Neues aus der Kräuterküche

Endlich habe ich es geschafft, meine alkoholischen und öligen Pflanzenauszüge  abzusieben und weiterzuverarbeiten!

Tinkturen

Foto von Pixabay – herzlichen Dank!

Die Mazerate aus Löwenzahn- und Alantwurzel zogen seit Dezember 23 in Wodka aus.  Beide vermixte ich zu einer Wurzeltinktur. Sie kann (tropfenweise) bei Krankheiten der oberen Atemwege (starker Husten) und für die Produktion von Verdauungssäften eingesetzt werden.

Zudem habe ich  eine Tinktur aus Pappelknospen und eine aus jungen Frühjahrskräutern in dunkle Tropfflaschen abgefüllt.

Salben

Die Ölauszüge wurden mit Bienenwachs, Kakaobutter und ätherischen Ölen zu Salben verarbeitet. Pro 100 ml verwende ich ca 20 g Bienenwachs und 5 g Kakaobutter für die Cremigkeit. Meine Salbe ist ziemlich fest.

Sanfte Salbe für Kinder

Bei der sanften Heilsalbe verzichtete ich auf ätherische Öle, da es bei jungen Kindern und Allergikern zu Unverträglichkeiten und Atemproblemen führen kann. Für diese Salbe verwende ich Spitzwegerich (lindert Hautreizungen und Mückenstiche) und Gänseblümchen (bei blauen Flecken und Stoßverletzungen).

Venen-, Pappel- und Jucksalbe

Die drei ätherischen Öle waren ein Mitbringsel meines Sohnes aus Australien. Er weiß genau, was seiner Mutter gefällt. 😍

Bei der Salbe gegen Mückenstiche habe ich die Kindersalbe (Spitzwegerich + Gänseblümchen) genommen und diese mit kühlendem Minzöl ergänzt.

Die Pappelknospensalbe wurde mit ätherischem Bergamotteöl angerührt. Die Salbe hemmt Entzündungen und lindert Schmerzen. Sie kann zudem bei Rheuma und Gicht helfen.

Hauptbestandteile der Venensalbe sind Auszüge von Rosskastanien- und Pappelknospen in Olivenöl. Als ätherisches Öl wählte ich „White Cypress“ aus Australien.

Die Venensalbe wirkt stärkend auf die Venen, z.B. bei schweren Beinen und Hämorrhoiden. Zudem wirken die Inhaltsstoffe hautstraffend z.B. bei Zellulite, da sie entstauende, entschlackende und entwässernde Eigenschaften mitbringt. Sie kann bei Schwellungen, Wassereinlagerungen sowie bei Akne und öliger Haut und Ekzemen unterstützen.

Hier mein „Gesamtwerk“, das einige Stunden an Arbeit kostete und gleichermaßen tiefe Befriedigung in mir verschaffte.

Dieser Tag war wieder so ein Hyperaktivtag, neben der Salbenküche und dem bisschen Haushalt, buk ich noch ein Brot und bereitete mir einen frischen Wildkräutersalat zu. Dabei war ich sooo müde und wollte nur mal eben die Mazerate absieben …

Wie gut, dass ich mich aufgerafft habe, die Kräuter zu verarbeiten.  So erfuhr ich bereits während des Tuns ihre Heilkraft. Denn die Kräuter wirken durchaus feinstofflich:

So sorgt das Gänseblümchen für heitere Gelassenheit, die Frühjahrskräuter für einen frischen Geist, die Knospen der Pappel und der Kastanie für Aufbruchsstimmung – nur um einige zu nennen.

Selbstbemächtigung = von der Kräuterkraft profitieren

Winterkräuter: Pesto und Butter

Einige zarte und junge Blättchen der Wildkräuter kann man bereits im Januar in den Speiseplan mit einbauen. Besonders gut geht das mit der Vogelmiere, sie duftet frisch und schmeckt sehr fein. Die anderen Kräutlein dosiere ich eher sparsam, sie haben eine leicht bittere Note, was ja gut für Leber und Galle ist.

Für das Wildkräuter-Pesto schreddere ich zunächst Mandeln, Haselnüsse mit Olivenöl. Dann kommen Knoblauch, Kräuter, Hartkäse und etwas Salz hinzu – mixen und fertig. Zum Aufbewahren gibt man das Pesto in ein Schraubglas, oben muss eine Schicht Öl schwimmen, das schützt vor Schimmel. Das Pesto schmeckt sehr lecker zu Nudeln und Reis. Es passt auch gut als Marinade für Fisch und Fleisch. 😋
Die Butter wird mit Vogelmiere, Knoblauch, einer kleinen Menge der anderen Kräuter und Salz verknetet. Kräuterbutter passt gut zu frischem (warmem) Brot, Kartoffeln, Grillgemüse, Fisch, Fleisch.

Bitte achtet darauf, beim Sammeln von Wildkräutern nur das zu nehmen, was Ihr zu 100 % kennt. Bitte nicht auf Vermutung sammeln oder verarbeiten. Es gibt viele eßbare Kräuter, oder welche, die man zur Heilunterstützung verwenden kann. Und im Gegensatz dazu gibt es die Giftpflanzen, die man auch kennen sollte. Wie im echten Leben überall, gilt es, verantwortungsvoll mit Pflanzen umzugehen.

Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur annehmen

Dreierlei Blütentinktur

Mal eben noch ein paar späte Blüten gesammelt:

Aus der Not (wenig Zeit und noch weniger Schraubgläser, dafür aber reichlich Wodka) habe ich aus allen drei Komponenten eine Tinktur angesetzt.

Muss jetzt 3 – 4 Wochen ausziehen und dabei sanft geschüttelt werden.

Hilft bei Frauenleiden, Gereiztheit, Hormonschwankungen, Entzündungen, wirkt besänftigend.

Also gut für gegen alles. Äußerlich als Einreibung, Badezusatz, Umschlag, oder innerlich (Prost!).

Selbstbemächtigung = Blütenkraft nutzen