Ich musste noch mal an die frische Luft, auch wenn’s fast dunkel war.
Mir gefällt diese Zeit, wenn es kalt und rauh wird. Es ist Zeit für innere Einkehr und Rückzug.
In der Nacht vom 31.10. zum 1.11. ist Samhain, ein Fest unserer keltischen Ahnen. Es wird das Ende der Erntezeit und der Beginn des Winters gefeiert. Das Vieh wurde von den Weiden in die Ställe getrieben und teilweise geschlachtet.
In dieser Nacht soll das Tor zur Anderswelt offen sein, so dass Tote, Geister und andere magische Wesen leichter in unsere Welt kommen können. Daher werden Lagerfeuer entzündet um den Weg zu weisen und als Wärmespender für die Feiernden. Essen wurde bereit gestellt, um die Wesen gnädig für die kommenden dunklen Tage zu stimmen.
Das katholische Fest Allerheiligen ist am 1. November. Hier wird der Heiligen (also den Menschen, die ihr Leben zur „Vollendung“ gebracht haben) gedacht über Gebete, Fürbitten und Rituale. Am 2. November ist Allerseelen, an diesem Tag gedenkt man der Toten.
Halloween ist wahrscheinlich ein Fest mit Einflüssen aus Samhain, Allerheiligen und Allerseelen. Eine These besagt, dass irische Einwanderer einstmals das Fest nach Amerika brachten.
Der enangelische Reformationstag passt auch gut, denn wenn das Alte sich verabschiedet, entsteht etwas Neues. Und trägt ein Stück vom Alten in sich.
Vielleicht werde ich morgen Abend ein Feuer entzünden, um mich vom Herbst zu verabschieden, um nachzudenken und das alte Neue (oder neue Alte) zu begrüßen.
Bei mir waren es eine Menge. Dafür bin ich dankbar.
Ich hatte Lust auf einen schönen saftigen Kuchen zum Frühstück. Was soll ich sagen? Es wurde ein halbwarmes Müsli daraus:
Zunächst briet ich die Haferflocken fettfrei an, danach wurden etwas Sesam, Leinsamen und Weizenkleie geröstet. Vorsicht, Verpuffungsgefahr! Die Saaten sind lustig aus der Pfanne gehüpft!Säuerliche Gartenäpfel, Rosinen, Haselnüsse mit Zitrone und etwas Birkenzucker anköcheln, alles ins Müsli rühren und Milch (vegane oder echte) darübergeben. Genießen!
Das Müsli war superlecker und stillte meine Lust auf Süßpapp vollkommen. Ein Drittel der Menge hätte auch gereicht. Naja, hab‘ ich es halt gegessen.😇
Auf die Idee hat mich meine Schwester gebracht: „Wie wäre es mit einem ‚Grasgrün-Salat‘?“ Dazu sollte man wissen, dass das ‚Grasgrün‘ ein Restaurant in Rodheim ist, das einen fantastischen Salat offeriert. Wir haben nur die Info, dass die Soße u.a. aus Mandeln und Balsamico-Essig besteht. Außerdem sind im Salat Rohkostkomponenten sowie gebratenes Gemüse enthalten. Meine Schwester und ich haben experimentiert und ähnliche Ergebnisse erzielt.
Hier unser Pie-mal-Daumen Rezept:
Dressing:
– gemahlene, geschälte Mandeln
– Balsamico-Essig (alternativ Balsamico-Creme)
– Olivenöl (Sonnenblumenöl)
– Salz, Pfeffer, ggf. etwas Zucker/Honig
– Wasser (alternativ Sahne oder Milch)
pürieren
Salat und Gemüse (Blattsalat, Gurken, Tomaten, Lauchzwiebeln usw.) putzen und schnippeln.
Nacheinander Gemüse z.B. Paprika, Zucchini, Fenchel, Pilze, Karotten, … Fleisch (bzw. Fisch/Ei/Käse/Croutons) in wenig Öl anbraten und leicht würzen.
Auf einem tiefen Teller anrichten, Soße daüber gießen und genießen.
Der Salat kann auch vegetarisch oder vegan zubereitet werden.
Voila! Es schmeckt!😋
Die Salatsoße läßt sich wunderbar im Mixer zubereiten.Gemüse und Fleisch braten und mit der Rohkost schichten. Dazwischen einen Klecks Soße geben. Der Salat kann halbwarm oder kalt serviert werden.
Selbstbemächtigung = sich gesund ernähren, eigene Kreationen entwickeln und seinen Bedürfnissen anpassen
An freien Tagen ist die Küche mein Revier. Ich liebe es, zu schnippeln, brutzeln und zu backen. Aus den Kräutern und Blüten stelle ich Ölauszüge und Tinkturen her. Oder bereite eine Salbe vor.
Ölauszüge: Kräuter werden langsam bis maximal 70°C in Olivenöl erwärmt und noch ein paar Tage ziehen gelassen. Bei Ölauszügen werden die fettlöslichen Bestandteile der Pflanze ausgezogen, dann abgeseiht. Tinkturen: Weiche Kräuter werden mit ca. 40%igen Alkohol im Schraubglas angesetzt und über 4-6 Wochen ausgezogen, dann abgeseiht. Bei Tinkturen werden die wasserlöslichen Bestandteile aus der Pflanze gezogen.Natron oder Bittersalz feinmörsern und die getrockneten Löwenzahnblüten dazugeben und so lange zerstoßen, bis alles pulverisiert ist. Später wird es ins warme Cremegemisch eingerührt – ergibt eine Creme gegen rissige Hände.Beim Brot nehme ich gerne eine Mischung aus verschiedenen Vollkornmehlen, Wasser, Salz und Sauerteig. Seinen guten Geschmack erhält das Brot vom liebevollen Falten, von Wärme und von Kälte und natürlich den Zutaten. Ein gutes Brot braucht einen ganzen Tag. Für unser Familienessen gibt’s ein ofenwarmes Brot mit Butter, Salat aus Spitzkohlstreifen, Romana und einer Dressing mit Creme fraiche. Dazu Ofen-Paprika-Gemüse mit Olivenöl und Fleur de Sel. 😋 Und weils ein besonderer Tag ist, werden Lammspieße vom Grill serviert.
Angeregt durch meine Kräuterfrau-Ausbildung, laufe ich mit offenen Augen durch die Natur und sammele Kräuter, Blüten und Blätter von verschiedenen Bäumen. Meist trockne ich ich erstmal meine Beute und verarbeite sie an diesen besonderen Tagen.
Wenn’s ums Kochen und Backen geht, hab‘ ich meistens verschiedenen Mehl- und Gemüsesorten und andere Zutaten vorrätig. So kann ich nach neuen Rezepten schauen oder mir selbst was ausdenken.
Ich liebe diese Tage. Ich starte erst, wenn die Küche „ordentlich“ ist. Zwischendurch spüle ich, so dass meine Männer keine Krise bekommen, wenn sie nach der Mahlzeit aufräumen dürfen. 🙄
Der ausgebaute Teil der Hohen Straße führt von Frankfurt Bergen-Enkheim nach Büdingen in der Wetterau (siehe mein erster Blog von der Hohen Straße).
Wir sind dieses Mal am Parkplatz zwischen Mittelbuchen und Kilianstädten gestartet. Wunderbar, dass die Sonne schien, so konnten wir den Weitblick in die Wetterau und in den Main-Kinzig-Kreis, teilweise sogar bis zum Vogelsberg, Taunus und Spessart, genießen. Der Weg war gut ausgebaut – allerdings würde ich eher Radfahren empfehlen, weil die Strecke doch recht eintönig ist und man schneller vorankommt.
Windmühlen passen hier ins Bild. Sie sind ein Zeichen unserer Energie-Gesellschaft. Ich finde sie irgendwie schön.
Etwas mulmig war mir schon zumute, denn in Schöneck-Kilianstädten waren die US-Amerikaner bis 1987 in der Nidder-Kaserne stationiert. Hier standen wohl auch unterirdische Abschussrampen bestückt mit Lang- und Mittelstreckenraketen . Die Amerikaner sind abgezogen. Ich frage mich, was mit den Raketen passiert ist. Ein streng bewachtes mit Stacheldraht umzäuntes Firmengrundstück mitten im Feld könnte ein ehemaliger Standort sein; zumal von dort aus eine Panzerstraße zur damaligen Kaserne führt. Immer wieder begegnen uns solche Relikte der Nachkriegszeit, sie sind ein Teil unserer Geschichte. (By the way: Im Eifelort Büschel gibt es immer noch 20 unterirdisch gelagerte US-Raketen mit Atomsprengköpfen. Diese wurden 2020 gewartet. Na besser, als wenn sie vor sich hinmodern.)
Blick Richtung Schöneck
Als ich Kind war, in den 70/80ern, gehörten die stationierten Soldaten zum Straßenbild. Bei uns waren das die „Amis“. Gefühlt täglich donnerten Düsenjäger dicht über unsere Häuser, was schon damals sehr beängstigend war, aber Alltag. Die Stationierungen endeten weitestgehend am 12. September 1990 mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen der Bundesrepublik, der DDR, den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion. Dieses Abkommen beendete die Nachkriegszeit und war Start für die neue Einheit.
Heute gibt es immer noch US-Bases in Deutschland. Als NATO-Mitgliedsstaat haben wir gemeinsam die Verpflichtung, die Versorgungslinien der Bündnispartner zu gewährleisten.
Ein Friedensvertrag besteht zwischen den Ländern immer noch nicht, es sind noch Fragen der Grenzziehung und Reparationen offen.
Blick zum Taunus/Winterstein.
Heute gehen wir auf Straßen, die Geschichte sind und Geschichten schreiben. „Hohe Straßen“ oder „Alte Straßen“ sind Routen, die von unseren Vorfahren bereits vor den Römern genutzt wurden. Heute sind sie oft gut ausgebaut für die Naherholung, als Landstraßen und sogar als Autobahnen. Diese Wege sind „strategisch“ gelegen d.h. sie verlaufen auf Wegscheiden, sind die meiste Zeit über passierbar und bieten einen guten Überblick. Außerdem werden diese „Landmarken“ gerne von Besatzungsmächten zur Befestigung der Grenzen und als Standort genutzt wie man das bei den Römern und den Amis sehen kann.
Was hat Geschichte mit Selbstbemächtigung zu tun? Unsere eigene Geschichte hat immer einen Bezug zu den äußeren Umständen. Ich bin z.B. in einer Zeit groß geworden, wo eine starke „Außenbedrohung“ präsent war. Es herrschte „Kalter Krieg“ und Säbelrasseln in Form von Aufrüstung war normal. Die Amis galten als unsere Beschützer. Heute bin ich mir bewusst, dass Geschichte in mir steckt und wirkt. Ich rassele auch mal gerne mit dem Säbel oder rufe nach einem Beschützer.😉 Ich weiß natürlich, dass nur ich selbst die Verantwortung für mein Tun trage.
Mein erstes Brot ohne Hefe! Zwischendurch musste ich unterbrechen und den Teig kühl stellen. Das Brot sieht trotz leicht verkürzter Zeit gut aus. Morgen wird es angeschnitten …
Ich habe Dinkelvollkornmehl und etwas Weizenvollkornmehl verwendet. Eingemischt hatte ich verschiedene Saaten, bestreut habe ich es mit Sesam.
Heute durfte ich lernen, dass man für gute Lebensmittel einen langen Atem benötigt. Mehl braucht die Wärme- und Kälteprozesse, damit es gut fermentiert. Gluten ist dann z.B. besser verträglich.
Bei meinem 2. Backversuch verwendete ich Roggen-Vollkornmehl und Roggenschrot. Die Verarbeitung war etwas schwieriger, der Teig war feuchter und schwerer. Das Roggenbrot hat uns dann aber seeehr gut geschmeckt.
Für mich ist das Backen von Brot eine wunderbare Gelegenheit, langsam, fast schon meditativ, zu arbeiten. Jeder Schritt wird bedacht getan und die eigene Ruhe fließt in das Produkt mit ein. Zudem erlerne ein uraltes Handwerk, nämlich das Brotbacken. Ein Stück Selbstbemächtigung.
Trigger sind die fiesen kleinen Monster, die Dich in Nullkommanix auf 180 bringen.
Kennst Du das? Du ärgerst Dich gewaltig und wenn einer was Falsches sagt, geht’s rund: Du wirst aktiv und machst ihn einen Kopf kürzer. Oder Du bist so verletzt, dass Du die Freundschaft aufkündigst, schreibst einen saftigen Kommentar auf Facebook oder es gibt Kloppe.
Momentan, in der Pandemie, flammen viele Aggressionen auf, besonders in den sozialen Netzwerken. Man könnte sie beinahe schon als asozial bezeichnen.
Corona, das Virus, wütet und bringt zutage, was schon lange gesehen werden will.
Es wütet nicht nur im Körper – es wütet auf der ganzen Welt und in uns drinnen.
Genauso, wie ein Virus seine Genetik in die Körperzellen einschleust und ganze DNA umbaut, bemächtigt es sich der Informationen, die wir in unserer Seele gespeichert haben und nistet sich ein. Die Seele möchte ihre „Schätze“, die alten Erlebnisse und Gefühle, nicht anrühren. Schlimme Geschichten, die wir manchmal mit uns rumschleppen. Oft ist das uns gar nicht bewusst! Man hat sich ja lange arrangiert mit dem Gefühlsmix.
Jetzt kommt dieser Schmarotzer und nagt an uns. Es geht um die negativen Emotionen, die in uns schlummern und immer mal zum Vorschein kommen, wenn wir gerade angetriggert* werden.
Das Wort Trigger* wird in der Trauma-Psychologie verwendet: Alte Gefühle von einschneidenden Erlebnissen werden durch Trigger freigesetzt. Diese lassen die Stresshormone im Körper hochfahren und es kommt zu Handlungen, die kaum beeinflussbar sind: Man gerät in Schockstarre, kann sich nicht rühren, oder man fängt an zu zittern, schreien, rennen, weinen, wüten …
Die Auslöser dafür, die Trigger, können Geräusche, Stimmungen, Gerüche, Aussehen/Stimmlage/Mimik Deines Gegenübers, bestimmte Redewendungen usw. sein.
Trigger sind Erinnerer an früher Erlebtes.
Das Virus ist in Aktion, es flasht uns. Wir haben Angst um unseren Job, vor finanziellen Einbußen und vor dem Tod. Wir sorgen uns. Das macht uns wütend, traurig, hilflos. Alte Gefühle kommen hoch und rollen über uns hinweg. Sie veranlassen uns, dass wir uns nicht mehr im Griff haben, ausrasten, austicken. Sie sind auch die Ursache für die Kommentare in den Netzwerken. Manchmal komplett unsachlich, beleidigend, sich ereifernd, nervend, foppend, lauernd, Schuld zuweisend usw. Auch die sogenannten „Hater“ und „Trolle“ sind angetriggert. Sie lassen ihren Frust ungebremst heraus.
Ein Troll kommt öfter mal hoch, vielleicht auch bei Dir? Kann es sein, dass Deine Wut ein „Flashback“ auf früher Erlebtes ist?
Das Virus polarisiert, d.h. es lockt aus der Deckung, es fordert auf, sich zu stellen. Wir sind da nicht allein, das passiert überall auf der Welt.
Könnte es sein, dass das Virus im übertragenen Sinn das Konglomerat sämtlicher unverdauter und unverarbeiteter Ängste und Traumata des gesamten Kollektives darstellt?
Sind wir gehalten, unser Verhalten zu überprüfen, Belastendes abzulegen und Vertrauen zu gewinnen? Sollen wir unterscheiden lernen, was wichtig oder unwichtig ist?
Führt uns die äußere Unfreiheit dahin, dass wir uns innerlich befreien?
Wir waren so busy, immer wichtig, auf dem Sprung, am PC, zogen uns Serien rein, shoppten, flogen durch die Welt, permanent beschäftigt. Größer, schneller, weiter… mehr und mehr.
Auf einmal stand für einen Moment die Zeit still. Wir waren locked down, out of order. Jetzt geht es wieder „normal“ weiter.
Es wirdZeit, etwas zu tun!
Schau Dir Deine Biografie an, forsche nach den Ursachen Deiner Wut, Traurigkeit und Unzufriedenheit. Schau‘ nach Deinen Beziehungen. Hast Du etwas zu verzeihen und solltest Du jemanden um Verzeihung bitten? Stelle Dich Deinen Ängsten. Überlege Dir, was Du gerne tun würdest und tu es. Lass den alten Kram bewusst los und schau‘ liebevoll auf Dich und Deine Mitmenschen.
Stell‘ Dir mal vor, die meisten Menschen dieser Erde würden positiv, mit Spaß und Liebe leben …
… dann würde eine völlig neue Zeit anbrechen.
Vielleicht können wir jetzt, mitten in „Corona“, damit anfangen?
Ich freue mich sehr darüber, dass Ihr auf meiner Seite gelandet seid. ❤ Danke!
Wir haben ein langes Wochenende vor uns und die Sonne ☀️ scheint.
An Pfingsten (Pantekoste, d.h. 50 Tage nach Ostern) wurde die christliche Kirche gegründet. Salopp ausgedückt, rafften die Freunde von Jesu erst da, was sein Wirken eigentlich wirklich bedeutet: Sie sollten Liebe, Empathie und Positivität in die Welt bringen. Was die Kirche sich ab da teilweise geleistet hat … naja …
Mag man daran glauben, oder nicht, eines weiß ich:
Mit einer liebevollen Grundhaltung gegenüber Dir selbst und Deinen Mitmenschen, geht es Dir gut und Du wirst viele positive Reaktionen haben!
Fotos: Monika Rauch (Pfingstrosen und Bauernjasmin)