Gestern Mittag war Vollmond und gleichzeitig Mondfinsternis. Zudem läuft der Mond näher als sonst an der Erde vorbei, daher wirkt er größer. Das liegt daran, dass der Mond elyptisch um die Erde verläuft. Außerdem war er rötlich eingefärbt, dieses Phänomen nennt man auch Blutmond. Es entsteht nur bei Vollmond und wenn sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt.
Der Vollmond hat für mich große Anziehungskraft- meistens bin ich aufgekratzt und habe intensive Träume. Oder ich kann gar nicht erst schlafen. Dann nutze ich die Zeit zur Meditation. So wie jetzt gleich.
In Dörnigheim am Mainufer und auf den angrenzenden Wiesen wachsen unzählige Pflanzen. Früher hatte ich für die Vielfalt kein Auge. Heute gehe mit Kamera BestimmungsApp (PlantNet) auf die Pirsch. Zuhause informiere ich mich über die Pflanzen und versuche, mir das zu merken. Hier meine Auswahl:
Bäume und Hecken
Dort wo der Hollerbusch wächst, ist Frau Holle, die Erdmutter, nicht weit. Der Baum ist der Sitz der Patronin der Spinner*innen und Kinder. Sie ist die Schutzgöttin der Unterwelt. Früher hat man Opfergaben für Frau Holle unter einen Holunderbusch gelegt. Ein Holunderstrauch birgt den Zugang zur Unterwelt. Manchmal verschwinden Menschen (besonders Kinder, die Schutz benötigen) in der Nähe … Das Märchen „Frau Holle“ bekommt mit diesem Wissen eine tiefere Bedeutung. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort Holuntar (Holun = hohl, heilig, günstig, gnädig) ab. Der Holunderbaum gilt als Bauernapotheke, da Blätter, Blüten und Früchte große Heilkräfte (entwässernd, entzündungshemmend, gegen Rheuma, Infektionen …) haben und als Nahrungsmittel dienen. Hat man einen Holunder im Garten, gilt das als Segen. Fällt man ihn jedoch, muss man mit dem Zorn von Frau Holle rechnen.Das ist die Linde in Dörnigheims alten Dorf. Die Menschen haben seit jeher eine enge, emotionale Bindung zur Linde. Der Lindenbaum ist mit unserem kulturellen und mystischen Leben verbunden als Dorflinde, Tanzlinde, Kirchlinde, Burgbaum, Heiligenbaum oder als Hausbaum.Die WinterlindeDiese riesige Lärche (Larix decidua) überragt ein kleines Haus in der Nähe vom Main. Lärchen können bis zu 50 m hoch werden. Sie sind besondere Kieferngewächse, die im Winter ihre Nadeln verlieren. Ihr Holz gilt als das härteste der Nadelgehölze.In der Mythologie gilt die Kirsche als Mondbaum. Er symbolisiert den Zyklus von Leben und Tod.Den Feldahorn findet man meist als Heckenpflanze, an Feld- und Waldrändern, an Flußläufen oder im Garten. Er ist eine der drei heimischen Ahornsorten (neben dem Berg- und Spitzahorn). Die zarten Blätter des jungen Maßholders kann man als Gemüse, Salate oder Suppenbeilagen verwenden. Wenn man eigene gesunde Pflanzen hat, kann man den Baum vorsichtig anbohren und den süßen Saft gewinnen. Verwenden kann man die Blätter, Keimlinge und Blüten. Die Heilwikung des Ahorns ist entzündungshemmend und blutdrucksenkend bei Blutergüssen, Fieber, Insektenstichen, Gicht, Reuma.Die dunkelroten Beeren sind wie Trauben angeordnet, daher die Bezeichnung Traubenkirsche. Die Beeren kann man als Fruchtmus verarbeiten. Die Kerne sollte man nicht mitessen, da sie einen kleinen Blausäureanteil haben.Die Weidenrinde enthält Salicin, welches Bestandteil von Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist. Als Heilpflanze wird die Weide daher gegen Schmerzen, Fieber und Gicht verwendet.Die Heckenkirsche (Lonícera xylósteum) mit ihren hellroten, glasigen Beeren, dient als Weide für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und als Nahrungsquelle für Vögel. Für den Menschen ist sie giftig.Die Haselnuss (Corylus avellana), Birkengewächs, galt in der Mythologie als Abwehrmittel gegen böse Geister und Hexen und wurde als Blitzableiter gepflanzt.
Kräuter
Innerlich als Tee zur Behandlung von Magen-, Darm-, Hautkrankheiten. Äußerlich als Tinktur bei Zeckenstichen und zur Stärkung der „Manneskraft“.Die Blätter kamen man gut als Würzkraut nutzen. Wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt, duftet es leicht nach Knoblauch.Der Wiesensalbei hat ähnliche Wirkstoffe wie der Gartensalbei, allerdings soll er milder wirken. Mir gefällt der wilde Milde aber viel besser.Wusstet Ihr es? Kerbel ist ein Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße.
Die Mainauen sind ein Grüngürtel entlang des Mains. Sie gelten als Schutzgebiet für Flora und Fauna und dienen als Naherholungsgebiet für uns Menschen. Außerdem kann sich hier der Fluß ausdehnen, wenn er über die Ufer tritt. Von der Stadt Maintal wurden Renaturierungsprojekte initiiert, z.B. am alten Sportfeld und der Frauenhain.
Da wir momentan noch nicht raus können in die Welt, erweitere ich meinen Horizont und schaue mir meine Umgebung ganz genau an. Es ist aufregend, ins Detail zu gehen und das Leben (neu) zu entdecken.
An freien Tagen ist die Küche mein Revier. Ich liebe es, zu schnippeln, brutzeln und zu backen. Aus den Kräutern und Blüten stelle ich Ölauszüge und Tinkturen her. Oder bereite eine Salbe vor.
Ölauszüge: Kräuter werden langsam bis maximal 70°C in Olivenöl erwärmt und noch ein paar Tage ziehen gelassen. Bei Ölauszügen werden die fettlöslichen Bestandteile der Pflanze ausgezogen, dann abgeseiht. Tinkturen: Weiche Kräuter werden mit ca. 40%igen Alkohol im Schraubglas angesetzt und über 4-6 Wochen ausgezogen, dann abgeseiht. Bei Tinkturen werden die wasserlöslichen Bestandteile aus der Pflanze gezogen.Natron oder Bittersalz feinmörsern und die getrockneten Löwenzahnblüten dazugeben und so lange zerstoßen, bis alles pulverisiert ist. Später wird es ins warme Cremegemisch eingerührt – ergibt eine Creme gegen rissige Hände.Beim Brot nehme ich gerne eine Mischung aus verschiedenen Vollkornmehlen, Wasser, Salz und Sauerteig. Seinen guten Geschmack erhält das Brot vom liebevollen Falten, von Wärme und von Kälte und natürlich den Zutaten. Ein gutes Brot braucht einen ganzen Tag. Für unser Familienessen gibt’s ein ofenwarmes Brot mit Butter, Salat aus Spitzkohlstreifen, Romana und einer Dressing mit Creme fraiche. Dazu Ofen-Paprika-Gemüse mit Olivenöl und Fleur de Sel. 😋 Und weils ein besonderer Tag ist, werden Lammspieße vom Grill serviert.
Angeregt durch meine Kräuterfrau-Ausbildung, laufe ich mit offenen Augen durch die Natur und sammele Kräuter, Blüten und Blätter von verschiedenen Bäumen. Meist trockne ich ich erstmal meine Beute und verarbeite sie an diesen besonderen Tagen.
Wenn’s ums Kochen und Backen geht, hab‘ ich meistens verschiedenen Mehl- und Gemüsesorten und andere Zutaten vorrätig. So kann ich nach neuen Rezepten schauen oder mir selbst was ausdenken.
Ich liebe diese Tage. Ich starte erst, wenn die Küche „ordentlich“ ist. Zwischendurch spüle ich, so dass meine Männer keine Krise bekommen, wenn sie nach der Mahlzeit aufräumen dürfen. 🙄
Wie gut, dass das Wetter gehalten hat. So konnten wir nachmittags grillen und den Garten genießen. Und wenn ich mich so umschaue, sehe ich, dass einiges zu tun ist. Garten halt. Die Männer schauen Fußball und ich werkele noch ein wenig im Hochbeet.
Unterm KirschbaumSchlüsselblume, Aster, Pfingstrose, PrimelAroniastrauch, Gämswurz, Margerite Riesenlauch (Allium Giganteum)Mein Kräutergarten mit Bohnenkraut, Rhabarber, Beifuß, Thymian, Gundermann, Pimpinelle, Sauerampfer, Gänseblümchen, Minze, Zitronenmelisse, Malve, Schnittlauch, Petersilie, Cistrose, Frauenmantel, Lungenkraut, Boretsch, Rukola, Salbei, … und dazwischen ein paar Erdbeeren. Ach ja, ein paar Kartoffeln sind auch noch unter der Erde.Nach getaner Arbeit sitze ich ganz ruhig, eingemümmelt in einer Decke, und lasse die Gedanken schweifen.
Die Sonne schien ab und zu und unsere Reiselust war groß. Da haben wir uns eben dick eingemümmelt, die „Kolter“ über die Knie gezogen und ein paar Kleinigkeiten zum Schnabulieren eingepackt. Los ging es Richtung Vogelsberg. Unterwegs hatten wir viele schöne Aussichten, die ich einfach nur in mich eingesogen habe.
Vorbei an hübschen Städtchen z.B. Ortenberg …… und blühenden Rapsfeldern
Ein Teil der Rückfahrt ging über die Autobahn. Also wurde das Verdeck zugeklappt und die Heizung angemacht. Das war ein schöner Moment, als die Knochen so langsam wieder auftauten.
Heute Abend gibt’s Besuch. Für mich die passende Gelegenheit, aus meinen Vorräten etwas Nettes zu zaubern.
Damit wir gut in die Gänge kommen, gibt es zunächst einen vitalisierenden Morgentrunk aus Karotten, Clementinen, Gurken,Orangen, Bananen und Zitronensaft.
Gestärkt ans Werk! Frisches Brot geht immer – dann setze ich mal eben den Teig an …
Mist! Der Sauerteig ist gekippt. Dann muss halt die Backmischung herhalten. Die Zutaten sind ok. Ich pepp noch etwas auf mit einen Schuss Olivenöl und ’ner Prise Salz.Die Beschreibung sieht vor, dass man den Teig nur 45 Minuten gehen lässt und dann backt. Nicht mit mir! Der Teig wird im Abstand von 45 Minuten 3x liebevoll gefaltet und immer wieder warm gestellt. Danach ruht er noch mal 30 Minuten kühl und geht auf wie ein Kreppel – was für ein Oschi! Und das Ergebniss ist super lecker.
„Kall, mach‘ Wasser in die Supp‘! Mir krieje Gäst‘.“
Also, Rindfleischsuppe wollte ich eh machen. Damit es reicht, kommen noch ein paar Kartoffeln mit rein (und e bissi mehr Wasser😇):
Kennt Ihr den Trick mit der Zwiebel? Laut meiner Oma sorgt eine ganze Zwiebel in der Suppe für einen guten Geschmack und für eine schöne Farbe, das läge an der Schale. Ansonsten habe ich folgendes verkocht: Rindergulasch (ist schön praktisch weil es schon geschnitten ist), Markklößchen, Kartoffeln, Sellerie, Bohnen, Karotten, Porree, Suppengewürz, Muskatnuss und Wasser. Hier seht Ihr den Rest der Suppe. Sie kam gut an. Freu!
Ein Nachtisch gehört dazu!
Was hab‘ ich zuhause? Also gibt’s Vanillepudding (Milch, Stärke, Zucker) mit Roter Grütze (Tk-Beeren, Zucker, Stärke).
Der Tag ist vorbei, ich habe geschnippelt gekocht, gebacken und alles wieder aufgeräumt. Der Besuch ist gegangen. Wir hatten einen wunderbaren Abend mit schönen Gesprächen und einer einfachen Mahlzeit. Der Sekt dazu war auch sehr fein. Ich bin groggy, aber komplett zufrieden.
Kennt Ihr das kleine Land bei Bergen? Ihr braucht nur etwas Mut und Fantasie, wenn Ihr verzaubert werden möchtet.
Gleich am Anfang begrüßte uns der weise Schrat und erklärte mit strenger Mine die Regeln: „Lauft langsam. Öffnet Eure Augen. Fühlt den Wind. Riecht den Duft. Schaut, aber mischt Euch nicht ein. Lasst die anderen ihr Tagwerk tun. Ihr dürft nur den einen Weg gehen – nämlich Euren. Und ganz wichtig: Vertraut! Dann wird Euch Schönes widerfahren.“Mit klopfenden Herzen gingen wir durch das Tor der schwarzen Dornen. Es raschelte und klapperte und wir hörten genau zu: „Wir sind wehrhafte Beschützer der Felder und Weiden und allem, was da lebt. Seid achtsam mit der Natur!“ Die Knospen wisperten uns zu: „Schaut, wie perfekt wir sind. Wir tragen bereits alles in uns.“ Als Beweis verströmen sie einen milden Duft.Frische Böen fegten uns zwischen die Beine und trieben uns den Berg hoch. „Ha, ha, versucht mal auf dem Weg zu bleiben!“ Wir lachten zurück und liefen einfach weiter, denn wir waren stärker als der Wind.Ungeahntes weites Land zeigte seine raue Schöheit. Wir atmeten tief ein und dabei öffnete sich unser Herz.Oben auf dem Berger Berg empfing uns die kluge Pferdedame Charlotte: „Ihr dürft mich gerne streicheln, das mag ich wirklich sehr. Aber passt auf mein Pony auf, ich komm‘ gerade vom Friseur!“ Erst zaghaft, dann immer mutiger, ließen wir uns auf die Nähe ein. Es war unglaublich: Jede zärtliche Berührung kam doppelt zu uns zurück. Wir verabschiedeten uns von Charlotte und beobachteten, wie fleißige Wichtelmänner die Strohhalme rollten. Die mächtige Strobe weit hinten rief uns zu: „Geht weiter, lasst sie in Ruh‘ ihr Tagwerk tun!“Die beiden Sträucher standen ganz nah am Weg: „Was meint Ihr, wer wir sind? Das weiß doch jedes Kind. Im Herbst, wenn wir unsre Früchte tragen, könnt Ihr erneut uns fragen. Aber jetzt geht. Es dämmert schon, wie Ihr seht.“
Als wir beim Auto waren, drehten wir uns noch einmal um. Ein sanfter Schleier umhüllte das Land. Und oben blinkte ein Stern: „Behaltet uns in Euren Herzen. Erinnert Euch. Folgt Eurem Weg nun ohne Schmerzen. Besucht uns wieder. Jederzeit. Dann halten wir für Euch die Früchte bereit!“
In unzähligen Geschichten tauchen die Zwerge auf als fleißige Helferlein, kleine Bösewichte oder listige Kerle. Mit der Zeit vermischte sich das Bild der legendären Hausgeister mit dem der Zipfelmützen tragenden Bergleute:
Besuch der Feengrotte in Saalfeld/Thüringen
Eigentlich wurde hier seit dem 16. Jahrhundert weicher Schiefer abgebaut. Aus diesem ließen sich leicht Alaunsalze lösen. Diese wurden fürs Gerben verwendet und sind in der Heilkunde als Blutstiller bekannt. Die Schutzpatronin der Bergleute ist die heilige Barbara. Und das Licht ist für die Bergmänner lebenswichtig.
12 Stunden mussten die armen Kerle nur mit einem Kienspan beleuchtet im Berg bleiben. Daher litten sie oft unter Vitamin-D-Mangel und das ließ die Männer/Kinder nicht richtig wachsen. Das Wort Zwerg kommt von „zu wenig Licht“. Die Bergleute trugen tatsächlich Zipfelmützen, die sie oben mit Wolle oder Stroh ausstopften, um sich im Stollen nicht den Kopf anzuhauen.
Heute ist die Grotte eine touristische Attraktion, da die gelösten Elemente (Phosphor, Eisen, Schwefel) schneller zu Tropfsteingebilden wachsen als Kalk. Diese Gebilde verwandeln die Höhlen in eine märchenhafte Welt.
Unsere Tour durch den Berg ging ca. eine Stunde und wurde fachkundig begleitet. Anschließend konnte man sein Wissen im Museum vertiefen und/oder mit Kindern einige Attraktionen in Angriff nehmen. Das wollten wir dann aber doch nicht. Ach ja … genug Tünnef gab es auch noch zu kaufen. Ich hab‘ ihn lieber fotografiert.
Selbstbemächtigung = die Geschichte unserer Vorfahren ergründen