das ganze Stück ein Erlebnis, es war keine Minute langweilig, immer spannend und wir sind bis zum Schluss dageblieben! Die Musik hat uns mitgenommen und berührt.

So macht Oper Spaß! Ein herzliches Dankeschön an das gesamte Opernensemble.

Essig selber machen

Wusstet Ihr, wie einfach es ist, einen bekömmlichen, vitaminreichen Essig selbst herzustellen?

Wir kennen meist den Apfelessig, der ein wahres Wunderelexier sein soll. Er sorgt für straffe Haut, glänzendes Haar, soll beim Abnehmen helfen und die Immunabwehr unterstützen. Zudem ist Essig eine gute Salat- und Gemüsewürze. Und es gibt eine Kultur der Trinkessige. Ich schätze, dass jeder Fruchtessig diese positiven Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten hat.

Für einen guten Essig braucht man tatsächlich nur Bio-Obst und Wasser. Um die alkoholische Gärung voranzutreiben, kann man etwas Zucker hinzugeben.

Mein erster Essig! Ich nutze unsere „Orangen-Abfälle“, da wir die Bio-Früchte direkt aus Spanien beziehen für unseren täglichen Saft. Vom Obst kann man fast alles verwerten: Schale, Frucht, Gehäuse. Die Früchte müssen ungespritzt und gewaschen sein.

Früchte klein schneiden und in saubere Gläser füllen. Mein „O-Saft-Auspresser“ lässt aus Kraftgründen meistens noch genügend Fruchtfleisch in der Schale. Das kommt hoffentlich dem Essig zugute

Anstatt mit Orangen, kann man den Essig mit anderen Früchten, z.B. mit Äpfeln, Gemüse, Getreide oder mit Alkoholresten (klassisch ist Wein oder Weinbrand) ansetzen.

Einen kleinen Eßlöffel Zucker untermischen und das Glas etwa 2/3 mit Wasser auffüllen. Ein sauberes Küchentuch darüber spannen. Das hält Schmutzpartikel fern und lässt Sauerstoff ins Glas. Kühl stellen. Der Ansatz sollte regelmäßig sanft gerührt oder geschüttelt werden.

1. Schritt: Nach ein bis zwei Wochen beginnt die alkoholische Gärung, d.h. Schaum bildet sich auf der Oberfläche. Alkohol (Ethanol) ist ein Nebenprodukt bei der Zersetzung von Kohlenhydraten mittels Hefen. Die Hefen befinden sich auf der Außenhülle der Frucht oder in der Luft. Der Abbauprozess geschieht anaerob (ohne Sauerstoff). Daher sollten die Feststoffe unter dem Wasser liegen (z.B. Früchte mit einem Teller beschweren). Der Ansatz riecht nach Alkohol. Theoretisch könnte man ab jetzt das Ansatzgut abfiltern.

Im 2. Schritt zersetzt sich der Alkohol mithilfe der Essigsäure-Bakterien und „kippt“. Der Essig ist nach ca. 4 – 6 Wochen fertig und kann abgesiebt und abgefüllt werden. Der Essig riecht säuerlich ohne Alkoholgeruch. Essig ist unangebrochen über ein Jahr haltbar. Bei längerer Lagerung reift der Essig nach, d.h. die sauren Spitzen verschwinden und er gewinnt an Qualität.

Der Alkoholgehalt bei fertigem Essig liegt bei 0,2–1,5 %/Vol. Zum Vergleich: Der Alkoholanteil bei Früchten, Fruchtsäften und Brot liegt durchschnittlich bei 0,3 Volumenprozent, sehr reife Früchte (z.B. Bananen) können bis 0.6 Vol. erreichen.

Was ist eine Essigmutter? „Die Essigmutter ist eine gallertartige, Fäden ziehende Masse aus Essigsäurebakterien, die sich bilden kann, wenn Wein oder andere leicht alkoholhaltige Flüssigkeiten längere Zeit offen stehen gelassen werden. Sie fermentiert Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff aus der Luft zu Essigsäure.“ Das schreibt Wikipedia. Die Essigmutter kann bei der Essigherstellung als Beschleuniger eingesetzt werden. Daher macht es Sinn, die Mutter aufzubewahren. Beim Ansatz von Essig bildet sich nicht immer eine Mutter.

Selbst „gemachter“ Essig ist vitaminreicher, inhaltsstoffreicher und schadstoffarmer als industriell hergestellter. Reste werden verwertet, lange Wege vermieden und möglichst Glasbehälter eingesetzt, so werden Umwelt und Portemonnaie geschont. Und natürlich steckt ein Stück Liebe und Leidenschaft dahinter – ich bin mir sicher, dass man das schmeckt.

Selbstbemächtigung = mit einfachen Mitteln viel erreichen

Update1

Tja … nix war’s mit dem Orangenessig! Die Orangenschalen schwammen oben und die Gläser standen in einem wenig beheiztem Zimmer … leider schimmelten einige Schalen. So musste ich alles entsorgen.

Aber ich gebe nicht auf!

Orangenessig: Erneut setzte ich Orangenschalen an mit Wasser, etwas Saft, Zucker und Fruchtfleisch. Ich beschwerte diese mit zwei Schnapsgläschen und der Behälter kam in den Kühlschrank! Momentan ist der Geschmack leicht bizzelig und es riecht nach Alkohol. Update2: Ein kleines Stück Orange ist nach oben gedriftet und geschimmelt … Jetzt habe ich erst mal keinen Nerv mehr auf O-Essig.😬
Apfelessig: Zusätzlich setzte ich Apfelschalen, Kerngehäuse, Fruchtstücke und etwas Zucker mit Wasser an. Die kamen in den Kühlschrank und der Inhalt wurde regelmäßig gerührt. Nach ein paar Tagen roch es gärig, die Mutter bildete sich und nach ca. 4 Wochen wurde alles recht sauer. Beide Essige haben die Farben der Apfelschalen, einmal gelber und einmal roter Apfelessig. Demnächst fülle ich die Essige in Flaschen. Sie halten dann etwa ein Jahr.
Update2: Frisch abgefüllt nach 5 Wochen: Der Apfelessig schmeckt fein und mild. Auf dem mittleren Bild rechts seht Ihr die Apfelmutter. Damit setze ich gleich einen neuen Essig an.
Update2: Frisch angesetzte Apfelstücke mit Wasser, Zucker und Essigmutter. Ich lasse den Schraubdeckel erst mal drauf und werde ihn später durch ein Tuch ersetzen.

Fazit: Apfelessig reift schneller und unkomplizierter als Essig aus Zitrusfrüchten. Ich würde daher mit dem Apfelessig starten. Ich mach’s halt gerne etwas komplzierter.

Selbstbemächtigung = Fehler machen und wiederholen = lernen

Alte Fasanerie in Hanau

Einfach mal hinfahren, es lohnt sich. Schön für Kinder, weil sie frei herumrennen können und weil es viele Spielmöglichkeiten hat. Schön für uns, weil wir dort die Weitläufigkeit mögen.

Lageplan

Selbstbemächtigung = rausgehen und sich wie die Kinder freuen