Schon wieder Brot

Ich kann’s einfach nicht lassen … mal wieder Sauerteigbrote. Super lecker: Noch warmes Brot mit Butter und Radieschen. Mehr braucht’s nicht.

Das Anstellgut brodelte so stark, dass ich die doppelte Menge an Mehl (Bio-Vollkorn Roggen, Dinkel, Weizen) nehmen musste. Sonst wäre es zu sauer geworden.

Brotbacken ist auch Selbstbemächtigung, oder?

Naturschönheiten

Obgleich ich bei meinen Streifzügen durch die Natur oft die selben Wege gehe, gibt es jedes Mal etwas zu staunen:

Gärten
Zaunschönheiten
Gesunde Schönheit
Wilde Schönheit
Wiesenschönheit
Baumschönheit
Zarte Schönheit
Giftige Schönheit
und Schönheiten im Garten meiner Mutter

Es liegt an uns, Schönheiten zu suchen und zu finden. Jedes Ding, jede Regung, jeder Mensch, wirklich alles, hat mindestens zwei Seiten. Wir dürfen uns den Blickwinkel aussuchen. Hast Du den Fokus auf das Schöne und Gute ausgerichtet, wird Dir immer öfter Schönes und Gutes begegnen. Umgekehrt genauso. Das was Du nährst, wächst – Selbstbemächtigung.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Der Anfang birgt das Ende in sich. In jeder Knospe ist die ganze Pflanze angelegt. In jeder Zelle das ganze Wesen. Jeder Morgen trägt bereits den Abend in sich. Das Leben den Tod.

So sollten wir achtsam den Tag beginnen. Welche Gedanken und Gefühle hegen wir, mit welchen Erwartungen?

Wie stehen wir morgens auf? Müde und abgeschlagen, ängstlich, was der Tag noch bringen mag? Schlecht drauf, weil die Nacht nicht erholsam war? Wie wird so ein Tag weitergehen und enden?

Wir können uns entscheiden, jeden Tag neu. Auch, wenn die Nacht kurz und voller Alpträume war.

Das, was wir nähren, gewinnt an Bedeutung. So dürfen wir uns dafür entscheiden, dass der Tag spannend wird und die Welt schön ist, trotz wenig Schlaf. Also raus aus dem Bett mit guten Gedanken!

Nehmt Euch morgens Zeit und stimmt Euch positiv auf den Tag ein. Pflegt gute Gedanken und lasst schlechte los, denn die können Euch den Tag vergällen.

Wenn es Euch schwer fällt, zaubert ein Lächeln auf Eure Lippen, Mundwinkel nach oben!Versucht, das einige Minuten durchzuhalten …

Selbst, wenn ein Dauergrinsen vielleicht etwas blöd aussieht, passiert im Körper ganz viel: Der Mund sendet Signale an das Gehirn, dass wir glücklich sind, unabhängig davon, ob wir so fühlen oder nur der Mund lächelt. Im Körper werden Glückshormone freigesetzt und wir fühlen uns gut.

Eine gute Methode, sich alles von der Seele zu schreiben, sind die Morgenseiten. Du beschreibst drei bis vier DIN A4 Seiten, mit allem, was Dir einfällt. Wichtig ist, dass Du mit der Hand schreibst. Deine Gedanken fließen durch die Hand direkt aufs Papier. Dabei sortierst Du Dich und Du schreibst  Deine Belastungen weg. Das befreit für den Tag. Manchmal fällt mir nix ein, dann schreib‘ ich wenigstens eine To-Do- oder Einkaufsliste.

Die Morgenseiten sind im Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron beschrieben.

Morgens ist nicht immer Zeit für „sowas“, denken wir manchmal. Trotzdem steht es uns frei, etwas früher aufzustehen und in aller Ruhe unseren Gedanken nachzuhängen bei einer Tasse Tee oder Kaffee. Das sind kleine Rituale, um gut „anzulaufen“.

Bedenkt immer, an jedem neuen Tag, bei jedem neuen Vorhaben, auf der Arbeit oder zuhause: Der Start bestimmt, wie es läuft (das wird Euch sicher jeder Rennfahrer bestätigen).

Selbstbemächtigung: den Zauber des Anfangs feiern.

Kreativküche

An freien Tagen ist die Küche mein Revier. Ich liebe es, zu schnippeln, brutzeln und zu backen. Aus den Kräutern und Blüten stelle ich Ölauszüge und Tinkturen her. Oder bereite eine Salbe vor.

Ölauszüge: Kräuter werden langsam bis maximal 70°C in Olivenöl erwärmt und noch ein paar Tage ziehen gelassen. Bei Ölauszügen werden die fettlöslichen Bestandteile der Pflanze ausgezogen, dann abgeseiht. Tinkturen: Weiche Kräuter werden mit ca. 40%igen Alkohol im Schraubglas angesetzt und über 4-6 Wochen ausgezogen, dann abgeseiht. Bei Tinkturen werden die wasserlöslichen Bestandteile aus der Pflanze gezogen.
Natron oder Bittersalz feinmörsern und die getrockneten Löwenzahnblüten dazugeben und so lange zerstoßen, bis alles pulverisiert ist. Später wird es ins warme Cremegemisch eingerührt – ergibt eine Creme gegen rissige Hände.
Beim Brot nehme ich gerne eine Mischung aus verschiedenen Vollkornmehlen, Wasser, Salz und Sauerteig. Seinen guten Geschmack erhält das Brot vom liebevollen Falten, von Wärme und von Kälte und natürlich den Zutaten. Ein gutes Brot braucht einen ganzen Tag.
Für unser Familienessen gibt’s ein ofenwarmes Brot mit Butter, Salat aus Spitzkohlstreifen, Romana und einer Dressing mit Creme fraiche. Dazu Ofen-Paprika-Gemüse mit Olivenöl und Fleur de Sel. 😋 Und weils ein besonderer Tag ist, werden Lammspieße vom Grill serviert.

Angeregt durch meine Kräuterfrau-Ausbildung, laufe ich mit offenen Augen durch die Natur und sammele Kräuter, Blüten und Blätter von verschiedenen Bäumen. Meist trockne ich ich erstmal meine Beute und verarbeite sie an diesen besonderen Tagen.

Wenn’s ums Kochen und Backen geht, hab‘ ich meistens verschiedenen Mehl- und Gemüsesorten und andere Zutaten vorrätig. So kann ich nach neuen Rezepten schauen oder mir selbst was ausdenken.

Ich liebe diese Tage. Ich starte erst, wenn die Küche „ordentlich“ ist. Zwischendurch spüle ich, so dass meine Männer keine Krise bekommen, wenn sie nach der Mahlzeit aufräumen dürfen. 🙄

Selbstbemächtigung

Gemütlich daheim

Wie gut, dass das Wetter gehalten hat. So konnten wir nachmittags grillen und den Garten genießen. Und wenn ich mich so umschaue, sehe ich, dass einiges zu tun ist. Garten halt. Die Männer schauen Fußball und ich werkele noch ein wenig im Hochbeet.

Unterm Kirschbaum
Schlüsselblume, Aster, Pfingstrose, Primel
Aroniastrauch, Gämswurz, Margerite
Riesenlauch (Allium Giganteum)
Mein Kräutergarten mit Bohnenkraut, Rhabarber, Beifuß, Thymian, Gundermann, Pimpinelle, Sauerampfer, Gänseblümchen, Minze, Zitronenmelisse, Malve, Schnittlauch, Petersilie, Cistrose, Frauenmantel, Lungenkraut, Boretsch, Rukola, Salbei, … und dazwischen ein paar Erdbeeren. Ach ja, ein paar Kartoffeln sind auch noch unter der Erde.
Nach getaner Arbeit sitze ich ganz ruhig, eingemümmelt in einer Decke, und lasse die Gedanken schweifen.

Selbstbemächtigung

Neues Geschirr

Ich bin sooo happy!

Nach und nach kaufe ich mir ein paar Farbkleckse zu meinem unifarbenen Geschirr. Morgens gibt’s Kaffee, mittags Tee und abends Espresso aus dem schönen Geschirr. Ich bin ganz verzückt, obwohl es doch nur ein paar Kleinigkeiten sind.

Es sind oft die kleinen Dinge, die uns die schönsten Momente schenken.

Texte und Bilder: Monika Rauch

Wintersonnenwende – die längste Nacht und der kürzeste Tag im Jahr

Ab dem 21./22. Dezember werden auf der nördlichen Halbkugel die Tage wieder länger. Zeitgleich mit der Sonnenwende ist der astronomische Winteranfang. Die Sonne wird neu „geboren“ und steht für den Neubeginn allen Lebens. Der Jahresreigen beginnt von vorne. Das Licht besiegt die Dunkelheit. Unsere Vorfahren nannten die tiefste Nacht des Jahres Mutternacht (althochdeutsch Modranecht) aus dem Glauben heraus, dass die Erdmutter das Licht gebiert. In vielen Kulturen gab es ähnliche Feste zu dieser Zeit, z.B. gab es in den nordischen Ländern das Julfest. Noch heute wünscht man sich in Skandinavien zu Weihnachten „God Jul“.

Weihnachten wurde übrigens genau in diese Zeit gelegt, um die heidnischen Sitten auszumerzen. Lichter in den Tannen symbolisieren den Sieg des Lichtes über die Nacht – genau wie die Geburt Christi Licht in die Welt bringt und das Versprechen der Wiedergeburt. So bleibt uns doch noch etwas Kultur unserer Ahnen erhalten – trotz Christianisierung.

Es kommt Licht ins Dunkel, obwohl der Winter erst im Anmarsch ist. Es wird sicherlich kälter und stürmischer. Aber wir wissen, dass das nur eine Periode ist, die vorüber geht. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft.

Zwischen dem 25.12. bis 6.1. liegen zudem die Rauhnächte, in denen sich die Grenzen zwischen unserer und der Geisterwe lt verwischen sollen. Blog: https://monika-rauch.com/2021/12/27/rauhnaechte/

Die Wintermonate bringen Kälte und Dunkelheit mit sich. Wir haben das Bedürfnis, uns auszuruhen. Ist ja auch klar: Im Sommer haben wir maximal 16 Stunden Tageslicht und im Winter um die 8 Stunden. Die Sonne als Stimmungsaufheller fehlt, unser Körper produziert z.B. weniger Vitamin D.

Die Dunkelheit lädt zum Verweilen, Ausruhen, Nachdenken an. Wir können die Zeit nutzen für Treffen mit der Familie oder Freunden, dabei wird erzählt, gelacht und nachgedacht. Wir mögen das vielleicht nervig finden – nachmittags ab 16.00 Uhr dämmert es bereits – aber diese Zeit hat durchaus ihre Qualität:

Arbeiten, die im Sommer liegen geblieben sind, werden jetzt erledigt. Ich rebele meine getrockneten Kräuter und mache daraus Tees, Auszüge, Tinkturen oder Salben. Oder ich reinige unsere Möbel gründlich. Manchmal überkommt es mich und ich flicke Wäschestücke oder nähe Knöpfe an. Gerne gehe ich raus und versuche etwas Tageslicht abzubekommen und ich liebe es zu saunieren, was eine Option ist, Altes rauszuschwitzen und Energie zu laden.

Jetzt haben wir Zeit und Muße für kreative Arbeiten. Denn alles, was Spaß macht, lässt Glückshormone im Körper kreiseln und das ist doch so ähnlich wie mit Sonnenlicht.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich darüber aufgeregt hatte, dass ich so wenig Tageslicht abbekomme. Doch mittlerweile ist die Dunkelzeit mein Freund geworden. Ich nehme sie als Geschenk an für das ich dankbar bin.

Wann habt Ihr Euch das letzte Mal Zeit genommen zum: Märchen und Geschichten erzählen, Kochen, Backen, Handarbeiten, Malen, Musizieren, Schnitzen, Werkeln …?

Und könnt Ihr es aushalten, stille zu werden und das Zeitenrad anzuhalten, einfach nichts tun und nichts denken?

Tatsächlich nennt sich der kürzeste Tag im Jahr „Thomastag“. Das Zeitenrad wird angehalten und nimmt nach der Sonnenwende wieder Schwung auf. In Norddeutschland gibt es seit Jahrhunderten die Sitte, dass alles, was Räder hat, weggestellt oder angehalten wird. Falls etwas mit Rädern draußen steht, wird es kurzerhand versteckt (oder gestohlen).

Habt eine gute Dunkelzeit und macht das, was Euch Spaß macht.

Monika