Pülverchen

Was mache ich nur mit den vielen Orangenschalen und Hagebutten?

Orange macht glücklich

Trocknen Am besten geht das im Ofen oder auf der Heizung. Oder im Dörrautomat. Wenn die Schalen noch weich sind, können sie auch aufgefädelt und an einem trockenen Platz aufgehängt werden.

Zerbröseln und zerkleinern Was für eine Heidenarbeit!

Die Hagebutten wurden zunächst gemörsert. Dabei versuchte ich, die kleinen „Juckhäarchen“ rauszufiltern. Anschließend kamen Kerne und Schalen in die Mühle. Ich musste gut darauf achten, dass die Mühle nicht heißlief. Es hat lange gedauert, bis ich mit der Körnung zufrieden war.

Bereits unsere Vorfahren wussten seit Jahrtausenden um die Haltbarmachung von Naturprodukten durch Trocknung und Pulverisierung. Ist die mühsame Prozedur abgeschlossen, kann man das Pulver schnell nutzen.

Die Orangenschalen ließen sich nicht gut auseinanderbrechen, das anschließende Zermahlen ging dann aber einfacher.

Wo kann man die Pülverchen einsetzen? Zum Verfeinern von Dressings und Soßen oder als Vitaminspender übers Müsli, in Smoothies und in den Tee. Auch möchte ich demnächst Kräuterbonbons herstellen … Ich werde es ausprobieren.

Die Schalen der Orangen und der Hagebutten enthalten die Farbstoffe Carotinoide. Diese sorgen für die Orange- und Gelbfärbung von Nahrungsmitteln. Immunsystem, Verdauung und Stoffwechsel werden durch sie stimuliert. Auch sagt man ihnen eine krebsvorbeugende Wirkung nach, vor allem im Bereich der Lungen. Pflanzenfarbstoffe werden für die Abwehr von Fraßfeinden gebildet und für ihren Stoffwechsel sowie zur Unterstützung der Photosynthese. Diese Mechanismen kann man mitessen und sie zeigen beim Menschen Wirkung.

Schalen und Kerne der Orangen und Hagebutten beinhalten zudem viel Vitamin C, Kalium und eine große Palette an anderen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ätherische Öle in den Früchten sorgen für Wohlbefinden, Beruhigung und somit für den Abbau von Stress.

Die enthaltenen Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die die Oxidation anderer Substanzen verlangsamen bzw. verhindern. Sie neutralisieren sogenannte „freie Radikale“ und sollen somit zu einem verminderten Krankheits­risiko beitragen. „Oxidativer Stress“ bedeutet, dass die Körperzellen durch Oxidation belastet werden, d.h. die Zellen altern, sterben ab oder sind tumoranfällig.

Also liebe Leute, verwertet die Schalen und Kerne der Früchte! Sie sind teilweise gehaltvoller als das Fruchfleisch selbst. Fruchtschalen werden durch die Trocknung haltbar gemacht und können gerade in der kalten Jahreszeit unser Immunsystem boostern! Man kann sie auch als Tinkturen oder Ölauszüge ansetzen. Eurer Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. 😃

Selbstbemächtigung = Pülverkens für die Gesundheit nutzen

Gartenarbeiten im Winter

Gartenarbeit im Winter – da ruht doch alles?

Es gibt tatsächlich Einiges zu tun! So habe ich die letzten Wochen Kleinigkeiten im Garten erledigt. Ich weiß, ich bin spät dran dieses Jahr. Da glaube ich gern Marie von „Wurzelwerk“, dass es auch im Winter Wachstum gibt. Es wächst halt ein bisserl langsamer. Auf YouTube habe ich zwei Garten-Kanäle abonniert, die, wie ich finde, gute Tipps liefern. Unten findet Ihr die entsprechenden Links.

Was auch jetzt noch getan werden kann:

  • Den Rasen vom Laub befeien und kalken – hilft gegen Vermosung.
  • Blätter „vermulchen“ – Mulch ist gut als Schutz vor Kälte/Hitze und Bodenkorrosion und zugleich düngen die Blätter, d.h. durch ihren Verfall werden Nährstoffe freigesetzt, die in den Boden gelangen.
  • Beim letzten Rasenmähen verwendeten wir das gesamte zerkleinerte Laub mit dem Rasenschnitt als Mulch für die Beete und Töpfe.
  • Einen Igelschutz herrichten – bietet nicht nur Igeln, sondern auch Insekten und Kleinstlebewesen, Unterschlupf.
Unser Rasen bekommt wenig Sonne ab und ist im Winter sehr nass und lehmig – vielleicht kann man ihn noch drainagieren? Mir war die Arbeit körperlich zu schwer. Ich mache mich mal kundig, wer mir wie helfen kann. Die Topfblümchen werden mit Blättern gemulcht. Unten Links ist das Igelhäuschen. Vielleicht findet noch ein Tierchen Unterschlupf.
  • Weihnachtsbaum in einen größeren Behälter umtopfen
Bin gespannt, ob der Baum anwächst, es waren fast alle Wurzeln gekappt. Von unten nach oben habe ich geschichtet: Tonscherben für die Drainage, Laub, wegen der Nährstoffe und Pilze, Lehm, Blumenerde und Sand. Alles wurde gut angedrückt und mit einem Gießring versehen. Als Abschluss + Schutz verwendete ich Rindenmulch. Anschließend wurde der Baum tüchtig gegossen – „Nordmanntannen saufen wie die Kamele“, so spricht der Gartencoach. (Ich sollte noch einen Untersetzer besorgen.)
Weihnachtsdekoration
  • Vogelstationen bauen
„Upcycling“ Für die Häuschen gehen Tetrapacks oder andere festere Behälter.
  • Hochbeet „bestücken“ und winterfit machen
Leider werden die Bretter schon marode. Es wird zeitnah repariert. Zur Entlastung schob ich dort die Erde weg. Das Beet wurde gereinigt, mit Erde aufgeschüttet und mit mineralstoffreichem Urgestein untermischt. Der Lauch kümmerte den Sommer über vor sich hin. Vielleicht tut sich noch was im Winter? In die Reihen kamen Knoblauch, Zwiebel, Feldsalat, Portulak. Eine Abdeckung aus Jute schützt vor Kälte und Saaträuber.
  • Frühbeet sichern und einsäen
Das Frühbeet steht jetzt unter der Außentreppe. Den Boden legte ich mit dicker Pappe aus. Die Pflanzkästen wurden mit einer Mischung aus Blumenerde, Sand und Urgestein befüllt. Eingesät habe ich Batavia, Feldsalat, Spinat, Radies. Etwas Stroh dient als Wärmeschutz. Unter die schützende Treppe kamen die Container mit Lauch und Geranien, Astern.
  • Kartoffeln setzen
Meine gekeimten Kartoffeln setze ich in einen Blumenbehälter: Als Drainage dient „nicht klumpendes“ Katzenstreu. Darüber kommt eine Schicht Laub als Dünger, mit einer dünnen Schicht Blumenerde. Die Kartoffeln werden aufgelegt und mit Erde bedeckt. Später, wenn das Grün heraustreibt, kommt je nach Wachstum Erde oben drauf. Das nennt man „häufeln“. Den Bottich stelle ich an einen sonnigen Platz am Haus, bei Kälte schütze ich mit einem Flies und versetze den Behälter unter die Außentreppe.
  • Blumenzwiebeln in die Erde bringen
Wie reizvoll ist es doch, wenn im Frühling die ersten Zwiebelblumen blühen! So hab‘ ich noch ein paar Zwiebeln* und Knollen* im Garten verteilt. Zierlauch und Narzissen müssen ca. 10 cm tief in die Erde, Hyazinthen nur 5 cm.
Das Saatgut* besorgte ich im Gartencenter, die Zwiebeln* waren auf einen Euro pro Beutel heruntergesetzt. Wer setzt auch jetzt noch Zwiebel?

Wichtig fürs Keimen und Überleben der Pflanzen

  • Keine Staunässe! Für Abfließen des überschüssigen Wassers sorgen: Löcher im Topfboden, Untersetzer, für Drainage sorgen mit Tonscherben, Basalt, Lavasteinen etc. (ggf. Sand unter die Erde mischen)
  • Gut gießen! Der Tod des Wintergemüses ist das Austrocknen
  • Flies/Jute als Kälteschutz
  • manche Pflanzen benötigen eine leichte Düngung
  • Gefrorenes Gemüse nicht ernten! Sonst bleibt es schlapp. Lieber warten mit dem Ernten, bis die Pflanze sich alleine regeneriert hat, z.B. an einem milden Wintertag.
  • Den Boden vor Erosionen schützen! Das geht mit Gründünger, Blättern, Stroh, Kompost.
  • Aufs Umgraben weitestgehend verzichten! Ausnahme: sehr schwere Lehmböden. Früher hat man den Garten im Herbst oder Frühjahr umgegraben, das war Gesetz. Heute weiß man, dass das eher schadet als nutzt. Denn das natürliche Zusammenspiel des Bodens und der kleinen Lebewesen darin wird unterbrochen. Der Boden kann als Folge davon abgetragen werden und austocknen/aushungern. Aus dem gleichen Grund sollte man den Boden nicht „blank“ lassen, das kommt in der freien Natur ja auch nicht vor.

Ich habe schon länger einen Garten, aber außer Kräutern, Blumen und „Schau“-Kartoffeln, -Tomaten, -Erdbeeren für meine Kinder hatte ich nie die Muße, Gemüse zu pflanzen. Wenn, dann machte ich so ziemlich alle Fehler, die man machen kann. Ich bin also eine blutige Anfängerin und werde dokumentieren, was gelingt und was nicht.

Mein Anliegen ist es, mich ein Stück weit selbst zu versorgen und dabei ökologisch und nachhaltig zu arbeiten. Da ich berufstätig bin, muss ich schauen, wie ich das zeitsparend schaffe. Und Spaß sollte die Sache sowieso machen.

Update nach ca. 20 Tagen:

Es wächst! Feldsalat, Portulak, Batavia, Spinat und Radies sind draußen, Kartoffeln und Knoblauch sprießen ebenso. Die meisten Tage waren mild und regnerisch. Momentan bewegen sich die Temperaturen Richtung Null, dafür scheint die Sonne.

Update/März

Schaut mal, meine Kartoffeln: Sie stehen geschützt unter der Außentreppe und werden bei Kälte mit einem Juteflies abgedeckt. Bei milden Temperaturen mache ich das Flies runter. Sobald das Kraut etwas höher wächst, „häufele“ ich etwas Erde darüber, dass die Kartoffel mehr Standfestigkeit erlangt.

Selbstbemächtigung = „natürlich“ leben

Links*

*Die Produkte und Links bewerbe ich unbezahlt.

Schinkennudeln

Schnelles Resteessen

Mein Papa „erbte“ das Grundrezept von seiner Mutter und hat es immer mehr verfeinert. Meine Kinder und ich essen diesen Auflauf sehr gerne, wir passen es oft dem an, was gerade im Haus ist. Es gibt wenig Maßangaben, wir kochen intuitiv.

Quark-Käse-Masse: Quark, geriebenen Käse (z.B. Gouda), Schmand (oder Creme Fraiche, Saure Sahne), 1 Ei oder zwei, etwas Sahne oder Olivenöl, viel Oregano, viel Knoblauch, wenig Salz oder Sojasoße, etwas Schärfe (z.B. Chillies).

Gekochte Nudeln, Bauchspeckwürfel (oder geräucherten Schinken), Quark-Käse-Masse ca. 30 Minuten abgedeckt bei 180°C backen, ohne Deckel noch mal ca. 15 Minuten bräunen. Mit Salat sevieren.😋

Selbstbemächtigung = (Koch-)Traditionen wahren

Essig selber machen

Wusstet Ihr, wie einfach es ist, einen bekömmlichen, vitaminreichen Essig selbst herzustellen?

Wir kennen meist den Apfelessig, der ein wahres Wunderelexier sein soll. Er sorgt für straffe Haut, glänzendes Haar, soll beim Abnehmen helfen und die Immunabwehr unterstützen. Zudem ist Essig eine gute Salat- und Gemüsewürze. Und es gibt eine Kultur der Trinkessige. Ich schätze, dass jeder Fruchtessig diese positiven Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten hat.

Für einen guten Essig braucht man tatsächlich nur Bio-Obst und Wasser. Um die alkoholische Gärung voranzutreiben, kann man etwas Zucker hinzugeben.

Mein erster Essig! Ich nutze unsere „Orangen-Abfälle“, da wir die Bio-Früchte direkt aus Spanien beziehen für unseren täglichen Saft. Vom Obst kann man fast alles verwerten: Schale, Frucht, Gehäuse. Die Früchte müssen ungespritzt und gewaschen sein.

Früchte klein schneiden und in saubere Gläser füllen. Mein „O-Saft-Auspresser“ lässt aus Kraftgründen meistens noch genügend Fruchtfleisch in der Schale. Das kommt hoffentlich dem Essig zugute

Anstatt mit Orangen, kann man den Essig mit anderen Früchten, z.B. mit Äpfeln, Gemüse, Getreide oder mit Alkoholresten (klassisch ist Wein oder Weinbrand) ansetzen.

Einen kleinen Eßlöffel Zucker untermischen und das Glas etwa 2/3 mit Wasser auffüllen. Ein sauberes Küchentuch darüber spannen. Das hält Schmutzpartikel fern und lässt Sauerstoff ins Glas. Kühl stellen. Der Ansatz sollte regelmäßig sanft gerührt oder geschüttelt werden.

1. Schritt: Nach ein bis zwei Wochen beginnt die alkoholische Gärung, d.h. Schaum bildet sich auf der Oberfläche. Alkohol (Ethanol) ist ein Nebenprodukt bei der Zersetzung von Kohlenhydraten mittels Hefen. Die Hefen befinden sich auf der Außenhülle der Frucht oder in der Luft. Der Abbauprozess geschieht anaerob (ohne Sauerstoff). Daher sollten die Feststoffe unter dem Wasser liegen (z.B. Früchte mit einem Teller beschweren). Der Ansatz riecht nach Alkohol. Theoretisch könnte man ab jetzt das Ansatzgut abfiltern.

Im 2. Schritt zersetzt sich der Alkohol mithilfe der Essigsäure-Bakterien und „kippt“. Der Essig ist nach ca. 4 – 6 Wochen fertig und kann abgesiebt und abgefüllt werden. Der Essig riecht säuerlich ohne Alkoholgeruch. Essig ist unangebrochen über ein Jahr haltbar. Bei längerer Lagerung reift der Essig nach, d.h. die sauren Spitzen verschwinden und er gewinnt an Qualität.

Der Alkoholgehalt bei fertigem Essig liegt bei 0,2–1,5 %/Vol. Zum Vergleich: Der Alkoholanteil bei Früchten, Fruchtsäften und Brot liegt durchschnittlich bei 0,3 Volumenprozent, sehr reife Früchte (z.B. Bananen) können bis 0.6 Vol. erreichen.

Was ist eine Essigmutter? „Die Essigmutter ist eine gallertartige, Fäden ziehende Masse aus Essigsäurebakterien, die sich bilden kann, wenn Wein oder andere leicht alkoholhaltige Flüssigkeiten längere Zeit offen stehen gelassen werden. Sie fermentiert Alkohol mit Hilfe von Sauerstoff aus der Luft zu Essigsäure.“ Das schreibt Wikipedia. Die Essigmutter kann bei der Essigherstellung als Beschleuniger eingesetzt werden. Daher macht es Sinn, die Mutter aufzubewahren. Beim Ansatz von Essig bildet sich nicht immer eine Mutter.

Selbst „gemachter“ Essig ist vitaminreicher, inhaltsstoffreicher und schadstoffarmer als industriell hergestellter. Reste werden verwertet, lange Wege vermieden und möglichst Glasbehälter eingesetzt, so werden Umwelt und Portemonnaie geschont. Und natürlich steckt ein Stück Liebe und Leidenschaft dahinter – ich bin mir sicher, dass man das schmeckt.

Selbstbemächtigung = mit einfachen Mitteln viel erreichen

Update1

Tja … nix war’s mit dem Orangenessig! Die Orangenschalen schwammen oben und die Gläser standen in einem wenig beheiztem Zimmer … leider schimmelten einige Schalen. So musste ich alles entsorgen.

Aber ich gebe nicht auf!

Orangenessig: Erneut setzte ich Orangenschalen an mit Wasser, etwas Saft, Zucker und Fruchtfleisch. Ich beschwerte diese mit zwei Schnapsgläschen und der Behälter kam in den Kühlschrank! Momentan ist der Geschmack leicht bizzelig und es riecht nach Alkohol. Update2: Ein kleines Stück Orange ist nach oben gedriftet und geschimmelt … Jetzt habe ich erst mal keinen Nerv mehr auf O-Essig.😬
Apfelessig: Zusätzlich setzte ich Apfelschalen, Kerngehäuse, Fruchtstücke und etwas Zucker mit Wasser an. Die kamen in den Kühlschrank und der Inhalt wurde regelmäßig gerührt. Nach ein paar Tagen roch es gärig, die Mutter bildete sich und nach ca. 4 Wochen wurde alles recht sauer. Beide Essige haben die Farben der Apfelschalen, einmal gelber und einmal roter Apfelessig. Demnächst fülle ich die Essige in Flaschen. Sie halten dann etwa ein Jahr.
Update2: Frisch abgefüllt nach 5 Wochen: Der Apfelessig schmeckt fein und mild. Auf dem mittleren Bild rechts seht Ihr die Apfelmutter. Damit setze ich gleich einen neuen Essig an.
Update2: Frisch angesetzte Apfelstücke mit Wasser, Zucker und Essigmutter. Ich lasse den Schraubdeckel erst mal drauf und werde ihn später durch ein Tuch ersetzen.

Fazit: Apfelessig reift schneller und unkomplizierter als Essig aus Zitrusfrüchten. Ich würde daher mit dem Apfelessig starten. Ich mach’s halt gerne etwas komplzierter.

Selbstbemächtigung = Fehler machen und wiederholen = lernen

Alte Fasanerie in Hanau

Einfach mal hinfahren, es lohnt sich. Schön für Kinder, weil sie frei herumrennen können und weil es viele Spielmöglichkeiten hat. Schön für uns, weil wir dort die Weitläufigkeit mögen.

Lageplan

Selbstbemächtigung = rausgehen und sich wie die Kinder freuen

Brotkuchen mit Äpfeln

Letzte Woche kaufte ich viel zu viel Brot beim Bäcker ein. Jetzt schmeckt es schon nicht mehr und ich backe eh lieber selbst. Brot wegwerfen galt schon im Mittelalter als Frevel. Wie bereichernd sind doch das Internet und die guten alten Kochbücher! Hab‘ das Wort „Brotkuchen“ eingegeben und wurde fündig. Es gibt sehr viele traditionelle Rezepte, die ich meinen Bedarfen anpasse. Da ich eh Apfelkuchen backen wollte, gibt es einen Brot-Apfel-Kuchen (mit in Rum eingelegten Rosinen). Meine angebrochenen Nüsse kann ich auch noch verwursteln. Die Äpfel sind eine alte säuerliche Sorte. Bin gepannt:

Zutaten: Ca. 600 g altbackenes Brot, 600 ml Milch (alternativ: Pflanzenmilch), 2-3 Eier (alternativ: Apfelmus), 3 Eßl. Zucker (alternativ: Birkenzucker, Honig, Agavendicksaft …), Äpfel, auf Wunsch: Nüsse/Mandeln (in Rum eingeweichte) Rosinen
Brot zerkleinern und in der Milch ca. 30 Minuten (oder länger, je nach Trockenheit) einweichen, Rosinen in Rum einlegen, Äpfel schälen und achteln, mit Zitronensaft beträufeln.
Teig fertig stellen: Zucker, Eier, Nüsse hinzugeben, verrühren. Der Teig sollte nicht zu dünnflüssig sein. Springform fetten und Teig + Äpfel mit Rosinen + Teig schichten. Bei 180°C Umluft 50 – 60 Minuten backen.
Puderzucker (oder Glasur) drauf und warm oder kalt servieren! Toppings: Apfelmus, Vanillesoße, Sahne oder nur so.

Reste verwerten kann echt spannend sein! Aus trockenem Brot kann man auch Semmelknödel, einen süßen oder herzhaften Brotauflauf, Brotsalat, Brotpudding, Paniermehl, Croutons etc. machen. Man muss also nix wegwerfen und schont Ressourcen. Außerdem macht es Spaß!

Selbstbemächtigung = das, was da ist, verwerten

Beifuß-Bohnenkraut-Pfeffer, eine fast vergessene Würzmischung

Die Mischung kann man bei allen möglichen Gerichten verwenden, z.B. für

  • fette Bratengerichte wie (Weihnachts-)Gans, Ente, Schwein, Lamm
  • Gänse-/Schweineschmalz
  • deftige Fleischeintöpfe
  • Gerichte mit Kohl und Hülsenfrüchten
  • Gemüse- oder Kartoffelsuppen
  • Fischgerichten vor allem mit Aal, Hering und Karpfen
  • und alles andere, wo Pfeffer passt

Beifuß, Bohnenkraut und Pfeffer machen schwere Speisen leichter verdaulich.

Über die Wirkung von Beifuß könnt Ihr hier mehr erfahren:  https://monika-rauch.com/2021/11/11/beifuss-artemisia-vulgaris-korbbluetler/

Bohnenkraut ist ein Lippenblütler und mit Thymian und Oregano verwandt. Es intensiviert nicht nur den Geschmack von Bohnen, sondern passt hervorragend zu „schweren“ Gerichten. Das liegt an seinen Inhaltsstoffen wie Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öle. Bohnenkraut beugt Blähungen vor. Der Gerbstoffanteil hat darüber hinaus krampflösende Wirkung hilft bei Durchfall. Wir wollen aber mal nicht hoffen, dass die Gerichte so was bewirken.😊

Pfeffer enthält über zweihundert verschiedene Inhaltsstoffe. Maßgeblich ist das Piperin, das bei Erkältungen, Grippe, Verdauungsproblemen, Diabetes, Muskelschmerz und rheumatische Erkrankungen wirkt. Übrigens ist Piperin auch im Bohnenkraut enthalten. Bohnenkraut wir in manchen Regionen auch Pfefferkraut genannt.
Seine Eigenschaften sind verdauungsanregend, antidiabetisch, antikarzinogene und antiasthmatisch. Außerdem fördert Piperin die Aufnahme von Nährstoffen.

Von der Würzmischung habe ich als Nebensatz im Zusammenhang mit Beifuß gelesen. Sie soll traditionell im europäischen Raum dem fetthaltigen Winteressen eine würzige Komponente geben und es bekömmlicher machen. Ich bin gespannt, ich werde mich beim nächsten Eintopf vorsichtig herantasten.

Selbstbemächtigung = Würze im Leben finden