Freitag ist Rodheimtag und dazu gehört ein ordentlicher Gassigang mit Rusty. Ich hatte erst keine rechte Lust, weil es leicht nieselte. Rusty fand es zunächst auch nicht so prickelnd. Anfangs bieb er immer wieder stehen und blickte sehnsuchtsvoll gen Heimat.
Es war leicht feucht, trotzdem hatten wir unseren Spaß. Ich ließ mich auf die Natur ein und Rusty folgte mir. Er wälzte sich in den nassen Blättern und jagte faulen Äppeln hinterher. In aller Ruhe schaute ich mich um und sog die Luft in mich ein.Als Kind spielte ich gerne in solchen Hütten. Das war sooo spannend weil verboten.Rodheim im schönsten Grau Hagebutten sind die Früchte der Rose. Sie sind sehr vitaminreich und „fangen“, bedingt durch ihre Zusammensetzung, „freie Radikale“. Freie Radikale sind, einfach erklärt, Stoffwechselprodukte, die die Körperzellen schädigen und anfällig für Krankheiten machen, sowie Alterungsprozesse vorantreiben.LöwenzahnSchneeballEfeuGreiskraut Im Winter sterben viele Pflanzen ab, nachdem sie ihre Samen abgeworfen haben oder die Kraft der Pflanzen geht in die Wurzeln, manche wachsen unter dem Laub langsam weiter und manche blühen sogar. Einige Früchte und Beeren bleiben lange an den Sträuchern und bieten Vögeln und anderen Tieren Nahrung.Die Rose darf nicht fehlen. Das linke Bild spiegelt den Reigen des Lebens: Leben- Tod – Wiedergeburt.
Ein Nieseltag ist doch gar nicht so schlimm! Sich überwinden und rausgehen bringt schon was. Wenn man genau hinguggt und sich erlaubt, langsam durch die Lande zu streifen, ist’s gar nicht langweilig. Ich bin immer wieder erfüllt von dem, was Landschaft und Natur zu bieten haben.
Beifuß wächst an Wegesrändern, Bahndämmen, Böschungen und in meinem Garten.
Beifuß war bei unseren Vorfahren ein geschätztes Kraut. Heute ist es in der Volksmedizin etwas in Vergessenheit geraten. Hauptsächlich wirkt es auf die untere Körperhäfte, z.B. bei Blasenentzündung, Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Koliken, Wurmbefall. Ebenso soll es bei Astma und Wassereinlagerungen helfen. Sie gilt hauptsächlich als Frauenpflanze, weil die Unterleibsorgane stimuliert und entkrampft werden z.B. bei Ausfluss und Eierstockentzündung. Den Geburtsvorgang kann es sanft unterstützen.
Beifuß wird als Tee, Tinktur, Ölauszug/Salbe, Gewürzmischung oder direkt als Büschel auf der Haut verwendet. Z.B. soll es als Wanderschuh-Einlage die müden Füße ermuntern, daher der Name. Auch ein Büschel unter dem Gürtel geschnallt, soll bei Unterleibsschmerzen helfen.
Ich hab‘ mich schon mal bevorratet. Man weiß ja nie …
Wichtige Inhaltsstoffe des Beifußes sind Bitterstoffe, die Sesquiterpenlactone und ätherische Öle wie Kampfer und Thujon.
Neuere Forschungen befassen sich mit den Themen Krebs, Malaria und Borreliose. So soll Beifuss Krebszellen töten, das Artesiminin wirkt auf Krebszellen toxisch, ohne den gesunden Zellen zu schaden. Ebenso wird untersucht, in wie weit Beifuss bei Borreliose helfen kann. Bei Malaria existieren bereits Medikamente mit dem Wirkstoff Artesiminin.
Beifuß im Schamanismus Mit Beifuß läßt sichs gut „reisen“. Nicht nur wandern im eigentlichen Sinn, sondern Gedanken und Träume werden geklärt und die Stimmung gehoben. Dazu kann man ein Büschel unters Kopfkissen legen, das Kraut verräuchern oder gar rauchen. Wobei ich mit der Menge aufpassen würde.
Beifuß als Zauberpflanze Es wendet den bösen Blick ab, schützt vor dem Teufel und vor körperlichen Gebrechen, wenn man Beifußbüschel in den Haus-/Hof-/Stalleingang hängt.
Beifuß – ein Pioniergewächs Pionierpflanzen sind Arten, die in neu geschaffenen Lebensräumen häufiger auftreten als in alten („reifen“) Lebensräumen (z.B. auf Rodeflächen, Müllhalden, Baustellen). Sie sind Pflanzen, die bisher vegetationsfreie Flächen erstbesiedeln und zeichnen sich besonders durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Neben Beifuß zählen z.B. Brennesseln und Holunder zu den Pionieren. Sie bereiten den Boden für andere, nachfolgende Pflanzen vor.
Kulturgeschichtlich begleiten die Pionierpflanzen den Menschen seit Urzeiten. Sie dienen als Nahrung, Heil- und Zaubermittel.
Selbstbemächtigung = sich altes Wissen zunutze machen
Ich musste noch mal an die frische Luft, auch wenn’s fast dunkel war.
Mir gefällt diese Zeit, wenn es kalt und rauh wird. Es ist Zeit für innere Einkehr und Rückzug.
In der Nacht vom 31.10. zum 1.11. ist Samhain, ein Fest unserer keltischen Ahnen. Es wird das Ende der Erntezeit und der Beginn des Winters gefeiert. Das Vieh wurde von den Weiden in die Ställe getrieben und teilweise geschlachtet.
In dieser Nacht soll das Tor zur Anderswelt offen sein, so dass Tote, Geister und andere magische Wesen leichter in unsere Welt kommen können. Daher werden Lagerfeuer entzündet um den Weg zu weisen und als Wärmespender für die Feiernden. Essen wurde bereit gestellt, um die Wesen gnädig für die kommenden dunklen Tage zu stimmen.
Das katholische Fest Allerheiligen ist am 1. November. Hier wird der Heiligen (also den Menschen, die ihr Leben zur „Vollendung“ gebracht haben) gedacht über Gebete, Fürbitten und Rituale. Am 2. November ist Allerseelen, an diesem Tag gedenkt man der Toten.
Halloween ist wahrscheinlich ein Fest mit Einflüssen aus Samhain, Allerheiligen und Allerseelen. Eine These besagt, dass irische Einwanderer einstmals das Fest nach Amerika brachten.
Der enangelische Reformationstag passt auch gut, denn wenn das Alte sich verabschiedet, entsteht etwas Neues. Und trägt ein Stück vom Alten in sich.
Vielleicht werde ich morgen Abend ein Feuer entzünden, um mich vom Herbst zu verabschieden, um nachzudenken und das alte Neue (oder neue Alte) zu begrüßen.
Bei mir waren es eine Menge. Dafür bin ich dankbar.
Neben dem Tourismus leben die Menschen hier oben von der Milch- und Holzwirtschaft. Blumengeschückte Kruzifixe säumen die Wege.
Heute wollten wir es mal langsam angehen lassen. Einfach auf eine Bank setzen und die Aussicht in der Sonne genießen. Unser Ziel war die Bank von vorvorgestern (in der Nähe der Roaner Hütte). Die Bank war nur 250 Höhenmeter entfernt und in 1,5 Stunden erreicht. Da saßen wir auch eine Weile. So weit, so gut. Dann wollten wir nur mal schauen, was nach der nächsten Biege kommt: Ein Hinweisschild, runter nach Luttach in 1 Stunde und 40 Minuten! Das mit den 650 Höhenmetern haben wir ignoriert und verkannt.
Zunächst liefen wir einen schmalen, steilen und steinigen Waldpfad runter. Meine Beine zitterten ganz schön. Gut, dass mir mein Mann manchmal die Hand reichte. Einmal ist er ausgerutscht und setzte sich dabei auf den Hosenboden, es ist aber nix passiert.
Irgendwann atmeten wir auf, weil wir ein paar Häuser sahen und die Wege breiter wurden. Der Wegweiser führte uns quer über Weiden, ließ uns unter oder über Elektrozäune klettern und dann ging es wieder in den Wald. Ich sage Euch, der Weg war noch steiler und enger. Manchmal jammerte ich etwas. Aber was half es? Ich musste da durch. Zwischendurch zischte eine ca. 80jährige Dame an uns vorbei. Sie hatte zwei Wanderstöcke dabei und grüßte uns freundlich: „Immer schön langsam und vorsichtig!“ Weg war die Tiroler Berggemse! Es dauerte Ewigkeiten, bis die Wege breiter wurden und noch länger, bis wir die Bushaltestelle in Luttach erreichten. Von dort fuhren wir nach Sand und stiegen um in den Bus zu unserem Hotel.
Und dort wartete bereits die Sauna auf uns.😊
Über unseren Köpfen segelten die Paragleiter. Die meisten starteten am Speikboden.An den Kühen mussten wir dicht vorbeigehen. Die hat das aber nicht weiter gejuckt. Da unten ist Luttach. Die Kirchen sehen sich in der Gegend sehr ähnlich. Vielleicht waren die im Dutzend billiger?🤔 Was das für ein Raupe ist, weiß ich nicht.
Diese Tour war fast eine Nummer zu groß für uns. Wir sind aber kontinuierlich gelaufen, denn es gab nur den einen Weg für uns. Zurückgehen war keine Option. Am Ende waren wir stolz und glücklich, es geschafft zu haben.
An manchen Tagen überkommt mich ein ungeheurer Schaffensdrang. Ich bereite zum Beispiel einen Brotteig vor und dabei sehe ich alles Mögliche in der Küche rumstehen. Oder ich denke mir, dass heute ein guter Tag ist, um meine Kräuter zu verarbeiten.
Vor meinem geistigen Auge entsteht ein Plan (den ich manchmal aus den Augen verliere). Ich starte und dann kommt eins zum anderen. Zwischendurch räume ich auf und spüle, damit ich den Überblick behalte.
Am Wochenende wird Brot gebacken. Zunächst wird der Sauerteig vorbereitet. Und am nächsten Tag gebacken.Dann sehe ich die sehr reifen Bananen. Was hab‘ ich noch so alles im Vorratsschrank? Ok, ich backe ein Bananenbrot. Dabei kann ich auch die sau-bittere Schokolade verwursteln.Bananen- und Eierschalen sind gute Gartendünger. Deshalb werden sie getrocknet und anschließend im Hochbeet verteilt.Apropos Schalen … bei uns gibt es öfter frischen (Bio-) Orangensaft. Die Schalen kann man ebenfalls trockenen und weiterverarbeiten. Zum Beispiel kann man einen warmen Ölauszug machen. Das Orangenöl duftete herrlich, man könnte es zum Kochen oder im Salat verwenden, theoretisch. Ich verrate Euch nicht, dass mir der Glasboden im Wasserbad gekracht ist und ich die ganze Suppe entsorgen musste.Mit dem Schalenabrieb mixe ich einen Orangenzucker. Ich trockne ihn im Ofen und habe jetzt ein paar schöne Weihnachtsgeschenke. Da fällt mir ein: Wenn ich schon am Mixen bin und die Reibe auch im Gebrauch ist, stelle ich noch eben ein Salz mit Rosmarin und (Bio-) Zitronenabrieb her. Wieder ein paar Geschenke.Tomate frito: Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer anbraten und mit einem Telöffel Honig karamelisieren. Paprika und Chillies mit anbraten, Tomaten und Lorbeerblätter dazugeben. Einkochen lassen, salzen. Alles durch ein Sieb (flotte Lotte) passieren. Weiterverwenden oder heiß ins Schraubglas füllen. Hält lange. Eigentlich hatte ich zwei Tage rumgewerkelt und keine Lust mehr … Die Tomaten waren wirklich überreif. Ok, da gibt es doch diese leckere spanische Tomatensoße ‚Tomate Frita‘. Dank Google fand ich ein passendes Rezept. Nachdem die Soße fertig war, verwandelte ich sie gleich in eine cremige Tomatensuppe. Ein kleines Gläschen der gebratenen Tomate konnte ich geradeso retten.
Habe ich Zeit für diese Küchenaktionen, verarbeite ich so ziemlich alles, was mir zwischen die Finger kommt. Die Kerne der Orangen präparierte ich übrigens zum Keimen. Ich möchte ein paar Orangenbäumchen ziehen. Davon berichte ich extra.
Ich liebe Kochrezepte! Einiges übernehme ich, und einiges wird abgewandelt. Mit der Küchenwaage arbeite ich eher selten. So wird jedes Gericht etwas anders, aber immer mit meiner unvergleichlichen ‚Moni-Note‘. Manchmal geht was schief, ich muss z.B. beim Salzen vorsichtiger werden. Ich probiere und mache meine Erfahrungen. Aus Fehlern lerne ich, das ist ja der Sinn von Fehlern.
Kürzlich sprach mich ein Arbeitskollege an, ich solle doch auch mal an mich denken, z.B. einen Schönheitstag einlegen, mit Haarkur, Gesichtsmaske, Gurken auf den Auge usw. Aber mal ehrlich, so was mache ich im Schnelldurchlauf. Darin finde ich keine Befriedigung.
Mit diesen Wurschtelaktionen komme ich so richtig in Fahrt, auch wenn mir manchmal die Zeit wegrennt. Mich erdet diese Arbeit und ich bin im Flow. Hinterher bin ich k.o., aber glücklich. Ich war kreativ und habe etwas geschaffen.
Heute war nichts normal. Unseren jüngsten Sohn zieht es in die Welt. Wir begleiteten ihn noch ein Stück und ließen ihn dann gehen, also fliegen. Auf dem Weg zum Flughafen und später in der Stadt zeigte es sich: Die Pandemie scheint vorbei zu sein. Es ist gefühlt mehr los als vor Corona. Durch die Straßen quälen sich die Autos langsam durch. Wohin eigentlich? Leider war das Wetter recht trüb – wie passend. Beim Suchen nach einer Outdoorjacke in einem großen Kaufhaus in der Innenstadt ging meine Laune noch mehr den Bach runter, weil es in meiner Größe nur Zelt-Verschnitte gab. Ich hab‘ dann was in der Herrenabteilung gefunden, in einem leuchtenden Orange. Damit man mich besser findet, falls ich mal in eine Felsspalte lande. Das nur am Rande. Heute konnte ich mich mit Frankfurt nicht so richtig anfreunden, was sicher an meiner Stimmung lag.
Merklich besser ging es mir in der Kleinmarkthalle. Hier kann man ein Fest der Sinne feiern. Es gibt so viel zu sehen, riechen und schmecken.
Am Ende des Tages sind wir mit einigen Häppchen oben beim Weinstand gelandet und plauderten mit Bekannten, die wir zufällig trafen. Das war schön.
Jetzt sitze ich im Garten mit einem frischen Kräutertee. Bin froh, wieder zuhause zu sein. Hier denke ich nach und kann den Tag (und was dahinter steckt) in Ruhe verarbeiten.
Oft sind es die selben Wege, die ich laufe, oft ähneln sich meine Fotomotive, und doch unterscheidet sich die Landschaft von Tag zu Tag.
Ändere ich ein klein wenig den Blickwinkel, eröffnen sich neue Perspektiven.
Lege ich den Fokus auf Kleinigkeiten, sehe ich die Schönheit im Detail.
Schweift mein Blick in die Weite, erkenne ich, dass das große Ganze von all den Kleinigkeiten um uns herum gebildet wird.
Weites Land Gelbe KraftLeuchtpunkteMagische OrteGefiederMeine Heimat, vertraut und geliebt
Bin ich draußen, nehme ich unweigerlich Kontakt mit dem Ort auf. In meinen Bildern packe ich meine eigenen Gefühle und Gedanken dazu. Wer meine Bilder anschaut, betrachtet sie also ein Stück weit aus meinen Augen.
Selbstbemächtigung = die eigene Sichtweise erkennen.
Egal, welches Wetter es ist, der Hund braucht Bewegung (ich übrigens auch). Also wird Rusty geschnappt und raus geht’s. Wenn es so richtig schüttet, setze ich bestimmt keinen Fuß vor die Tür. Allerdings warte ich nicht jede Wolke ab, sonst würde ich bei der momentanen Wetterlage nie wegkommen.
Streifzüge durch Rodheims Gärten. Der Baum oben links trug letztes Jahr noch Laub und Früchte. Ich hielt den Stamm mit beiden Händen und hatte das Gefühl, dass noch Leben in ihm steckt. Gassigehen mit Rusty eröffnet mir die Möglichkeit, in der Natur zu sein.Noch ’ne schnelle Abendrunde, bevor es wieder schauert: Richtung Alter Berg und im Westen der Winterstein in Wolken. An einem Tag liefen Rusty, meine Freundin und ich zum Beinatz-Wald … Zunächst genossen wir den Weitblick in die Wetterau … Es tröpfelte erst ganz seicht … wir stellten uns am Waldrand unter und warteten … ich hatte in meinem Gottvertrauen weder eine Jacke noch einen Schirm dabei … Meine Freundin war mit ihrer rosa Regenjacke besser ausgerüstet …Die Rettung: Es regnete stärker und wir suchten Schutz im Wald. Rodheim im Dampf Wir liefen durch feuchte Wiesen und hohes Gras und versuchten, den besten Weg zurückzufinden. Es zog sich etwas und war etwas „abenteuerlich“. Zum Schluss kam sogar die Sonne heraus. 🌞
Am Ende des Spaziergangs war ich gut durchweicht. Rusty ebenso, zumal er sich noch im nassen Gras wälzen musste. Ich konnte mich gerade noch beherrschen, es ihm nachzutun. Ich beschloss, das Beste aus der Situation zu machen frei nach dem Motto: „Bevor ich mich aufrege, ist es mir lieber egal.“ Ganz bewusst nahm ich wahr, wie das Wasser langsam meine Kleidung durchsickerte. Etwas frisch war es schon. Ändern konnte ich aber nichts. Als ich das verstand und akzeptierte, war es gar nicht mehr so schlimm. Im Gegenteil: Ich fühlte mich mehr denn je als ein Teil der Natur. Tatsächlich konnte ich den Spaziergang genießen und entspannt und gut gelaunt zurückkehren.
Wir haben die Wahl, wie wir mit den Gegebenheiten umgehen. Selbstbemächtigung bedeutet: Überdenke die Situation, in der Du gerade steckst. Kannst Du etwas im außen ändern? Ist das überhaupt notwendig? Bevor Du handelst, könntest Du zunächst Deine Haltung dazu überprüfen und korrigieren. Das ist innere Freiheit.
Ich war gefangen in einem Käfig aus Schmerz. Wochenlang hatte ich mit einem entzündeten Zahn zu tun. Ich versuchte alles Mögliche: Ich war bei zwei verschiedenen Zahnärzten, habe Kügelchen genommen, Kräuterspülungen und -tees zubereitet und Energien ausgeleitet.
Es hat nichts genutzt. Die Schmerzen kamen immer wieder und nur mit Ibu und Antibiose war es einigermaßen erträglich. Jetzt hab‘ ich ihn mir ziehen lassen. Ich bin traurig und wund. Dieser Backenzahn hat mich immerhin knapp 50 Jahre meines Lebens treu begleitet.
An diesem Abend komme ich das erste Mal seit längerer Zeit zu mir. Ich bereite mir einen Kräutertee aus Salbei, Ysop, Cistrose, Holunderblüten, Melisse zu und verräuchere Beifuß um die trüben Gedanken loszuwerden.
Die Teemischung habe ich mir intuitiv zusammengestellt. Das mache ich mit dem Neigetest, das ist ein Tool aus der Kinesiologie.
Gerade eben fand ich etwas Interessantes über den Ysop: „Ysopwasser im Mund gehalten/ vertreibet das Zahnwehe/ so von Kälte verursacht wird.“ Tabernaemontanus (1522-1590) in seinem „New Kreuterbuch“ (1588)
Also hat mich meine Intuition wohl richtig geleitet.
Ich werde noch ein wenig in mich gehen und den Schmerz entlassen.