Naturschönheiten

Obgleich ich bei meinen Streifzügen durch die Natur oft die selben Wege gehe, gibt es jedes Mal etwas zu staunen:

Gärten
Zaunschönheiten
Gesunde Schönheit
Wilde Schönheit
Wiesenschönheit
Baumschönheit
Zarte Schönheit
Giftige Schönheit
und Schönheiten im Garten meiner Mutter

Es liegt an uns, Schönheiten zu suchen und zu finden. Jedes Ding, jede Regung, jeder Mensch, wirklich alles, hat mindestens zwei Seiten. Wir dürfen uns den Blickwinkel aussuchen. Hast Du den Fokus auf das Schöne und Gute ausgerichtet, wird Dir immer öfter Schönes und Gutes begegnen. Umgekehrt genauso. Das was Du nährst, wächst – Selbstbemächtigung.

Beruhigende Kräuter

Ein Kräutertee – mehrere Möglichkeiten:

Aus unterschiedlichen Kräutern kann man ein ein hochdosiertes Mazerat bereiten: Ringelblumen, Kamille, Salbei, Malve, Minze, Melisse, Schafgarbe, Ingwer werden mit kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. Hochdosiert bedeutet in meinem Fall, dass ich ungefähr das doppelte an frischen Kräuter in einen Papierteebeutel stopfte als üblich. (Fragt mich nicht nach Mengen, das geht so aus der Hand heraus). Den Aufguss und die Kräuter verwandte ich unterschiedlich:

1. als Tee 2. als Mundwasser: ein Teil des Aufgusses wurde mit Spitzwegerichtinktur versetzt (hilft gut bei Zahnfleisch- und Zahnentzündungen) 3. als Duftsträußchen fürs Wohlbefinden 4. zur Hautberuhigung: mit dem warmen Teebeutel tupfte ich Gesicht und Dekolleté ab und 5. Die Reste wurden zum Düngen im Kräuterbeet verteilt – ja, manchmal übertreibe ich etwas 😊.

Nachtrag: Von der Mischung trank ich zwei Kannen Tee über den Tag verteilt. Normalerweise brauche ich nicht viel Schlaf. Aber am Nachmittag war ich mit einer Unterbrechung insgesamt drei Stunden im Tiefschlaf. Nach dem „Tatort“ fiel ich dann wieder total erschöpft ins Bett und schlief bis zum Weckerklingeln tief und fest mit intensiven Träumen. Ich denke, das lag hauptsächlich am Tee aus frischen Kräutern. Daher schaue ich mir diese mal ganz genau auf deren beruhigenden Wirkweise hin an:

Ingwer:  entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd, krampflösend, beruhigend, belebend, kurbelt den Stoffwechsel an. Wirkt bei Magenbeschwerden,  Reisekrankheit, Erkältungen, Kopfschmerzen, Rheuma, Arteriosklerose. Trägt zur seelischen Gesundheit bei, hilft Blockaden abzubauen, lässt die Lebensenergie fließen.
Kamille: entzündungshemmend  krampflösend, beruhigend auf den Magen, ausgleichend.
Malve: schleimlösend, adstringierend, entzündungshemmend. Die Schleimstoffe der Malve helfen vor allem bei Erkältungskrankheiten  und Magen/Darmbeschwerden. Die Schleimstoffe ummanteln sozusagen die gereizten Stellen im Körper und lassen sie so heilen. Vielleicht tun sie das auch  bei einer gereizten Psyche?
Pfefferminze:  krampflösend, gallenflussfördernd, antimikrobiell, antiviral und harntreibend. Wirkt  beruhigend bei Spannungskopfschmerzen und Migräne sowie bei Erkältungskrankheiten, Schnupfen und bei Muskel- und Nervenschmerzen, Reizdarm und Magenverstimmungen. Minze beruhigt und belebt und hat eine kühlende Wirkung. Der Hauptwirkstoff ist  Menthol.
Ringelblumen: antibakteriell, desinfizierend, heilend, beruhigend, krampflösend.
Salbei:
bakteriostatisch, fungistatisch,virustatisch,
adstringierend, entzündungshemmend,
antioxidativ, schweißhemmend, blutstillend. Salbei stärkt das Nervensystem, mildert Stress und löst Verkrampfungen. Er verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen.
Schafgarbe: Durch ihre entkrampfenden Eigenschaften hat sie eine beruhigende Wirkung und kann, durch die Durchblutungsförderung gleichzeitig aber auch anregend wirken. Zudem hat Schafgarbe Einfluss auf die Seele. Sie beruhigt und hilft Ungleichgewicht zu beseitigen.
Zitronenmelisse: krampflösend und hilft bei Magen-Darm- und Menstruationsbeschwerden. Sie verringert die Auswirkungen von chronischem Stress wie Ängstlichkeit, Anspannung und Schlaflosigkeit. Die beruhigende Wirkung beruht auf der  vermehrten Bildung des Neurotransmitters GABA im Gehirn, welches die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn senkt. Seine hemmende und beruhigende Wirkung auf die Synapsen im Gehirn sorgt dafür, dass Stress- und Angst-Signale nur noch  abgeschwächt verarbeitet werden. Gaba in konzentrierter Form ist tatsächlich ein Bestandteil von KO-Tropfen. Und die sorgen wiederum für Knockouts und Willenlosigkeit.

Fast alle wilden Kräuter besitzen beruhigende Eigenschaften. Jede Pflanze hat einen eigenen Wirkstoffkomplex. In meinem Fall hat wahrscheinlich die Zitronenmelisse in Kombination mit den anderen Kräutern für die Müdigkeit und den tiefen Schlaf gesorgt. Zudem haben die Pflanzen jetzt im Frühling ihre höchste Heilkraft und frisch zubereitet sowieso.

Ich hatte die Tage abends einen ähnlichen Tee bereitet und habe daraufhin so tief wie selten geschlafen.

Bei der Zubereitung von Tees, Salben, Mundwasser etc. mit frischen Kräutern ist die Dosierung genauso wichtig wie bei anderen Medikamenten. So einen Schlaftee z.B. kann man als Kur gerne verwenden. Ich rate davon ab, diese Drogen täglich innerlich zu konsumieren.

Selbstbemächtigung bedeutet hier das sorgsame Abwägen, welche Substanzen wir für uns wählen. Was tut gut? Was ist zuviel? Was hilft? Wo ist’s zuviel? Was sollten wir lassen?

Fotos: Monika Rauch und Pixabay – herzlichen Dank!

Die goldene Wetterau – neue Perspektiven

Gassirunde zwischen Nieder-Rosbach und Ober-Wöllstadt

Die „goldene Wetterau“ hat einen äußerst fruchtbaren Boden, man nennt sie auch die Kornkammer Hessens. Auf den Feldern wachsen alle möglichen Getreidesorten, Raps, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Kohl. Da die Wetterau ein flaches, in sanften Bögen geschwungenes Land ist, hat die Sonne genügend Raum, alles wunderbar in Szene zu setzen. Bei Sonnenschein strahlt das ganze Land, golden eben.

Der Mix aus Wolkentürmen, Sonne und Raps macht’s!
Der Rosbach
Rusty, der Wasserhund
Rosbach, Wöllstadt und dazwischenliegend
Streuobstwiesen und Taunusblick

Diese Strecke bin ich vorher nie gelaufen. Wie überraschend ist es doch, wenn man nur ein ganz klein wenig anders läuft, als man es kennt. Erstaunlich, welche Perspektiven sich aufgetan haben, obwohl ich doch die Gegend seit Kindheit kenne.

Im echten Leben ist es ganz genauso: Wir können uns nicht immer vorstellen, was eine kleine Kurskorrektur bewirken kann.

Selbstbemächtigung

Morgens um 7.00 Uhr

Wetterau-Impressionen

Wenn ich es schaffe, vor dem Aufstehen hochzukommen und mich schnell fertigzumachen, hab ich einen wunderbaren Start in den Tag. Alles ist noch unberührt. Es summt und zwitschert, der Morgennebel wabert und die Sonne wärmt schon leicht das Gesicht.

Was flitzt denn da?
Rusty wartet auf meine Ansage.
Es ist noch ein wenig frisch.
Blühwunder

Sich aufraffen, alles (Un-)Wichtige liegen lassen und in die Natur gehen. Selbstbemächtigung. 😍

So vertraut

Für mich beginnt das Wochenende mit einem ausgedehnten Gassigang mit meinem Lieblingshund. Er wartet auf mich während ich fotografiere und Pflanzen sammle. Ich warte auf ihn, wenn er schnüffelt oder einen Stock zerkaut.

Ich streife durch die Felder und da ist dieses umunstößliche Gefühl der Verbundenheit mit genau dieser Natur. Mein Impuls ist es, mich auf den Boden zu legen und die Erde zu umarmen. (Mach ich nicht, das könnte ja jemand sehen.)

Ich überlege, wie es wäre, ganz hier her zu ziehen. Es gibt so viel zu bedenken.

Pappeln
Kleines Naturschutzgebiet
Rusty hat immer was zu tun
Rapsfelder am „Alten Berg“

Das Gefühl ist im Widerstreit mit meinem Kopf. Also lasse ich das Denken und konzentriere mich auf den Augenblick. Das ist es wahrscheinlich.

Ich nehme die Vertrautheit als Geschenk und genieße es einfach und bin dankbar.

Wege zur Selbstbemächtigung

Himmelblau

Wanderung von Rodheim vor der Höhe durch den Alteberg Richtung Okarben und Petterweil

Ein sonniger Tag im April Endlich wird es wärmer. Die Natur entfaltet sich mit voller Macht. Wir laufen durch den lichten Wald und lassen uns dabei die Sonne ins Gesicht scheinen. Zartes Grün umhüllt die vormals kahlen Zweige. Besonders Kirschen und Schlehen stehen in voller weißer Blüte. Kräuter und Blumen schießen aus dem Boden und versorgen uns mit Nahrung und Heilkräften.

Und immer wieder inszeniert die Sonne mit ihrem besonderen Licht eine blaue Kulisse, die die Schönheit und Vollkommenheit der Natur unterstreicht:

Wetterau -weites Land.
„Vor“ dem alten Berg – Richtung Osten von Rodheim aus.
„Hinterm“ Alten Berg Richtung Okarben.
Klötzl-Teich, Rusty am Bach und Biber hat’s da auch.
Der Alteberg (aale Bersch, alter Berg) wird von den Karbenern Lilienwald genannt.
Pfadfinderlager Lilienwald
Hochstände und viel Landschaft
Baumpilze – sie sind steinhart. Der Pilz im Grünen ist weich und hat ordentlich Sporen gestaubt.

Für was steht die Farbe Blau? Himmelblau z.B. vermittelt Leichtigkeit und Jugendlichkeit. In vielen Religionen ist Blau Ausdruck des überirdisch Göttlichen. Blau wirkt harmonisierend, erweiternd und beruhigend. Helleres Blau steht für Aufgeschlossenheit und Klarheit. So ist das ja tatsächlich auch mit dem Frühling. In dieser Jahreszeit ist alles frisch und klar und bereit für das weitere Jahr.

Mit all seinen Farben fordert uns der Frühling auf, die alte Müdigkeit abzulegen und bereit zu sein für Wachstum und Gedeihen – auf allen Ebenen. Da wir zur Natur gehören, unterliegen wir als Menschen genauso den Naturgesetzen wie Tiere und Pflanzen. Das dürfen wir nicht vergessen.

Wo bist Du blau?

Strassheimer Teiche

Spaziergang zu den Strassheimer Teichen des Angelsportvereins Friedberg (ASV)

Zwischen Rosbach und Friedberg liegt der idyllische Teich mit einem kleinen Nebengewässer. Hier kann man sich ausruhen und die Natur genießen. Mittlerweile ist ein Biber heimisch, so wie viele Singvögel. Komorane und Fischadler kommen gerne auf einen Fischsnack vorbei. In der Umgebung stehen Obstbäume mit alten Sorten. Ein schönes schützenswertes Ausflugsziel.

1972 legten Mitglieder des Angelvereins in Eigenregie die Fischteiche an. Hier werden heimische seltene Fischarten (Karauschke, Bitterlinge, Moderlieschen) gezüchtet und in den Bäche und Flüssen der Umgebung renaturiert. Diese Fische stehen unter Artenschutz und dürfen daher nicht geangelt werden. Gefischt werden hier hauptsächlich Karpfen. Falls ein geschützter Fisch anbeißt, wird er sofort zurückbefördert .

Die Lock-ups and -downs der Pandemie machen es uns nicht immer leicht, unsere freie Zeit zu gestalten. Was immer geht, um neue Eindrücke zu erhalten und den Kopf frei zu machen, ist ein Spaziergang.

(Fotos: Monika Rauch)

„Gefleckter Schierling“ – hoch giftiges Mäusepipi

Sehr giftiger Doldenblütler, zweijährig

Mit der Hundspetersilie und dem Wasserschierling gehört er zu den giftigsten Doldengewächsen.

Verwechslungsgefahr mit wilder Möhre, Wiesenkerbel,Schafgarbe Kümmelpflanzen.

Ausgewachsen wird der krautigwachsende Schierling 80 cm bis 2 m hoch. Die Dolde blüht weiß. Das untere Ende des Stiels weist rote Flecken auf.

Gifte: Alkaloide (γ‐Conicein und Coniin) Wurzeln und Samen sind am giftigsten.

Wirkung: Beruhigt, betäubt, lähmt, tötet – je nach Dosis. Als homöopathisches Mittel
(Conium maculatum) bei Drüsenverhärtungen, Krebs, Lähmungen und Schwäche, Prostatavergrößerung, Impotenz.

Doldenblüten vom Schierling (Fotos: Pixabay, Danke)

Es gibt Geschichten, die besagen, dass sich Mönche einen Sud davon auf ihren Dingens träufelten, damit sich nix regt und sie ihrem Keuschheitsgelübte treu sein konnten.

Wortherkunft: Verwandtschaft zu scherlinc, scharn, skarn, scearn, skern – bedeutet „Gestank“, „Mist“ und weist auf seinen penetranten Geruch und auf seine bevorzugten Standorte hin: Misthaufen und Kufladen. Er ist aber auch eine Pflanze, die an Rändern von Feuchtgebieten und Wiesen wächst. Der Geruch soll so penetrant nach Mäusepipi sein, dass man ihn nach einer Berührung kaum wegwaschen kann. Ich habe allerdings noch nie bewusst Mäuseurin wahrgenommen.

In früheren Zeiten verabreichte man den zu Tode verurteilten ein Getränk aus Schierling. Sokrates wurde mit einem Schierlingstrank hingerichtet. Leider sind ihm auch schon erfahrene, ältere Weidetiere (Rinder, Pferde) zum Opfer gefallen. In der Regel meiden Tiere diese Pflanze. Allerdings kann es vorkommen, dass die Samen oder Pflanzenteile versehentlich mitgefressen werden.

Bin mir nicht so sicher, ob das nicht doch eine wilde Möhre ist. Der Geruch vom Schierling soll eher „verwest“ sein. Diese Pflanze jedoch roch erdig. Nächste Woche beginnt meine Kräuterausbildung. Dann werde ich es hoffentlich unterscheiden können. Schierling ist eine der giftigsten Gewächse überhaupt in unseren Breitengraden. Also eher Vorsicht walten lassen.

Illustration: Köhlers Medizinalpflanzen (1887)

Morgenmeditation

Laufe langsam. Atme tief. Achte auf die Schönheit. Nimm wahr, wie die Sonne in Dein Gesicht scheint und der Wind Deinen Körper umstreichelt. Höre das Gezwitscher der Vögel und das Raunen der Natur. Lass‘ Deine Gedanken kommen und   gehen. Gehe neue Wege. Schau‘ Dich um. Achte auf Details. Höre zu, schaue und fühle, was Dir die Natur sagt. Atme Inspiration ein. Atme aus, was Du nicht mehr brauchst. Freue Dich, über das, was Du wahrnimmst. Sag danke.❤

Video: Auf das Bild drücken

Mehr Foto-Videos auf meinen YouTube-Kanälen: https://youtube.com/channel/UCctkpdc9Pvg_PETABK-nLug


https://youtube.com/channel/UCsA_6JRI9FA5KQw9V26Anw